Der Straußenführer


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Kunst | Dezember 2019 | von Annette Hoffmann

Expressionismus im Zeitgeist

Das Museum für Neue Kunst zeigt das Werk von Hermann Scherer in einer Einzelschau, aber nicht als Solitär

1924 macht Ernst Ludwig Kirchner ein Foto von seinem Haus in Davos. Mehrere Skulpturen sind darauf abgebildet, alle scheinen aus einem Holzblock gearbeitet. Doch nur eine dieser Arbeiten stammt von ihm, es ist die Darstellung einer Mutter mit ihrem Kind. Alle anderen sind von Hermann Scherer. Ihre Freundschaft begann 1923 und intensivierte sich durch Besuche Scherers in Davos und das gemeinsame Arbeiten in den Schweizer Bergen. Dann, nur ein Jahr später der Bruch. Was Scherer mache, sei eine „sklavische Nachahmung seiner Kunst“, so Kirchner. Das Gemälde „Berglandschaft Sertigtal-Davos“ Hermann Scherers etwa ist 1923/24 entstanden und zeigt die charakteristischen exaltierten Kirchner-Farben. Blau trifft da auf Violett, ein Orange auf Grün und das Gebirge wirkt derart dynamisch als sei es gerade im Entstehen begriffen.

Ausstellungsansichten “Expressionist Scherer”

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Theater | Dezember 2019 | von Marion Klötzer

Das Jugendstück „Satelliten am Nachthimmel“ im Theater im Marienbad

Ein Kaleidoskop von Gefühlen

„Ich hab ein schwarzes Loch im Bauch“, behauptet Joni alias Lisa Bräuniger. Breitbeinig steht sie mit ihrem Plastikeimer-Helm auf einer riesigen, silbernen Drehscheibe im Schwimmbecken des Theaters im Marienbad (Ausstattung: Karen Simon). Über ihr schwebt ein Gespinst aus dicken Drähten, die Szene ist in geheimnisvoll-blaues Weltraumlicht getaucht. Um anders sein und Neues denken, um Schmerz, Wut und Mut, um Sinnsuche und Abenteuerlust dreht sich das Jugendstück „Satelliten am Nachthimmel“ des 1984 geborenen Norwegers Kristofer Blindheim Grønskag, das 2018 mit dem Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet wurde und jetzt unter der Regie von Carina Eberle Premiere feierte. Ein Stück wie gemacht für das Ensemble des Theaters im Marienbad: Poetisch, Fantasie strotzend, voller Imagination, Leerstellen und Zwischentönen.

© Minz und Kunst Photography

“Satelliten am Nachthimmel”

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Theater | Dezember 2019 | von Georg Rudiger

Die Geister im Kopf

Peter Carp inszeniert, Gerhard Markon dirigiert eine herausragende Produktion von Benjamin Brittens „The turn of the screw“ am Theater Freiburg

Eine Gouvernante kommt in ein englisches Landhaus, um zwei Kinder zu betreuen. Eigentlich sollte nur noch die Haushälterin Mrs. Grose in dem prachtvollen Anwesen wohnen, aber schon bald tauchen zwei weitere Gestalten auf, die als Geister von Verstorbenen gedeutet werden. Die Idylle wandelt sich in Schrecken. Die rätselhafte Vergangenheit wird zur Bedrohung. Am Ende ist ein Kind tot. Und die Gouvernante verstummt.

© Paul Leclaire

“The Turn Of The Screw”

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Musik | Dezember 2019 | von Redaktion

klang² – Musik, Sprache und Klang spielerisch Erlernen

Das besondere Instrument feiert 10 Jahre Jubiläum

Das Instrument klang² ist vor 10 Jahren aus der Zusammenarbeit des Geigenbauers Sebastian Oberlin und des Medienkünstlers Adrian Rennertz entstanden und soll, so die beiden Entwickler, die moderne Technologie mit der Ästhetik der analogen Welt verbinden.

