Ein Orchester bespielt die Stadt

Berliner Philharmoniker bei den Osterfestspielen 2013 in Baden-Baden

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Und grün ist auch die Programmbroschüre des Festspielhauses Baden-Baden zu den 2013 beginnenden Osterfestspielen der Berliner Philharmoniker, die den zahlreichen Journalisten auf der Pressekonferenz im Festspielhaus Baden-Baden ausgeteilt wird. Auf dem Deckblatt trifft ein blühender Zweig auf die Klappen einer Querflöte. Und im Heft selbst wird auf 46 Seiten Aufbruchsstimmung verbreitet.
Es war ein Paukenschlag, als die Berliner Philharmoniker im Frühjahr letzten Jahres verkündeten, sie würden ihre Zusammenarbeit mit den Salzburger Osterfestspielen beenden und künftig in Baden-Baden ihre Zelte aufschlagen. Nun sitzt Simon Rattle mit Martin Hoffmann, Intendant der Berliner Philharmoniker, den Orchestervorständen Olaf Maninger und Stanley Dodds sowie Festspielhausintendant Andreas Mölich-Zebhauser sichtlich gut gelaunt auf dem Podium und erzählt von seiner Vorfreude, in Baden-Baden Neues zu kreieren. „Dass ich in Baden-Baden meine erste ‚Zauberflöte’ dirigieren kann, ist, wie wir in Liverpool sagen, mein persönliches Sahnehäubchen.“ Insgesamt vier Mal wird die Neuproduktion in Baden-Baden gegeben und danach für einige Vorstellungen nach Madrid wandern.
Besonders die Kammermusik erhält bei den Festspielen im nächsten Jahr großes Gewicht. Unterschiedliche Formationen des Orchesters, vom Posaunenquartett bis zu den „Vier harmonischen Geigen“, spielen in reizvollen Räumlichkeiten der Stadt wie dem Florentinersaal des Spielcasinos oder der Orangerie von Brenners Parkhotel. Auch Educationprojekte wie eine Kinderfassung der „Zauberflöte“ und die von Musikstudenten realisierte Oper „Cendrillon“ (Aschenputtel) von Pauline Viardot, in deren Baden-Badener Salon im 19. Jahrhundert Persönlichkeiten wie Clara Schumann, Johannes Brahms, Franz Liszt und Richard Wagner verkehrten, sind Bestandteil des zehntägigen Programms. „Wir möchten exklusiv sein, aber nicht elitär“, gibt Intendant Andreas Mölich-Zebhauser das Motto vor. Und verkündet, dass es auch zu den großen Symphoniekonzerten mit Mahlers Zweiter, Bruckners Neunter oder dem von Andris Nelsons dirigierten Konzert mit Debussys „La Mer“ und Brahms’ Violinkonzert (Solist: Maxim Vengerov) Jugendtickets zum Preis von 10 Euro geben wird.
Programm und Tickets unter www.osterfestspiele.de
Georg Rudiger

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