Straußenführer 2016



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Monet-Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen der Fondation Beyeler

Sanfte Doppelgänger

Lässt sich überhaupt etwas Neues, bisher Ungesehenes von Claude Monet zeigen? Die Fondation Beyeler hat dennoch eine Ausstellung über den beliebten Maler zu ihrem zwanzigjährigen Bestehen gewagt. Und tatsächlich kann man die schlicht „Monet“ betitelte Ausstellung nicht nur mit Genuss, sondern auch mit Gewinn an Erkenntnis betrachten.

Gemälde "Coucher de soleil sur la Seine, l’hiver" von Claude Monet. Es zeigt Eisschollen auf der Seine und ein Sonnenuntergang in Pastellfarben

Claude Monet, Coucher de soleil sur la Seine, l’hiver, 1880. Öl auf Leinwand, 60,6 x 81,1 cm (© Pola Museum of Art, Pola Art Foundation)

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Mareike Mikat inszeniert „Nathan der Weise“ im Theater Freiburg

Wer hat Angst vor Lessing?

„Beware of the camel“, steht auf dem Warnhinweis. Jerusalem zur Zeit Nathan des Weisen ist eine globalisierte Handelsregion. Nathan ist mit seiner Karawane unterwegs als seine Tochter Recha beinahe einen Unfall erleidet. Das Haus steht in Flammen und wäre da nicht der Tempelherr gewesen, die junge Frau hätte ihr Leben gelassen. Doch ihren Dank will er nicht, Recha ist Jüdin, er Christ.

Szene aus Lessings "Nathan der Weise" im Theater Freiburg. Es zeigt die Schauspieler André Benndorf und Victor Calero.

André Benndorf und Victor Calero in Lessings “Nathan der Weise” im Theater Freiburg © Marice Korbel

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Im Theater Basel sucht Caligula die Freiheit in der Grausamkeit

Inszenierung von Antonia Latella im Schauspielhaus

Dies vorweg: im Theater Basel, wo „Caligula“ jetzt in einer Inszenierung von Antonia Latella im Schauspielhaus gespielt wird, klammert man alle Anspielungen auf die Gegenwart aus. Caligula ist wie ein Kind, das zu schnell Verantwortung übernehmen musste und zynisch geworden ist. Dass man sich im Herbst 2016 von “Caligula” im Theater Basel dennoch geradezu unangenehm angefasst fühlt, hat mit dem Ergebnis der Wahl in den USA zu tun. In dem Stück begegnet uns ein Herrschertyp, der beratungsresistent ist und allein seiner eigenen Meinung zu folgen scheint. Das Unberechenbare und die Furcht, die damit einhergeht, ist die Grundlage seiner Herrschaft.

Szenenbild mit sieben Schauspielern aus "Caligula" im Theater Basel. Manche tragen keine Hosen, ihre Körper werfen große Schatten auf die rote Wand im Hintergrund

Vincent Glander, Thomas Reisinger, Steffen Höld, Martin Hug, Thiemo Strutzenberger und Katja Jung in “Caligula” © Sandra Then

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„Herbert Maier. Wer wir sind“ – Ausstellung im Museum für Neue Kunst Freiburg

Eine Bestandsaufnahme des Menschlichen

Unter den Hunderten von Aquarellen findet sich auch ein Selbstporträt. „Wer sind wir (selbst)“, das in diesem Jahr entstanden ist, zeigt den Kopf Herbert Maiers, einen Querschnitt und einen Längsschnitt durch sein Gehirn. Die Augen geschlossen, über das Gesicht laufen Farbschlieren. Vielleicht tot, vielleicht während einer Messung der Gehirnaktivitäten. Denn irgendwo muss es ja sitzen, das Bildgedächtnis. Irgendwo muss es einen eigenen Ort geben für all das, was wir in unserem Leben jemals gesehen haben.

Foto aus Herbert Maiers Atelier. Auf Regalbretten im Hintergrund sind zahlreiche ungerahmte Gemälde von Menschen zu sehen, manche wirken fotorealistisch, andere wie Zeichnungen von Skulpturen, Masken und Büsten

Herbert Maier: Visuelle Bibliothek, Atelieransicht © Bernhard Strauss

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Kunst aus geliehenen Stühlen

Kunstverein Freiburg zeigt Amalia Picas „Katachrese“ – Freiburger Bürgerinnen und Bürger liehen der Künstlerin dafür ihre Stühle

Amalia Picas Ausstellung „Katachrese“ ist eine Ausstellung der Überschneidungen. Vielleicht weil sie mit dem Titel eine Steilvorlage bot. „Katachrese“ leitet sich aus der antiken Rhetorik ab und meint die Übertragung eines Bildes von einem Sinnzusammenhang in den anderen, was zu logischen Brüchen führen kann, die dennoch auf ihre Weise plausibel wirken können.

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Amalia Pica: „Katachrese“, 2016, Installationsansicht Asambled © Marc Doradzillo

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Der Turm fällt nicht

Das Theater Basel befasst sich mit der unsichtbarsten und bedeutendsten Bank der Welt

Das Gebäude, das den Stoff lieferte für Theresia Walsers Groteske „Im Turm zu Basel“, ist längst nicht das höchste der Stadt. Es muss also andere Gründe dafür geben, dass man es mit dem Turm zu Babel in Verbindung bringt.

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Carina Braunschmidt und Vincent Glander © Simon Hallström

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Nur nicht selbstreferentiell: Die Spielzeit 2016/17 am Theater Basel

Große und bekannte Figuren bestimmen die Saison

Das Motto der Spielzeit 2016/17 am Theater Basel „Vom Mythos der Möglichkeiten“ klingt fast ein bisschen zu abgeklärt für eine zweite Saison. Wer die Möglichkeiten bereits für einen Mythos hält, testet sie nicht. Doch Intendant Andreas Beck, der vor einem Jahr das Theater Basel übernahm, versteht dieses Motto weniger selbstreferentiell als gesellschaftspolitisch und will Misstrauen säen, wo globale Märkte uns Möglichkeiten wie noch nie versprechen. Nichts desto trotz sind es große und bekannte Figuren nicht nur der Theatergeschichte, die diese Spielzeit bestimmen.

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Tana Rosás Suñé, zu sehen in “B | E” © Theater Basel

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Landy-Retrospektive im Museum Tinguely

“Out of Order”: Die Kreisläufe des Konsumierens

In Michael Landys Ausstellung geht es gedrängt zu, so gedrängt, dass man verleitet dazu ist, den Titel „Out of Order“ gleich auf die gesamte Retrospektive zu beziehen. Landy jedoch vergleicht seine Ausstellung mit einer englischen Landschaft. Folglich dürfte man also Sichtachsen und konstruierte Zusammenhänge erwarten.

Installation von Michael Landy

Michael Landy: Installationsansicht

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