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Veranstaltungsdetails

Mi   23. Oktober 2019
Allgemein Freiburg Platz der Alten Synagoge
16:30 Uhr: 79. Jahrestag der Deportation der Freiburger Jüdinnen und Juden nach Gurs – Gedenkfeier

79. Jahrestag der Deportation der Freiburger Jüdinnen und Juden nach Gurs


Gedenkfeier


auf dem Platz der Alten Synagoge mit


Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwili-Brücke


Mittwoch 23. Oktober 2019, 16.30 Uhr


 


Seit Oktober 2003 liegt auf der Mauer der Wiwili-Brücke ein Mantel aus Bronze. Eine Tafel erläutert dieses Mahnmal:


 


„Am 22. Oktober 1940 wurden mehr als 450 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Freiburg und Umgebung auf Befehl der nationalsozialistischen Gauleitung von der Güterhalle des Freiburger Bahnhofes aus in das südfranzösische Lager Gurs deportiert. Viele von ihnen kamen schon in Gurs durch Hunger und Krankheit um, die meisten wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.“


 


Das Mantel-Mahnmal ist das Ziel eines Schweigemarsches am Mittwoch 23. Oktober, dem 79. Jahrestag der Deportation nach Gurs. Gemeinsam mit einem großen Mitveranstalterkreis gedenkt die Stadt Freiburg ihrer an diesem Tag vor 79 Jahren deportierten Bürgerinnen und Bürger.


 


Ablauf der Gedenkfeier:


 


Die diesjährige Gedenkfeier beginnt um 16.30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge.


Die Feier beginnt mit Redebeiträgen von Oberbürgermeister Martin Horn und von Vertreter_innen der Israelitischen Gemeinde Freiburg und der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher.


Im Zentrum steht das Vorlesen von Texten von und über nach Gurs deportierte/n Freiburger Jüdinnen und Juden. Zum Gedenken an die Opfer des Holocaust werden El Male Rachamim und Kaddisch von Vertreter_innen der beiden jüdischen Gemeinden gebetet.


 


Im Anschluss geht es in einem Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwili-Brücke. Dort werden Kränze niedergelegt und nochmals El Male Rachamim und Kaddisch gebetet.


 


Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an dieser Gedenkfeier teilzunehmen.


 


Veranstalter:


Kulturamt der Stadt Freiburg in Zusammenarbeit mit Israelitische Gemeinde Freiburg, Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Deutsch-Israelische Gesellschaft, DGB Stadtverband Freiburg, Freundeskreis Freiburg – Tel Aviv-Yafo, Gegen Vergessen – Für Demokratie, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Rosa Hilfe Freiburg, Stolperstein-Projekt Freiburg, SWR Studio Freiburg, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.


Weitere Informationen: Kulturamt Freiburg, Tel. 0761-2012101 und www.freiburg.de/gurs


 


Hinweis auf weitere Veranstaltungen anlässlich dieses Jahrestags


Dienstag 22. Oktober 2019, Platz der Alten Synagoge, 17 Uhr


Stadtführung zum Thema „Arisierung in Freiburg“


 


Unter den nach Gurs Deportierten waren auch jüdische Kaufleute, die in Freiburg ein Geschäft hatten. Am 1. März 1938 gab es in Freiburg noch 71 jüdische Firmen und Geschäfte. Sie wurden "arisiert", also an nichtjüdische Interessenten übereignet, oder einfach liquidiert. Der Journalist Bernd Serger, der sich im Ruhestand intensiv mit der Geschichte der jüdischen Geschäfte in Freiburg beschäftigt hat, führt die Teilnehmer_innen zu sieben einst jüdischen Geschäftshäusern, die "arisiert" wurden, darunter bekannte wie das Warenhaus Sally Knopf (später Kaufhaus Fritz Richter), Tobias Lippmann (später Hettlage) oder Julius Marx (später Betten Striebel), aber auch zu bislang eher unbekannten Stationen.


Eine Anmeldung ist erforderlich unter bernd.serger@aol.com. Bei großem Interesse wird es später eine weitere Führung geben.


Der Eintritt ist frei.


Veranstalter: Israelitische Gemeinde Freiburg


 


Dienstag 22. Oktober 2019, Stadtbibliothek, Münsterplatz 17, 20 Uhr


Das Vermächtnis der sieben Schachteln“ - Lesung mit Dory Sontheimer


 


Lesung auf Deutsch: Natalia Herrera


Im Gespräch mit der Autorin: Verónica Köhler


Grußwort: Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach


Die 1946 in Barcelona geborene Autorin stellt die neu erschienene deutsche Ausgabe ihres Buches über das Schicksal ihrer jüdischen Familie aus Freiburg vor. Erst 2003 nach dem Tod ihrer Mutter erfährt sie, dass sie aus einer jüdischen Familie stammt und ihre Eltern 1934 nach Barcelona emigrierten, um der Verfolgung zu entgehen. In ihrem Elternhaus findet sie Schachteln mit Dokumenten und Briefen, die den Schrecken der Verfolgung und die vergeblichen Versuche ihrer Eltern, Dorys Freiburger Großeltern Eduard und Lina Heilbrunner und deren Vater Abraham Levi zu retten, offenbaren. Alle drei wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Abraham Levi starb in einem Nebenlager von Gurs, die Großeltern wurden 1942 in Auschwitz ermordet.


Für Dory Sontheimer wird diese Recherche zugleich die Auseinandersetzung mit einer für sie bisher unbekannten Identität: Jüdin zu sein.


Der Eintritt ist frei.


Veranstalter: Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher in Kooperation mit der Stadtbibliothek


 



Text: Veranstalter


Platz der Alten Synagoge
Platz der Alten Synagoge
79098 Freiburg