Der Straußenführer


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Nachhaltig | Dezember 2011 | von redaktion

Engagiert Euch

Nachhaltige Gedanken von Stéphane Hessel

Vor über einem Jahr war Stéphane Hessel durch sein Manifest „Empört Euch!“ in aller Munde; mit dem nachfolgenden Titel „Engagiert Euch“ setzt er sein damaliges Plädoyer für Verantwortung und Zivilcourage fort. Das schmale Buch besteht wesentlich aus einem Gespräch, das der über neunzigjährige Stéphane Hessel mit dem jungen Journalisten und Umweltaktivisten Gilles Vanderpooten geführt hat. Nachhaltige Entwicklungspolitik, Ökologie und demokratische Grundwerte sind ihre Themen. Im Anhang ist die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ abgedruckt, an deren Entwicklung Hessel 1948 als Mitarbeiter der Uno beteiligt war. Geschichte erinnern und daraus einen Appell an die nächste Generation abzuleiten, das ist Hessels Anliegen. Seine Argumente scheinen einfach; doch selbst wenn sie einem nicht immer gefallen, ihre Überzeugungskraft gewinnen sie zuletzt aus der Lebensgeschichte dieses engagierten Demokraten.
Eben diese Lebensgeschichte, niedergelegt in der Autobiographie „Tanz mit dem Jahrhundert“, wurde nun endlich als Taschenbuch aufgelegt. Wie sich bei Stéphane Hessel  Persönliches mit weltgeschichtlichen Ereignissen überschneidet, darf erstaunen. 1917 in Berlin geboren, emigrierte er 1924 mit seiner Familie nach Frankreich. Nur knapp überlebte der Widerstandskämpfer die NS-Diktatur, danach war er als Mitarbeiter der UNO und französischer  Diplomat international aktiv, in New York, Genf, Algier und Saigon. Bis heute bewegt er sich in mehreren Sprachen und verfügt über ein phantastisches Gedächtnis. Dass auch Liebe, Ehe und Kinder  nicht zu kurz kamen, all das erzählt „Tanz mit dem Jahrhundert“ leicht und präzise.
Stéphane Hessels Eltern, Helen und Franz, haben als Schriftsteller und Übersetzer das intellektuelle Deutschland des 20. Jahrhunderts mitgeprägt; Franz Hessel schrieb 1929 etwa das extraordinäre Buch „Spazieren in Berlin“. Soeben wurde es in einer ansprechenden Neuauflage ediert, mit einem Geleitwort seines Sohnes. Bis heute beeindruckt und inspiriert, was Franz Hessel über sein Spazierengehen in Berlin notierte; der Leser befindet sich mittendrin und sieht sich an die Hand genommen von der Empfehlung: „…ein wenig Müßiggang und Genuss lernen und das Ding Berlin in seinem Neben- und Durcheinander von Kostbarem und Garstigem, Solidem und Unechtem, Komischem und Respektablem so lange anschauen, liebgewinnen und schön finden, bis es schön ist“. So bestimmt das Bewusstsein das Sein und nicht umgekehrt − das trifft auch insgesamt auf diese Familiensaga zu.
„Engagiert Euch!“ – Stéphane Hessel im Gespräch mit Gilles Vanderpooten, aus dem Französischen von Michael Kogon. Ullstein Verlag, Berlin 2011. 61 S.
Stéphane Hessel. Tanz mit dem Jahrhundert. Erinnerungen. Aus dem Französischen von Roseli und Saskia Bontjes van Beek. List Verlag Berlin 2011. 400 S.
Franz Hessel. Spazieren in Berlin. Geleitwort von Stéphane Hessel, Nachwort von Bernd Witte. Verlag für Berlin-Brandenburg. Berlin 2011. 240 S.
Cornelia Frenkel

Nachhaltig | Oktober 2011 | von redaktion

Windkraftinitiative „Free Energy“

Freiburger Architekt Wolfgang Frey stellt Innovation im Bereich Erneuerbare Energien vor

Der renommierte Freiburger Architekt Wolfgang Frey stellte im September seine neue Windkraftinitiative „Free Energy“ im Rahmen der Baden Messe 2011 vor: der 51-jährige montierte selbst 3 Windräder auf einen extra dafür angefertigten Strommast.

