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Interview | Dezember 2014 | von redaktion

Dr. Jan Eckel, Privatdozent und Akademischer Rat am Historischen Seminar der Universität Freiburg, im Gespräch:

Im Bewusstsein handeln wäre Fortschritt

Das Thema „Menschenrechte“ ist im Grunde kein rein akademisches Anliegen, sondern berührt auch philosophische und politische Fragen, die die breite Gesellschaft betreffen und interessieren. Der Historiker Jan Eckel hat es nun in seiner Studie „Die Ambivalenz des Guten. Menschenrechte in der internationalen Politik seit den 1940ern“ aufgegriffen und empirisch untersucht. Seine Ergebnisse beleuchten nicht nur die Gesamtgeschichte der Menschenrechtspolitik seit 1945 von einer bislang unbekannten Seite, sondern werfen zugleich ein Schlaglicht auf die neu zu schreibende Geschichte der internationalen Beziehungen.
Friederike Zimmermann befragte ihn zu den verschiedenen Facetten des vermeintlich Guten – etwa am Beispiel humanitärer Einsätze, deren Folgen als Ganzes betrachtet nicht zwangsläufig und immer als positiv zu bewerten sind; ein so neuer wie brisanter Aspekt insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Geschehnisse in Syrien.

Privatdozent Dr. Jan Eckel (Copyright Hanspeter Trefzer)

Privatdozent Dr. Jan Eckel (Copyright Hanspeter Trefzer)

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Interview | Oktober 2014 | von redaktion

Andreas Altmann im Gespräch über sein Buch “Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina”

 

Andreas Altmann

Andreas Altmann

 

Religiöser Fanatismus verhindert Frieden

Schon so vieles wurde über den Nahost-Konflikt geschrieben, und dennoch scheint bis heute keine Lösung in Sicht. Daher stellte sich Andreas Altmann in seinem Buch „Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina“ diesen Anspruch erst gar nicht. Doch er reiste durch Palästina, nahm an Demonstrationen teil, wurde verhaftet, sprach mit Israelis und Palästinensern, war Zeuge unglaublicher Gewalt. Wenn uns die Menschen Palästinas und ihre Probleme bislang fern erschienen waren, so kommen wir ihnen nun plötzlich ganz nah. Derzeit befindet sich der mehrfach ausgezeichnete Reporter und Buchautor auf Lesereise mit seinem kürzlich in vierter Auflage erschienenem Buch. Friederike Zimmermann sprach mit ihm über Glauben und religiösen Fanatismus, der einen dauerhaften Frieden in dieser Region unmöglich macht.

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Interview | Oktober 2014 | von redaktion

Prof. em. Dr. Peter Finke, Wissenschaftstheorie und Kulturökologie (Universität Bielefeld) im Gespräch

“Wir sind noch keine Wissensgesellschaft”

Im Gespräch: Peter Finke

Prof. em. Dr. Peter Finke

Viele tragen dazu bei, ohne dass es ihnen bewusst wäre – Citizen Science, auch Bürgerwissenschaft genannt, trifft offenbar den Nerv unserer Zeit: Längst ist die Energiewende Sache der Bürger; Hobby-Archäologen legen das Grabmal des Poblicius, den bedeutendsten römischen Fund jenseits der nördlichen Alpen, frei; ein Imker kämpft für gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft und gewinnt vor dem Europäischen Gerichtshof gegen den Gentechnikriesen Monsanto.
Nun widmet sich am 11. Oktober, ab 10 Uhr unter dem Titel „Befreiung aus dem Elfenbeinturm“ eine Tagung in der Katholischen Akademie Freiburg diesem Thema. Unter den Referenten befindet sich Prof. Peter Finke, dessen neuestes Buch „Citizen Science – das unterschätzte Wissen der Laien“ kürzlich im Oekom Verlag erschien und seitdem große Aufmerksamkeit erregt. Friederike Zimmermann sprach mit ihm darüber, wie Laien, Experten und professionelle Wissenschaftler künftig besser kooperieren könnten, um eine handlungsfähige Wissensgesellschaft zu werden und gemeinsam eine zukunftsfähige Welt zu gestalten.

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Interview | September 2014 | von redaktion

„Mainstream ist der Anfang von Erstarrung“

Im Gespräch: Klaus Simon, Gründer und Leiter der Young Opera Company Freiburg

Klaus SimonJäger und Sammler, sei er – sagt Klaus Simon über sich selbst. Dabei stehen aber weder Rehe noch Pilze im Mittelpunkt seiner Leidenschaft. Es geht hier vielmehr um Lieder, Orchestermusik und Opern, die von dem rührigen Musiker ausgegraben, gehegt und gepflegt werden.  Der 46-jährige Überlinger prägt schon über zwei Jahrzehnte als Dirigent, Pianist und Arrangeur das Freiburger Musikleben. Die von ihm gegründete Young Opera Company Freiburg feiert nun ihr 20-jähriges Jubiläum mit einer auswändigen Produktion von Detlev Glanerts Oper „Die drei Rätsel“. Georg Rudiger sprach mit ihm über seine Jungferntaufe und die Vor- und Nachteile eines freien Opernensembles.

