Der Straußenführer


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Nachhaltig | August 2013 | von redaktion

Luise Neumann-Cosel ist die Stromrebellin 2013

Ursula Sladek und Luise Neumann-Cosel

Ursula Sladek (li.) und Luise Neumann-Cosel

Mitbegründerin der Genossenschaft BürgerEnergie Berlin wird auf dem Schönauer Stromseminar als Stromrebellin 2013 gefeiert

Rund 400 Menschen besuchten Anfang Juli das Stromseminar des „Fördervereins für umweltfreundliche Stromerzeugung und Stromverteilung Schönau“ (F.u.S.S. eV.), das dieses Jahr unter dem Motto „Energiewende – das machen wir!“ stand.

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Nachhaltig | Juli 2012 | von redaktion

Stéphane Hessel

Neue Recherchen und Preis
für „advokatorischen Humanismus“

Von Stéphane Hessel hat man in letzter Zeit viel gehört, doch biographische Fragen blieben offen. Diese beantwortet nun eine hochkarätige Arbeit von Manfred Flügge, der die Familie Hessel über 30 Jahre begleitet und kennengelernt hat.
Bereits die Geschichte der Eltern ist ein außergewöhnliches Stück an persönlichem Eigensinn; das trifft auch auf den Sohn Stéphane zu. Schaut man sich dessen Kindheit, Jugend, politisches Engagement und Berufsleben an, kann man dem Autor von „Stéphane Hessel. Ein glücklicher Rebell“ nur zustimmen: Schreibt man über Stéphane Hessel, „hat man leicht das Gefühl, ein Märchen zu erzählen. Sein Leben klingt wie ausgedacht, seine Persönlichkeit wirkt wie ein Wunschbild. Ein Roman, ein Drehbuch mit diesem Inhalt würde nicht überall auf Glauben stoßen“ (S.147).

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Nachhaltig | Juli 2012 | von redaktion

Wo Menschen im Mittelpunkt stehen

Genossenschaften in Bulgarien

Helmut Götz im Gespräch mit Landbesitzerin Mariyka Kostova

Mit Geldanlagen Armut bekämpfen und das in einem der ärmsten Länder Europas. Wie das geht, davon wollte sich Helmut Götz (69) ein Bild machen. Der Finanzexperte, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der Ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit engagiert, war anlässlich des UN-Jahres der Genossenschaften auf Studienreise in Bulgarien und hat dort Agrargenossenschaften besucht.

Doch gehen wir zunächst ein paar Schritte zurück in die Vergangenheit, als in den 70er Jahren die Idee für eine soziale Geldanlagemöglichkeit geboren wurde.

Am Anfang stand die Frage: Was machen die Kirchen mit ihren enormen Rücklagen? Bei welchen Banken liegt das Geld? Was wird damit finanziert? Die Fragestellung mündete in die Gründung der Genossenschaft Oikocredit. Hier legen inzwischen 45.000 Privatpersonen und Institutionen über 500 Millionen Euro an. Damit werden faire Darlehen an Mikrofinanzinstitutionen und Genossenschaften in 70 armen Ländern vergeben. Mit Erfolg! Denn neben der hohen Sicherheit und einer verlässlichen jährlichen Dividende von zwei Prozent, wird vor allem eine hohe soziale Rendite angestrebt: die Schaffung von Perspektiven, Einkommen und Arbeit.

Schwieriger Anfang:
veraltete Traktoren und
zersplittertes Land

Dass dieses Ziel erreicht werden kann, das hat Helmut Götz jetzt in Bulgarien erlebt. Für die Agrargenossenschaft KLAS 2002 war der Neuanfang nach Ende des Kommunismus extrem schwierig: Völlig veraltete Traktoren, ein kleinparzelliertes Land und kein Geld für dringend benötigte Investitionen. KLAS-Geschäftsführerin Mariyna Dzkendovo: „Wir konnten den Banken nicht genügend Sicherheiten bieten. Zudem arbeiten die hiesigen Banken viel zu langsam.“ Anders Oikocredit. 2005 gewährte sie KLAS einen ersten Kredit über 155.000 Euro. Damit wurden moderne Maschinen wie ein Mähdrescher angeschafft und das Betriebskapital für fünf Jahre gesichert. Der Kredit ist mittlerweile voll getilgt. Zwei weitere Darlehen folgten im Jahr 2010. Die Agrargenossenschaft steht wirtschaftlich gut da.

