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Veranstaltungsdetails

Do   11. Juli 2019
Vorträge & Gespräche Freiburg Restaurant Baires
20:00 Uhr: Die Sehnsucht nach dem geschlossenen Handelsstaat – Oder: Weltmarkt, Wertgesetz und Judenhass

Die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie ist die vollendete Negation des geschlossenen Handelsstaats, wie ihn Fichte einmal den Deutschen ans Herz legte und wie er heute als Feindbild Globalisten fröhliche Urstände feiert. Aber was nützt es, ihn mit Marx als wahnhafte contradictio in adjecto zu kritisieren, wenn Nationalsozialismus und »Sozialismus in einem Lande« darauf die Probe gemacht haben?


Es nützt vielleicht, um die gegenwärtigen Chancen der Antiglobalisten von links und rechts besser einzuschätzen. Was diese auf die »Globalisten« projizieren, die den funktionierenden National- und Sozialstaat unterminierten, je nach Geschmack und Szene als postmoderner oder neoliberaler Kapitalismus perhorresziert, wird von Marx als Modifikation des Wertgesetzes auf dem Weltmarkt und Stufenleiter in der Durchschnittsbildung der Arbeitsintensität offengelegt, die vom funktionierenden Kapitalverhältnis immer schon gesetzt sind. Eben darum hat jede Kritik im Sinne des kategorischen Imperativs nach Auschwitz vom Weltmarkt auszugehen: Solange etwa die Rechtspopulisten Europas einer Wirtschaftspolitik nachgehen, die linke Agitation als neoliberalen Teufel an die Wand malt, und ihnen alles andere vom Weltmarkt verbaut wird, ist die Gefahr einer unmittelbaren Wiederkehr jener rechten oder linken Katastrophenpolitik insofern noch gebannt, als man grosso modo dasselbe macht wie die angefeindete EU und wie diese tunlichst mittelbar, dadurch gebremst, auf sie hinarbeitet.


Indiz für solche »Normalität« ist der Rückzug von geopolitischen Wahnvorstellungen, die eben erst zum Zug kommen können, wenn der Weltmarkt zerfällt. Mit den Begriffen des Carl Schmitt-Darstellers Björn Höcke ausgedrückt: das erhoffte »Interventionsverbot raumfremden Kapitals« ist nicht durchsetzbar, so bleibt nur die agitatorische Wirkung eines »Migrationsverbots raumfremder Bevölkerungen«. Durch den Rückzug auf Innenpolitik und Anti-EU-Propaganda wird hier Israel zumindest vorübergehend aus der Schusslinie genommen, ja sogar als Identifikationsobjekt ausersehen. Ganz anders stellt sich die Situation von den erdölexportierenden Ländern aus dar: Deren Sonderstellung in den internationalen Handelsbeziehungen ermöglicht eine Art Surrogat für Autarkiepolitik, und dieses Surrogat zeigt seine verheerende Wirkung in dem direkt oder indirekt unterstützten Djihad im »Haus des Krieges«. Denn das »Haus des Islam« ist der geschlossene Handelsstaat unter den Bedingungen des fortbestehenden Weltmarkts, Islamic Banking die zeitgemäße Form der »Brechung der Zinsknechtschaft« und Antizionismus die Speerspitze des Antisemitismus.


Es spricht Gerhard Scheit (Wien), Mitherausgeber der Zeitschrift sans phrase und Autor zahlreicher bei ça ira erschienenen Bücher.


Um 20 Uhr im Baires, Günterstalstr. 37.



Text: Veranstalter


Restaurant Baires
Günterstalstr. 37
79102 Freiburg
www.baires-freiburg.de