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Kultour | Februar 2020 | von Redaktion

17. Mundologia-Festival vom 7. bis 9. Februar 2020 im Konzerthaus Freiburg

„Neugier auf das Unbekannte“

„Neugier auf das Unbekannte“ – Unter diesem Motto stehen 2020 alle Live-Reportagen, Fotoausstellungen und Workshops der 17. Auflage des Mundologia-Festivals, das ins Konzerthaus Freiburg einlädt.
Neugier ist eine unserer wichtigsten Eigenschaften. Wie ein innerer Motor treibt sie seit Menschengedenken unsere Entwicklung voran und hilft uns, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ohne sie hätten wir weder ferne Kontinente entdeckt, noch wären wir zum Mond geflogen! Diese Lust auf das Unbekannte und Riskante steht auch im Mittelpunkt der 17. Mundologia. Das spiegelt sich auch im Reportagen-Programm wider. Mit Hilfe modernster Technik, lichtstarken Beamern und einer 12,5 x 8 Meter großen Leinwand bringen die Veranstalter beeindruckende Bilder und Videos in HD-Qualität auf die große Bühne im Konzerthaus.

© Harald Philipp
© Chhikara/Franzisket

Festivaleröffnung
Europas größtes Reportage-Festival beginnt in diesem Jahr bereits am Freitagnachmittag mit einer eindrücklichen Sonderveranstaltung. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Deutschen Wiedervereinigung präsentieren die beiden thüringischen Globetrotter Axel Brümmer und Peter Glöckner um 16.30 Uhr ihren Kultvortrag „30 Jahre Weltsichten – Auf den Spuren einer Weltumradlung“ in einer Neuauflage. Die beiden ehemaligen DDR-Bürger haben sich 1990 aufgemacht, die Welt außerhalb der gefallenen Mauern zu erkunden: In fünf Jahren haben die Weltreisenden 80.500 Kilometer zurückgelegt, 59 Länder durchquert, unterwegs sieben Rahmenbrüche geschweißt und 65 Mal die Reifen gewechselt. Ohne Handy, GPS und Internet waren sie durch Kleinasien, Afrika, Indien, Südost-Asien, China, Australien, Neuseeland, Tahiti, Südamerika, die Vereinigten Staaten und Russland geradelt. Oft schliefen sie unter freiem Himmel, hielten sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und erlebten unzählige Abenteuer.
Offiziell eröffnet wird die 17. Mundologia im Anschluss um 20 Uhr von Fotojournalist Andreas Pröve. In „China – Abenteuer Jangtse“ berichtet er von seiner atemberaubenden Reise im Rollstuhl von Shanghai nach Tibet. Der querschnittsgelähmte Fotojournalist zeigt in seiner neuen Reportage, dass die Grenzen des Machbaren oft weiter entfernt liegen, als wir selbst glauben. So reiste er von der Mündung des Jangtsekiang, dem längsten Fluss Asiens, folgte ihm durch Chinas Megastädte, querte Nationalparks, Wüsten und Bergregionen und kam schließlich nach 6.000 Kilometern als erster Rollifahrer der Welt an der Quelle in Tibet an. Sein Rollstuhl verfügte über einen Schiebemotor, der ihm ordentlich Speed verlieh, gleichzeitig fungierte er als Türöffner, denn Pröve war in vielen Situationen auf die Unterstützung der ortsansässigen Bevölkerung angewiesen. Dies ermöglichte ihm einen einmaligen Zugang zu den Menschen – in spannenden Porträts stellt er sie vor und lässt sie in Interviews zu Wort kommen. Der Publikumsliebling aus der Lüneburger Heide hat eine offensive und hautnahe Bühnenpräsenz, dirch seine authentische, offene und witzige Art versteht er es blendend, das Publikum zu unterhalten und zu begeistern.

