Der Straußenführer


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Interview | November 2019 | von Redaktion

Im Gespräch: Lotte Thaler, künstlerische Leiterin der Badenweiler Musiktage

„Musik ist etwas für Sinne und Geist“

Spätlese“ lautet das Motto der herbstlichen „Badenweiler Musiktage“. Passend zum mediterranen Flair des Kurbads mit seinen angrenzenden Markgräfler Weinbergen. Seit über 30 Jahren ist Dr. Lotte Thaler eng mit den ursprünglichen „Römerbad-Musiktagen“ verbunden. 2018 hat sie das künstlerische Erbe des Festivalgründers und Hoteliers Klaus Lauer angetreten. Veranstaltungsort ist nicht mehr das stillgelegte Grandhotel Römerbad, sondern das Kurhaus Badenweiler. Nach wie vor hat das Niveau der kammermusikalischen Veranstaltungen Weltklasse. Vom 7. bis 10. November findet die 4. Saison der Badenweiler Musiktage unter Lotte Thaler statt. Gaby Beinhorn hat mit ihr gesprochen.

 

© Sonja Bell

Lotte Thaler

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Nachhaltig | November 2019 | von Eva Stegen

Mimimi, nur eine Kugel Eis! – Strompreise, wir müssen reden

Die EEG-Umlage ist inzwischen ein unübersichtliches Querfinanzierungs-Instrument geworden

„Strompreis-Hammer“ titelte die Zeitung mit den großen Buchstaben pünktlich zum alljährlichen Energiewende-Bashing-Day, zum 15. Oktober, dem Tag, an dem die EEG-Umlage bekannt gegeben wird. Diese ist benannt nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG. Sie ist aber inzwischen ein unübersichtliches Querfinanzierungs-Instrument für dies und das geworden – doch dazu später.

Balken und Torten der Wahrheit Industriprivilegien EEG-Umlage

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Kunst | November 2019 | von Cornelia Frenkel

„Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924-heute“ im Vitra Design Museum

Exquisit und oft erheiternd

Mit exquisiten und oft erheiternden Exponaten bestreitet das Vitra Design Museum derzeit die Ausstellung „Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924 – heute“; sie zeigt, wie sich Surrealismus und Design gegenseitig beeinflusst haben, was an Möbeln und Interieurs sowie an Bildern, Mode, Film und Fotografie offensichtlich wird. Seit dem ersten surrealistischen Manifest 1924 entwickelte sich eine entsprechende Bewegung international und erklärte Traum und Unterbewusstsein, Zufall und Irrationales als Quellen für eine neue künstlerische Realität, wobei auch die Lebenswelt und das Alltagsmobiliar subversiv in den Blick genommen wurden.

© Vitra Design Museum

Das lippenförmige Sofa Bocca, 1970, Gufram Studio65

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Theater | November 2019 | von Fabian Lutz

Mit „Die Vier“ zeigen die Immoralisten, wie vier idealistische Politiker an einer neuen Weltordnung scheiterten

Vorspiel zum Untergang

Es ist ermüdend, PolitikerInnen beim Zanken zu beobachten. Zumindest wenn dies in der Öffentlichkeit geschieht. Spannender gestaltet sich die Frage, was hinter den Kulissen passiert und noch spannender, was vor entscheidenden Momenten der Weltpolitik in all jenen Hinterzimmern passierte, zu denen keiner von uns je Zutritt hatte. 1919 war ein solcher Moment gekommen. Unter Leitung des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson kamen der britische Premierminister David Lloyd George, der Präsident des italienischen Ministerrats Vittorio Emanuele Orlando und der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau zusammen, um nach dem Ersten Weltkrieg eine gerechte neue Weltordnung zu schaffen.

© Manuel Kreitmeier

Frankreich, Amerika, Großbritannien in Person: Anna Tomicsek, Florian Wetter, Markus Schlüter

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Kultour | Oktober 2019 | von Cornelia Frenkel

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse

Gute Bücher – neu oder neu aufgelegt

Ein Mensch möchte er werden, keine Funktion sein. Freude an Besitz ist ihm fremd: „Er wollte ja nur mitlieben, mithelfen, Glück zu schaffen und schönes Dasein.“ So denkt der Protagonist in „Der Kramladen des Glücks“ (1913), dem soeben neu aufgelegten Roman von Franz Hessel. Dass er nicht zielgerichtet sei und keinen Beruf anstrebe, hält man Gustav Behrendt vor. Doch die Welt interessiert ihn unbedingt. Bei einem Spaziergang durch winklige Gassen in Basel entdeckt er einen „Spezereiladen“ und ist fasziniert von all den unnützen Dingen, die dort zu sehen sind. Ähnlich beeindruckt ihn später eine Gemischtwarenhandlung, in der Walnüsse, Äpfel und Feigen neben einem Holzkreisel lagern. Solche Vielfalt versetzt ihn in seine Kindheit zurück, eine Zeit ohne Pläne und Absichten. „Der Kramladen des Glücks“ folgt zwar den Stationen des klassischen Bildungsromans – Kindheit, Jugend, frühes Erwachsenenalter -, aber der Held, den die sinnliche Liebe zunehmend seelisch erschüttert, arbeitet sich an nichts ab, sondern eignet sich die Welt offen und staunend an, als sei er ein Fremder. Auch wenn das Buch, soeben neu ediert, keine Autobiographie ist, erkennen wir hier die Haltung des Flaneurs Franz Hessel.

