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Kunst | Dezember 2015 | von barbara

„Form folgt“ – eine Ausstellung im Kunstraum Alexander Bürkle in Freiburg

Die Ausstellung „Form folgt“ im Kunstraum Alexander Bürkle befasst sich mit den Möglichkeiten der Skulptur

"Form folgt" / Andrea Ostermeyer: Weiße Hemden, 2014

“Form folgt” – Ausstellung im Kunstraum Alexander Bürkle in Freiburg. Andrea Ostermeyer: Weiße Hemden, 2014

Wenn man am Ende den Rundgang abgeschlossen hat und von den Werken Walter Schelenz‘ zu denen von Nikola Ukić gelangt ist, hat man im Kunstraum Alexander Bürkle ein ganzes Spektrum von Möglichkeiten der Skulptur gesehen. Die „Form folgt“ – wollte man den Ausstellungstitel weiterführen – keinen Gesetzen, sie springt und wenn sie überhaupt etwas folgt, dann Gestaltungsprozessen, die selten orthodox sind. Die Skulpturen von Ukić stehen dabei sicher an einem äußeren Spektrum. Ihre hybride Form ist das Ergebnis eines Formprozesses, den der Düsseldorfer Künstler nur begrenzt kontrollieren kann. Der Montageschaum, den er verwendet, reagiert spontan und schließt die verwendete Erde ebenso mit ein wie die Folie, auf der sich Drucke erkennen lassen. Diese Ballen, Ukić nennt die drei Arbeiten aus diesem Jahr „Gerettete Mängel“, „Easy Rider“ und „Loses Mundwerk“ sind auf ihre Weise malerisch. Wobei die Form der Malerei ihre Grenzen aufweist, Krümmungen und Faltungen verhindern, dass man die aufgedruckten Motive oder Farbflächen in ihrer Gänze erkennt. Um den Körper der Skulptur mag man herumgehen können, um seine malerische Seite nicht.

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Theater | Oktober 2014 | von redaktion

Festival der privaten Theater Baden-Württemberg vom 15. bis 26. Oktober in Freiburg

Starker Auftritt jenseits der großen Häuser

Sie selbst sehen sich als Salz in der Suppe. Es ist jedenfalls eine schöne Koinzidenz, dass in diesem Herbst nicht nur das Festival „Politik im freien Theater“ als Koproduktion der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Theater Freiburg sowie dem Theater im Marienbad und dem E-Werk in Freiburg gastiert, sondern eben auch das Festival der privaten Theater Baden-Württembergs. Das könnte ein starker Auftritt für die Theaterszene jenseits der großen Häuser werden. Kooperationspartner des Freiburger Wallgraben Theaters sind das Theater im Marienbad und das Vorderhaus. Und natürlich nutzen die Gastgeber zusammen mit den freien Gruppen in Freiburg die Gelegenheit ihre Produktionen zu zeigen. Schließlich ist ein Festival nicht die schlechteste Werbekampagne in eigener Sache.

Das Cargo Theater zeigt im Rahmen des Festivals "Der große Coup"

Das Cargo Theater zeigt im Rahmen des Festivals „Der große Coup“

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Theater | Februar 2014 | von redaktion

Rauschendes Blut

Calixto Bieitos Inszenierung von Lorcas „Bluthochzeit“ führt in ein düsteres Spanien

Ensemble des Theater Basel Foto: Hans Jörg Michel

Mehrere dunkel gekleidete Gestalten stehen um einen Turm aus Stühlen, manche tragen Schuhe, andere nicht. Es riecht nach Weihrauch, obwohl es nur Theaternebel ist, der die Szene im Schauspielhaus Basel diffus werden lässt. Man hört ein litaneihaftes Geflüster, Oberkörper wiegen sich hin und her. Warum ist die Inständigkeit des Betens nur der Liebe so nah. Es herrscht ein rauer Ton in Calixto Bieitos Basler Inszenierung von Federico García Lorca. Viel Verbitterung ist zu spüren, wenn Mutter (sehr eindrücklich: Grazia Pergoletti) und Sohn (Philippe Graff) um das Klappmesser streiten, das dieser mit in den Weinberg nehmen will. Wegen der Trauben, sagt der Sohn – wegen der Fehde mit den Félix‘, argwöhnt die Mutter, die ihr nach ihrem Mann und ihrem erstgeborenen Sohn nun auch noch den jüngsten rauben könnten.

