Straußenführer 2017


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Zielsicher ins Schwarze

Raffinierte Adaption: Die Uraufführung „1914“ der Freiburger Immoralisten

Als sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un vor wenigen Wochen verbal befeuerten und so die Angst vor einem Flächenbrand schürten, befanden sich die Freiburger Immoralisten längst in den Proben zu ihrem neuen Stück „1914“. Wie so oft hatten sie die dräuende Gewitterstimmung in der Welt längst aufgegriffen und inhaltlich zum Thema ihrer nächsten Inszenierung gemacht.

Schauspieler Jochen Kruß in "1914" im Freiburger Theater der immoralisten. © Manuel Kreitmeier

Schauspieler Jochen Kruß in „1914“ im Freiburger Theater der immoralisten. © Manuel Kreitmeier

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Einfach nicht wie andere Bücherläden

Die Freiburger Jos Fritz Buchhandlung wurde mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet

Jos(s) Fritz (geboren um 1470-1525, bei Bruchsal) war keiner von den Angepassten. Zeit seines Lebens kämpfte er, wiewohl vergeblich, gegen die Unterdrückung der armen Land­bevölkerung, und begründete so die Bundschuhbewegung. Damit qualifizierte sich der Revolutionär zum idealen Namensgeber für die 1975 gegründete Freiburger Buchhandlung in der Wilhelmstraße – mitten im „Rebellenviertel“ und just zu jener Zeit, als die Bevölkerung gemeinsam gegen das damals geplante Kernkraftwerk in Wyhl aufstand.

Staatsministerin für Kultur Medien Prof. Monika Grütters bei der Übergabe des Deutschen Buchhandelspreis an Ilaria Maccagno und Heidemarie Schlenk (v.l.n.r.). © Dt. Buchhandlungspreis/Nico Herzog

Staatsministerin für Kultur Medien Prof. Monika Grütters bei der Übergabe des Deutschen Buchhandelspreises an Ilaria Maccagno und Heidemarie Schlenk (v.l.n.r.). © Dt. Buchhandlungspreis/Nico Herzog

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Countdown einer Ehe

Henrik Ibsens „Nora“ beim Sommer-Open-Air der Immoralisten

Als Henrik Ibsen 1879 sein Theaterstück „Nora oder Ein Puppenheim“ verfasste, waren die Geschlechterrollen noch klar definiert: Der Ehemann verdiente das Geld und sorgte für Ehefrau und Familie, weshalb ihm auch die Entscheidungsgewalt über alles oblag. Im Gegenzug erzog die Ehefrau die Kinder, führte ansonsten ein sorgenfreies Leben und kümmerte sich ums Aus- und Ansehen. Ein veraltetes Arrangement, wie es auch heute existiert und funktioniert.

Lisa-Lena Tritscher und Jochen Kruß

Lisa-Lena Tritscher und Jochen Kruß

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Dauerlauf in der Badewanne

Zum Werk der 2007 verstorbenen Künstlerin Romane Holderried Kaesdorf

„Meine Figuren machen nichts Besonderes, nur etwas Anderes“, meinte die Malerin und Zeichnerin Romane Holderried Kaesdorf (1922-2007) einmal lapidar. „Es gibt Handlungen. Keine Ergebnisse. Keine Bedeutung.“ In der Tat entbehren sämtliche ihrer Bilder jeden rationalen Sinns und jeder Logik. Klischees interessierten die Künstlerin einfach nicht.

Romane Holderried Kaesdorf: „Badewanne: 2 Frauen stellen Dauerlauf in der Badewanne“, 1981, privat

Romane Holderried Kaesdorf: „Badewanne: 2 Frauen stellen Dauerlauf in der Badewanne“, 1981, privat

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Randale und Liebe

„Greiffenegg und Ramberg“ im Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum Freiburg

Eine ungewöhnliche Ausstellung ist das derzeit im Haus der Graphischen Sammlung: Der Titel rankt sich um zwei Männer, die vornehmlich im Spiegel von Zeichnungen aus den Jahren 1821-24 in Erscheinung treten, die zugleich Zeugnis ihrer Freundschaft sind. Die Rede ist von dem in Freiburg geborenen und gestorbenen Hermann Gottlob Xaver von Greiffenegg-Wolffurt (1773-1847) und Johann Heinrich Ramberg (1763–1840), Hofkünstler und Karikaturist am Hofe von Hannover.

Johann Heinrich Ramberg: „Greiffenegg prüft die Wetterlage auf Osoppo“, 1824 (© Städtische Museen Freiburg, Foto Axel Killian)

Johann Heinrich Ramberg: „Greiffenegg prüft die Wetterlage auf Osoppo“, 1824 (© Städtische Museen Freiburg, Foto Axel Killian)

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Beschläge Koch zeigt Werke von Karl Manfred Rennertz

Mensch – Figur – Holz

Karl Manfred Rennertz, der aktuell bei Beschläge Koch ausstellt, hat sich im Laufe seines Schaffens verschiedener Materialen bedient – neben Holz gereichten ihm auch Beton, Bronze, Gips, Glas, Textilien und zuletzt auch Ton zur Kunst –, um sich am Ende fast ausschließlich dem Holz zuzuwenden.

Karl Manfred Rennertz und zwei seiner Holzskulpturen (© Friederike Zimmermann)

Karl Manfred Rennertz und zwei seiner Holzskulpturen (© Friederike Zimmermann)

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Egon Schiele: Vom enfant terrible zum geheiligten Künstler

Die Wiener Albertina zeigt Werke anlässlich Schieles 100. Todestag

Egon Schiele (1890-1918) war sich selbst immer treu geblieben. „Die Figur ist doch das Wesentlichste, was mich am meisten erfüllt: der menschliche Körper“, erklärte er seiner langjährigen Gefährtin Walburga „Wally“ Neuzil. Trotz des rauen Gegenwinds, der ihm deshalb aus der Wiener Gesellschaft und Kunstszene entgegentoste, hielt er zeitlebens an seinem Grundmotiv, der Aktdarstellung fest.

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Egon Schiele: Schwarzhaariger Mädchenakt, 1910 (Ausschnitt)
Bleistift, Pinsel, Aquarell mit proteinhaltigen Bindemitteln, Deckweiß, auf Packpapier (© Albertina, Wien)

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Im Gespräch: Dirk Nabering, Veranstalter und Festivalleiter

Der Weg ist immer mehr als das Ziel

Er holte Klassik-Koryphäen aus aller Welt nach Freiburg: Dirk Nabering, der von 1968 bis 2010 u.a. die Albert-Konzerte leitete und seitdem die Nabering-Konzerte veranstaltet, ist ein genialischer Unruhegeist par excellence. Im April begeht er seinen 70. Geburtstag mit einem „Festival Pro“. Dieses beinhaltet neben der Konzertreihe „Bach & Barock“ auch ein anspruchsvolles musikalisches Begleitprogramm zu „Die Weiße Rose“, einer Ausstellung über den Deutschen Widerstand gegen die NS-Diktatur. Mit Dirk Nabering sprach Friederike Zimmermann.

Foto von Dirk Nabering, Konzertveranstalter und Festivalleiter

Dirk Nabering (© Maija Nabering)

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