Kultur Joker: Im Oktober feiert die Young Opera Company ihr 20-jähriges Bestehen. Die erste Opernproduktion des freien Musiktheaterensembles war aber schon am 9. Juli 1993 in der Reithalle Ebnet mit Gustav Holsts „Savitri“. Das sind doch 21 Jahre.
Klaus Simon: Wir wollten eigentlich 2003 unser zehnjähriges Jubiläum mit John Adams‘ Songplay „I Was Looking at the Ceiling and Then I Saw The Sky“ feiern. Dann mussten wir aber die Produktion verschieben – und haben es ein Jahr später nachgeholt. Wir haben jetzt also ein Jubiläum, das in gewisser Weise ein Jahr hinterhertickt.

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Interview | August 2014 | von redaktion

„Mein Geldbeutel ist eine scharfe Waffe“

Im Gespräch: Hannes Jaenicke, Schauspieler und Dokumentarfilmer

Hannes Jaennicke

In einem blutigen Krieg ums Elfenbein werden jährlich 40.000 Elefanten getötet. Tierschützer befürchten, dass die illegale Jagd die Elefanten in Afrika in weniger als zehn Jahren ausrotten könnte. Der deutsche Schauspieler Hannes Jaenicke, der auch in Hollywood Fuß gefasst hat, hat in Kenia mit Wissenschaftlern, Wildhütern und Wilderern gesprochen. Herausgekommen ist eine berührende TV-Dokumentation, die am 31. Juli im ZDF ausgestrahlt wurde.

Hier der Link zur Sendung:http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2207988/Hannes-Jaenicke-im-Einsatz-f%C3%BCr-Elefanten

Die Fragen an Hannes Jaenicke stellte Olaf Neumann.
Kultur Joker: Herr Jaenicke, in der ZDF-Dokumentation „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Elefanten“ treffen Sie Tierschützer, Wissenschaftler und Wildhüter, die den afrikanischen Elefanten vor dem Aussterben bewahren wollen. Konnten Sie in Kenia feststellen, dass die Dickhäuter uns Menschen ähneln?
Hannes Jaenicke: Ja, und zwar sehr viel mehr als ich dachte. Man geht immer davon aus, dass Primaten uns am ähnlichsten sind. Aber Elefanten sind uns mindestens genauso ähnlich. Zum Beispiel darin, wie sie trauern oder wie sie zu ihren „Friedhöfen“ zurückgehen. Sie haben sogar Beerdigungsrituale. Die Art, wie sie ihren Nachwuchs aufziehen, ähnelt uns so sehr, dass einem fast die Spucke wegbleibt.

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Interview | Juli 2014 | von redaktion

Macho oder Memme?

Im Gespräch: Samy Deluxe, alias Samy Sorge, Rapper

Samy Deluxe

Rapper Samy Deluxe alias Samy Sorge, 36, engagiert sich in der Jugendarbeit, gibt ehrenamtlich Hip-Hop-Workshops und kämpft gegen Rassismus. Auf seinem neuen Album setzt sich der vielfach ausgezeichnete Afrodeutsche (Hit: „Weck mich auf“) mit dem Thema Männlichkeit auseinander.
Olaf Neumann traf Samy Deluxe in seinem Viertel in Hamburg und sprach mit ihm über Power-Frauen, Gangsta-Rapper und Ärger mit der Antifa.

Olaf Neumann: In den 18 Jahren, in denen Sie jetzt Musik machen, sind Sie als Rapper zum Mann geworden. Woran machen Sie das fest?
Samy Deluxe: In erster Linie an einer veränderten Betrachtungsweise von Dingen. Früher fand ich oft etwas Bestimmtes an einem Ami-Rapper toll und wollte es dann genauso machen. Inzwischen habe ich mich selbst, meinen Sound und meine Themen gefunden. Der Titel „Liebe in der Diskothek“ ist eigentlich ein super Tanz-Song, trotzdem handelt er von einer kollektiven Einsamkeit. Mein Album „Männlich“ hinterfragt, was wir mit unserem Leben machen. Viele Songs stehen für eine Art von Suche.
Olaf Neumann: Wie definieren Sie Männlichkeit?
Samy Deluxe: Männlich ist, einmal über seinen Schatten zu springen und sich neue Horizonte zu erobern. In meinem Fall bedeutet das, nach neuen Inspirationsquellen zu suchen und diese anzuwenden. Meine Männlichkeit hat viel mit wachsen zu tun. Ich hänge nicht Bier saufend mit anderen Männern an einer Straßenecke ab oder gehe grölend zu einem Fußballspiel. Männlich ist, aus schlechten Situationen das Beste zu machen. In Eppendorf, wo ich aufgewachsen bin, gab es in den 1980er und 1990er Jahren nicht viele Dunkelhäutige. Heute denke ich, dass ich aus meinem größten Nachteil das krass Positivste gemacht habe. Wenn ich ehemalige Schulkameraden treffe, sind die immer unglücklich in irgendwelchen Jobs.

