Straußenführer 2017


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Im Gespräch: Marianne Haardt, Direktorin der Stiftungsverwaltung

Eine humane Zukunft für die Stadt

Seit einem halben Jahr ist Marianne Haardt Direktorin der Freiburger Stiftungsverwaltung, die unter ihrem Dach sechs kommunale Stiftungen beherbergt, zahlreiche Einrichtungen umfasst, rund fünfhundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und über ein erhebliches Vermögen verfügt, das sich im Laufe der Jahrhunderte durch großzügige Stifterinnen und Stifter stetig entwickelt hat. Unsere Mitarbeiterin Cornelia Frenkel hat Marianne Haardt zu ihrem neuen Wirkungsfeld befragt.

Foto von Marianne Haardt, Direktorin der Stiftungsverwaltung Freiburg

Marianne Haardt

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Von Freiheit und Schönheit

Christo & Jeanne-Claude – Ausstellung in der Kunsthalle Messmer

Möglichst vielen Menschen den Anlass für eine ästhetische Erfahrung zu bieten, das gehört zu den Hauptanliegen des Künstlerpaares Christo (*1935) & Jeanne-Claude (1935-2009), das seit den 1960er Jahren durch spektakuläre, logistisch ausgefeilte Kunstaktionen weltweit bekannt wurde. Sehr erfolgreich war die Verhüllung des Berliner Reichstags, der, nach über zwanzig Jahren Vorbereitung (!), 1994 mit hunderttausend Quadratmetern feuerfestem Gewebe eingekleidet werden durfte – über fünf Millionen Besucher strömten herbei.

Foto des von Christo in Stoff verhällten Pont Neuf

Christo: Verhüllter Pont Neuf

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Oper „Wahnfried“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Eine musikalische Geschichtsstunde

Am Ende brennt das Bühnenbild zu den „Meistersingern“, durch die Tür kommt Adolf Hitler. Mit drastischen Szenen arbeitet die Oper „Wahnfried“, die am Badischen Staatstheater Karlsruhe uraufgeführt wurde, die weniger schönen politischen Seiten des Wagner-Kultes auf.

Szenenfoto aus "Wahnfried": Christina Niessen als Cosima Wagner

Christina Niessen als Cosima Wagner in „Wahnfried“ © Falk von Traubenberg

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Streit um Freiburger Stadtjubiläum kann auch dem OB schaden

Kommentar: Damit die 900-Jahr-Feier nicht zum Boomerang wird

Die zurückliegenden Wochen waren in besonderer Weise geprägt von einer öffentlich gewordenen Diskussion um das Freiburger Stadtjubiläum 2020. Und dabei ereignete sich auch Unschönes: Es gilt wohl künftig strikt zu verhindern, Projekte durch deren insgeheime grundsätzliche Gegner mit Finanzierungsargumenten niederreden zu lassen, bevor eine wirkliche inhaltliche Debatte stattgefunden hat. Es darf auch tatsächlich nicht sein, dass aus den Kreisen ebendieser Gemeinderäte ein als streng „nicht öffentlich“ deklariertes Papier der Tagespresse zugespielt wird, damit diese dann, was sie flugs tat, durch entsprechende Berichterstattung ihren kräftigen Teil zum drohenden Ende eines Konzepts beitrug – bevor es im Gemeinderat überhaupt beraten werden konnte.

Foto von 1970: Eine Blaskapelle beim Festumzug zum 850-jährigen Freiburger Stadtjubiläum

Freiburg 1970: Festumzug zum 850-jährigen Stadtjubiläum

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Das Museum Frieder Burda zeigt Arbeiten von Sigmar Polke

Seiten- und Pinselhiebe

Muss Kunst immer ernst sein? Witz gehört in Sigmar Polkes Werk dazu und macht den besonderen Charme seiner Arbeiten aus. Der 2010 verstorbene Künstler spielte dabei auch gern mit Zitaten. So hat er die Umrisse von Albrecht Dürers berühmtem Hasen nachgeformt – mit Wäschegummi. Dieses Werk ist Teil der Ausstellung „Sigmar Polke. Alchemie und Arabeske“, die bis zum  21. Mai im Museum Frieder Burda in Baden-Baden gezeigt wird. Die Schau präsentiert Polke-Werke aus der Sammlung Frieder Burda und ergänzt sie um thematisch passende Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers und Stücke aus internationalen Sammlungen. Das Ergebnis bietet einen reizvollen Querschnitt durch Sigmar Polkes experimentierfreudiges und humorvolles künstlerisches Arbeiten.

Kunstwerk von Sigmar Polke: „Dürer Hase“, 1968. Es zeigt die Skizze eines Hasen

Sigmar Polke: „Dürer Hase“, 1968

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Heike M. Goetze inszeniert „Endstation Sehnsucht“ am Theater Freiburg

Die Gewalt ist gesellschaftslos

Tennessee Williams‘ „Endstation Sehnsucht“ ist ein Stück mit einer geradezu symbolträchtigen Physis der Protagonisten. Marlon Brando im T-Shirt als Stanley Kowalski ist Legende. Auch Heike M. Goetzes Inszenierung von „Endstation Sehnsucht“ am Theater Freiburg ist ein Nachhall davon – wenn auch unter anderen Vorzeichen. Es macht auf der Bühne des Kleinen Hauses einen Unterschied, wie Körper, Nacktheit und Blößen in Szene gesetzt werden.

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Johanna Eiworth und André Benndorff in „Endstation Sehnsucht“ © M. Korbel

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Gorkis „Wassa Schelesnowa“ und „Die Mutter“ im Theater Freiburg

Die Verhältnisse sind nicht so

Ein Blick auf das Bild an der Wand und wir wissen, woher das Vermögen von Wassa Schelesnowa stammt. Nicht etwa von Ziegeln, Kacheln, Holz und Torf, wie ihr Sohn Semjon das Geschäftsmodell des Familienunternehmens beschreibt. Es beruht auf der Ausbeutung der Arbeiter.

Szenenfoto aus Wassa Schelesnowa: Die Schauspielerinnen Melanie Lüninghöner und Marie Bonnet vor einem Wandgemälde ausgebeuteter Arbeiter

Melanie Lüninghöner und Marie Bonnet © M. Korbel

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Theater im Marienbad inszeniert Lisa Danulats Kinderstück „So ist es!“

Trashige Endzeitstimmung

Eine Gartenlaube aus Paletten, drum herum Hochbeete mit vertrocknetem Gestrüpp und ein vogelwildes Schrott-Sammelsurium vor rostig-blauer Wellblechwand, in deren Höhe eine Guckkastenbühne eingelassen ist: Hinter durchsichtigen Plastiklamellen sieht man Computer, Stuhl und Schreibtisch. Unten wuselt ein barfüßiger Hippie in bodenlanger, brauner Kapuzenkutte herum, sein geschäftiges Geräume unterbricht er immer dann für einen Schluck aus dem Reagenzglas, wenn das Industrierohr am Boden einen Stoß dicken Qualm in seine Kleingärtner-Aussteiger-Müllkippen-Einsiedelei röchelt.

Schauspieler Nic Reitzenstein in "So ist es!"

Nic Reitzenstein © Andreas Metzner

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