Der Straußenführer


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Theater | März 2020 | von Redaktion

Theater Freiburg Digital

Auch das Theater Freiburg musste auf Grund der Corona-Verordnungen und im Zeichen der Solidarität seine Türen schließen und Veranstaltungen zunächst bis einschließlich 20. April absagen. Um seinen Zuschauern weiterhin ein bisschen Freude durch Spielkunst, Musik und Geschichtenerzählen zu bringen, hat das Theater Freiburg jetzt einen eigenen YouTube Kanal “Theater Freiburg Digital” ins Leben gerufen. Dort wird von nun an täglich um 19:30 Uhr eine neue Folge von “Theater Freiburg Digital” hochgeladen. Die abwechlungsreichen Videos sind ein kostenloses Angebot des Theaters. An den Clips beteiligen sich Schauspieler und andere Kreative Köpfe aus der gesamten Region.

© Theater Freiburg

Kids | März 2020 | von Annette Hoffmann

Das Theater im Marienbad erzählt mit „Krähe und Bär“ von einer wunderbaren Freundschaft

Das Glück sind die anderen

Ist es besonders perfide, dass Kinder Bärennippes und Mützen mit großen plüschigen Ohren in den Bärengraben werfen oder ist diese Mimikry Ausdruck einer distanzlosen Verehrung? Aber was wissen wir schon, die wir Tiere in Gehegen halten, um ihren Freiheitswillen ebenso zu brechen wie ihre Gefährlichkeit einzudämmen. Der Bär jedenfalls ist einsam, wenn auch satt. Denn auf sehr undurchsichtigen Wegen füllt sich der Kühlschrank jedes Mal neu, wenn der Bär (Benedikt Thönes) sein Mahl beendet hat. Wer hungrig auf dem Zoogelände hin und her fliegt, kann da schon mal neidisch werden (drei Mahlzeiten! Serviette mit Monogramm!) und zu seltsamen Annäherungen Zuflucht nehmen.

© MiNZ Kunst

“Krähe und Bär” im Theater im Marienbad

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Theater | Februar 2020 | von Georg Rudiger

Barbara Frey inszeniert, Christin Curnyn dirigiert „Le Nozze di Figaro“ am Theater Basel

Im Tunnel der Gefühle

Bühnenbilder können Milieus zeigen und soziale Unterschiede vor Augen führen. Sie können eine bestimmte Epoche entstehen lassen oder nur abstrakte, zeitlose Räume entwerfen, die Weite schaffen oder Enge, Behaglichkeit oder Bedrohung. Das Zimmer, das Susanna und Figaro in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Le Nozze di Figaro“ vom Grafen Almaviva zugewiesen bekommt, ist noch nicht möbliert. Nur eine in unterschiedlichen Grüntönen gehaltene Tapete mit barockem floralem Muster ziert die Wände. Als Susanna von ihrem Dienstherrn singt, taucht der Graf im Hintergrund kurz auf. Ein Lichtwechsel – und die Zimmerwand erweist als durchsichtiger Vorhang, der den Blick in einen weiteren Raum frei gibt. Bettina Meyers raffiniertes Einheitsbühnenbild offenbart sich erst nach und nach. Die sich in Zentralperspektive verjüngenden Portale ermöglichen dem Zuschauer den Blick in die Tiefe. Ein Tunnel, der zum Labyrinth für die Figuren wird. Die Hierarchie ist hier aufgehoben.

© Lucia Hunziker

Oksana Sekerina, Kristina Stanek, Sarah Brady

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Theater | Februar 2020 | von Erich Krieger

Theater der Immoralisten lässt Stevensons „Jekyll & Hyde“ auf unser Selbstverständnis los

Der alltägliche Januskopf des Menschen

Robert Louis Stevenson schrieb 1886 seine vielfach adaptierte Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ als entlarvenden Angriff auf die im viktorianischen London herrschende verklemmte Doppelmoral und Selbsttäuschung der honorigen Gesellschaft. Manuel Kreitmeier, der zusammen mit Florian Wetter die Intendanz des ambitionierten „Theater der Immoralisten“ im Gewerbehof an der Freiburger Ferdinand-Weiß-Straße bildet, hat aus Elementen dieser klassischen Vorlage eine theatralische Studie über die dialektische Einheit von Gut und Böse im Menschen verfasst und inszeniert. Das Stück läuft dort En-suite bis zum 21. März 2020.

