Straußenführer 2017



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Dostojewskis „Schuld und Sühne“ im Theater der Immoralisten

Im Kopf eines Mörders

Ein lauter Knall, schon ist man mittendrin im Stück – und damit quasi im Kopf eines Mannes, der gleich zum Mörder wird. In höchster Erregung wirft sich Rodion Raskolnikow von Wand zu Wand in der engen dunklen Blackbox, auf die das Theater der Immoralisten für dieses Stück geschrumpft wurde; in Tuchfühlung zum Publikum, das um die schmale Vierung der Bühnenfläche herumgruppiert ist.

Szenenbild aus Dostojewskis "Schuld und Sühne" im Freiburger Theater der Immoralisten. Es zeigt den Schauspieler Jochen Kruß als Raskolikow in einer Verhörsirtuazion

Raskolikow (Jochen Kruß)

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Neue Musiktheaterproduktion der Mondo Musical Group

“Hinterwald”

Die studentische Mondo Musical Group begeistert seit 10 Jahren ihr Publikum. Originell und lustig, frisch und frech, bunt und schräg, sprühend vor Spielfreude und immer auf einem hohen gesanglichen und tänzerischen Niveau. Die neue Musicalproduktion „Hinterwald“, aus der Feder der Regisseurin Stephanie Heine und des Komponisten Rafael Orth, handelt von einer Gruppe Freiburger Studierender, die auf einer Exkursion im Schwarzwald von einem Unwetter überrascht werden.

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Mareike Mikat inszeniert „Nathan der Weise“ im Theater Freiburg

Wer hat Angst vor Lessing?

„Beware of the camel“, steht auf dem Warnhinweis. Jerusalem zur Zeit Nathan des Weisen ist eine globalisierte Handelsregion. Nathan ist mit seiner Karawane unterwegs als seine Tochter Recha beinahe einen Unfall erleidet. Das Haus steht in Flammen und wäre da nicht der Tempelherr gewesen, die junge Frau hätte ihr Leben gelassen. Doch ihren Dank will er nicht, Recha ist Jüdin, er Christ.

Szene aus Lessings "Nathan der Weise" im Theater Freiburg. Es zeigt die Schauspieler André Benndorf und Victor Calero.

André Benndorf und Victor Calero in Lessings “Nathan der Weise” im Theater Freiburg © Marice Korbel

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Im Gespräch mit Mundologia-Abenteurer Mario Goldstein

Sehnsucht nach Wildnis und Einsamkeit

Der Fotograf und Buchautor Mario Goldstein und seine Frau Ramona kehrten der durchstrukturierten, hektischen Welt den Rücken und ließen sich im Rhythmus der Natur durch die Wildnis Kanadas und Alaskas treiben. Die Befahrung des gigantischen Yukon River, 3000 Kilometer bis zur Mündung in die Beringsee auf einem selbstgebauten Floß, wurde für sie zur ungeahnten Herausforderung. Seine mitreißende Abenteuerreportage „Sehnsucht Wildnis – Quer durch Kanada und Alaska“ wird am 5. Februar 2017 um 19 Uhr auf dem Mundologia-Festival im Konzerthaus Freiburg zu sehen sein. Mit Mario Goldstein sprach Janine Böhm.

Foto von Mario Goldstein in der Wildnis, im Hintergrund ein Berg

Mario Goldstein: Autor, Fotograf und Abenteurer

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„Francis Bacon. Unsichtbare Räume“ in der Staatsgalerie Stuttgart

Über das existentielle Ausgeliefertsein des Menschen

In der Kunstwelt steht schon lange fest, dass der Brite Francis Bacon (1909-1992) einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts war. Und seit seinem Tod hat sein Werk noch an Beachtung gewonnen. Auch die Höchstpreise im Kunsthandel, die seine Bilder neuerdings erzielen, sind ein Indikator dafür. „Unsichtbare Räume“, der Titel dieser Ausstellung, bezeichnet erstmals einen zentralen Aspekt im Werk von Francis Bacon.