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Theater | Februar 2014 | von redaktion

Falsche Träume

Barbara David Bruch inszeniert für die Kleine Bühne des Theater Basel „Tod eines Handlungsreisenden“

Willy Loman ist ein schwieriger Held. Das Ego eines antiken Königs, das Herz eines Kleinkrämers und die finanziellen Mittel eines mäßig erfolgreichen Handlungsvertreters. Und mit 62 Jahren hat Loman fast das Alter erreicht, in dem die Groko bevorzugte Arbeitnehmer in den vorzeitigen Ruhestand schicken will. Wenn am Ende von Arthur Millers Stück „Tod eines Handlungsreisenden“ Loman beerdigt wird, wird auch der amerikanische Traum zu Grabe getragen. Allein das bewirkte schon, dass Millers 1949 uraufgeführtes Stück immer wieder auf den Spielplänen deutschsprachiger Bühnen steht. Auch wenn heute der Kapitalismus ein noch unschöneres Gesicht trägt.

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Theater | Dezember 2013 | von redaktion

Die Jungfrau als Metapher

Das Junge Theater Basel zeigt „Johanna von Orléans“ nach Friedrich Schiller

Tino Zihlmann und Mattia Meier  Foto: Simon Hallström

Es gibt sie noch die großen Erzählungen, raunt eine warm klingende Stimme aus dem Off und fordert auf, die Geschichte von jener zu erzählen, die etwas verändern wollte. Ihr Ruf geht an die fünf jungen Darsteller Marin Blülle, Mattia Meier, Vanessa Ries sowie Florence Ruckstuhl und Tino Zihlmann. Die Geschichte, die sie zusammen mit Cathrin Störmer vom Schauspielensemble des Theater Basels erzählen werden, ist die der Johanna von Orléans, Schillers heiliger Jungfrau.
Ein ambitioniertes Unterfangen, gerade für das Junge Theater Basel. Denn was sollte dieses Mädchen, das mit 17 Jahren die Stimme der Gottesmutter hört und in den Krieg zieht, um Karl VII. die Krone von Frankreich zu sichern und die Engländer zu vertreiben, mit Jugendlichen von heute gemeinsam haben. „2013 ist Jungfrau eine Metapher“, stöhnt Cathrin Störmer auf, als die junge Johanna-Darstellerin (Florence Ruckstuhl) umständlich von ihrem ersten Sex auf der Toilette eines Lokals erzählen will, um sich aus der Verantwortung dieser Berufung zu ziehen. Es braucht die Übersetzungsarbeit, um die Geschichte aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, als Frankreich gänzlich zu zerfallen drohte, in die Gegenwart zu übertragen.
Béatrice Goetz und Patrick Cusset haben es dennoch getan. In der Kleinen Bühne des Theater Basel ragt ein grüner Laufsteg ins Publikum, die eigentliche Bühne ist noch durch einen Vorhang verdeckt. Später wird auf ihr ein golden strahlender Scheiterhaufen zu sehen sein, der als eine Art Podest fungiert, vor allem aber den Tod Johanna von Orléans vergegenwärtigt (Bühne: Marion Menziger). Die fünf Darsteller tragen goldfarbene Kostüme (Bernhard Duss) und auf den Vorhang zeichnen sie Truppenbewegungen, streichen die Krone aus, dass die Kreide nur so staubt. Eine von ihnen hält eine Videokamera darauf, die die Aufnahmen auf einen Bildschirmturm überträgt.
In der Inszenierung von Goetz und Cusset kommen Schauspiel, Gesang und Tanz zusammen. Mitunter sieht diese Verbindung etwas nach Selbstzweck aus, aber wenn Marin Blülle, Mattia Meier und Tino Zihlmann die verlassenen Schafe Johannas geben und sich Tiermasken vor das Gesicht halten und später zu rappen beginnen, merkt man, dass das Theater sich nur ein wenig theatralischer geben muss, um für ein junges Publikum interessant zu werden. Diese Basler „Johanna von Orléans“ hat auf den ersten Blick nur wenig mit Schiller zu tun. Man hört viel Jugendsprache, doch das szenische Gerüst des Dramas ist stehen geblieben und auch an der Ernsthaftigkeit, mit der hier eine Figur behandelt wird, die offensichtlich anders ist als ihre Mitstreiter oder diejenigen, die sie hinter sich gelassen hat. Und diese Andersartigkeit ist es auch, an der Beatrice Goetz und Patrick Cusset ansetzen und mit der sie die Jugendlichen packen wollen.
Manches an dieser Inszenierung hinterlässt den Eindruck von Mätzchen, etwa wenn Mattia Meier als Karl VII. durch einen Kühlschrank abgeht oder Cathrin Störmer einen Hirsch reitet, der vom Schnürboden heruntergelassen wird (warum eigentlich?). Doch die Autonomie, mit der Johanna sich gegen die Fragen nach der Stimme im Verhör verwehrt, ihr protokollarisch verbürgtes „Das gehört nicht zu Eurem Prozess“, berührt noch immer. Und so ist diese Johanna doch ein Beispiel, wie man Theater mit Jugendlichen machen kann, das nicht nur bei Jugendlichen ankommt.
Weitere Vorstellung: 2. Dezember Kleines Theater Basel, 20 Uhr.
Annette Hoffmann

