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Interview | März 2014 | von redaktion

Ein Literaturhaus für Freiburg?

Im Gespräch: Martin Bruch, neuer Leiter des Literaturbüros Freiburg

Foto: Martin Bruch (li.) und der Debütautor Martin Kordić beim „zwischen/miete Salon“

Martin Bruch (29) ist neuer Leiter des Literaturbüros Freiburg. Der Nachfolger von Stefanie Stegmann, die seit Jahresbeginn das Literaturhaus Stuttgart leitet, war zuletzt Referent in der Münchner Zentrale des Goethe-Instituts und davor für den Frankfurter Verlag Weissbooks tätig. Er hat in Hildesheim, Rom und Berlin studiert und war Redakteur der Literaturzeitschrift „Bella Triste“. Unsere Mitarbeiterin Cornelia Frenkel sprach mit ihm über sein neues Betätigungsfeld in Freiburg.

Kultur Joker: Wie sind Sie zur Literatur gekommen?
Martin Bruch: Als Leser, würde ich sagen, mit Kinder- und Jugendbüchern. In der Schulzeit kamen die üblichen Verdächtigen hinzu, die Manns, Brecht, Hesse. Dann hatte ich Glück und geriet an eine brillante Lehrerin, die etwa Zoë Jenny mit in den Unterricht brachte. Während meines Zivildienstes in der Gedenkstätte Theresienstadt nahmen eigene Schreibversuche zu. An der Universität Hildesheim habe ich bald wieder mehr gelesen und lektoriert als geschrieben. Gegenwartsliteratur war genuiner Bestandteil meines Studiums, genauso wie der Austausch mit Kommilitonen, die sich für Literatur, für Kunst überhaupt begeistern konnten und selbst künstlerisch oder kulturvermittelnd tätig waren.
Kultur Joker: Das bisherige Programm des Literaturbüros Freiburg bietet kontinuierlich einzelne Autorenlesungen sowie Veranstaltungsreihen, die konzeptionell orientiert sind, z.B. „HörBAR“, „Literarisches Werkstattgespräch“, „Literatur im Sortiment“ und die sogenannte „zwischen/miete“. Inwiefern wird es hier Kontinuität, inwiefern Veränderung geben?

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Interview | Februar 2014 | von redaktion

Im Gespräch: Franz Armin Morat, Gründer des Morat-Instituts, Freiburger Kunstsammler und Mäzen

In die Tiefe der Geschichte hinab

Franz Armin Morat Foto: Elfie Semotan

Es ist gleich ein zweifaches Jubiläum: Am 11. November feierte Franz Armin Morat seinen 70. Geburtstag, zugleich dürfen wir auf 30 Jahre Morat-Institut zurückblicken. Geboren wurde der Unternehmersohn 1943 auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, in Freiburg wuchs er auf. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft an den Universitäten von Freiburg, Bern, Heidelberg, Bochum und Gießen, unter anderem bei Michael Theunissen, Max Huggler und Gottfried Boehm. 1983 wurde das Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft gegründet, das seit 1987 in der Lörracher Straße beheimatet ist. Friederike Zimmermann sprach mit Franz Armin Morat über die vergangenen 30 Jahre und die künftigen Ziele des Morat- Instituts.

Kultur Joker: Herr Morat, wann und warum haben Sie angefangen Kunst zu sammeln? Gab es da eine Art Schlüsselerlebnis?
Franz Armin Morat: Man muss zwangsläufig unterscheiden zwischen der Beschäftigung mit der Kunst und der wirtschaftlichen, ökonomischen Möglichkeit Kunst zu sammeln. Es liegt in der Natur der Sache, dass das erste viel früher stattfindet, bevor es dann zur eigentlichen Sammelei kommt. Ich fing an mich mit der Malerei zu beschäftigen, als ich vier oder fünf Jahre alt war und noch nicht lesen konnte. Ich blätterte Bücher durch, und unter diesen befand sich der Band „Die Welt der großen Maler“ von Ulrich Christoffel. Darin befanden sich – miserabel, weil mitten im Krieg publiziert – Schwarz-Weiß-Abbildungen, und diese waren das einzige, was mir zur Verfügung stand.

