25 Jahre Tanzgeschichte in Freiburg

Vom 14. bis 30. Oktober findet das 18. Internationale Tanzfestival Freiburg stat

Die Choreographie "Children" mit Louise Lecavalier

Es ist nicht verborgen geblieben. Und so ist Pina Bauschs Choreografie „Kontakthof“, einer der Höhepunkte des 18. Internationalen Tanzfestival Freiburg, bereits ausverkauft. Kein Wunder, diese Annäherung der Geschlechter des Tanztheater Wuppertal mit all ihren Freuden, Nöten, ihrem Glück und Verfehlungen, ist legendär. In Freiburg ist das Tanzstück, das 1978 uraufgeführt wurde, in der Variante mit Jugendlichen am 26. und 27. Oktober im Großen Haus des Theater Freiburg zu sehen. Ein Tag zuvor zeigt das E-Werk die Arte-Dokumentation von Anne Linsel über das Entstehen dieser Produktion. Linsel hatte das jugendliche Ensemble und die Tänzer der Originalbesetzung Josephine Ann Endicott und Bénédicte Billiet während der einjährigen Probezeit begleitet.
Wer nun enttäuscht ist, da er keine Karten mehr für den „Kontakthof“ bekommen hat, die anderen Aufführungen, die vom 14. bis 30. Oktober im E-Werk zu sehen sind und von den Festivalleitern Karin Hönes und Wolfgang Graf ausgewählt wurden, sind wahrlich kein Trostprogramm. So beginnt die Veranstaltung, die in diesem Jahr ihr 25jähriges Jubiläum feiern kann, mit dem Gastspiel der energetischen kanadischen Tänzerin Louise Lecavalier (14./15.10.), die zusammen mit Patrick Lamothe und Elijah Brown die beiden Choreografien „Children“ und „A few minutes of Lock“ auf die Bühne bringen wird. Louise Lecavalier war Tänzerin bei La La La Human Steps, der zweite Teil des Abends wird auf diese Zusammenarbeit mit Édouard Lock zurückblicken. Wie die Jahre zuvor holen Karin Hönes und Wolfgang Graf Produktionen nach Freiburg, die eine ganze Bandbreite an zeitgenössischem Tanz zeigen. Das sehr ästhetische Duo der Pianistin Aki Takase und der Tänzerin Yui Kawaguchi (19.10.) ist genauso dabei wie der ausgesprochen physische Auftritt von Brahim Bouchelaghem & Top 9 (22./23.10.), der Hip-Hop zu persönlichem Ausdruck führt. Und auch Emio Greco und Bertha Bermudez Pascual zeigen am 28. und 29. Oktober ein Duo. Ein Wiedersehen gibt es dann am 30. Oktober mit „Les Slovaks Dance Collective“, die in Brüssel beheimatet sind und vor vier Jahren bei ihrem Gastauftritt in Freiburg mit ihrer Mischung von Witz, Folklore und zeitgenössischem Tanz zu begeistern wussten.
Mit der Tanzperformance „Lost & Found“ wurde auch dem Nachwuchs des Kooperationspartners bewegungsart Platz eingeräumt (20.10.) und am 21. Oktober gehört das E-Werk dem Tango Festival Tangomafia, die einen Milonga-Abend veranstalten. „Tanz in Utopia“ bringt junge deutsche und französische Tänzer mit Freiburgs wohl bekanntestem Stadtteil, dem Vauban, in Kontakt. Die Ergebnisse dieses Workshops sind vom 23. bis 30. Oktober jeweils um 18 Uhr zu sehen, am 29. Oktober wird es zudem eine Performance geben. Unter dem Motto „Festival der Stadt“ steht auch die Podiumsdiskussion zur Zukunft von Tanz- und Theaterfestival. Gut sieht die aus, möchte man meinen, wenn sich das Festival durch Kooperationen und Interventionen derart in der Stadt verankert.
Das 18. Internationale Tanzfestival Freiburg findet vom 14. bis 30. Oktober im E-Werk und im Theater Freiburg statt. Weitere Infos unter www.tanzfestival-freiburg.de
Annette Hoffmann

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