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Kunst | Januar 2019 | von Cornelia Frenkel

María Hesse zeichnet das Leben der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo nach

„Viva la Vida“

„Wer das eigene Leid einmauert, läuft Gefahr, dass es ihn von innen verschlingt“, so eine Erkenntnis von Frida Kahlo. Die Spanierin María Hesse zeichnet in „Frida Kahlo. Eine Biographie“ auf verblüffende Weise das Leben und Werk der berühmtesten Künstlerin Mexikos nach.

© Wilhelm Kahlo

Frida Kahlo im Alter von 25 Jahren, porträtiert 1932 von ihrem Vater Wilhelm Kahlo.

Lieben, Malen, Leiden sowie ein Dialog mit der internationalen Moderne: In Frida Kahlos Leben bedingen sich diese Dinge gegenseitig, wie die Biographie der spanischen Künstlerin  Maria Hesse (*1982) anschaulich zeigt. Für ihren couragierten Bruch mit gesellschaftlichen Zwängen und der Fähigkeit ihren Körper zu inszenieren, der von Begehren und Schmerz gezeichnet war, wird Frida Kahlo (1907-1954) weltweit anerkannt und geschätzt.

Sie ist die berühmteste Künstlerin Mexikos, deren zahlreiche Selbstbildnisse, oft in traditioneller Landestracht, bezogen auf vorspanische Mythen sowie verquickt mit Natur und Tierreich, unverkennbar bleiben. Voll surrealer Phantasie und Lust an der Farbe hat sie ihrer seelischen Verfassung Bilder abgerungen, die sich u.a. mit ihrem geschundenen Körper (Kinderlähmung, Unfälle) und dessen Pein auseinandersetzen.

 

Des Weiteren wendet sie sich gegen eine vom Machismo geprägte Gesellschaft sowie gegen den Schatten ihrer großen Liebe Diego Rivera (1886-1957), der für sozialpolitisch motivierte Gemälde steht. In der Malerei von Frida Kahlo mischen sich hingegen poetische und analytische Elemente. Mit freiem Geist und offenem Herzen schuf sie, inmitten persönlicher Dramen und umwälzender Zeitgeschehen, Kunstwerke von erstaunlicher Ausstrahlung, farbempfindsame Malereien, Zeichnungen und wunderliche Skulpturen.

© Insel Verlag

María Hesse: “Frida Kahlo. Eine Biografie.” Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Insel Verlag, Berlin 2018.

Dabei ist stets die Entdeckung des indianischen Erbes präsent, das jahrhundertelang durch die ibero-katholische Kolonialherrschaft überlagert war. Gleichzeitig ist Kahlo mit zeitgenössischen Künstlern im Gespräch sowie mit ihren zahlreich pikanten Amouren, darunter Leo Trotzki, wozu sie auch schriftliche Zeugnisse hinterlassen hat, Interviews, Briefe und Tagebücher.

Dieses außergewöhnlich vitale Leben, das stets gefährdet und deshalb von der Künstlerin als kostbares Gut mit ungewisser Leihfrist empfunden wurde, wird von María Hesse auf fabelhafte Weise neu zur Sprache gebracht und ins Bild gesetzt: „Viva la vida!“