Sechs statt zwei Wochen Urlaub.
Das ist auch enorm wichtig. Im 400-Seelen-Dorf Bedvoditza an der Schwarzmeerküste, einer strukturschwachen Gegend, wo die Arbeitslosenrate bis zu 70% beträgt und junge Menschen in die Städte ziehen, ist KLAS der einzige Arbeitgeber – mit bemerkenswerten Arbeitsbedingungen! Die Gehälter liegen deutlich über dem nationalen Durchschnittsmonatslohn von 350 Euro. Sind in dieser Region sonst nur ein bis zwei Wochen Jahresurlaub üblich, gewährt KLAS sechs Wochen. Zudem werden medizinische Versorgung und eine Sozialversicherung sichergestellt.

Soziales Sicherheitsnetz
„Genossenschaft“

Den Boden hat KLAS von mehr als 400 Landeigentümern gepachtet. „Ohne den Pachtzins könnte ich nicht überleben“, sagt die 72-jährige Landbesitzerin Mariyka Kostova. Sie lebt mit ihrem Mann in einem bescheidenen Häuschen mit Garten. Ihre vier Kinder sind alle weggezogen. Ihre Pension beträgt gerade einmal 130 Leva (65 Euro) im Monat. Aber sie besitzt einen Hektar Land, den sie an die Genossenschaft verpachtet hat.

Das brachte ihr im letzten Jahr 350 Euro ein. Viele andere Landbesitzer sind genau in der gleichen Lage wie sie. Derzeit leben in Bulgarien über zwei Millionen Rentner, mehr als die Hälfte davon in Armut. Ein zusätzliches Einkommen wie die Pachteinnahmen sind deshalb existenzsichernd.
Doch die Genossenschaft übernimmt auch Verantwortung für Menschen, die weder Angestellte noch Mitglieder sind. Sie unterstützt kommunale Entwicklung und den Ausbau von Infrastruktur. So werden Kindergärten, Kirchen und Chöre mitfinanziert, im Winter werden Straßen geräumt und Brennholz geliefert.

Parallelen zum
Ur-Genossenschaftsmodell

150 Jahre nach Raiffeisens ersten Genossenschaftsgründungen in Mitteleuropa entstehen im postkommunistischen Bulgarien aus der gleichen Motivation Genossenschaften. Es sind Not und Armut, die zum Handeln zwingen. Der Wille, gemeinsam stark zu sein. So bündeln Menschen ihre wenigen Hektar Landbesitz, um große Felder gemeinschaftlich bewirtschaftet zu können.
Seit 2007 ist Bulgarien EU-Mitglied – und dessen wirtschaftliches Schlusslicht. Die sozialistische Vergangenheit hat ein heruntergewirtschaftetes Land hinterlassen. Armut, Pferdekarren, gebückte alte Menschen, die auf kleinen Grundstücken Subsistenzwirtschaft betreiben.
Aber der Ur-Genossenschaftsgedanke „Der Gewinn des Dorfes dem Dorfe“ leistet hier Großartiges – schafft Einkommen, sichert Existenzen und stärkt das Gemeinwohl. Helmut Götz freut sich, dass seine Geldanlage bei Oikocredit weltweit rund 300 Genossenschaften unterstützt – darunter auch die bulgarische Agrargenossenschaft KLAS.

Infos: www.oikocredit.org

Allgemein | März 2012 | von redaktion

Zurück in die Heißzeit – die Klimageschichte der Erde

Neues Planetariumsprogramm zum Klimawandel

Das neue Programm im Planetarium in Freiburg über die Klimageschichte der Erde ist aktueller denn je. Denn schon bald werden die intelligenten Lebewesen des Planeten Erde einen schrecklichen Rekord erzielen: Trotz aller Klimaverhandlungen werden aus den Schornsteinen ihrer Häuser, Kraftwerke und Fabriken und aus den Auspuffrohren ihrer Autos und Flugzeuge an einem einzigen Tag mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft steigen. Und jede Tonne dieses Gases wird den Treibhauseffekt der Atmosphäre und damit die globalen Erdtemperaturen weiter erhöhen.

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Nachhaltig | März 2012 | von redaktion

Frischer Wind auf dem Münsterplatz

Taifun eröffnet vegetarischen Bio-Imbiss auf Freiburgs beliebtem Wochenmarkt

Ab dem 1. März betreibt der bekannte Freiburger Tofu-Hersteller Life Food / Taifun-Tofuprodukte den Marktstand Bio-Imbiss / Tofu-Snacks auf dem Freiburger Münstermarkt.
Gemäß dem Konzept „Bio und vegan aus der Regio“ sind alle eingesetzten Produkte rein pflanzlich und stammen aus eigener Herstellung sowie von regionalen Partnern. Die Neuausschreibung der Münstermarkt-Imbissstände durch die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) sah erstmals neben den Wurstständen auch einen Anbieter vegetarischer Speisen vor. Ein ebenso innovativer wie zeitgemäßer Schritt, mit dem die „Green City“ Freiburg auf die zunehmende Nachfrage nach fleischfreien Alternativen reagiert.

