Straußenführer 2019


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Theater | Dezember 2019 | von Georg Rudiger

Das Erfolgsmusical „Anatevka“ ist in der französischen Version „Unviolonsur le toit“ in Straßburg zu sehen

Zwischen Leichtigkeit und Tiefe

Nur ein Schrank steht auf der leeren Bühne. Ein Junge mit Skateboard und Kopfhörer kommt vorbei, macht die Tür auf und holt eine Violine heraus, auf der er das Thema des Musicals „Anatevka“ spielt, das hier in der französischen Fassung „Unviolonsur le toit“ gegeben wird. Dann klopft es von innen und der Milchmann Tevye, die Hauptfigur des Stücks, erscheint mit Schläfenlocken, Bart und Mütze. Kurze Zeit später stürzt die ganze Dorfgemeinschaft aus dem Schrank – und wir befinden uns im SchtetlAnatevka im zaristischen Russland im Jahr 1905, als sich die ersten Judenpogrome  ereigneten.

© Klara Beck

„Anatevka“ ist in der französischen Version „Unviolonsur le toit“

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Theater | Dezember 2019 | von Marion Klötzer

Das Jugendstück „Satelliten am Nachthimmel“ im Theater im Marienbad

Ein Kaleidoskop von Gefühlen

„Ich hab ein schwarzes Loch im Bauch“, behauptet Joni alias Lisa Bräuniger. Breitbeinig steht sie mit ihrem Plastikeimer-Helm auf einer riesigen, silbernen Drehscheibe im Schwimmbecken des Theaters im Marienbad (Ausstattung: Karen Simon). Über ihr schwebt ein Gespinst aus dicken Drähten, die Szene ist in geheimnisvoll-blaues Weltraumlicht getaucht. Um anders sein und Neues denken, um Schmerz, Wut und Mut, um Sinnsuche und Abenteuerlust dreht sich das Jugendstück „Satelliten am Nachthimmel“ des 1984 geborenen Norwegers Kristofer Blindheim Grønskag, das 2018 mit dem Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde und jetzt unter der Regie von Carina Eberle Premiere feierte. Ein Stück wie gemacht für das Ensemble des Theaters im Marienbad: Poetisch, Fantasie strotzend, voller Imagination, Leerstellen und Zwischentönen.

© Minz und Kunst Photography

“Satelliten am Nachthimmel”

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Theater | Dezember 2019 | von Georg Rudiger

Die Geister im Kopf

Peter Carp inszeniert, Gerhard Markon dirigiert eine herausragende Produktion von Benjamin Brittens „The turn of the screw“ am Theater Freiburg

Eine Gouvernante kommt in ein englisches Landhaus, um zwei Kinder zu betreuen. Eigentlich sollte nur noch die Haushälterin Mrs. Grose in dem prachtvollen Anwesen wohnen, aber schon bald tauchen zwei weitere Gestalten auf, die als Geister von Verstorbenen gedeutet werden. Die Idylle wandelt sich in Schrecken. Die rätselhafte Vergangenheit wird zur Bedrohung. Am Ende ist ein Kind tot. Und die Gouvernante verstummt.

© Paul Leclaire

“The Turn Of The Screw”

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Theater | November 2019 | von Georg Rudiger

Das Theater Basel brilliert mit einem drei Jahre alten, aber sehr aktuellen „Barbier von Sevilla“

Die Liebe in den Zeiten der Social Media

Kirill Serebrennikov ist nicht da. Statt des russischen Regisseurs kommt im Theater Basel am Ende des vom Publikum gefeierten „Barbiers von Sevilla“ seine Assistentin Julia Huebner auf die Bühne, die die Neueinstudierung dieser drei Jahre alten Produktion der Komischen Oper Berlin betreute. Serebrennikov ist nur auf einem Foto zu sehen. Der im August 2017 gegen ihn verhängte Hausarrest wurde zwar im April dieses Jahres aufgehoben. Seinen Reisepass hat er aber nicht wieder erhalten. Huebner musste deshalb die Proben in Basel auf Video aufnehmen lassen und mit ihm besprechen, um seine kluge, komplexe und doch auch wunderbar leichte Inszenierung in Basel neu erstehen zu lassen.