© Erich Krieger

Mr. Hyde treibt sein Unwesen im Labor von Dr. Lanyon (Verena Huber, Antonio Denscheilmann und Jochen Kruß)

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Theater | Dezember 2019 | von Georg Rudiger

Das Erfolgsmusical „Anatevka“ ist in der französischen Version „Unviolonsur le toit“ in Straßburg zu sehen

Zwischen Leichtigkeit und Tiefe

Nur ein Schrank steht auf der leeren Bühne. Ein Junge mit Skateboard und Kopfhörer kommt vorbei, macht die Tür auf und holt eine Violine heraus, auf der er das Thema des Musicals „Anatevka“ spielt, das hier in der französischen Fassung „Unviolonsur le toit“ gegeben wird. Dann klopft es von innen und der Milchmann Tevye, die Hauptfigur des Stücks, erscheint mit Schläfenlocken, Bart und Mütze. Kurze Zeit später stürzt die ganze Dorfgemeinschaft aus dem Schrank – und wir befinden uns im SchtetlAnatevka im zaristischen Russland im Jahr 1905, als sich die ersten Judenpogrome  ereigneten.

© Klara Beck

„Anatevka“ ist in der französischen Version „Unviolonsur le toit“

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Theater | Dezember 2019 | von Marion Klötzer

Das Jugendstück „Satelliten am Nachthimmel“ im Theater im Marienbad

Ein Kaleidoskop von Gefühlen

„Ich hab ein schwarzes Loch im Bauch“, behauptet Joni alias Lisa Bräuniger. Breitbeinig steht sie mit ihrem Plastikeimer-Helm auf einer riesigen, silbernen Drehscheibe im Schwimmbecken des Theaters im Marienbad (Ausstattung: Karen Simon). Über ihr schwebt ein Gespinst aus dicken Drähten, die Szene ist in geheimnisvoll-blaues Weltraumlicht getaucht. Um anders sein und Neues denken, um Schmerz, Wut und Mut, um Sinnsuche und Abenteuerlust dreht sich das Jugendstück „Satelliten am Nachthimmel“ des 1984 geborenen Norwegers Kristofer Blindheim Grønskag, das 2018 mit dem Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde und jetzt unter der Regie von Carina Eberle Premiere feierte. Ein Stück wie gemacht für das Ensemble des Theaters im Marienbad: Poetisch, Fantasie strotzend, voller Imagination, Leerstellen und Zwischentönen.

© Minz und Kunst Photography

“Satelliten am Nachthimmel”

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Theater | Dezember 2019 | von Georg Rudiger

Die Geister im Kopf

Peter Carp inszeniert, Gerhard Markon dirigiert eine herausragende Produktion von Benjamin Brittens „The turn of the screw“ am Theater Freiburg

Eine Gouvernante kommt in ein englisches Landhaus, um zwei Kinder zu betreuen. Eigentlich sollte nur noch die Haushälterin Mrs. Grose in dem prachtvollen Anwesen wohnen, aber schon bald tauchen zwei weitere Gestalten auf, die als Geister von Verstorbenen gedeutet werden. Die Idylle wandelt sich in Schrecken. Die rätselhafte Vergangenheit wird zur Bedrohung. Am Ende ist ein Kind tot. Und die Gouvernante verstummt.

© Paul Leclaire

“The Turn Of The Screw”

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Theater | November 2019 | von Georg Rudiger

Das Theater Basel brilliert mit einem drei Jahre alten, aber sehr aktuellen „Barbier von Sevilla“

Die Liebe in den Zeiten der Social Media

Kirill Serebrennikov ist nicht da. Statt des russischen Regisseurs kommt im Theater Basel am Ende des vom Publikum gefeierten „Barbiers von Sevilla“ seine Assistentin Julia Huebner auf die Bühne, die die Neueinstudierung dieser drei Jahre alten Produktion der Komischen Oper Berlin betreute. Serebrennikov ist nur auf einem Foto zu sehen. Der im August 2017 gegen ihn verhängte Hausarrest wurde zwar im April dieses Jahres aufgehoben. Seinen Reisepass hat er aber nicht wieder erhalten. Huebner musste deshalb die Proben in Basel auf Video aufnehmen lassen und mit ihm besprechen, um seine kluge, komplexe und doch auch wunderbar leichte Inszenierung in Basel neu erstehen zu lassen.

© Promo

Theater-Basel: “Il barbiere di Siviglia”

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