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Theater | August 2016 | von Redaktion

Dürrenmatt unter freiem Himmel

Das Wallgraben Theater zeigt „Romulus der Große“ im Rathausinnenhof

1949, als Friedrich Dürrenmatts Komödie „Romulus der Große“ Premiere feierte, war das Aussitzen geopolitischer Konflikte keine eigentlich opportune Lösung. Und auch 476 nach Christus, als das Römische Reich in den letzten Zügen lag und leider auch nicht im Jahr 2016, das bislang viel dafür tut, als Krisenjahr in die Geschichte einzugehen.
In Romulus Verweigerungshaltung: „Ich möchte die Weltgeschichte nicht stören“ steckt also auch ein Stück negativer Utopie.

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Hans Poeschl als Romulus © Veranstalter

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Kunst | Juni 2016 | von barbara

Werke von Reinhard Mucha im Kunstmuseum Basel|Gegenwart

Minimalismus mit Patina

Eine Ausstellung mit Werken von Reinhard Mucha gruppiert sich in Basel um seinen „Frankfurter Block“

Ein bisschen Galerie Grässlin im Museum für Gegenwartskunst, das neuerdings Kunstmuseum Basel|Gegenwart heißt. Und auch ein bisschen Galerie Sprüth Magers. Wer den weißen Kubus betritt, ist mit einer besonderen Form des White Cube aus Massivholzprofilen, Gipskarton, Leuchtstofflampen samt Teppichboden konfrontiert. Es ist ziemlich voll und alles andere als clean.

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Theater | April 2016 | von barbara

„Der Menschen Feind“ von PeterLicht im Theater Basel

„Selfie statt Seele“

Der Absolutismus konnte einen ganz schön zum Narren machen. Ganzkörperperücken, Seidenhöschen für Männer und dann erst die Schuhe. Wer diese Codes und auch die ständige Präsentation bei Hofe erfüllte, hatte keine Zeit mehr, das System infrage zu stellen. Man muss nur einen Blick auf Alceste (Florian von Manteuffel) und Philinte (Max Rothbart) werfen und schon denkt man an Norbert Elias´ Deutung der Epoche Ludwigs des XIV.

"Der Menschen Feind" von PeterLicht im Theater Basel

Florian von Manteuffel und Liliane Amuat. Copyright Simon Hallström

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Theater | April 2016 | von barbara

Roland Schimmelpfennig zeigt „Die Bacchen“ am Theater Basel

„Die Geburt des Gottes aus der Rache“

Wenn Dionysos zu einer dramatischen Figur wird, ist er bereits auf gutem Weg zum Apollinischen. Was Euripides in „Die Bacchen“ erzählt, könnte so auch in Ovids „Metamorphosen“ stehen. Pentheus wird von der eigenen Mutter für einen Löwen gehalten, nachdem er die Bacchen im Gebirge Kithairon unerlaubt beobachtet hat. Agaue zerreißt den Sohn im bacchantischen Rausch.

Cathrin Störmer, Thiemo Strutzenberger und Pia Haendler. (c) Simon Hallstroem

Cathrin Störmer, Thiemo Strutzenberger und Pia Haendler. (c) Simon Hallstroem

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Theater | März 2016 | von barbara

„John Gabriel Borkman“ von Henrik Ibsen im Theater Basel

Hohe Schauspielkunst im Theater Basel

Wie lange es schon schneit, wird keiner sagen können. Ein dichter weißer Teppich liegt auf der Großen Bühne des Theater Basel. Und es wird im Verlauf von Simon Stones zweistündiger Inszenierung noch weiter schneien. Die weiße Pracht dämpft den Schmerz nur um ein weniges. Und dies obwohl Stone, den Intendant Andreas Beck als Hausregisseur an das Theater Basel geholt hat, eine Version von „John Gabriel Borkman“ erarbeitet hat, die es zum Boulevard zieht. Die Diskrepanz zwischen Hybris und Albernheit macht ihren Witz aus. Verhärmt ist hier kaum jemand, eher verkommen.

„John Gabriel Borkman“ von Henrik Ibsen im Theater Basel

Martin Wuttke (John G. Borkman) und Birgit Minichmayr (Gunhild Borkman)
Foto: Reinhard Maximilian Werner

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Theater | März 2016 | von barbara

Robert Schuster inszeniert „Die Schutzflehenden“ im Theater Freiburg

Zwölf szenische Episoden zu den Themen Flucht und Europa

Eigentlich hätte Robert Schuster ja zwei von Shakespeares Königsdramen inszenieren sollen – und wohl auch wollen. Man wird dies im Verlauf des Abends, der drei Stunden dauern wird, noch das eine oder andere Mal hören und auch vorgeführt sehen. Doch dann verlangte die Gegenwart ihren Tribut vom Theater. Und der hieß Aktualität und Migrationskrise. Die deutschen Theater entdeckten Aischylos‘ „Die Schutzflehenden“.

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Kultur | Februar 2016 | von barbara

„Der versunkene Schatz“- Ausstellung im Antikenmuseum Basel

Luxuriöse Fracht

Die Geschichte des Wracks von Antikythera ist großes Kino. Da ist eine Insel, die von gefährlichen Klippen umsäumt ist, eine Ladung, die viel vom kulturellen Selbstverständnis der Römer erzählt, Marmorskulpturen, die aussehen als litten sie unter Elephantiasis und ein astronomisches Messgerät, das man so in der Antike nicht für möglich gehalten hätte. Im Jahr 1900 wurde das Wrack von Schwammtauchern entdeckt und auch die ersten Funde gemacht, 1976 war Jacques-Yves Cousteau mit dem Forschungsschiff Calypso und einem Team vor der Insel und seit 2014 finden erneut Bergungen statt.

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Theater | Dezember 2015 | von barbara

Am Theater Basel wurde „Nirgends in Friede. Antigone“ von Darja Stocker uraufgeführt

Theater Basel: Darja Stocker mit „Nirgends in Friede. Antigone“
Geschichte passiert jetzt – Theater kann auch politisch

Mittlerweile dürfte Felicitas Brucker mit den Labdakiden auf du und du sein. Erst ihre Ödipus-Inszenierung am Theater Freiburg, die drei Dramen von Sophokles, Euripides und Aischylos synthetisierte und jetzt die Uraufführung von Darja Stockers „Nirgends in Friede. Antigone“ am Theater Basel. Sie schreibt den antiken Mythos konsequent in die Gegenwart fort, denn die 1983 in Zürich geborene Autorin belässt die Grundkonstruktion des Stoffes, der mit dem Kampf der Brüder Polyneikes und Eteokles einsetzt und mit der Bestrafung durch Kreon endet. Das eigentliche Drama jedoch findet in der Gegenwart statt; „Geschichte ist, was jetzt passiert“, heißt es im Text. Der Krieg in Syrien, die Flüchtlingskatastrophe, die Attentate des IS und die Reaktionen des Westens haben eine historische Dimension.

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