© Brümmer/Glöckner

Der Samstag
Das Programm am Samstag zeugt ebenfalls von großer Neugier und Entdeckerlust: Profi-Fotograf Peter Gebhard begeistert in seiner Reportage „Bulli-Abenteuer Island“ mit wunderschönen Geschichten, spektakulären Filmsequenzen, Bildern und Luftaufnahmen. Seit 30 Jahren bereist er regelmäßig die faszinierende Insel am Polarkreis. Seinen letzten Abenteuer-Trip nach Island unternahm er mit seinem T1-Bulli und befand sich aufgrund dieser Reiseart sechs Monate lange jederzeit dicht am Puls der Erde. Mit entschleunigenden 44 PS fuhr er über 10.000 Kilometer durch großartige Landschaften und lernte die Nordmeerinsel und seine Bewohner gänzlich neu kennen.
Die eindrucksvolle Reportage „Irak – Eine Reise ins unbekannte Kurdistan“ des Freiburger Fotojournalisten David Lohmüller gewährt Einblicke in eine Region, die kaum jemand kennt. Für seine humanitären Verdienste und sozialkritischen Reportagen wird er zum Mundologia-Preisträger 2020 gekürt. Da der Vortrag zum Festival zweimal ausverkauft ist, wird es am 1. März um 18 Uhr einen Zusatztermin im Paulussaal geben.
„Unterwegs auf den Pilgerwegen der Welt“ ist ein inspirierendes Reise-Epos, das als Gesamtwerk mehrerer Fotografen auf einzigartige Weise einmal um den gesamten Erdball führt. Den Alltag hinter sich lassen, Kraft spüren, zur Ruhe und zu sich selbst kommen, in Landschaften eintauchen, im Hier und Jetzt sein – es gibt viele Gründe zu pilgern. Dieter Glogowski, Andrea Nuss und Stefan Rosenboom berichten jeder auf seine Weise von ihren Pilger-Erfahrungen in Deutschland, den Alpen, Italien, Norwegen, Georgien, Sinai Nepal, Tibet und in Japan. Alle drei Fotografen eint die Überzeugung: Beim Gehen können wir unser Leben neu ordnen, loslassen, was uns hetzt, zu uns selbst finden, statt stetiger Beschleunigung erfahren wir besinnliche Langsamkeit (der Kultur Joker berichtete in der Dezemberausgabe 2019 ausführlich).
Ein indischer Fotograf und eine deutsche Journalistin, beste Freunde, begeben sich mit einer selbstgebauten blauen Rikscha auf eine aufregende Abenteuerreise quer durch Indien, um herauszufinden, was dort Liebe bedeutet. Nagender Chhikara und Christina Franzisket zeigen in ihrer außergewöhnlichen Reportage „Culture Curry – Auf den Spuren der Liebe durch Indien“ berührende Bilder und bieten einen tiefen Einblick in die indische Kultur.
„Faszination Natur“ – ein Vortrag, eine Leidenschaft, zwei preisgekrönte Top-Fotografen: Mit Hermann Hirsch und Dieter Schonlau stehen am Samstagabend zwei überaus talentierte und renommierte Naturfotografen mit einem gemeinsamen Live-Vortrag auf der Bühne der Mundologia. Der junge und enorm kreative Hermann Hirsch versteht es wie kein anderer, die heimische Wildnis und deren Bewohner gekonnt und aus einer ungewöhnlichen Perspektive abzulichten. Dieter Schonlau dagegen geht seit vielen Jahren regelmäßig zusammen mit seiner Frau auf Dschungelexpedition, für das perfekte Bild gibt er alles und nimmt dafür alle Widrigkeiten im grünen Dickicht in Kauf. Beide Fotografen entführen den Zuschauer in eine geheimnisvolle Wunderwelt, verzaubern und verblüffen den Zuschauer durch nie dagewesene Perspektiven auf die Tierwelt.

