Straußenführer 2016



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Uraufführung am Theater Freiburg: Ludger Vollmers Oper “Crusades”

Liebe in Zeiten des Terrors

Ein islamistischer Selbstmordattentäter, der sich kurz vor dem Anschlag auf die Jerusalemer Grabeskirche bekehrt und deshalb von seinem Auftraggeber erschossen wird – „Crusades“, die neue Oper von Ludger Vollmer, trägt am Ende richtig dick auf. Und lässt nochmals alle der über 100 Beteiligten auf die Bühne kommen, um im Epilog Frieden und Gerechtigkeit zu fordern.

Szene aus "Crusades" am Theater Freiburg. Es zeigt die Schauspielerinnen Sirin Kilic und Kim-Lillian Strebel

Sirin Kilic und Kim-Lillian Strebel in “Crusades” am Theater Freiburg (© Maurice Korbel)

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Mareike Mikat inszeniert „Nathan der Weise“ im Theater Freiburg

Wer hat Angst vor Lessing?

„Beware of the camel“, steht auf dem Warnhinweis. Jerusalem zur Zeit Nathan des Weisen ist eine globalisierte Handelsregion. Nathan ist mit seiner Karawane unterwegs als seine Tochter Recha beinahe einen Unfall erleidet. Das Haus steht in Flammen und wäre da nicht der Tempelherr gewesen, die junge Frau hätte ihr Leben gelassen. Doch ihren Dank will er nicht, Recha ist Jüdin, er Christ.

Szene aus Lessings "Nathan der Weise" im Theater Freiburg. Es zeigt die Schauspieler André Benndorf und Victor Calero.

André Benndorf und Victor Calero in Lessings “Nathan der Weise” im Theater Freiburg © Marice Korbel

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„Die Sache Makropulos“ am Theater Freiburg

Vera Nemirova inszeniert Leos Janáceks Oper mit Katerina Hebelková als Primadonna

Der Zeiger auf dem großen Zifferblatt steht still. Die Zeit ist angehalten für die Operndiva Emilia Marty, die, weil sie als Kind von ihrem Vater ein Lebenselixier zu trinken bekam, inzwischen 337 Jahre zählt: In Leos Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ am Freiburger Theater verkörpert die tschechische Mezzosopranistin Katerina Hebelková die Primadonna. Und macht aus der geheimnisvollen Figur eine sinnliche, selbstbewusste, von den Männern begehrte Frau, die ihr zerbrechliches Inneres mit dem Glanz des Erfolgs schützt.

Foto von Opernsängerin Katerina Hebelková als Primadonna, sie sitzt vor einem großen Ziffernblatt und schminkt sich

Katerina Hebelková in Leos Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ – zu sehen bis Mitte Januar im Theater Freiburg © Maurice Korbel

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Otfried Preußlers „Kleine Hexe“ wirbelt über die Bühne des Freiburger Theaters

Viel Hokuspokus und Situationskomik

Im November 2009 wirbelte Otfried Preußlers „Kleine Hexe“ schon einmal über die Bühne des Großen Hauses – und war das mit Abstand erfolgreichste Kinderstück in der Ära von Theaterintendantin Barbara Mundel. Jetzt wurde Thalia Kellmeyers Inzenierung des Kinderbuchklassikers mit neuer Besetzung wieder aufgenommen und verbuchte sofortigen Erfolg.

Szenenbild aus "Die kleine Hexe" im Theater Freiburg: Der Revierförster trägt die kleine Hexe huckepack

Die kleine Hexe (Marie Jordan) und der Revierförster © Maurice Korbel

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Robert Schuster inszeniert „Die Schutzflehenden“ im Theater Freiburg

Zwölf szenische Episoden zu den Themen Flucht und Europa

Eigentlich hätte Robert Schuster ja zwei von Shakespeares Königsdramen inszenieren sollen – und wohl auch wollen. Man wird dies im Verlauf des Abends, der drei Stunden dauern wird, noch das eine oder andere Mal hören und auch vorgeführt sehen. Doch dann verlangte die Gegenwart ihren Tribut vom Theater. Und der hieß Aktualität und Migrationskrise. Die deutschen Theater entdeckten Aischylos‘ „Die Schutzflehenden“.

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Das Theater Freiburg zeigt Arrigo Boitos “Mefistofele”

Ironie unter der Discokugel

Bei einer Faustoper denkt man vor allem an Berlioz‘ „La Damnation de Faust“ oder Gounods „Faust“. Arrigo Boitos Oper „Mefistofele“, die auch bei den Pfingstfestspielen im Festspielhaus Baden-Baden zu sehen sein wird, findet sich eher selten auf den Spielplänen wieder. Im Gegensatz zu den anderen Faustopern integriert Boito im vierten Akt auch die klassische Walpurgisnacht aus Faust 2 und umrahmt die Oper mit dem Prolog im Himmel und einem Epilog in Fausts Studierstube.

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„Der kleine Ritter Trenk“ im Theater Freiburg

Theaterzauber wider den Rest der Welt

Wer in diesen Tagen Trost finden möchte und sich ein wenig ver- oder bezaubern lassen möchte, dem sei das neue Kinderstück am Theater Freiburg – „Der kleine Ritter Trenk“ (2006), ein recht junges Stück der Jugendbuchautorin Kirsten Boie, das es als Zeichentrickfilm sogar schon auf die Leinwand geschafft hat – wärmstens empfohlen. Ohnehin gilt, soviel Zauber wie in einem Kinderstück ist sonst nie. Heraufbeschworen hat diese poetische Bilderwelt das am Freiburger Theater längst bewährte Trio mit dem britischen Regisseur Robin Telfer, dem Komponisten Günter Lehr und der Bühnen- und Kostümbildnerin Sabina Moncys.

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Orpheus und Eurydike am Theater Freiburg

Gemeinsames Zähneputzen als Idylle

Bei „Orpheus und Eurydike“ von Christoph Willibald Gluck geht es um große Themen wie Liebe, Tod und die Kraft der Musik. Im Gegensatz zum „Orfeo“ von Monteverdi schließt die Geschichte sogar mit einem Happy End, weil die von Orpheus‘ Gesang in der Unterwelt wiedererweckte Eurydike letztendlich bei ihm bleiben darf, obwohl der Sänger das Blickverbot der Götter missachtete. „L’Amour triomphe“, „Amor hat gesiegt“ singt Orpheus am Ende der Oper gemeinsam mit dem Chor. Und auch Eurydike freut sich über das traute Glück. Es ist eigentlich alles in Ordnung zwischen den beiden.

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