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Nachhaltig | Juni 2016 | von barbara

Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Erneuerbare Energien – Eine moralische Pflicht

Vor wenigen Jahren wäre unser heutiger Fortschritt undenkbar, ja beinahe utopisch gewesen. Mit Stolz darf Deutschland behaupten, dass 35 Prozent unseres Stroms aus Erneuerbaren Energien stammt. Die Tendenz ist noch immer steigend. Zu verdanken haben wir diese beeindruckende Entwicklung nicht nur der Politik, sondern vor allem den engagierten Bürgern unseres Landes, die nicht nur für die Erneuerbaren auf die Straße gehen, sondern auch selbst finanziell mit anpacken. Dies gehört zu den besonderen und weltweit herausragenden Facetten unserer Energiewende, denn in kaum einem anderen Land packen die Bürgerinnen und Bürger mit so viel Herzblut selbst mit an.

Ungefähr die Hälfte der im vergangenen Jahr gebauten Wind- und Solarprojekte sind Bürgeranlagen, auch hier ist die Entwicklung weiterhin steigend. Dieses Engagement könnte nun aber von Seiten der Bundesregierung drastisch gebremst werden. Eine Novellierung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) würde nun einen Systemwechsel, hin zu Ausschreibungen, bedeuten. Diese Änderungen haben bereits in anderen europäischen Ländern zu fatalen Folgen geführt. Neben geringerer Bürgerbeteiligung konnte man ebenfalls eine signifikante Preiserhöhung feststellen – Entwicklungen, die zu einer enormen Verlangsamung der Energiewende in Ländern wie beispielsweise England geführt haben.

Aber warum überhaupt ein Gesetz verändern, das in den letzten Jahren zu durchweg positiven Entwicklungen geführt hat? Das EEG stellt sich bis jetzt als gewaltiges Erfolgsmodell dar, mit dem wir mittlerweile als Spitzenreiter der Erneuerbaren Energien in Europa zählen. Die Energieversorgung wurde dezentralisiert und in die Hände von Bürgerinnen und Bürgern, Stadtwerken und Kommunen gelegt. Der Preis für Erneuerbaren Strom vom beispielsweise eigenen Dach ist preiswerter als eingekaufter und stellt auch für Gewerbe und Industrie eine attraktive Option dar.

Darüber hinaus konnte das EEG neue Arbeitsplätze mit Zukunft schaffen. Die Industrie der Erneuerbaren Energien ist im Vormarsch und mittlerweile gehören wir zu den Weltmeistern in Sachen Forschung, Entwicklung und Fertigung von Wind- und Solaranlagen. Die Zukunft beweist sich in Zahlen: Heute exportieren deutsche Windanlagenbauer rund zwei Drittel ihrer Produktion. Eine Überholung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes würde also viel aufs Spiel setzen. Arbeitsplätze, technologischer Vorsprung, Dezentralisierung des Gewerbes und vor allem das rege Interesse unserer Bürger an einem Atom- und Kohlestrom freien Deutschland.
Die Erneuerbaren haben eine Dynamik entwickeln können, die selbst die pessimistischsten Experten überrascht hat. Trotz unseres positiven Fortschrittes sollen die regenerativen Energien bis 2015 auf maximal 45 Prozent gebremst werden. Das in Paris vereinbarte Klimaschutzziel, für das sich unter anderem Deutschland verantwortet hat, wäre so nicht mehr zu erreichen. Anlässlich dieser riskanten Vorhaben der Bundesregierung plädieren Hubert Weiger (Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND) und Sebastian Sladek (Vorstand EWS Schönau eg) für einen weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Zugunsten unseres Planeten und des volkwirtschaftlichen Wohlstandes müssen den Worten der Politiker in Paris nun endlich Taten folgen.

Elisabeth Jockers