Fleischlos glücklich

Dass vegane und vegetarische Fleischalternativen zahlreiche ökologische Vorteile gegenüber ihrem tierischen Original mit sich bringen, ist kein Geheimnis. Während man aber Hackfleisch, Lyoner und co. problemlos plastikfrei in der Metzgerei oder an der Frischetheke im Supermarkt kaufen kann, kommen ihre pflanzlichen Pendants noch nicht ohne Kunststoffverpackungen aus. Bei einem Gericht für vier, fünf Personen wächst da schnell ein stattlicher Plastikmüllberg an. Und auch mit der Regionalität ist es so eine Sache. Bio-Hackfleisch vom nächstgelegenen Bauernhof gibt es nahezu auf jedem Wochenmarkt, veganes Hack aus heimischen Zutaten – schwierig.
Sin Carne Schwarzwald ändern das. Von den ersten Experimenten in der heimischen Küche bis zu den eigenen Produktionsräumen in Umkirch verging gerade mal ein Jahr und mittlerweile haben Bianca, Julian, Sina und Matthias bereits eine ganze Palette an Produkten entwickelt, darunter Klassiker wie eine fleischlose Hack-Alternative oder Geschnetzeltes, aber auch eine vegane Käsesaucen-Alternative sowie eine Linsenbolognese – beides natürlich im wiederverwendbaren Schraubglas.
Sin Carne Schwarzwald wollen mit ihrer Idee eine Lücke füllen, die verblüffenderweise immer noch offen steht: Ihre Produkte sollen verpackungsfrei und portionierbar an der Frischetheke erhältlich sein. Höchste Zeit, denn 2021 hat zwar jeder Discounter ein Regal für Fleischalternativen, vegane Metzgereien sucht man aber immer noch vergeblich. Außerdem kommen alle Sin Carne Schwarzwald-Produkte ohne Geschmacksverstärker oder andere künstliche Hilfsmittel aus. Eine gut abgestimmte Gewürzmischung, rein pflanzliche Zutaten, hier und da ein bisschen Rote Beete für die Farbe, mehr braucht‘s nicht. Insgesamt beschränkt sich die Annäherung ans tierische Original auf die Produktnamen, denn dem vierköpfigen Team ist es wichtig, weder Fleischgeschmack zu imitieren, sondern eine eigenständige Alternative zu kreieren. Alle Fleischalternativen von Sin Carne Schwarzwald benutzen als Basis Seitan, ein Weizenprotein, das mit Wasser vermischt eine feste Verbindung eingeht. Momentan fehlen zwar noch die Lieferanten, aber sobald wie möglich wollen die vier Freunde ausschließlich aus regionalen Zutaten produzieren – Weizen wächst schließlich auch im Schwarzwald.
Bei einem ersten gastronomischem Testlauf im Großen Meyerhof in der Freiburger Innenstadt stießen Sin Carnes vegane Frikadellen und Filets und co. auf ein begeistertes Echo, im nahkauf Bitto in der Sundgauallee 55 sind sie bereits im Sortiment, weitere Märkte sowie Restaurants und Imbisse sollen bald folgen.

Weitere Infos: www.sincarne-schwarzwald.de

Bildquellen

  • Sin Carne Team (v.l.n.r.): Julian, Sina, Bianca und Matthias: Foto: Sin Carne