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Gesundheit | Dezember 2019 | von Redaktion

Förderpreis „Helfende Hand“ geht nach Freiburg

Auszeichnung für Region der Lebensretter

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im historischen Ambiente des Humboldt Carrés in Berlin wurde das ehrenamtliche Engagement in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald für die Region der Lebensretter mit dem 2. Preis in der Kategorie „Innovative Konzepte“ ausgezeichnet. Der vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat bereits zum elften Mal verliehene Förderpreis Helfende Hand im Bevölkerungsschutz würdigt das Engagement von Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Krankenhäuser ihre ehrenamtlichen Helfer und hauptberuflichen Mitarbeiter zur aktiven Mitwirkung einzuladen.

© Klemens Baldas

Förderpreis Helfende Hand

Jeder der bis heute 680 Helfer im Projekt erhält eine Beatmungsmaske und eine Warnweste sowie einen Code zur Freischaltung einer innovativen Lebensretter-App, mit der Helfer geortet und alarmiert werden können. Mit dem Projekt wird die Schnittstelle Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz optimiert und es wird effektiv die Lücke zwischen Notfallereignis und den ersteintreffenden Helfern (Helfer-vor-Ort Systeme) geschlossen.
In Deutschland ist der plötzliche Herztod eine der drei häufigsten Todesursachen. Ca. 50.000 Patienten jährlich erleiden einen plötzlichen Herzkreislaufstillstand. Leider überleben nur ca. 10 Prozent der Patienten, weil mit der Herzdruckmassage zu spät begonnen wird. Bei 25-50 Prozent der Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand liegt eine Herzrhythmusstörung vor, die mit einem Stromstoß (der so genannten Defibrillation) behoben werden kann. Wenn innerhalb von weniger als 5 Minuten nach Herz-Kreislaufstillstand mit der Herzdruckmassage begonnen wird und der Patient vor Eintreffen des Rettungsdienstes bereits defibrilliert wird, kann die Überlebenswahrscheinlichkeit auf bis zu 70 Prozent gesteigert werden. In Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald treten jährlich ca. 250 Fälle mit Herz-Kreislaufstillstand auf. „Wir erwarten durch das Projekt eine deutliche Erhöhung der Überlebensrate reanimierter Patienten“, betont Professor Dr. Michael Müller, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im RKK Klinikum St. Josefskrankenhaus und Vorsitzender des Vereins Region der Lebensretter www.regionderlebensretter.de. PD Dr. Georg Trummer, Bereichsleiter Herz- und Gefäßchirurgische Intensivmedizin am Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen und Vorstandsmitglied im Verein, ergänzt: „Unsere Vision ist zunächst eine landesweite Umsetzung der Lebensretter-App, um damit noch viel mehr Menschen jährlich retten zu können.“ Auch die Hilfs­organisationen in Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald engagieren sich in dem Projekt. „Die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sind sehr schnell an der Einsatzstelle, aber bei einem Herz-Kreislaufstillstand muss schon in den ersten Minuten mit der Herzdruckmassage begonnen werden“, erläutert Jochen Hilpert, Vorstand im DRK Kreisverband Freiburg. Seine Kollegin Sabine Würth, Geschäftsführerin der Malteser in Freiburg betont, dass die Hilfsorganisationen mit sehr vielen ehrenamtlichen Helfern im Projekt eine wertvolle Hilfe sind. Vor allem im ländlichen Bereich treffen die Ersthelfer oft viel früher ein als der Rettungsdienst. „Deutschland braucht und schätzt das freiwillige Engagement“, stellt Bundesinnenminister Horst Seehofer im Rahmen der Preisverleihung fest, bei der die Freiburger Initiative auch den großen Publikumspreis gewonnen hat.