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Nachhaltig | Januar 2012 | von redaktion

„Karriere der Sonnenenergie“

„Solare Zeiten“ – das Standardwerk zur Geschichte der Sonnenenergie von Bernward Janzing

Zwölf Aussteller gereichten den Sonnentagen in Sasbach am Kaiserstuhl 1976 zur weltgrößten Solarmesse – und wurden so zu einem wichtigen Baustein der „Karriere der Sonnenenergie“, die Bernward Janzing in seinem neuen Buch „Solare Zeiten“ nacherzählt. In dem üppig bebilderten Werk berichtet der Freiburger Journalist und Träger des Deutschen Solarpreises 2010 von den vielen Facetten der Solarenergie und von dem oft beschwerlichen Weg, sie zu etablieren. Er schreibt von engagierten Bürger, die jahrzehntelang für den Durchbruch der Sonnenkraft kämpften – eine Geschichte von großen Zielen mit kleinen Kuriositäten und Anekdoten. Der Autor beginnt bei den Weltraumforschern, die Strom brauchten für ihre Satelliten, er schreibt von Politikern, die nach der Ölkrise Ersatz suchten für das knapper werdende Erdöl, und von Bürgern, die für den Klimaschutz und gegen die Atomkraft kämpften. So stellt Janzing eine große Solargemeinschaft vor, die vom Garagen-Bastler bis zum Umwelt verband , vom Wissenschaftler bis zum Architekten, vom Kommunalpolitiker bis zum mutigen Unternehmer reicht. Viele Ereignisse spielen in Südbaden. Einer der frühesten Pioniere waren Vater und Sohn Hans und Jürgen Kleinwächter, zwei kreative Erfinder, die sich in Lörrach schon in den siebziger Jahren der Solartechnik verschrieben. Es folgte die Gründung des Fraunhofer Instituts in Freiburg (von Kollegen des Initiators Adolf Goetzberger übrigens für eine spinnerte Idee gehalten).

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Nachhaltig | Dezember 2011 | von redaktion

Befreiung von Netzentgelten zulässig?

Elektrizitätswerke Schönau wehren sich gegen Begünstigung strom­intensiver Betriebe

Ursula Sladek

Als Netzbetreiber und bundesweiter Ökostromanbieter wehren sich die Elektrizitätswerke Schönau gegen die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzkosten.
Hintergrund: die seit August 2011 geltende neue Stromnetzentgeltverordnung befreit in § 19 Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10 Millionen Kilowattstunden und Jahresbenutzungsstunden von mindestens 7.000 komplett von den Netznutzungsgebühren. Diese Unternehmen, z.B. Aluhütten oder Zementhersteller, müssen also überhaupt keine Entgelte mehr für die Nutzung der Stromnetze bezahlen und dies bereits rückwirkend für das laufende Jahr. Die so definierten Strom intensiven Industriebetriebe erhalten die für das Jahr 2011 zu viel bezahlten Netzentgelte zurück, ab dem Jahr 2012 fehlt ihr Beitrag zu den Netzkosten. Rund 520 Unternehmen, die 15 % des Stromverbrauchs ausmachen, könnten in den Genuss dieser kompletten Befreiung bei den Netznutzungsentgelten kommen, die Kosten sollen von den übrigen Verbrauchern in Form einer neuen Umlage übernommen werden. Für einen Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch wird dadurch mit Kostensteigerungen von 26 bis 35 € gerechnet und auch mittelständische Unternehmen müssen sich auf deutlich steigende Stromkosten einstellen.
Im Interesse Ihrer Kunden haben die Elektrizitätswerke Schönau Anwälte eingeschaltet, die sich schon dahingehend geäußert haben, dass die rechtliche Zulässigkeit der vollkommenen Befreiung von Netzentgelten sowohl nach deutschem Energiewirtschaftgesetz als auch nach EU-Recht höchst zweifelhaft ist. Zunächst werden daher alle Argumente gegen die Festlegung der neuen Umlage als Stellungnahme im Konsultationsverfahren der Bundesnetzagentur eingebracht, das laut Bundesnetzagentur ergebnisoffen sein soll. Sollte dies nicht zum gewünschten
Ergebnis führen, ist der nächste Schritt die Beschwerde gegen die Festlegung und/oder eine Klage.
„Es kann nicht sein“, so Ursula Sladek, Vorstand der Netzkauf EWS e.G., „dass Haushalte und mittelständische Unternehmen die Kosten der Großindustrie für die Stromnetzbenutzung zahlen müssen, die im Übrigen auch schon von der Beteiligung an den Kosten für die Erneuerbaren Energien befreit sind. Die geplante Umlage widerspricht dem Verursacherprinzip, setzt keinerlei Anreize zur Energie Einsparung und verschlechtert massiv die Voraussetzungen für die dezentrale Kraftwärmekopplung in den begünstigten Unternehmen. Die Kraftwärmekopplung als wichtigster Partner der Erneuerbaren Energien wird somit massiv ausgebremst – die geplante Umlage setzt daher auch energiepolitisch vollkommen falsche Signale“.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Ursula Sladek, Vorstand Netzkauf EWS eG, u.sladek@ews-schoenau.de; Tel. 07673/8885-34.

