Grauburgunder-Preis 2017: Die meisten Preise bleiben in Baden

Grauburgunderpräsentation im Freiburger Konzerthaus (© Kratz)

Grauburgunderpräsentation im Freiburger Konzerthaus (© Kratz)

Insgesamt 479 Spitzenweine wurden in diesem Jahr für den internationalen Grauburgunder-Preis 2017 angestellt. Davon entstammen 421 Weine aus den deutschen Anbaugebieten Ahr, Franken, Hessische Bergstraße, Nahe, Pfalz, Rheinhessen, Saale-Ünstrut, Württemberg und natürlich Baden (280 Weine). Aus Italien, der Schweiz und Frankreich wurden insgesamt 58 Grauburgunder angestellt. Verkostung und Preisverleihung erfolgten in vier Kategorien.

Kategorie 1 umfasst Grauburgunder mit fruchtigem, trockenen Stil und einem Alkoholvolumen von weniger als 13%. Diese dürfen nicht im Holzfass gelagert oder im Barrique gereift sein. Aus den 154 Anstellungen der Gruppe  ging das Weingut Ralf Hundemer aus der Pfalz mit einem 4-Sterne 2016er Kabinett und 91.0 Punkten, Blindverkostung nach dem internationalen 100-Punkte-System, als Sieger hervor. Den zweiten Platz belegte das Badener Weingut Tobias Köninger und der Drittplatzierte kam mit dem Eichstetter Weingut Frank Schmidt aus dem Kaiserstuhl.

Der Kategorie 2 werden Grauburgunder zugeordnet, die ebenfalls ohne merkbaren Holzeinfluss trocken ausgebaut wurden, dabei aber mehr als 13% Alkohol aufweisen. Hier gab es 177 Anstellung und alle drei ersten Preise blieben in Baden. In der Reihenfolge Weingut Huck-Wagner aus Efringen- Kirchen für den 5-Sterne Efringer Ölberg 2016 mit 5 Sternen und 92,8 Punkten, gefolgt vom Kaiserstühler Winzerverein Oberrotweil auf Platz 2 und den Alde Gott Winzern Sasbachwalden auf Rang 3.

117 Anstellungen gab es für die Kategorie 3, Grauburgunder mit Premium-Qualitäten, Selektionen oder spezielle betriebliche Spitzenqualitäten, trocken ausgebaut bis max. 4gr/l Restzucker. Hier ist auch die Holzfass oder Barrique-Reifung zugelassen. Gruppenbester waren auch hier die Alde Gott Winzer, die für ihren 2015er QbA 5 Sterne und 92,3 Punkte erhielten. Zweiter wurde das innovative Weingut Arndt Köbelin mit seiner 2015er Spätlese Kaltenbrunnen. Die Burkheimer Winzer eG. wurde in dieser Gruppe mit einem 2015er Burkheimer Feuerberg ausgezeichneter Dritter.

Wer es edelsüß mag, ist in der Kategorie 4 richtig, hier wurden 31 edelsüße Ruländer- und Dessertweine geprüft. Mit 5 Sternen und sagenhaften 96,3 Punkten wurde hier der Winzerverein Oberrotweil für seine 2015er Oberrotweiler Käsleberg Ruländer Trockenbeerenauslese ausgezeichnet. Die dortigen Kaiserstühler Winzer belegten mit einer 2015er Beerenauslese aus gleichem Terroir auch Platz 2, gefolgt von einer 2011er Oberbergener Bassgeige Beerenaulese auf Rang 3. Den Gastpreis 2017 erhielten die Trentino-Winzer, die 14 Weine anstellten, von denen fünf Top-Grauburgunder prämiert wurden.

Alle zwei Jahre findet mit der Burgunderpräsentation zusätzlich eine große Publikums-Veranstaltung statt, um einer breiteren Schicht von Weinliebhabern die exzellenten Grauburgunder und die Weinregion Kaiserstuhl näher zu bringen. So war das Freiburger Konzerthaus Ende Juni gut besucht und die Gäste labten sich nicht nur an den ausgezeichneten Weinen sondern auch am delikaten Buffet. Zum 20-jährigen kleinen Jubiläum rundeten eine Verkostungsstation „Alterungspotential von Grauburgunder-Weinen“ sowie eine „Masterclass-Verkostung“ den Veranstaltungsreigen ab.

Sahar F. Kratz