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Theater | Mai 2017 | von Redaktion

„Tosca“ bei den Osterfestspielen Baden-Baden

Simon Rattle dirigiert, Philippe Himmelmann inszeniert

Fünf kantige Akkorde im dreifachen Forte. „Robustissimo“ und „Tutta forza“ steht in der Partitur. So beginnt „Tosca“, Puccinis grandioser Opernschocker. Die Berliner Philharmoniker lassen im Festspielhaus Baden-Baden bei der Eröffnung der Opernfestspiele unter Simon Rattle diese kalten Klänge wie Blendraketen aufleuchten, um nach einer kurzen Panikattacke im Blech den Tuttiklang zu einem warmen Erzählton zurückzudimmen. Blitzschnell wechselt das Orchester zwischen Behaglichkeit und Bedrohung, zwischen Leichtigkeit und Drama.

Szene aus „Tosca“  im Festspielhaus Baden-Baden

„Tosca“ im Festspielhaus Baden-Baden (© Monika Rittershaus)

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Theater | April 2017 | von Redaktion

Kafka-Revue: „Der Bau“ im Theater der Immoralisten

Albtraumhafte Ohnmachtsfantasien

Eine Mauer aus schlackenschwarzen Quadern, die lautlos auseinander gleitet. Dahinter eine weiße Wand und ein großer, ferngesteuerter Plastikhai, der mit sanft wedelnder Schwanzflosse minutenlang durch die Stille kreuzt. – Eine skurrile und starke Szene, mit der die Immoralisten ihre Kafka-Revue „Der Bau“ eröffnen – komisch und unheimlich zugleich (Bühne: Manuel Kreitmeier, Markus Wassmer).

Foto der Schauspieler Markus Schlüter, Chris Meiser und Christina Beer in Kafkas "Der Bau"

Markus Schlüter, Chris Meiser und Christina Beer in Kafkas “Der Bau”

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Theater | April 2017 | von Redaktion

„Ich, Moby Dick“ im Theater im Marienbad

Ans Wasser

Nach einer 90-minütigen Lektüre ist man bei Herman Melvilles Roman „Moby-Dick“ noch nicht weit. Vermutlich noch nicht mal auf dem offenen Meer. In Sascha Flockens Inszenierung von Ulrich Hubs „Ich, Moby Dick“ ist dann schon wieder alles vorbei, ist aber paradoxerweise zum Anfang des Romans zurückgekehrt. Hub endet mit einem der berühmtesten Anfangssätze der Weltliteratur: „Nennt mich Ismael“.

Szenenfoto aus "Ich, Moby Dick" im Theater im Marienbad

Kapitän Ahab und die Crew im Theater im Marienbad

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Theater | April 2017 | von Redaktion

Das Projekt „Eurotopia“ am Theater Freiburg spürt der Utopie auf dem Kontinent nach

Europa ist ein Kessel Buntes

Wenn die Idee Europa zunehmend unklar wird, kann es nicht schaden zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Und so steht am Anfang des Theaterprojektes „Eurotopia“ die Oper, genauer der Oper gewordene Mythos von der Entführung Europas durch den Stier. An sich ja keine schlechte Idee, schließlich ist die Verbindung von Musik und Mythos eine der Wurzeln der Kunst.

Szene von Emre Koyuncuoğlu

Szene von Emre Koyuncuoğlu (© M. Korbel)

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Theater | März 2017 | von Redaktion

Oper „Wahnfried“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Eine musikalische Geschichtsstunde

Am Ende brennt das Bühnenbild zu den „Meistersingern“, durch die Tür kommt Adolf Hitler. Mit drastischen Szenen arbeitet die Oper „Wahnfried“, die am Badischen Staatstheater Karlsruhe uraufgeführt wurde, die weniger schönen politischen Seiten des Wagner-Kultes auf.

Szenenfoto aus "Wahnfried": Christina Niessen als Cosima Wagner

Christina Niessen als Cosima Wagner in “Wahnfried” © Falk von Traubenberg

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Theater | März 2017 | von Redaktion

Heike M. Goetze inszeniert „Endstation Sehnsucht“ am Theater Freiburg

Die Gewalt ist gesellschaftslos

Tennessee Williams’ „Endstation Sehnsucht“ ist ein Stück mit einer geradezu symbolträchtigen Physis der Protagonisten. Marlon Brando im T-Shirt als Stanley Kowalski ist Legende. Auch Heike M. Goetzes Inszenierung von „Endstation Sehnsucht“ am Theater Freiburg ist ein Nachhall davon – wenn auch unter anderen Vorzeichen. Es macht auf der Bühne des Kleinen Hauses einen Unterschied, wie Körper, Nacktheit und Blößen in Szene gesetzt werden.

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Johanna Eiworth und André Benndorff in “Endstation Sehnsucht” © M. Korbel

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Theater | März 2017 | von Redaktion

Gorkis “Wassa Schelesnowa” und “Die Mutter” im Theater Freiburg

Die Verhältnisse sind nicht so

Ein Blick auf das Bild an der Wand und wir wissen, woher das Vermögen von Wassa Schelesnowa stammt. Nicht etwa von Ziegeln, Kacheln, Holz und Torf, wie ihr Sohn Semjon das Geschäftsmodell des Familienunternehmens beschreibt. Es beruht auf der Ausbeutung der Arbeiter.

Szenenfoto aus Wassa Schelesnowa: Die Schauspielerinnen Melanie Lüninghöner und Marie Bonnet vor einem Wandgemälde ausgebeuteter Arbeiter

Melanie Lüninghöner und Marie Bonnet © M. Korbel

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Kids | März 2017 | von Redaktion

Theater im Marienbad inszeniert Lisa Danulats Kinderstück „So ist es!“

Trashige Endzeitstimmung

Eine Gartenlaube aus Paletten, drum herum Hochbeete mit vertrocknetem Gestrüpp und ein vogelwildes Schrott-Sammelsurium vor rostig-blauer Wellblechwand, in deren Höhe eine Guckkastenbühne eingelassen ist: Hinter durchsichtigen Plastiklamellen sieht man Computer, Stuhl und Schreibtisch. Unten wuselt ein barfüßiger Hippie in bodenlanger, brauner Kapuzenkutte herum, sein geschäftiges Geräume unterbricht er immer dann für einen Schluck aus dem Reagenzglas, wenn das Industrierohr am Boden einen Stoß dicken Qualm in seine Kleingärtner-Aussteiger-Müllkippen-Einsiedelei röchelt.

Schauspieler Nic Reitzenstein in "So ist es!"

Nic Reitzenstein © Andreas Metzner

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