Straußenführer 2016



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Monet-Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen der Fondation Beyeler

Sanfte Doppelgänger

Lässt sich überhaupt etwas Neues, bisher Ungesehenes von Claude Monet zeigen? Die Fondation Beyeler hat dennoch eine Ausstellung über den beliebten Maler zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen gewagt. Und tatsächlich kann man die schlicht „Monet“ betitelte Ausstellung nicht nur mit Genuss, sondern auch mit Gewinn an Erkenntnis betrachten.

Gemälde "Coucher de soleil sur la Seine, l’hiver" von Claude Monet. Es zeigt Eisschollen auf der Seine und ein Sonnenuntergang in Pastellfarben

Claude Monet, Coucher de soleil sur la Seine, l’hiver, 1880. Öl auf Leinwand, 60,6 x 81,1 cm (© Pola Museum of Art, Pola Art Foundation)

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“Technische Paradiese: Die Zukunft in der Karikatur des 19. Jahrhunderts” – Ausstellung im Museum LA8 in Baden Baden

Zwischen Überraschung und Befürchtung

Neue Maschinen können ein Alptraum sein, aber auch zum Spott reizen. Wie solche auf Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts wirkten, sei es als feuerspeiender Drache oder eiserne Spinne, das spiegelt sich in Karikaturen, die Innovationen wie Dampfmaschine, Eisenbahn, Rohrpost, Fotografie, Telegrafie, Telefonie und Automobil persiflieren.

Gemälde "Die Kruppschen Teufel" von Heinrich Kley. Es zeigt Arbeiter und große Teufelsgestalten in einer Stahlfabrik

“Die Kruppschen Teufel”, Heinrich Kley, 1913. Derzeit zu sehen im Museum LA 8 in Baden-Baden

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„Ramses – Göttlicher Herrscher am Nil“ – Ausstellung im Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Monumentale Statuen und ein geradezu epischer Bericht über eine wichtige Schlacht sind von ihm überliefert. Aber wer war Pharao Ramses II. wirklich? Das Badische Landesmuseum Karlsruhe versucht in der umfangreichen Schau „Ramses – Göttlicher Herrscher am Nil“ bis zum 18. Juni dem Menschen Ramses näher zu kommen.

Wandrelief mit der Darstellung eines Pharaos

Wandrelief mit der Darstellung eines Pharaos
(© Musée du Louvre, Paris/ Christian Decamps)

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„Nationalsozialismus in Freiburg“ – Ausstellung im Augustinermuseum

Die Spitze des Eisbergs

Die unter Federführung des Historikers Robert Neisen und einem gewichtigen Beirat entstandene Ausstellung „Nationalsozialismus in Freiburg“ stützt sich auf zahlreiche Bücher, Veröffentlichungen des Stadtarchivs sowie Recherchen aus der Zivilgesellschaft. Hinzu kommen Bilder und historische Gegenstände, z.B. das antisemitische Kinderbuch „Der Giftpilz“ (1938) oder die Aktentasche des unbeugsamen Freiburger Sozialdemokraten Stefan Meier, der Stadtrat sowie Reichstagsabgeordneter in Berlin war und im März 1933 zu den 94 Mutigen gehörte, die gegen das Ermächtigungsgesetz der Nazis stimmten. 1944 wurde er im KZ Mauthausen ermordet.

Foto von Nazis bei einer Kundgebung auf dem Freiburger Münsterplatz 1939

Freiburger Nazis beim NSDAP-Kreisparteitag 1939 auf dem Münsterplatz (Schenkung E. Fehrenbach © Städtische Museen Freiburg/ Augustinermuseum)

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„SKITS. 13 Ausstellungen in 9 Räumen“ in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

Die kryptischen Rätsel des Michael Müller

„SKITS. 13 Ausstellungen in 9 Räumen“ ist ein ungewöhnlicher Titel für eine Ausstellung. Aber er beschreibt treffend das, was einen bis zum 19. Februar in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden erwartet. Michael Müller hat die Räume der Kunsthalle in ein vielseitiges Panoptikum verwandelt, in der Figuren aus der antiken griechischen Mythologie ebenso ihren Platz finden wie ein ausgestopfter Kakadu.