Gemälde "Tryptichon" von Francis Bacon. Jedes der drei Teile des Gemäldes zeigt einen Raum, in dessen Mitte sich Knäuel aus menschlichen Körperteilen befinden

Francis Bacon, Triptychon – inspiriert von dem Gedicht „Sweeny Agonistes“ von T. S. Elliot, 1967 © The Estate of Francis Bacon, All rights reserved. VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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„Die Sache Makropulos“ am Theater Freiburg

Vera Nemirova inszeniert Leos Janáceks Oper mit Katerina Hebelková als Primadonna

Der Zeiger auf dem großen Zifferblatt steht still. Die Zeit ist angehalten für die Operndiva Emilia Marty, die, weil sie als Kind von ihrem Vater ein Lebenselixier zu trinken bekam, inzwischen 337 Jahre zählt: In Leos Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ am Freiburger Theater verkörpert die tschechische Mezzosopranistin Katerina Hebelková die Primadonna. Und macht aus der geheimnisvollen Figur eine sinnliche, selbstbewusste, von den Männern begehrte Frau, die ihr zerbrechliches Inneres mit dem Glanz des Erfolgs schützt.

Foto von Opernsängerin Katerina Hebelková als Primadonna, sie sitzt vor einem großen Ziffernblatt und schminkt sich

Katerina Hebelková in Leos Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ – zu sehen bis Mitte Januar im Theater Freiburg © Maurice Korbel

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Im Theater Basel sucht Caligula die Freiheit in der Grausamkeit

Inszenierung von Antonia Latella im Schauspielhaus

Dies vorweg: im Theater Basel, wo „Caligula“ jetzt in einer Inszenierung von Antonia Latella im Schauspielhaus gespielt wird, klammert man alle Anspielungen auf die Gegenwart aus. Caligula ist wie ein Kind, das zu schnell Verantwortung übernehmen musste und zynisch geworden ist. Dass man sich im Herbst 2016 von “Caligula” im Theater Basel dennoch geradezu unangenehm angefasst fühlt, hat mit dem Ergebnis der Wahl in den USA zu tun. In dem Stück begegnet uns ein Herrschertyp, der beratungsresistent ist und allein seiner eigenen Meinung zu folgen scheint. Das Unberechenbare und die Furcht, die damit einhergeht, ist die Grundlage seiner Herrschaft.

Szenenbild mit sieben Schauspielern aus "Caligula" im Theater Basel. Manche tragen keine Hosen, ihre Körper werfen große Schatten auf die rote Wand im Hintergrund

Vincent Glander, Thomas Reisinger, Steffen Höld, Martin Hug, Thiemo Strutzenberger und Katja Jung in “Caligula” © Sandra Then

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Queeres Theater mit erfrischend einfachen Mitteln

Das “Prinzip Katamaran und andere Identitäten” vom Theaterkollektiv RaumZeit

Wann ist der Mensch ein Mann? Eine Frau? Oder eben einfach: MenschIn? Wer möchte behaupten, es gäbe nur zwei Geschlechter? Wer möchte ernsthaft bestreiten, dass nicht jedermann oder -frau mit mehr oder weniger Anteilen des jeweils anderen Geschlechts ausgestattet ist? In Wahrheit sind die Übergänge fließend, zwischen den Polen des männlichen und des weiblichen Prinzips wären unzählige weitere Geschlechter – „andere Identitäten“ – anzusiedeln. Eigentlich… Sind sie aber nicht. Denn da hält das „Prinzip Katamaran“ seinen Riegel vor, das, wie sein Name schon sagt, aus nur zwei Polen besteht. Dazwischen: Nichts.

Szenenbild mit Nic Reitzenstein vom Theaterkollektiv RaumZeit in "Prinzip Katamaran und andere Identitäten"

Nic Reitzenstein (Schauspiel und Regie) in “Prinzip Katamaran und andere Identitäten” © Sebastian Schulz

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