Straußenführer 2017


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Egon Schiele: Vom enfant terrible zum geheiligten Künstler

Die Wiener Albertina zeigt Werke anlässlich Schieles 100. Todestag

Egon Schiele (1890-1918) war sich selbst immer treu geblieben. „Die Figur ist doch das Wesentlichste, was mich am meisten erfüllt: der menschliche Körper“, erklärte er seiner langjährigen Gefährtin Walburga „Wally“ Neuzil. Trotz des rauen Gegenwinds, der ihm deshalb aus der Wiener Gesellschaft und Kunstszene entgegentoste, hielt er zeitlebens an seinem Grundmotiv, der Aktdarstellung fest.

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Egon Schiele: Schwarzhaariger Mädchenakt, 1910 (Ausschnitt)
Bleistift, Pinsel, Aquarell mit proteinhaltigen Bindemitteln, Deckweiß, auf Packpapier (© Albertina, Wien)

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„Tosca“ bei den Osterfestspielen Baden-Baden

Simon Rattle dirigiert, Philippe Himmelmann inszeniert

Fünf kantige Akkorde im dreifachen Forte. „Robustissimo“ und „Tutta forza“ steht in der Partitur. So beginnt „Tosca“, Puccinis grandioser Opernschocker. Die Berliner Philharmoniker lassen im Festspielhaus Baden-Baden bei der Eröffnung der Opernfestspiele unter Simon Rattle diese kalten Klänge wie Blendraketen aufleuchten, um nach einer kurzen Panikattacke im Blech den Tuttiklang zu einem warmen Erzählton zurückzudimmen. Blitzschnell wechselt das Orchester zwischen Behaglichkeit und Bedrohung, zwischen Leichtigkeit und Drama.

Szene aus „Tosca“  im Festspielhaus Baden-Baden

„Tosca“ im Festspielhaus Baden-Baden (© Monika Rittershaus)

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Strahlentherapie bei Brustkrebs

Hilfe durch individuelle Behandlungskonzepte

Kaum ein anderes Thema in der Medizin bewegt Frauen mehr als die Diagnose Brustkrebs. Brustkrebs (Mammakarzinom) ist mit 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das mittlere Alter der Betroffenen ist 64 Jahre, doch 40 Prozent der Frauen sind unter 60 Jahre alt. Dass heute 85 bis 90 Prozent der Frauen, die die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs erhalten, überleben und 80 Prozent dauerhaft geheilt werden können, ist unter anderem auf die immer besseren Möglichkeiten zurückzuführen, die Therapie hochgradig individuell auf die jeweilige Krebsvariante zuzuschneiden.

PD Dr. Christian Weißenberger (© Zentrum für Strahlentherapie)

PD Dr. Christian Weißenberger (© Zentrum für Strahlentherapie)

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Zeichen für ein demokratisches und offenes Europa

Jedermannlauf am 30. April führt von Breisach nach Neuf-Brisach

Wer hätte bis vor wenigen Jahren noch darüber nachgedacht, dass man für seine demokratischen Grundrechte kämpfen muss? Erasmus-Kinder, kulturelle Vielfalt, Grenzüberschreitungen ohne Kontrolle – mit diesen Gegebenheiten sind viele von uns groß geworden. Doch dieses Selbstverständnis ist mit Trump & Brexit ins Wanken gekommen. Die Gruppe „Run for Europe“ organisiert am 30. April, zwischen den beiden Wahlgängen der französischen Präsidentschaftswahl, einen Jedermannlauf über den Rhein.

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Im Gespräch: Dirk Nabering, Veranstalter und Festivalleiter

Der Weg ist immer mehr als das Ziel

Er holte Klassik-Koryphäen aus aller Welt nach Freiburg: Dirk Nabering, der von 1968 bis 2010 u.a. die Albert-Konzerte leitete und seitdem die Nabering-Konzerte veranstaltet, ist ein genialischer Unruhegeist par excellence. Im April begeht er seinen 70. Geburtstag mit einem „Festival Pro“. Dieses beinhaltet neben der Konzertreihe „Bach & Barock“ auch ein anspruchsvolles musikalisches Begleitprogramm zu „Die Weiße Rose“, einer Ausstellung über den Deutschen Widerstand gegen die NS-Diktatur. Mit Dirk Nabering sprach Friederike Zimmermann.

Foto von Dirk Nabering, Konzertveranstalter und Festivalleiter

Dirk Nabering (© Maija Nabering)

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Kafka-Revue: „Der Bau“ im Theater der Immoralisten

Albtraumhafte Ohnmachtsfantasien

Eine Mauer aus schlackenschwarzen Quadern, die lautlos auseinander gleitet. Dahinter eine weiße Wand und ein großer, ferngesteuerter Plastikhai, der mit sanft wedelnder Schwanzflosse minutenlang durch die Stille kreuzt. – Eine skurrile und starke Szene, mit der die Immoralisten ihre Kafka-Revue „Der Bau“ eröffnen – komisch und unheimlich zugleich (Bühne: Manuel Kreitmeier, Markus Wassmer).

Foto der Schauspieler Markus Schlüter, Chris Meiser und Christina Beer in Kafkas "Der Bau"

Markus Schlüter, Chris Meiser und Christina Beer in Kafkas „Der Bau“

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Orsolya Kalász erhält den diesjährigen Peter-Huchel-Preis

Alles ist seltsam in der Welt

Alljährlich, seit 1983 schon, wird der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestfunk gestiftete Peter Huchel-Preis für ein herausragendes Werk deutschsprachiger Lyrik verliehen, das im Vorjahr erschienen sein muss. Diesmal fiel die Wahl auf die 1964 in Ungarn geborene, heute in Berlin in Budapest lebende Autorin und Übersetzerin Orsolya Kalász.

Foto der Lyrikerin Orsolya Kalász

Preisträgerin des Peter-Huchel-Preises: Die Lyrikerin Orsolya Kalász

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„Ich, Moby Dick“ im Theater im Marienbad

Ans Wasser

Nach einer 90-minütigen Lektüre ist man bei Herman Melvilles Roman „Moby-Dick“ noch nicht weit. Vermutlich noch nicht mal auf dem offenen Meer. In Sascha Flockens Inszenierung von Ulrich Hubs „Ich, Moby Dick“ ist dann schon wieder alles vorbei, ist aber paradoxerweise zum Anfang des Romans zurückgekehrt. Hub endet mit einem der berühmtesten Anfangssätze der Weltliteratur: „Nennt mich Ismael“.

Szenenfoto aus "Ich, Moby Dick" im Theater im Marienbad

Kapitän Ahab und die Crew im Theater im Marienbad

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