© www.klang2.com

Das besondere Instrument

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Nachhaltig | November 2019 | von Elisabeth Jockers

Holz als nachhaltiger und moderner Bauwerkstoff

Die grünen Lungen Deutschlands

In Mitteleuropa ist Deutschland mit einer Waldfläche von 11,4 Mio. Hektar das waldreichste Land. Knapp ein Drittel unseres Landes besteht aus Wäldern, man könnte sie auch die grünen Lungen Deutschlands nennen. Trotz einer intensiven wirtschaftlichen Nutzung hat die Waldfläche seit dem 2. Weltkrieg stetig zugenommen.

© Pollmeier Massivholz

Baubuche Projektbeispiel, Ski- und Snowboardschule Courmayeur

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Kunst | November 2019 | von Friederike Zimmermann

Atelierausstellung von Susanne Allgaier in der Zähringer Mühle in Freiburg

Visualisierung des Wassers

Beim offenen Atelier in der Zähringer Mühle zeigt Susanne Allgaier vom 15.-17. November, jeweils 16-20 Uhr, ihre Arbeiten zum Thema: Visualisierung des Wassers. Wenn die Freiburger Künstlerin in ihrem Atelier in der Zähringer Mühle arbeitet, ist sie permanent eingehüllt in das leise Plätschern des angrenzenden Altbaches – eines kleinen Wasserlaufs, der sich durch den Wald herab den Weg von der Anhöhe der Zähringer Burg bis zum Stadtteil Zähringen bahnt: Mal heiter glucksend, mal friedlich flüsternd oder lebendig pulsend, dann, etwa nach Regen, auch bedrohlich rauschend.

© Friederike Zimmermann

Susanne Allgaier vor ihrem Atelier

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Kunst | November 2019 | von Martin Flashar

Van Look-Kunstpreis 2019 geht an Uta Pütz

Fundstücke

Eine Hauptaktivität der im Gedenken an den Künstler Hans-Günther van Look (1939–2007) von seiner Witwe errichteten Stiftung ist die Vergabe eines Kunstpreises im Zwei-Jahres-Rhythmus. Van Look war 1963 Absolvent der Karlsruher Akademie und als Bildhauer, vor allem jedoch Maler aktiv; zudem bleiben seine fast einhundert Glasfenster im Gedächtnis.
Nach Andreas von Ow (2015) und Zora Kreuzer (2017), beide aus der Generation der noch nicht 40-Jährigen sowie Absolventen der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste an ihrer Freiburger Zweigstelle, erhält jetzt Uta Pütz die Ehrung, Jahrgang 1969. Auch Pütz studierte kurz in Freiburg, bevor sie die Kunstausbildung in Karlsruhe 2012 (Meisterklasse Prof. Meuser) beendete. Zuvor hatte sie ein Diplom als Landschaftsarchitektin an der Fachhochschule Weihenstephan absolviert.

© promo

Uta Pütz: “God”, Fotografie 2015

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Theater | November 2019 | von Georg Rudiger

Das Theater Basel brilliert mit einem drei Jahre alten, aber sehr aktuellen „Barbier von Sevilla“

Die Liebe in den Zeiten der Social Media

Kirill Serebrennikov ist nicht da. Statt des russischen Regisseurs kommt im Theater Basel am Ende des vom Publikum gefeierten „Barbiers von Sevilla“ seine Assistentin Julia Huebner auf die Bühne, die die Neueinstudierung dieser drei Jahre alten Produktion der Komischen Oper Berlin betreute. Serebrennikov ist nur auf einem Foto zu sehen. Der im August 2017 gegen ihn verhängte Hausarrest wurde zwar im April dieses Jahres aufgehoben. Seinen Reisepass hat er aber nicht wieder erhalten. Huebner musste deshalb die Proben in Basel auf Video aufnehmen lassen und mit ihm besprechen, um seine kluge, komplexe und doch auch wunderbar leichte Inszenierung in Basel neu erstehen zu lassen.

© Promo

Theater-Basel: “Il barbiere di Siviglia”

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