© Hermann Hirsch
© Peter Gebhard
© David Lohmüller

Der Sonntag
Den Zuschauer erwarten am Sonntagmittag mit Gregor Sieböcks herausragender Patagonien-Reportage dramatische Bergkulissen, gigantische Gletscher, ungebändigte Flüsse, Urwälder und eine beeindruckende Tierwelt. Der Weltenwanderer hat die extremen Landschaften Patagoniens über lange Zeit erkundet. Zu Fuß, mit dem Kajak und auf dem Rücken der Pferde zog er in die Wildnis und wurde von einem Lebensgefühl gepackt, das geprägt war von Freiheit, Langsamkeit, Stille und dem Einssein mit der Natur. Der Vortrag spiegelt seine Liebe zur Natur wider, zeigt extreme Landschaften und eine beeindruckende Tierwelt. Während Sieböck bevorzugt zu Fuß unterwegs ist, reist Dirk Schäfer am liebsten mit dem Motorrad. In „USA – Wunder im Südwesten“ berichtet er von seinem Roadtrip durch den legendären Wilden Westen Amerikas. Der mehrfach ausgezeichnete Reise- und Motorradfotograf hat die zeitlose Schönheit und Wildheit dieser weltweit einzigartigen Landschaften in großartigen Bildern festgehalten.
Der bereits ausverkaufte Vortrag „Großstadt Wildnis – Auf Safari in urbaner Natur“ des Kölner Fotojournalisten Sven Meurs entführt das Publikum auf eine außergewöhnliche Safari, die in die Hektik, den Verkehr und die Hochhaussiedlungen unserer Städte führt. Denn nur wenige Regionen in Deutschland sind so artenreich wie unsere Großstädte. Unbemerkt von uns Menschen sind sie von Wildschweinen, Füchsen, Bibern und Steinkäuzen erobert worden. Die Tiere haben Nischen gefunden, in denen sie überleben und sich ausbreiten können. Meurs hat sie aufgespürt, ihre erstaunliche Anpassungsfähigkeit bewundert und in sagenhaften Bildern festgehalten. Am 1. März gibt es im Paulussaal um 14.30 Uhr einen Zusatztermin.
Der österreichische Reisejournalist Pascal Violo berichtet in seiner neuen Live-Reportage „Himalaya – Gipfel, Götter, Glücksmomente“ die spannendsten Geschichten seiner abenteuerlichen Reisen durch Nepal, Bhutan, Ladakh und Tibet. Verschneite Pässe und abgelegene Dörfer zwischen den höchsten Berggipfeln der Erde – das ist der Himalaya. Violo hat die Schönheit und Seele der Gebirgslandschaft, aber auch die Menschen der Region in berührenden Aufnahmen festgehalten.
Am Abend nimmt Profi-Mountainbiker Harald Philipp das Publikum mit auf bisher unbefahrene Pfade in die entlegensten Gebiete der Alpen und Asiens. „Mountainbike Pfad-Finder“ ist eine Geschichte über die Neugier auf das Unbekannte ‚par excellence‘, über die Freiheit, seinen Lebensweg selbstbestimmt zu gestalten und im Unterwegssein zu finden. Jahrelang hat Harald Philipp als Mountainbiker die Grenzen des Machbaren verschoben. Selbst dort, wo Wandern in Klettern übergeht, sieht er noch fahrbare Wege. In seiner neuen Reportage erlebte er mit seinem Freund Martin Falkner in straßenlosen Himalaya-Tälern, dass man mit dem Mountainbike als Kommunikationsmittel, auch ohne fließend Nepali zu sprechen, sehr weit kommen kann. Mit packenden Bildern und Filmsequenzen lässt er das Publikum hautnah an seinen Touren teilhaben.

© Harald Philipp
© Gregor Sieböcks
© Pascal Violo

Dreitägiges Event aus Messe, Ausstellung und Seminaren
Der Event-Charakter des dreitägigen Festivals wird neben den 17 Live-Reportagen auch durch die Messe, zahlreiche Seminare, Workshops und hochkarätige Fotoausstellungen geprägt. Über 70 Firmen aus den Bereichen Fotografie und Medien, Reisen und Outdoor sowie regionale Kooperationspartner stellen auf der Messe ihre Produktneuheiten vor. Beratungsgespräche, Informationen und Serviceleistungen, wie zum Beispiel der beliebte „Check and Clean“-Service für digitale Spiegelreflex- und Systemkameras, machen sie jedes Jahr zu einem Besuchermagneten.
Das Workshop- und Seminarprogramm rund um fotografische Themen richtet sich sowohl an Laien als auch an Profis. Top-Fotografen öffnen dabei ihre Trickkiste, leiten praktische Übungen an und liefern neuen fotografischen Input. Das Spektrum reicht vom handwerklichen Grundwissen und einem tieferen Verständnis der Technik über ideenreiche Bildgestaltung bis hin zur anspruchsvollen Reportagefotografie.
Weitere Inspirationen können sich Besucher der Mundologia von den großformatigen Ausstellungen namhafter Fotografen versprechen: Mit Fotoschauen wie Hermann Hirschs „Aviate“, Takehiko Satos „Mikkai Seimei – Mysterious World“ oder „Our world is beautiful“ des CEWE Photo Award haben es die Mundologia-Macher Tobias Hauser und David Hettich einmal mehr geschafft, faszinierende Arbeiten über Menschen, Landschaften und Naturphänomene ins Konzerthaus zu holen.
Ausführliche Informationen zum Programm, zu den Sitzplatzkategorien, Ticketpreisen und Vorverkaufsstellen gibt es unter www.Mundologia.de sowie im Stadtgebiet ausliegenden Mundologia-Magazin.