Straußenführer 2019


Anzeigen




Rahmenladen



domani




Kunst | November 2019 | von Friederike Zimmermann

Atelierausstellung von Susanne Allgaier in der Zähringer Mühle in Freiburg

Visualisierung des Wassers

Beim offenen Atelier in der Zähringer Mühle zeigt Susanne Allgaier vom 15.-17. November, jeweils 16-20 Uhr, ihre Arbeiten zum Thema: Visualisierung des Wassers. Wenn die Freiburger Künstlerin in ihrem Atelier in der Zähringer Mühle arbeitet, ist sie permanent eingehüllt in das leise Plätschern des angrenzenden Altbaches – eines kleinen Wasserlaufs, der sich durch den Wald herab den Weg von der Anhöhe der Zähringer Burg bis zum Stadtteil Zähringen bahnt: Mal heiter glucksend, mal friedlich flüsternd oder lebendig pulsend, dann, etwa nach Regen, auch bedrohlich rauschend.

© Friederike Zimmermann

Susanne Allgaier vor ihrem Atelier


Wen sollte es da wundern, dass sich ihr künstlerisches Schaffen aus dieser Nähe zur Natur speist und vom Wechsel der Jahreszeiten geprägt ist: Wie ein Kinofilm wird ihr Dasein an diesem Ort von dieser Wassermusik untermalt; wie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das fast schon mystisch anmutet, verschmelzen hier Schaffen und Sein.
Susanne Allgaier arbeitet ausschließlich mit den Materialien, die sie vor Ort auffindet, aus ihrem Kontext heraushebt und schließlich in einen neuen Zusammenhang überführt. Äste werden zu gigantischen Windfängern, Renovierungsreste eines alten Kachelofens werden zu Bildobjekten.
Für die aktuelle Herbstausstellung wendet sie sich mit dem Wasser dem Hauptprotagonisten dieser alten Mühle zu, die bis zu Susanne Allgaiers Einzug mit ihrer Werkstatt vor etwa zwei Jahren ein Waisendasein fristete. Ihr aktueller Arbeitsplatz befindet sich also… im Bach. In der Strömung stehend erstellt und befestigt sie freistehende Objekte, die die Bewegung des Wassers mittels schwimmender Elemente auf einen Malgrund übertragen. Dabei geht sie unterschiedlich vor: Zum einen wird ein Farbträger vom Wasser bewegt, der auf einen feststehenden Malgrund übertragen wird, zum anderen verwendet sie einen feststehenden Farbträger, der dann einen freischwingenden Malgrund bearbeitet.
Im Rahmen der Ausstellung findet am 9. November, um 17 Uhr, eine Lesung mit Ursula Stumpf und Texten aus dem Buch „Die Pflanzenmanufaktur“ statt – Ergebnis eines zwei Jahre dauernden Buchprojekts, dem sich Susanne Allgaier und die Pharmazeutin akribisch widmeten: Während Ursula Stumpf ihr Wissen über Färbepflanzen, Naturheilmittel, Naturwaschmitteln und Leckereien aus der Natur einbrachte, begleitete Susanne Allgaier sie mit der Kamera und dokumentierte ihre Vorlagen in Einzelschritten. Ein Buch, das konkrete Anleitungen zum Arbeiten mit Naturmaterialien gibt.
Am 21. Dezember steht das Atelier noch einmal für Besucher*innen offen.
Weitere Infos: susanneallgaier.de

Friederike Zimmermann