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Interview | Januar 2014 | von redaktion

Wachstum und wie weiter?

Im Gespräch: Prof. Dr. Niko Paech, Wirtschaftswissenschaftler und Wachstumskritiker

Wir wachsen, wachsen und wachsen und zuweilen fragt man sich, wohin die Menschheit noch wachsen will. Auf dem stetigen Wachsum beruht der Wohlstand der westlichen Industriegesellschaft – so zumindest suggerieren es die Politik und die Wirtschaft, eben diejenigen, die in aller erster Linie von unserer Wirtschaftsordnung profitieren. Allerdings gibt es mittlerweile auch viele kluge Köpfe, die erkannt haben, dass sich die nicht enden wollende Wachstumsspirale längst in einer Sackgasse befindet. Die Natur wird von nimmersatten und profitgierigen Großkonzernen gnadenlos ausgebeutet und ein Garant für Stabilität und soziale Sicherheit ist das auf permanente ökonomische Expansion getrimmte System schon längst nicht mehr. Die Eskalation auf den Finanzmärkten, die Schuldenkrisen und die Verknappung jener Ressourcen, auf deren unbegrenzter und kostengünstiger Verfügbarkeit das industrielle Wohlstandsmodell bislang basierte, sind deutliche Indizien dafür. Zu den schärfsten Kritikern der endlosen Wachstumsparty zählt hierzulande Prof. Dr. Niko Paech von der Universität Oldenburg, dessen Arbeits- und Forschungsschwerpunkte unter anderem im Bereich der Umweltökonomie und der Nachhaltigkeitsforschung liegen. Im Rahmen der Tagung „Wachstum und wie weiter?“, die am 25. Januar in der Katholischen Akademie Freiburg stattfindet, wird Niko Paech nicht nur seine Bedenken äußern, sondern auch darlegen, wie er sich ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Wirtschaftssystem vorstellt. Im Vorfeld hatte Claus Weissbarth die Gelegenheit, dem Wirtschaftswissenschaftler einige Fragen zu stellen.

Kultur Joker: Herr Paech, Sie vertreten die Ansicht, dass wirtschaftliches Wachstum weder nachhaltig noch klimafreundlich gestaltet werden kann. Wie kommen Sie zu dieser Auffassung?
Niko Paech: Weiteres Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) scheitert erstens an absehbaren Ressourcenengpässen – wie fossilen Ressourcen, Flächen, seltenen Erden – und verringert zweitens per se keine Verteilungsungleichheiten. Drittens sorgt es nach Erreichen eines bestimmten Wohlstandsniveaus nicht mehr für Glückszuwächse. Viertens ist Wirtschaftswachstum niemals zum ökologischen Nulltarif zu haben.

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Interview | Dezember 2013 | von redaktion

„Wichtig ist der Wille, nicht das Geld“

Im Gespräch: Günter Wamser, Abenteuerreiter und Referent

Manche Leute machen schon verrückte Dinge. Wie zum Beispiel Günter Wamser, der sich 1994 auf das Pferd geschwungen hat, um den amerikanischen Doppelkontinent mit der Hilfe von Vierbeineren von Feuerland bis Alaska zu durchqueren. Vier bis fünf Jahre hatte der heute 54-jährige für seinen langen Ritt ursprünglich eingeplant, knapp 20 Jahre wurden schließlich daraus, ehe er im Herbst diesen Jahres sein Ziel im hohen Norden erreichte.
Rund 30.000 Kilometer hat Wamser zurückgelegt und berichtet mittlerweile in zahlreichen Fotoreportagen, Büchern und Vorträgen von den Abenteuern seiner außergewöhnlichen Reise. Neben den humorvollen und berührenden Geschichten, eindrucksvollen Bildern und faszinierenden Landschaften ist es vor allen Dingen die Nähe zu seinen Tieren, die einen besonders berührenden Eindruck hinterlässt. „Was zunächst als Abenteuer gedacht war, wurde über all die Jahre meine Art zu leben“, sagt Günter Wamser heute, der mit seiner Live-Reportage „Abenteuerreiter“ am 8. Feburar im Rahmen der Mundologia im Konzerthaus Freiburg gastiert. Vorab hatte Claus Weissbarth die Gelegenheit zu einem längeren Gespräch mit Günter Wamser.