Nachhaltig | Dezember 2011 | von redaktion

Nachhaltige Geldanlagen

Grünes Geld – Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2012/2013

Noch zu Beginn des Jahrzehnts galten nachhaltige Geldanlagen als eine Domäne privater Anleger. Sie haben damit u.a. den Ausbau der erneuerbaren Energie-Branche mit  bundesweit über 280.000 Arbeitsplätzen ermöglicht. Bis 2020 rechnet die Bundesregierung hier mit einem Anstieg auf 500.000 Arbeitsplätze, womit  diese Branche die Größenordnung der Automobilbranche erreichen wird. Heutzutage sind außer den Umwelttechnikfonds auch Umweltaktien an der Börse hinzugekommen. Nachhaltigkeit ist im Laufe der Jahre inzwischen zu einem Milliardenmarkt  geworden.
Nachhaltige Geldanlagen im Bereich Klimaschutz, Wasser, Umwelttechnologie, Emerging  Markets sind auf dem Weg zum Mainstream. Mehr und mehr werden damit Wertediskussionen auch in Kapitalanlagen abgebildet. Viele Anleger nachhaltigen Investments verknüpfen ihre ökologische Einstellung und ihre Geldanlage. Umfragen belegen, dass bereits für ein Drittel der Befragten Geldanlagen nach Nachhaltigkeitskriterien in Frage kommen. Nachdem nachhaltige Unternehmen in der derzeitigen Krise besser abschneiden als konventionelle Wettbewerber, ergeben sich bei nachhalten Fonds auch höhere Börsenwerte.
Damit sich der an ethisch- ökologischen Geldanlagen interessierte Anleger in diesem riesigen Markt mit einer Fülle von neuen Investitionsmöglichkeiten orientieren kann, haben die Autoren Max Deml und Holger Blisse ein fundiertes Nachschlagewerk mit dem Titel „Grünes Geld – Handbuch für ethisch–ökologische Geldanlagen“ hierfür entwickelt.
Mit der Neuauflage des seit nun mehr 20 Jahren erscheinenden „Klassikers“ unter den Handbüchern zu ethisch–ökologischen Geldanlagen liegt ein überarbeitetes und informatives, mit unabhängigen Informationen versehenes, Buch zu vielfältigen Öko-Investmentmöglichkeiten vor.
Es bietet einen weitreichenden Überblick über  Banken, Aktien- und Renten- Investmentfonds, ethisch-ökologische Aktienindizes, Ratingorganisationen, Immobilien und Sachwerte. Ein Augenmerk liegt in dieser Auflage auf dem Bereich mit festverzinslichen bzw. sachwertbezogenen Investments, wie Plantagen und Immobilien. Neue Produkte in den Bereichen Mikrokredite und Genussrechte, aber auch deren Probleme werden vorgestellt.
Listen für den Anlegerschutz komplettieren das Handbuch zu einem umfassenden Informations- und Nachschlagewerk für den an „grünen Geldanlagen“ interessierten Bürger.
Insgesamt ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet, ergänzt durch  Tabellen mit Firmen- und  Internetadressen. Damit bietet dieses Handbuch nützliche und umfassende Informationen rund um das Thema der ethisch-ökologischen Geldanlagen.
Ingrid Klein/Marion Rapp
(Umweltakademie Baden-Württemberg)

Max Deml / Holger Blisse (2011): Grünes Geld. Das Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2012/13. Hampp Verlag, Stuttgart, 357 Seiten. ISBN: 978-3-942561-12-9;  Erhältlich im Buchhandel. Euro 19.95.