20 Jahre trinationale Architekturtage mit besonderem Programm

Die 20. Ausgabe der trinationalen Architekturtage findet noch bis zum 31. Oktober unter dem Titel Fait maison? // Hausgemacht? in Deutschland, Frankreich und der Schweiz statt. In Zeiten von Quarantäne und Social Distancing gewinnen die eigenen vier Wände und das Thema Architektur an immer größerer Bedeutung. Monatelange Ausgangsbeschränkungen haben es uns ermöglicht, unser eigenes Zuhause neu zu entdecken und ein Gefühl dafür zu gewinnen, wie wichtig eine ausgewogene Architektur für ein gesundes Wohnen und Leben tatsächlich ist. Gleichzeitig konnten neue Fragen entwickelt werdem, die zwangsläufig an Bedeutung gewonnen haben: Wie leben wir und wie möchten wir in Zukunft leben? Welche Wohnformen können unseren Bedürfnissen am ehesten gerecht werden und mit welchen architektonischen und städtebaulichen Problemen sehen wir uns heute konfrontiert? Das Wiederentdecken von hausgemachten Produkten war für viele von uns eine rettende Beschäftigung, sogenannte do-it-yourselfs haben an Popularität gewonnen; Wartezeiten in Baumärkten und Co waren die Folge. Kaum einer hat die Zeit der Ausgangsbeschränkungen nicht genutzt, um sich an köstlichen Rezepten, Näh- oder Heimwerkarbeiten auszuprobieren. Ein wachsender Trend oder viel mehr eine Rückbesinnung auf regionale Produktion hat sich bei im Zuge dessen vielen entwickelt. Dabei ist eine neue Lebensweise entstanden, die der Architekturbranche die Chance gibt, einen neuen Platz innerhalb der Gesellschaft einzunehmen. Die 20. Ausgabe der Architekturtage möchte ein Teil dieses Impulses sein und schlägt nachhaltige Konzepte vor, diese Periode unserer Menschheit zu reflektieren und einen positiven Fortschritt daraus zu gewinnen. Die Umstände, die vielen Festivals und Veranstaltungen große Schwierigkeiten bereiten, haben dem Europäischen Architekturhaus als Inspiration gedient und seine Projektträger*innen dazu angeregt, neue Formate und Denkanstöße zu entwickeln. Höhepunkt der Architekturtage 2020 sind wie immer die großen Konferenzen, zu denen auch in diesem Jahr zwei Größen der Architektur anreisen werden: die mexikanische Architektin Tatiana Bilbao (24. Oktober, Straßburg, LeMaillon) und der deutsche Architekt Werner Sobek (31. Oktober, Offenburg, Oberrheinhalle).

Auch in Freiburg bieten die Architekturtage 2020 in Kooperation mit verschiedenen lokalen Institutionen, darunter das Centre Culturel Français und das Kommunalen Kino, ein vielfältiges Programm, welches sich auf verschiedenen künstlerischen Ebenen dem übergeifenden Thema der Architektur widmet.
Noch bis zum 31. Oktober präsentiert das Centre Culturel Français die Ausstellung Archifoto 2019, ein alle zwei Jahre stattfindender Architekturfotowettbewerb, der die Verbindung zwischen Fotografie und Architektur hervorhebt.
Im Musikpavillion des Stadtgartens können Besucher*innen vom 9.-10. Oktober eine Installation des Künstlers Michael Frick entdecken. Raumgreifen lässt Beobachter*innen die Vielseitigkeit des Raums begreifen und macht ihn durch verschiedene Interventionen erfahrbar.
 The Human Shelter zeigt das Kommunale Kino am 25. Oktober, 19:30 Uhr. Der Kinoabend führt Film- und Architekturbegeisterte auf eine faszinierende Entdeckungsreise, bei der ein aktuelles Thema im Mittelpunkt steht und zum Nachdenken anregt: Wie kann ein Zufluchtsort zu einem Zuhause werden? Der Regisseur Boris Bertram stellt diese Frage und entführt die Zuschauer*innen auf eine Reise durch neun Länder, angefangen in einem Flüchtlingslager im Irak bis hin zum nördlichsten Landstück Norwegens.
Das komplette Programm der Architekturtage 2020 finden Sie hier.
Weitere Infos: www.m-ea.eu

Bildquellen

  • Tatiana Bilbao: Ana Hop