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Vision 2025 | März 2015 | von redaktion

Offene Fragen

Zur Neugestaltung des Innenstadtrings

Unübersehbar: der große Innenstadtumbau hat begonnen. Seit kurzem wurde die Kronenbrücke zur Großbaustelle, samt Sperrung für den Autoverkehr. Das Jahrzehntprojekt dürfte rein bautechnisch relativ reibungslos vonstatten gehen. Ein Aspekt scheint aber völlig ungeklärt zu sein: Wie steht es an diesem zentralen Boulevard künftig mit der Platzierung der öffentlichen Kunst?
Vieles ist und war da schon existent. Angesichts der neuen urbanistischen Funktion (und Wirkung) der Straßenachse wird es aber nicht damit getan sein, vorhandene Kunstwerke zu belassen, wo sie sind, oder vielleicht um ein paar Zentimeter zu verrücken. Es bedarf einer detaillierten Analyse und Diskussion, die hier nicht geleistet werden kann. Deshalb in aller Kürze lediglich zwei Beispiele:
Der gesamte (südliche) Teilabschnitt zwischen Kronenbrücke und Uni-Bibliothek blieb bislang relativ ‚frei‘ von Kunst. Er erhält aber künftig eine enorme städtebauliche Aufwertung. Darum gibt es hier ein Vakuum, einen Handlungsbedarf, eine große Chance eben auch.

 

Der große Innenstadtumbau hat begonnen

Der große Innenstadtumbau hat begonnen


Eine andere gewichtige Gestaltungsfrage ergibt sich am nördlichen Ende, am Fahnenbergplatz. Es ist das ein Platz, der zwar den Namen trägt, aber bislang als solcher gar nicht wahrgenommen werden kann. Es ist das kaum mehr als eine T-förmige Straßenkreuzung, durch die Abzweigung von der Friedrichstraße aus Westrichtung entsteht überhaupt erst die kleine mittige Insel mit schweren Bäumen, stillgelegtem Brunnen und … – ja, und einem merkwürdigen, hässlichen Betonklotz! Was ist dieser unförmige Brocken? Es handelt sich um ein ‚Denkmal‘ der Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, stark umstritten und nach seinerzeit heftigen Debatten im Gemeinderat 1969 dann doch aufgestellt. Das ist ästhetisch widerwärtig, historisch von ‚vorgestern‘ und politisch beileibe nicht mehr auf der Tagesordnung. Durch die allfällige Beseitigung des revanchistischen Steins und die ebenfalls erfolgende Aufwertung dieses bisherigen Pseudo-Platzes im neuen Ring-Konzept entsteht auch hier ein willkommener Freiraum für ansprechende Kunst. Ein von der städtischen Kulturverwaltung vor kurzem noch angedachter Kunstwettbewerb Rotteckring wurde mittlerweile gestrichen. Von Belang und erforderlich wäre er aber ganz besonders.
Martin Flashar