Theater | Oktober 2013 | von redaktion

Unvollendete Revolution

Das Theater Freiburg beginnt die neue Saison mit Robert Schusters Inszenierung von „Dantons Tod

Iris Melamed, Linda Lienhard, Matthias BreitenbachFoto: Maurice Korbel

Schick sieht das aus. Die Tür auf der Großen Bühne des Theater Freiburg geht auf und sieben Menschen durchqueren zu dynamischen Beats die Leere. Dann geht das Licht an, man trägt dunkle Anzüge, akkuraten Haarschnitt, Trainingsjacke und Rock, rechts hängt ein prekär wirkendes Bündel von Neonröhren, von denen ein Strang Kabel zum Boden reicht. Es ist die Ahnung einer Guillotine, schließlich wird Georg Büchners „Dantons Tod“ gespielt. Und wer, wenn nicht wir, wüssten es besser, Revolutionen haben ihren ganz eigenen Sexappeal. Egal, was kommt, jedem Protest haftet der Reiz des Neuanfangs an.
Erneut ist es an Robert Schuster, mit einer Inszenierung in Freiburg die neue Theatersaison zu eröffnen. Man kann die Intention der Intendanz des Theater Freiburg verstehen, bereits Schusters „Ratten“ hatte das Potential über die gesellschaftliche Rolle des Theaters zu reflektieren, „Dantons Tod“ ist nun – wenn wundert es angesichts des Stoffes der Französischen Revolution – um einiges politischer und auch das Verhältnis von Leben und Kunst radikaler. Die Freiburger Fassung von Büchners Revolutionsdrama (Robert Schuster, Josef Mackert), ist die einer sozialen Revolution, die noch an kein Ende gekommen ist. Mit gut 200 Minuten Dauer hat die Inszenierung die Länge eines Historiendramas und ist doch ein Ideenstück.

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Theater | September 2013 | von redaktion

Theater abseits der Zentren

Spielplan 2013/14

Spielplan 2013/14

Die Spielzeit 2013/14 am Theater Freiburg

Gerade wurde das Theater Freiburg zum wiederholten Mal – diesmal zusammen mit dem Theater Heidelberg – als „Bestes Theater abseits der Zentren“ ausgezeichnet, da zieht es das Theater noch ein bisschen weiter in die Peripherie hinaus. Die Bühnentechnik muss saniert werden und daher werden einige der Produktionen der Spielzeit 2013/14 auf dem Ganter-Areal zu sehen sein.

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Kunst | September 2013 | von redaktion

Wurzeln in der Moderne

Haegue Yang: "Yin Yang", Dress Vehicel

Haegue Yang: "Yin Yang", Dress Vehicel

In Straßburg ist Haegue Yangs Ausstellung „The Family of
Equivocations“ zu sehen

Die Geschichte, wie Haegue Yang sich mit einer Ausstellungseinladung nach London konfrontiert sah, nicht wusste, was sie zeigen sollte und zugleich keinen Raum hatte, um ihre alten Arbeiten zu lagern, wurde schon oft erzählt. Kurzerhand verzurrte sie diese zu einem mehr oder weniger handlichen Stapel, ließ ihn nach London transportieren und zeigte ihn dort.

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