Straußenführer 2016



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Mozarts “Don Giovanni” am Theater Basel

Herzens(ver)brecher mit Frauenverschleiß

Ein riesiges Fahndungsplakat ist bereits bei der Ouvertüre zu sehen: Don Giovanni wanted. Der Blick des Gesuchten: kalt und leer. Das ist keine Sympathiefigur, sondern ein Schwerverbrecher, der in der Inszenierung von Richard Jones am Theater Basel im Mittelpunkt steht.

Szenenbild aus "Don Giovanni" im Theater Basl, es zeigt den Schauspieler Riccardo Fassi mit einem Telefonbuch vor einem Buffet

Riccardo Fassi als Don Giovanni im Theater Basel (© Priska Ketterer)

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Im Theater Basel sucht Caligula die Freiheit in der Grausamkeit

Inszenierung von Antonia Latella im Schauspielhaus

Dies vorweg: im Theater Basel, wo „Caligula“ jetzt in einer Inszenierung von Antonia Latella im Schauspielhaus gespielt wird, klammert man alle Anspielungen auf die Gegenwart aus. Caligula ist wie ein Kind, das zu schnell Verantwortung übernehmen musste und zynisch geworden ist. Dass man sich im Herbst 2016 von “Caligula” im Theater Basel dennoch geradezu unangenehm angefasst fühlt, hat mit dem Ergebnis der Wahl in den USA zu tun. In dem Stück begegnet uns ein Herrschertyp, der beratungsresistent ist und allein seiner eigenen Meinung zu folgen scheint. Das Unberechenbare und die Furcht, die damit einhergeht, ist die Grundlage seiner Herrschaft.

Szenenbild mit sieben Schauspielern aus "Caligula" im Theater Basel. Manche tragen keine Hosen, ihre Körper werfen große Schatten auf die rote Wand im Hintergrund

Vincent Glander, Thomas Reisinger, Steffen Höld, Martin Hug, Thiemo Strutzenberger und Katja Jung in “Caligula” © Sandra Then

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Der Turm fällt nicht

Das Theater Basel befasst sich mit der unsichtbarsten und bedeutendsten Bank der Welt

Das Gebäude, das den Stoff lieferte für Theresia Walsers Groteske „Im Turm zu Basel“, ist längst nicht das höchste der Stadt. Es muss also andere Gründe dafür geben, dass man es mit dem Turm zu Babel in Verbindung bringt.

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Carina Braunschmidt und Vincent Glander © Simon Hallström

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Nur nicht selbstreferentiell: Die Spielzeit 2016/17 am Theater Basel

Große und bekannte Figuren bestimmen die Saison

Das Motto der Spielzeit 2016/17 am Theater Basel „Vom Mythos der Möglichkeiten“ klingt fast ein bisschen zu abgeklärt für eine zweite Saison. Wer die Möglichkeiten bereits für einen Mythos hält, testet sie nicht. Doch Intendant Andreas Beck, der vor einem Jahr das Theater Basel übernahm, versteht dieses Motto weniger selbstreferentiell als gesellschaftspolitisch und will Misstrauen säen, wo globale Märkte uns Möglichkeiten wie noch nie versprechen. Nichts desto trotz sind es große und bekannte Figuren nicht nur der Theatergeschichte, die diese Spielzeit bestimmen.

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Tana Rosás Suñé, zu sehen in “B | E” © Theater Basel

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Das Theater Basel führt Stockhausens Oper „Donnerstag“ auf

“Vom Altar auf die Erde”

Schlaghosen und Langhaarperücke. In der linken Hand ein Glas Whiskey, in der rechten eine Zigarette. Die Band im Foyer des Theaters Basel hat noch Pause und wird erst nach und nach vom Dirigenten im roten Anzug zusammengetrommelt. Und gibt sich auch noch betont relaxt, als die sechsstündige Oper „Donnerstag“ von Karlheinz Stockhausen unter der Leitung von Titus Engel mit gestanzten Akkorden im Blech beginnt.

Das Theater führt Stockhausens Oper "Donnertsag" auf

Anu Komsi, Peter Tantsits, Michael Leibundgut, Statisterie.  (c) Sandra Then

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Musik- und Tanztheater „Melancholia“ am Theater Basel

„Einsamkeit, du Qual der Hertzen“

Wie tanzt man Melancholie? Mit sanften, ersterbenden Bewegungen? Mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern? Sebastian Nübling und Ives Thuwis (Inszenierung und Choreographie) wählen am Theater Basel einen anderen Weg.

Musik- und Tanztheater „Melancholia“ am Theater Basel

Bryony Dwyer, junges theater basel © Sandra Then

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Verdis Oper “Macbeth” am Theater Basel

“Zerbrochene Fenster, gekippte Statue”

Ein General, der mordet und morden lässt, um König zu werden. Eine kaltblütige, von Machtfantasien besessene Ehefrau, die ihn zu diesen Gewalttaten anstachelt. Giuseppe Verdis Oper „Macbeth“ nach dem Drama von William Shakespeare blickt tief in die menschlichen Abgründe.

Verdis Oper "Macbeth" am Theater Basel

Vladislav Sulimsky und Katia Pellegrino, Chor und Statisterie des Theater Basel. Foto: Sandra Then


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“Der Menschen Feind” von PeterLicht im Theater Basel

“Selfie statt Seele”

Der Absolutismus konnte einen ganz schön zum Narren machen. Ganzkörperperücken, Seidenhöschen für Männer und dann erst die Schuhe. Wer diese Codes und auch die ständige Präsentation bei Hofe erfüllte, hatte keine Zeit mehr, das System infrage zu stellen. Man muss nur einen Blick auf Alceste (Florian von Manteuffel) und Philinte (Max Rothbart) werfen und schon denkt man an Norbert Elias´ Deutung der Epoche Ludwigs des XIV.

"Der Menschen Feind" von PeterLicht im Theater Basel

Florian von Manteuffel und Liliane Amuat. Copyright Simon Hallström

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