© Promo

Theater-Basel: “Il barbiere di Siviglia”

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Theater | November 2019 | von Fabian Lutz

Mit „Die Vier“ zeigen die Immoralisten, wie vier idealistische Politiker an einer neuen Weltordnung scheiterten

Vorspiel zum Untergang

Es ist ermüdend, PolitikerInnen beim Zanken zu beobachten. Zumindest wenn dies in der Öffentlichkeit geschieht. Spannender gestaltet sich die Frage, was hinter den Kulissen passiert und noch spannender, was vor entscheidenden Momenten der Weltpolitik in all jenen Hinterzimmern passierte, zu denen keiner von uns je Zutritt hatte. 1919 war ein solcher Moment gekommen. Unter Leitung des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson kamen der britische Premierminister David Lloyd George, der Präsident des italienischen Ministerrats Vittorio Emanuele Orlando und der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau zusammen, um nach dem Ersten Weltkrieg eine gerechte neue Weltordnung zu schaffen.

© Manuel Kreitmeier

Frankreich, Amerika, Großbritannien in Person: Anna Tomicsek, Florian Wetter, Markus Schlüter

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Theater | Oktober 2019 | von Georg Rudiger

Die Opéra national du Rhin wird zum Opernhaus

“Wem ich nie begegnete, das bin ich”

Echte Partystimmung kommt im Straßburger Opernhaus nicht auf, als nach der französischen Erstaufführung von Philip Venables Oper „4.48 Psychosis“ der „Opernwelt“-Chefredakteur Albrecht Thiemann gemeinsam mit Bertrand Rossi, stellvertretender Geschäftsführer des Hauses, die Bühne betritt, um die Elsässische Rheinoper (Straßburg, Colmar, Mulhouse) gemäß der Jahresumfrage von 50 Kritikern als „Opernhaus des Jahres“ auszuzeichnen.

© Klara Beck

4.48 Psychosis

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Tanz | September 2019 | von Renate Killmann

Die „Kunst der Fuge“ am Theater Oldenburg

Atmosphärisch gedeutet und quicklebendig!

„Jedes fertige Werk ist eine Anmerkung zu einer früheren Leistung und zu etwas, das kommen wird.“ Was bedeutet dieser Ausspruch Luciano Berios in Bezug auf ein letztes großes Werk im Leben eines Künstlers? Auf diese Spurensuche begibt sich Joachim-Ernst Berendt in seinem Buch „Hinübergehen“, das sich mit dem Zauber des Spätwerks berühmter Komponisten beschäftigt.

Nicol Omezzolli und Lester René González Álvarez „Canon alla Ottava“© Stephan Walzl

Nicol Omezzolli und Lester René González Álvarez „Canon alla Ottava“

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Interview | September 2019 | von Georg Rudiger

Im Gespräch: Benedikt Stampa, neuer Intendant des Festspielhaus Baden-Baden

„Baden-Baden ist ein Sehnsuchtsort“

13 Jahre leitete Benedikt Stampa das Konzerthaus Dortmund, das er mit innovativen Formaten und außergewöhnlichen Künstlern zu einem wichtigen europäischen Musikort machte. Nun übernimmt der Musikwissenschaftler die Intendanz beim Festspielhaus Baden-Baden. Vor seinem Amtsantritt sprach Georg Rudiger mit Stampa über die Emotionalisierung der klassischen Musik, einen neuen Saal und die Fanfreundschaft zwischen dem SC Freiburg und Borussia Dortmund.

© Christian Grund

Benedikt Stampa (53) übernimmt ab dieser Saison die Intendanz des Festspielhaus Baden-Baden von Andreas Mölich-Zebhauser.

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