Kultur Joker: Herr Wamser, Sie haben den amerikanischen Doppelkontinent von Feuerland bis Alaska mit Pferden durchquert. Wie kommt man auf eine derart ungewöhnliche Idee, die die meisten Menschen wohl als irrwitzig abtun würden?
Günter Wamser: Das hat sich eigentlich über viele Jahre entwickelt. Schon mit Anfang zwanzig bin ich mit dem Motorrad quer durch Europa gefahren, was mich mit der Zeit nicht mehr befriedigt hat. Auf einer Motorradtour durch den amerikanischen Kontinent bin ich auf das Pferd gekommen und habe im wahrsten Sinn des Wortes umgesattelt. Ich bin dann durch Guatemala geritten, was mich extrem fasziniert hat. Daraus ist die Idee entstanden, eine ganz große Reise mit Pferden zu machen.

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Interview | November 2013 | von redaktion

„Dynamik, die in der Region entsteht“

Im Gespräch: Andrew Holland, Direktor der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, über „Triptic – Kulturaustausch am Oberrhein“

Andrew Holland; Photo: Caroline Minjolle / PIxsil

Wenn sich einer in Sachen Kulturaustausch auskennt, dann er: Andrew Holland (46) – im November 2012 zum Direktor von Pro Helvetia gewählt – studierte Recht und promovierte über Kunstförderung. Seit 1986 ist er in unterschiedlichsten Funktionen in der Kultur tätig – als Veranstalter, Dramaturg und im Kulturmanagement. 2004 übernahm er die Leitung der Abteilung Tanz der Schweizer Kulturstiftung, wo er ab 2009 als Leiter des Bereichs Förderung sowie als stellvertretender Direktor wirkte. Im September ist auf Initiative von Pro Helvetia und der Schweizerischen Generalkonsulate in Straßburg und Stuttgart das trinationale Kulturaustausch-Programm Triptic angelaufen. Friederike Zimmermann sprach mit Andrew Holland darüber, wie es zu diesem Kulturaustausch kam, welche Rolle dabei die Sprachunterschiede spielen und wie es nach Triptic weitergehen wird.

Kultur Joker: Herr Holland, Sie wurden erst letzten Herbst als neuer Direktor von Pro Helvetia eingesetzt. Inwieweit trägt das Förderprogramm Triptic bereits Ihre Handschrift?
Andrew Holland: Als stellvertretender Direktor war ich in den letzten drei Jahren auf Geschäftsleitungsebene ebenfalls an der Konzeption von Triptic beteiligt. Insofern gehe ich davon aus, dass das Programm ähnlich ausgesehen hätte, wenn ich schon damals Direktor gewesen wäre. Doch will ich mich da nicht mit fremden Federn schmücken, denn die Stiftung hat Triptic gemeinsam mit lokalen Partnern – rund einem Dutzend Städte und Gebietskörperschaften – entwickelt.

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Interview | Oktober 2013 | von redaktion

„Heikle Heimat“

Im Gespräch: Spiritus rector Rüdiger Safranski

RŸdiger Safranski

Unter der Überschrift „Heikle Heimat“ versammeln die Badenweiler Literaturtage 2013 zahlreiche Autoren zu Lesungen und Gesprächen. Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin, eröffnet die Veranstaltung und, an den zwei folgenden Tagen werden weitere bekannte Autoren präsent sein. Zunächst Sibylle Lewitscharoff, die einer deutsch-bulgarischen Familie entstammt, und der Holländer Cees Nooteboom. Sodann der Literaturwissenschaftler Peter von Matt, die Essayistin und Romanautorin Juli Zeh, die französische Publizistin Pascale Hugues sowie der Autor und Zeichner Christoph Meckel. Desweiteren wird der Regisseur Edgar Reitz seinen neuen Film „Die andere Heimat“ vorstellen und sein Lebensthema im Gespräch mit Rüdiger Safranski erläutern. Mit Rüdiger Safranski sprach unsere Mitarbeiterin Cornelia Frenkel.

