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Theater | April 2019 | von Georg Rudiger

Das ist das Programm der Osterfestspiele Baden-Baden 2019 mit den Berliner Philharmonikern

Ein Orchester zum Anfassen

Bei den letzten Osterfestspielen Baden-Baden unter der Intendanz von Andreas Mölich-Zebhauser sind die Berliner Philharmoniker mit Verdis „Otello“, vier Symphoniekonzerten und viel Kammermusik zu erleben. Mit dabei: Starpianist Lang-Lang.

© Marco Brescia / Teatro alla Scala

Zubin Mehta wird die Berliner Philharmoniker in Baden-Baden dirigieren.

Im Sommer übergibt Andreas Mölich-Zebhauser die Intendanz des Festspielhauses Baden-Baden an seinen Nachfolger Benedikt Stampa. Dass er die Berliner Philharmoniker für die Osterfestspiele von Salzburg nach Baden-Baden locken konnte, war sein größer Coup in seiner wirtschaftlich und künstlerischen erfolgreichen Amtszeit. „Dass ich diese künstlerische Reise mit den Berliner Philharmonikern zum siebten Mal unternehmen darf, ist fantastisch. Das hätten wir uns am Anfang nicht erträumt“, sagt Mölich-Zebhauser. Mit Giuseppe Verdis später Oper „Otello“ steht ein Meisterwerk auf dem Programm, das ursprünglich der mit #MeToo-Vorwürfen konfrontierte Dirigent Daniele Gatti leiten sollte. Aus gesundheitlichen Problemen sagte Gatti die Produktion aber ab.

Mit Zubin Mehta am Dirigentenpult haben die Berliner Philharmoniker nun einen hervorragenden Ersatz gefunden, der dem Orchester bereits seit 1961 verbunden ist. Gleich viermal wird diese Neuproduktion zu sehen sein (13./16./19./22.4.), die der amerikanische Regisseur Robert Wilson inszenieren wird. Wilsons Arbeiten sind abstrakt und ästhetisch – und immer von einer besonderen Lichtregie gekennzeichnet. In Baden-Baden waren schon seine Produktionen von „Aida“, der „Dreigroschenoper“ und dem „Freischütz“ zu sehen. „Die Geschichte ist vor allem die eines inneren Konflikts, eine Frage der Unsicherheit. Mit einem Protagonisten, der ungeheuer stark und gleichzeitig sehr schwach ist“, sagt der Regisseur.

Der australische Heldentenor Stuart Skelton wird diesen Otello singen, Desdemona wird von der gefeierten bulgarischen Sopranistin Sonya Yoncheva interpretiert. Den kurzfristig erkrankten Luca Salsi in der Rolle des Bösewichts Jago ersetzt Vladimir Stoyanov. Der große italienische Maestro Riccardo Muti steht gleich zweimal beim Requiem von Giuseppe Verdi (u.a. mit Elina Garanca/Mezzo) am Dirigentenpult (14./20.4.).

Der künftige Chefdirigent Kirill Petrenko dirigiert ebenfalls zwei Konzerte mit den beiden sehr unterschiedlichen Solisten Patricia Kopatchinskaja (Violinkonzert von Arnold Schönberg am 15.4.) und dem Starpianisten Lang Lang (3. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven am 21.4.) – beide Male erklingt die 5. Symphonie von Peter Tschaikowsky. Neben diesen starken Programmsäulen präsentieren sich die Berliner Philharmoniker aber wie immer in zahlreichen weiteren Spielarten. Mit Gesangssolisten baden-württembergischer Musikhochschulen wird im Theater Baden-Baden die Uraufführung der Oper „Clara“ von Victoria Bond erarbeitet (14./17./21.4.), die neue Kinderoper „Der Kleine und Otello“ ist ebenfalls im Theater zu sehen (16./18./20.4.).

Sehr beliebt sind auch die sechzehn rund einstündigen Meisterkonzerte, die an verschiedenen Orten in Baden-Baden, Rastatt und Bühl gegeben werden. Hier fächern sich die Berliner Philharmoniker in ganz unterschiedliche Kammermusikformationen auf. Auch Gäste werden dazu eingeladen wie der Schauspieler Dominique Horwitz, der am 20. April um 14 Uhr im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ zum Leben erweckt. Bei diesen meist moderierten Kammerkonzerten präsentieren sich die Berliner Philharmoniker als ein Orchester zum Anfassen.

 

Was: Osterfestspiele Baden-Baden mit den Berliner Philharmonikern
Wann: Samstag, 13. bis Montag, 22. April 2019
Wo: Festspielhaus Baden-Baden, Beim Alten Bahnhof 2, 76530 Baden-Baden und andere Orte
Web: www.festspielhaus.de