© Promo

Annie Ernaux. Die Jahre. Suhrkamp Verlag

 

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Kultour | Oktober 2019 | von Peter Frömmig

Reflexionen über das Warten

Von Zeitdruck und Muße

Beim Warten fiel mir ein, was ich vergessen hatte.

Wir nähern uns wieder der Adventszeit, die durch ihre vorweihnachtliche Ausdehnung zu kommerziellen Zwecken bereits begonnen hat. Das kann nicht nur für gläubige Christen als störend empfunden werden, sondern selbst für Atheisten und Agnostiker, die inzwischen zur Mehrheit gehören. Dahinter steht ein durch das kapitalistische System vorangetriebenes Effizienzdenken, das dem Abwarten entgegen steht. Zeit ist Geld. Was zählt, ist der schnelle Euro. Das Vorauseilen beschleunigt Hektik und verhindert das Aufkommen einer besonderen Stimmung, die einmal mit dem Advent, ursprünglich eine Zeit der Besinnung und Erwartung, einherging. Die allseitige Beschleunigung – eben nicht nur von Betriebssystemen, sondern mittlerweile aller Lebensbereiche – ist zu einem Ausdruck unserer Epoche geworden. Keiner hat mehr Zeit. Nicht nur im Berufsalltag, sondern auch im Privatleben, in sogenannter Freizeit muss alles eng getaktet, lückenlos verplant sein. Soziologen bezeichnen Zeitknappheit als ein modernes Phänomen. Dabei war es gerade das Versprechen der modernen Technologie, durch das Beschleunigen vieler Prozesse Zeit zu sparen.
Vorauseilen zu müssen, nicht mehr warten zu können ist für viele zu einem sozialen Zwang geworden. Sich dem zu entziehen ist nicht leicht, das kann jeder im Alltag an sich selbst feststellen. Wer die Dinge langsam angeht, könnte in den Verdacht geraten, von gestern zu sein.

© promo

„Die Kunst des Wartens“, Wagenbach Verlag

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Interview | Oktober 2019 | von Cornelia Frenkel

Im Gespräch: Heiko Wegmann, Sozialwissenschaftler aus Freiburg

Freiburgs Bezug zum Kolonialismus

Die Erforschung des Bezugs der Stadt Freiburg zum Kolonialismus verdankt sich ganz wesentlich den Anstößen und Aktivitäten des Sozialwissenschaftlers Heiko Wegmann. Seit 2005 recherchiert er zur lokalen Historie des Kolonialismus und hat jetzt ein gewichtiges Buch veröffentlicht, das die Zusammenhänge zwischen dem Kolonialkrieg in Deutsch-Ostafrika und der lokalen Kolonialbewegung am Beispiel des Offiziers Max Knecht aufzeigt, der hier zwischen 1925 und 1936 eine wichtige Rolle spielte. Wegmann hat zudem an der Studie und Bestandsaufnahme „Freiburg und der Kolonialismus“ des Stadtarchivs mitgewirkt und die Website www.freiburg-postkolonial.de gegründet, die der kolonialen Vergangenheit sowie Denkmustern, die in gegenwärtigen Macht- und Handelsstrukturen fortwirken, auf der Spur ist. Zur Thematik ist eine Sonderausstellung im Augustinermuseum geplant. Unsere Mitarbeiterin Cornelia Frenkel hat Heiko Wegmann befragt.

© Patrick Kunkel

Der Sozialwissenschaftler Heiko Wegmann

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Kultur | Oktober 2019 | von Redaktion

30. Kulturwoche Staufen 2019

Das Jubiläumsfestival

Vom 3. bis 13. Oktober 2019 veranstaltet die Fauststadt Staufen ihr größtes Festival bereits im 30. Jahr – die Staufener Kulturwoche im historischen Spiegelzelt.
Hervorgegangen aus den Baden-Württembergischen Literaturtagen, die 1989 in Staufen stattfanden, stand die Kulturwoche Jahr für Jahr unter einem anderen Motto und hat in den drei Jahrzehnten illustre Gäste in die Fauststadt gebracht.

© Dominic Reichenbach

Lisa Fitz

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