Soziale Plastiken

Die Regionale ist in Freiburg an drei Orten zu sehen.
Dieses Jahr ist alles ein wenig anders. Denn die Kunsthalle Basel und der Ausstellungsraum Klingental haben nicht allein die Räume getauscht, sondern das Team des Ausstellungsraums lädt all jene Künstler in die Kunsthalle, die von den Kuratoren der anderen Häuser nicht ausgewählt wurden. Es sind ganze 410 Künstler, die sich auf dieses Spiel mit den Regeln der Regionale eingelassen haben, die zehn Künstler, die Annette Amberg und Roos Gortzak für den Ausstellungsraum juriert haben, versprechen dahingegen eine konzentrierte Ausstellung.

Man darf gespannt sein, wie sich diese Fülle an Arbeiten in der Kunsthalle machen wird und welche Konsequenzen dies für das kommende Auswahlverfahren der länder-übergreifenden Jahresschau haben wird.

In Freiburg, wo die Regionale noch nicht eine derartige Tradition aufweisen kann wie in Basel, ist man das Großereignis konventioneller angegangen. Mittlerweile sind es mit dem Kunstverein Freiburg, dem Kunsthaus L6 und dem T66 drei Institutionen, die sich an der Regionale beteiligen. Während sich das Kulturwerk auf Arbeiten von Matthias Frey konzentriert, der schon des Öfteren mit kleinformatigen Objekten und architektonischen Skulpturen überraschen konnte, wird im Kunstverein eine Gruppenausstellung mit 43 Künstlern zu sehen sein, die wirklich einen Überblick über das Kunstschaffen im Dreiländereck bieten sollten.
Im Kunsthaus L6 wird sich die Regionale nicht nur erstmals über beide Stockwerke ausbreiten und damit auch die Künstlerwerkstatt bespielen, sie steht darüber hinaus unter einem thematischen Zugriff.

Die beiden Kuratorinnen Dorothea Leicht und Carola Conradt haben Werke ausgewählt, die sich mit Strukturen befassen, seien es formale oder soziale. So trägt Kathrin Borer auf die Wand leicht abgetönt charakteristische Figurengruppen aus Pressefotos auf. Aufnahmen von Demonstrationen, Kriegsszenen, aber auch Stars wie Britney Spears sind darunter, die nun nur als weiße Silhouette auf Weiß sichtbar werden. Celia Sidler hingegen ordnet ausgeschnittene Lebensmittelreklame zu einem ornamentalen Papierteppich an, der den Boden bedeckt. Das Künstlerpaar Susanne Schär und Peter Spillmann hat alte Möbel, aber auch einen kaputten Boiler und Stellwände zu einer Plastik vereint und in durchsichtige Folie eingewickelt. Wahrscheinlich aber ist die Regionale selbst eine soziale Plastik. Dieses Jahr ist sie in 14 verschiedenen Kunsträumen zu entdecken.

Kunsthaus L6, Lameystr. 6, bis zum 11. Januar 2009.
Öffnungszeiten: do/fr 16-19 Uhr, sa/so 11-17 Uhr

Kunstverein Freiburg, Drei­samstr. 21, bis zum 4. Januar 2009.
Öffnungszeiten: di-so 12-18 Uhr, mi 12-21 Uhr,
T66, Talstr. 66, bis 21.12. Öffnungszeiten: do-fr 14-18 Uhr.

Weitere Infos unter: regionale9.net

A. Hoffmann

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