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Interview | Juni 2014 | von redaktion

Ist die Gesellschaft das neue Spektakel?

Im Gespräch: Axel Brüggemann und Klemens Renoldner

Brüggenmann-Renoldner-Foto

Vor 15 Jahren war Klemens Renoldner Schauspielchef am Freiburger Theater und Axel Brüggemann Student – seine ersten Kritiken hat er für den „Kultur Joker“ geschrieben. Die beiden haben sich erbitterte Streitereien geliefert: über die Kunst, die Kritik und die Stadt. Zeitung und Theater waren öffentliche Medien, die den Diskurs in Freiburg mitbestimmt haben.
Zum 25. Jubiläum des „Joker“ haben wir die beiden noch einmal befragt. Inzwischen sind sie Freunde. Renoldner ist von Freiburg an die Österreichische Botschaft nach Berlin gegangen und leitet heute das Stefan Zweig Centre in seiner Heimat Salzburg, Axel Brüggemann hat als Textchef für die „Welt am Sonntag“ gearbeitet, wohnt in Bremen und Wien und arbeitet als Journalist und Moderator für arte und ZDF, schreibt für den Cicero und den Freitag. Beide haben unterschiedliche Bücher geschrieben. Für uns debattieren sie nun noch einmal über die Kritik und die Kunst.

Brüggemann: Hallo Klemens, seit 17 Jahren ist Freiburg nun unser Erinnerungsraum. Für mich die Studentenstadt, die Stadt der ersten großen Freiheit. Das Studium war der Luxus von Zeit, der Freiraum des vermeintlich unnützen Lesens und Denkens. Der „Kultur Joker“ war mein Raum des praktischen Experimentes: Was darf Kritik? Was kann Kunst? Was passiert jenseits der Grenzen des Benehmens? Heute ist Freiburg für mich Ort des freudigen Erschreckens über die eigene Unverfrorenheit aus Naivität, über den Wagemut des Jünglings – und der befriedigende Sieg der Erkenntnis durch unbewusstes Scheitern.
Renoldner: Du hattest es wirklich sehr gut. Ich allerdings auch. Du konntest studieren und daneben im „Kultur Joker“ schreiben, über alle Themen die Dir in den Kram passten, nicht nur übers Theater. Konntest alles ausprobieren. Auch wenn Du von einer Sache (sagen wir: einem extravaganten Theaterstück) nicht soviel Ahnung hattest, hast Du kühne Thesen aufgestellt. Das war oft hart, Du hast uns Theatermenschen nicht geschont.
Brüggemann: Keine Ahnung? Hey, ich hatte immerhin eine Meinung!

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Interview | Mai 2014 | von redaktion

Erinnerung Erster Weltkrieg

Im Gespräch: Gerd Krumeich, Historiker

Gerd Krumeich

Der Historiker Gerd Krumeich ist Spezialist für den Ersten Weltkrieg, in neuen Büchern geht er dessen Konsequenzen und unverarbeiteten Traumata nach. Zudem beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte Frankreichs und wirkt als einziger deutscher Historiker in einer internationalen Kommission mit, die aus der französischen Gedenkstätte Hartmannswillerkopf in den Vogesen einen deutsch-französischen Ort des Gedenkens und der Freundschaft machen wird. Mit Gerd Krumeich sprach unsere Mitarbeiterin Cornelia Frenkel.

Kultur Joker: Die Entfesselung des 1. Weltkriegs jährt sich zum hundertsten Mal. Im Gedächtnis von Deutschen und Franzosen hat dieser Krieg sehr unterschiedliches Gewicht. Wie äußert sich dies?
Gerd Krumeich: Es ist wirklich bemerkenswert, dass das Gedenken an den 1. Weltkrieg in Deutschland mausetot ist; sogar jetzt, wo wir uns alle um diesbezügliche Veranstaltungen bemühen und viele Bücher geschrieben wurden, kann von einem Kriegsgedenken nicht die Rede sein. Was wir in Deutschland betreiben, unterscheidet sich grundlegend von dem, was unsere west- und osteuropäischen Nachbarn tun, die alle noch ein sehr lebendiges Gedenken haben. Engländer, Franzosen und Belgier erinnern jährlich an die Millionen Toten des 1. Weltkriegs, das hat für sie größere Bedeutung als der 2. Weltkrieg.
Kultur Joker: Blieb die Erinnerung an den 1. Weltkrieg in Deutschland stets ein Zankapfel?

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