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Tanz | Juli 2019 | von Renate Killmann

John Neumeier und sein Hamburg Ballett gastieren bei den Herbstfestspielen in Baden-Baden

Elegant und feingeistig

Eigentlich findet das große Beethoven-Jubiläum erst 2020 statt, wenn der Komponist 250 Jahre alt geworden wäre. Das Beethoven-Projekt von John Neumeiers Hamburg Ballett ist dennoch bereits in diesem Jahr bei den Baden-Badener Herbstfestspielen zu sehen.

© Kiran West

Anna Laudere und Edvin Revazov vom Hamburg Ballett in „Orphée et Eurydice“.

Manchmal treffen eigene Projektideen mit dem Jubiläum eines großen Musikers zusammen. So geschehen beim „Beethoven-Projekt“ John Neumeiers, das mit Blick auf das Beethoven-Jubiläum, dem 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 entstanden ist.

Inspiriert und tief bewegt von Beethovens Musik, widmet John Neumeier, seit Jahrzehnten Chef des Hamburg-Balletts, diesem Meister der Wiener Klassik zum ersten Mal ein abendfüllendes Programm: ausgehend von der immens wichtigen Rolle des Klaviers bei Beethoven, als Ursprung und Inspira­tionsquelle, quasi als Nukleus und Ausgangspunkt für seine großen Werke, wird dieses Instrument nicht nur gespielt, sondern auch in die Inszenierung mit einbezogen.

Zur Aufführung kommen die „Eroica“-Variationen für Klavier (Solist: Michal Bialk) sowie die gesamte „Eroica“-Sinfonie, gespielt von der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Simon Hewett. Fragmentarisch werden Szenen aus Beethovens Leben und Werken sowie die Ideen der Aufklärung, die seine Musik und sein Denken wesentlich beeinflusst haben, choreographisch umgesetzt. Insgesamt ist das Stück aber nicht als Handlungsballett aufzufassen, sondern als ein getanztes, sinfonisches Ballett. Die Uraufführung dieses Werkes fand am 24. Juni 2018 in Hamburg statt.

Neben der beliebten Ballett-Werkstatt, in der der Choreograph Einblicke in seine Arbeitsweisen gibt, kommt in diesem Jahr auch die Ballett­oper „Orphée et Eurydice“ von C.W. Gluck in einer Zusammenarbeit mit dem Vokalensemble Rastatt und mit dem Freiburger Barockorchester zur Aufführung. Die Musikalische Leitung hat hier Alessandro de Marchi. In dieser Verschränkung der beiden Kunstsparten, Oper und Ballett, zeichnet John Neumeier neben der Choreographie auch für die Opernregie verantwortlich. Eine Inszenierung, die im September 2017 mit dem Joffrey Ballett und der Lyric Opera Chicago ihre Uraufführung erlebte und nun für die Hamburger Oper neu einstudiert wurde.

Die moderne Adaption der Handlung ist von Glucks Idee inspiriert, menschliche Emotionen – wie z.B. Trauer und Verlust – intuitiv erfahrbar zu machen. Ein Ansatz, dem John Neumeiers Choreographie-Stil selbst sehr nahe steht. Die Oper wird in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt.

 

Was: Hamburg-Ballett bei den Herbstfestspielen Baden-Baden
Wann: Orphée et Eurydice: Fr. 27.9., 19 Uhr / Sa. 28.9., 18 Uhr / So. 29.9., 17 Uhr, Beethoven-Projekt: Do. 3.10., 18 Uhr / Fr. 4.10., 19 Uhr
Wo: Festspielhaus Baden-Baden
Web: www.festspielhaus.de