Straußenführer 2017


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Kontinuität, Recycling-Musik und eine Enttäuschung

Generalmusikdirektor Fabrice Bollon stellt die neue Konzertsaison des Philharmonischen Orchesters Freiburg vor

Der kommende Wechsel der Intendantin Barbara Mundel zu Peter Carp am Freiburger Theater hat für das Philharmonische Orchester, was die Sinfoniekonzerte angeht, keine Bedeutung. Generalmusikdirektor Fabrice Bollon sorgt hier für Kontinuität und setzt auch in der kommenden Spielzeit auf einen Mix aus Bekanntem und Unbekanntem, ohne dabei ganz avantgardistische Stücke ins Programm zu nehmen.

Fabrice Bollon, Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Freiburg (© Britt Schilling)

Fabrice Bollon, Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Freiburg (© Britt Schilling)

Mit Sonja Villforth (Klarinette) und Hellmut Karg (Tuba) sind wieder Orchestermitglieder als Solisten zu hören. Die Beschäftigung mit dem französischen Komponisten Albéric Magnard setzen die Freiburger fort – eine Gesamtaufnahme seiner Orchesterwerke wird für das Label Naxos peu à peu eingespielt. Im 1. Sinfoniekonzert (3.10.) kombiniert das Philharmonische Orchester Freiburg seine „Hymne à Venus“ mit Schostakowitschs 5. Sinfonie und Prokofiews 1. Violinkonzert (Solist: Michael Barenboim), Magnards 3. Sinfonie trifft beim 4. Sinfoniekonzert (20.3.18) auf Bartóks 3. Klavierkonzert (Solist: Philippe Bianconi) und Dvoráks sinfonische Dichtung „Der Wassermann“.

Besonders ist das 7. Sinfoniekonzert (19.6.18) mit Magnards „Chant funèbre“, in dem mit Igor Strawinskys „Psalmensinfonie“ und Gabriel Faurés Requiem gleich zwei große Chorwerke auf dem Programm stehen. Dafür wird der Theaterchor verstärkt durch die Camerata Vocale Freiburg.

Zur augenzwinkernden Hommage an die Green City gerät das Garbage Concerto von Jan Järvlepp (5. Sinfoniekonzert am 10.4.18), für das die Schlaginstrumente erst auf dem Schrottplatz zusammengesucht werden müssen. Recycling in der Musik! Beim vom ersten Gastdirigenten Gerhard Markson geleiteten 3. Sinfoniekonzert spielt die junge Freiburger Geigerin Milena Wilke, deren Eltern Orchestermitglieder sind, die Symphonie espagnole von Éduard Lalo (27.2.18). „Mit der Ukrainerin Oksana Lyniv, der neuen Opernchefin in Graz und früheren Assistentin von Kirill Petrenko in München, präsentieren wir eine der begabtesten Dirigentinnen der jungen Generation“, verspricht Fabrice Bollon für das 6. Sinfoniekonzert (u.a. 3. Sinfonie von Jean Sibelius) beim Pressegespräch.

Kompositionen von Albéric Magnard sind auch in den Kammerkonzerten vertreten. Mit einem E.T.A.-Hoffmann-Schwerpunkt findet die Opernpremiere von „Hoffmanns Erzählungen“ (22.10.17) Widerhall in der Kammermusikreihe. Der erste Kapellmeister Daniel Carter präsentiert beim 6. Kammerkonzert (13.5.18) Werke von australischen Landsleuten.

Die Hoffnung von Fabrice Bollon, durch den Weggang des SWR-Symphonieorchesters eine größere Präsenz für das Philharmonische Orchester Freiburg im Konzerthaus zu erhalten, hat sich erst einmal zerschlagen. „Das ist natürlich eine große Enttäuschung für uns, zumal in meinem Vertrag eine Unterstützung des Anliegens seitens der Stadt versprochen wurde.“ Der Generalmusikdirektor hofft aber noch auf eine positive Lösung der Gespräche mit dem Oberbürgermeister und der FWTM.

Georg Rudiger

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