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Kunst | Januar 2020 | von Erich Krieger

Die „Paul Ege Art Collection“ in Freiburg im Breisgau

Nach dem Tod des Kunstmäzens wird das Museum unter seinem Namen weitergeführt

Im Juni dieses Jahres verstarb im Alter von 83 Jahren unerwartet der Freiburger Unternehmer, Kunstmäzen und Sammler Paul Ege.
Bis Ende der 90er Jahre war der Gesellschafter der Alexander Bürkle Unternehmensgruppe aktiv und erfolgreich in der Unternehmensleitung tätig. Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben wurde seine sich schon seit vielen Jahren in einer vielfältigen Sammlertätigkeit äußernde Liebe zu Kunst und Kultur zur Hauptaufgabe. Sein Blick richtete sich vor allem auf das abstrakte, gegenstandslose Bild, das sich am entschiedensten mit der Dialektik von Materialität und Bildlichkeit auseinandersetzt. So ist es nur folgerichtig, dass Eges vorrangiges Interesse den Kunstformen der Minimal Art oder des Radical Painting galt und seine Sammlung von Werken von Künstlern dieses Spektrums wuchs und wuchs und heute als eine der bedeutendsten Privatsammlungen im europäischen Raum angesehen wird.

© Paul Ege Art Collection, Bernhard Strauss

Donald Judd: Untitled (1991) 91 – 80; Aluminium, eloxiert und Farbe, 25 x 100 x 25 cm


2004 gründete Ege auf dem Firmengelände in der Robert-Bunsen-Straße in Freiburg mitten in einem Industriegebiet den Kunstraum Alexander Bürkle. Dort waren nicht nur immer wieder in wechselnden Ausstellungen Teile seiner Sammlung, aber auch viele andere Exponate zu sehen. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops – auch für Familien, Jugendliche und Kinder – trug dazu bei, den hohen Wert der zeitgenössischen Kunst und der Auseinandersetzung mit ihr anschaulich und sinnfällig zu vermitteln.
Im Jahr 2008 brachte er seine Sammlung in die mittlerweile gegründete Ege Kunst- und Kulturstiftung ein. Ab 2015 übernahm die Stiftung den Betrieb des Kunstraums, der fortan unabhängig, jedoch in weiterer guter Nachbarschaft zum Unternehmen geführt wurde. In den vergangenen zwei Jahren wurde unter aktiver Mitarbeit von Paul Ege an einem neuen, moderneren Auftritt des Kunstraums gearbeitet. Er sollte künftig seinen Namen tragen und als „PEAC – Paul Ege Art Collection“ oder kurz PEAC Museum firmieren. Damit verbunden waren die Entwicklung eines neuen Corporate Designs und eine schärfere konzeptionelle Ausrichtung auf die hauseigene Sammlung, inklusive ihrer digitalen Präsentation im Internet. Die öffentlich sichtbare Veränderung des Auftritts konnte Paul Ege leider nicht mehr erleben, denn die wesentlichen Parameter des neuen Corporate Designs wurden erst in den letzten Monaten entwickelt und der Prozess ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Gleichwohl kann man sich schon einen weitgehenden Eindruck unter www.peac.digital verschaffen.
Die aktuelle und erste Ausstellung im neuen „PEAC-Museum“ am alten Ort wurde unter der Leitung der Kuratorin Julia Galandi-Pascual und Team konzipiert und zeigt unter dem Titel „Im Garten der Farben“ einen repräsentativen Ausschnitt aus der Sammlung der Stiftung, darunter auch zahlreiche Neuerwerbungen der letzten Jahre. In fünf Räumen finden sich Arbeiten von bedeutenden Vertretern des Minimalismus wie Donald Judd oder der Radical Painting Group um Marcia Hafif, Phil Sims, Günter Umberg oder Rudolf de Crignis, um nur ein paar wenige zu nennen. Ein vielfältiges Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung mit Workshops für Erwachsene und Familien, Überblicksführungen, Vorträgen und die Fokussierung auf einen Künstler in der Reihe „Liebling des Monats“.
Paul Ege Art Collection PEAC, Robert-Bunsen-Straße 5, Freiburg. „Im Garten der Farben“ Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr; Sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr. Bis 19. April 2020.

Erich Krieger