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Nachhaltig | September 2011 | von redaktion

Eine Annäherung an eine Katastrophe

Für die Veranstaltungsreihe „Tschernobyl 25 Expeditionen“ haben sich Freiburger Institutionen zusammengetan

Das Foto von Andrej Krementschouk ist im Morat-Institut in Freiburg ausgestellt

Als die Veranstaltung „Tschernobyl 25 Expeditionen“ geplant wurde, war sie als Gedenken an eine Katastrophe geplant. Dass der Super-GAU in Tschernobyl vom 26. April 1986
durch den Reaktorunfall im März dieses Jahres in Fukushima eine traurige Wiederholung erfuhr, hat dies verändert. Und so ist die Veranstaltungsreihe „Tschernobyl 25 Expeditionen“, die seit April in Berlin, Kiew, Warschau, Brüssel und dem Wendland gastiert und ab dem 18. September auch in Freiburg zu sehen ist, mehr als eine Gedenkveranstaltung,

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Nachhaltig | August 2011 | von redaktion

Stadtteildetektive – Kinder erforschen ihren Stadtteil

Kinderbeteiligung für eine gesunde und zukunftsfähige Stadt

Stadtteildetektive Mooswald bei der Stadtteilbegehung, Foto: Kinderbüro der Stadt Freiburg

Die Aktionsräume, die Kindern in ihrem Wohnumfeld zur Verfügung stehen, sind mitentscheidend dafür, ob Kinder ihr natürliches Bedürfnis nach Bewegung ausleben können, und somit ein wichtiger Faktor für die gesunde Entwicklung von Kindern. Mit dem Beteiligungs-Projekt „Stadtteildetektive“ hat sich das Kinderbüro der Stadt Freiburg zum Ziel gesetzt, nach und nach jeden Freiburger Stadtteil aus Kindersicht zu analysieren und die Ergebnisse für eine kindgerechte, gesundheitsbewusste und zeitgemäße Stadtplanung zu nutzen. Die Stadtteile Littenweiler, Kappel, Zähringen, Brühl-Beurbarung, Haslach, Mooswald und Weingarten sind bereits auf diese Weise untersucht worden.

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Nachhaltig | Juli 2011 | von redaktion

Umweltbildungszentrum mit Charme

Die Ökostation Freiburg feiert ihr 25-jähriges Jubiläum

1986 wurde sie zur Landesgartenschau erbaut, heute ist sie aus Freiburg und der Region nicht mehr wegzudenken: die Ökostation des BUND. Als außerschulischer Lernort und Bürgerzentrum in Sachen Umwelt hat sie sich längst einen Namen gemacht. Rund 15 000 Menschen besuchen das baubiologische Haus und den Biogarten im Jahr. Weit über die Grenzen hinaus bis nach Japan ist das Umweltbildungszentrum bekannt.

Eine wechselvolle Geschichte
April 1986. Die Landesgartenschau hatte soeben die Tore geöffnet, da regnete die Tschernobylwolke über dem Südwesten nieder. Ein schwieriger Start für den BUND, der als Beitrag zur Landesgartenschau ein ökologisches Zentrum mit Naturhaus und Garten errichtet hatte. Dennoch oder vielleicht deshalb erregte die Ökostation viel Aufmerksamkeit und wurde während der LGS von über 1 Mio Besucher besichtigt.
Am 15. Februar 1987 zerstörte dann ein Brand das Naturhaus völlig. In den folgenden Jahren bestand die Ökostation hauptsächlich aus dem Biogarten. 1990 baute die Stadt Freiburg in enger Zusammenarbeit mit dem BUND-Regionalverband südlicher Oberrhein und mit Hilfe der Versicherungsgelder das Naturhaus wieder auf. Im Sommer 1991 eröffnete die neue Ökostation und nahm ihren dauerhaften Betrieb auf. Eine zweite Stelle wurde eingerichtet. Ein trauriges Kapitel ereignete sich 1995. Bei einem Mordanschlag, der bis heute nicht aufgeklärt wurde, kam eine Mitarbeiterin ums Leben. Die Ökostation blieb ein Vierteljahr lang geschlossen, die Ökolaube wurde abgerissen und der Vorplatz heller und sicherer gestaltet.

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Nachhaltig | März 2009 | von redaktion

Arm und Reich ist gar nicht gleich

Die Gnade der reichen Geburt führt - national oder global - immer noch in eine narzistische Illusion der Überlegenheit

Die Gnade der reichen Geburt führt - national oder global - immer noch in eine narzistische Illusion der Überlegenheit. Soziale Gegensätze. Ein Artikel von Heidi Korf.

Dieser Februar-Samstag ist trüb, kalter Nieselregen geht vor den Fenstern der Katholischen Akademie Freiburg nieder. Einen Tag lang wird hier über Armut und Reichtum diskutiert, um Teilhabe und Gerechtigkeit und die Frage, ob das wohl für alle Menschen erreichbar sein mag. Die Veranstalter – die Informationsstelle Peru, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und die Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg – wollen ebenso globale Armut thematisieren wie die Zustände vor der deutschen Haustür.

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