Videostill aus Michael Müllers "Hermes & Hermaphroditos". Es zeigt einen Berggipfel umgeben von rosa Wolken. Auf dem Gipfel steht eine goldene Wippe wie von einem Kinderspielplatz, auf dieser schaukeln zwei goldene Figuren

Michael Müller: “Hermes & Hermaphroditos”. Video, 2015

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Beschläge Koch zeigt Bilder von Martin Kasper

Betreten erbeten: Bühnen der Erinnerung

Weit erstreckt sich der Kinosaal nach vorne. In der Mitte seiner Stirnseite, besser: in der zentralperspektivischen Mitte des Bildes prangt eine weiße Leinwand, die aus sich heraus zu leuchten scheint. Ansonsten erzählt sie nichts, kein Film spielt sich auf ihr ab. Die gedeckten Farben, die verblichene Polsterung der Wände und der abblätternde Boden, von dem die mit rotem Samt bezogenen Kinosessel entfernt wurden – alles weist auf eine prachtvolle Ausstattung hin, die schon einmal bessere Zeiten gesehen hat. Eine Art Cinema Paradiso aus einer Zeit, als irgendwie noch alles in Ordnung schien.

Gemälde "Lichtspiele" von Martin Kaspar. Es zeigt einen leeren Kinosaal, das Gemälde ist in warmen, rot-braunen Erdtönen gehalten

Martin Kasper: “Lichtspiele”. Zu sehen bis 29. Januar 2017 bei Beschläge Koch

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„Francis Bacon. Unsichtbare Räume“ in der Staatsgalerie Stuttgart

Über das existentielle Ausgeliefertsein des Menschen

In der Kunstwelt steht schon lange fest, dass der Brite Francis Bacon (1909-1992) einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts war. Und seit seinem Tod hat sein Werk noch an Beachtung gewonnen. Auch die Höchstpreise im Kunsthandel, die seine Bilder neuerdings erzielen, sind ein Indikator dafür. „Unsichtbare Räume“, der Titel dieser Ausstellung, bezeichnet erstmals einen zentralen Aspekt im Werk von Francis Bacon.

Gemälde "Tryptichon" von Francis Bacon. Jedes der drei Teile des Gemäldes zeigt einen Raum, in dessen Mitte sich Knäuel aus menschlichen Körperteilen befinden

Francis Bacon, Triptychon – inspiriert von dem Gedicht „Sweeny Agonistes“ von T. S. Elliot, 1967 © The Estate of Francis Bacon, All rights reserved. VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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„Herbert Maier. Wer wir sind“ – Ausstellung im Museum für Neue Kunst Freiburg

Eine Bestandsaufnahme des Menschlichen

Unter den Hunderten von Aquarellen findet sich auch ein Selbstporträt. „Wer sind wir (selbst)“, das in diesem Jahr entstanden ist, zeigt den Kopf Herbert Maiers, einen Querschnitt und einen Längsschnitt durch sein Gehirn. Die Augen geschlossen, über das Gesicht laufen Farbschlieren. Vielleicht tot, vielleicht während einer Messung der Gehirnaktivitäten. Denn irgendwo muss es ja sitzen, das Bildgedächtnis. Irgendwo muss es einen eigenen Ort geben für all das, was wir in unserem Leben jemals gesehen haben.

Foto aus Herbert Maiers Atelier. Auf Regalbretten im Hintergrund sind zahlreiche ungerahmte Gemälde von Menschen zu sehen, manche wirken fotorealistisch, andere wie Zeichnungen von Skulpturen, Masken und Büsten

Herbert Maier: Visuelle Bibliothek, Atelieransicht © Bernhard Strauss

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