KulturJoker: Im Programm der Literaturtage schreiben Sie: „Heimat ist ein großes Thema (…) sie kann auch heikel werden (…)“. Herta Müllers Erstlingsroman – „Niederungen“ (1984) – handelt vom ungemütlichen Dorf ihrer Herkunft in Rumänien, das sie gezwungen war zu verlassen. In einer ihrer späteren Reden zitiert sie Semprun: „Im Grunde ist meine Heimat nicht die Sprache (…), sondern das, was gesprochen wird“. Inwiefern erhellt Herta Müller das Thema „Heikle Heimat“?
Rüdiger Safranski: Das Heikle an der Heimat besteht ja zunächst darin, dass es ein Ort ist, wo man gerne wäre, der aber auch beengt. Herta Müller ist ein extremes Beispiel dafür, dass Heimat zur Bedrohung werden kann, denn sie wurde ja noch lange, als sie bereits in Deutschland war, vom rumänischen Sicherheitsdienst (Securitate) verfolgt. Also da wird Heimat, die nach einem greift, zu einer schwierigen Sache, dennoch bleibt sie wichtig, indem sich jeder an sie erinnert, als Ort, an dem die Kindheit gelebt wurde.

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Interview | August 2013 | von redaktion

Herzlichen Glückwunsch!

Im Gespräch: Hartmut Stiller, Mitgründer von Historix-Tours

Hartmut Stiller

Schwarze Mäntel, mittelalterliche Laternen, im Gepäck spannende Geschichten von Henkern oder Hexen – so kennt man die Stadtführer von Historix-Tours, die an sieben Tagen die Woche ihr Publikum durch die Freiburger Innenstadt lotsen. Und das seid 15 Jahren! Zum Jubiläum sprach Marion Klötzer mit Historix- Mitgründer Hartmut Stiller über Schnapsideen, Hartnäckigkeit und Visionen.

Kultur Joker: Herr Stiller, am 3. August 1998 startete die erste Historix-Tour mit einer Handvoll Gästen. Heute veranstalten Sie jährlich bis zu 2000 Touren mit geschätzten 25 000 Teilnehmern. – Hätten Sie sich das träumen lassen?

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Interview | Juli 2013 | von redaktion

„Kann es etwas Cooleres geben?“

Im Gespräch: Ian Paice, Gründungsmitglied von Deep Purple

Deep Purple

Kaum zu glauben, aber wahr: Deep Purple wird 45. Ian Paice, letztes verbliebenes Gründungsmitglied der Band, feierte am 29. Juni seinen 65sten. Grund genug für ein neues Studioalbum. Das überraschend vielseitige „Now What?!“ ist das Zusammentreffen von einer legendären Rockband mit einem der einflussreichsten Rockproduzenten aller Zeiten: Bob Ezrin, der schon für Alice Cooper, Pink Floyd und Kiss arbeitete. Olaf Neumann quetschte Ian Paice aus. Er gilt als einer der besten Rockschlagzeuger der Welt. Am 13. August werden Deep Purple live auf der Foire aux Vins in Colmar zu erleben sein.

Kultur Joker: „Now What?!“ ist Ihr erstes Studioalbum in acht Jahren. Woran merken Sie, dass es wieder Zeit wird, ins Studio zu gehen.
Ian Paice: Noch vor zwei Jahren hätte ich diese Frage mit einem Achselzucken beantwortet. Wenn man monatelang auf Tournee ist, will man zuhause keine Musik mehr machen, sondern nur noch seine Ruhe haben. Aber Ende 2011 kribbelte es uns wieder in den Fingern und wir spürten, dass wir mental bereit waren. Also haben wir das Touren unterbrochen und uns in Klausur begeben. Gerade als wir mit den ersten Proben begonnen hatten, erhielten wir eine Nachricht von einem fantastischen Produzenten, Bob Ezrin. Er wollte gern mal mit uns arbeiten. Wir haben uns dann in Kanada getroffen, um unsere Ideen zu besprechen. Wir stellten uns ein Studioalbum vor, dass unbedingt auch unsere improvisatorische Seite reflektieren sollte. In den 1970ern hat man beim Plattenmachen nicht mit einkalkuliert, ob die Songs mal im Radio oder im Fernsehen laufen würden. Es ging einfach nur um eine in sich stimmige Songkollektion.

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