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Poesie im Dachstuhl

Neue Arbeiten von Elisabeth Endres im Kunstverein Schallstadt.
Einfach nur „Block“ hat Elisabeth Endres ihre Werkserie übermalter Auktionskataloge genannt. Eine Lakonie, die sich in den aufgedruckten Mitteilungen wie „Ausstellung, Freitag, 2. bis 5. November 1928 von 10 bis 6 Uhr“ oder „Dienstag, 6. November 1928, Vormittag 10 Uhr“ wiederfindet. Was das Berliner Kunst-Auctions-Haus Rudolph Lepke hier ankündigt, war jedoch nicht irgendeine Versteigerung, sondern eine politische und ästhetische Kehrtwende. Mitte der 1920er Jahre trennte sich Russland von seiner zaristischen und großbürgerlichen Vergangenheit und verkaufte jene Kunstschätze, die man nicht für pädagogisch oder kunsthistorisch wertvoll hielt. Nicht nur Museumsbestände kamen im Ausland unter den Hammer, viele Bilder, Möbel und Gegenstände des Kunsthandwerks wurden enteignet und zu Devisen gemacht.

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Weite Welt ganz nah.

Im Gespräch: Tobias Hauser über das MUNDOlogia-Festival 2009
Die Welt ist in Freiburgs Zentrum gerückt: Vom 6.-8. Februar findet zum sechsten Mal die MUNDOlogia statt, das Dia-Festival zum Staunen und Träumen, zum Lernen und Nachdenken. Die Reisebilder aus aller Herren Länder werden in diesem Jahr erstmalig im Konzerthaus gezeigt. Durch die Dia-Vorträge international bekannter Foto-Journalisten hat sich die Veranstaltung im Bürgerhaus am Seepark einen Namen gemacht.

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Geschüttelt nicht gerührt

Der neue James Bond: „Ein Quantum Trost“
Wahrhaft durchgeschüttelt wird man als Zuschauer im neuesten, 22. Film der Bond- Reihe, „Ein Quantum Trost“. Gerührt wird da zwar weder Bonds Martini – das wär auch eine Sünde – noch der Zuschauer – dafür bleibt keine Zeit. Im neuen Bond rast alles: Krach! Bumm! Bäng! – Geschüttelt eben. „Ein Quantum Trost“ ist der teuerste, kürzeste, schnellste und miserabelste Film der ganzen Reihe seit „James Bond – Im Geheimdienst ihrer Majestät“ von 1969. Und dazu braucht es viel….sprich wenig – wenig Inspiration.

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Ein Zustand der Gnade

Der 80-jährige Pianist Leon Fleisher berührt beim Lucerne Festival
Der Konzertabend beginnt wie jeder andere, die Erwartungen im Kultur- und Kongresszentrum Luzern sind groß. Auch der Auftritt des Pianisten ist nicht weiter ungewöhnlich. Die Noten trägt Leon Fleisher selbst unter dem Arm, eine kurze Verbeugung – dann beginnt das Rezital des 80jährigen Amerikaners. Fleisher sitzt tief am Flügel. Seine Haltung ist gebeugt, die Finger liegen entspannt auf den Tasten. Die ersten Klänge von Johann Sebastian Bachs „Schafe können sicher weiden“ aus der Jagdkantate werden von seinen großen Händen ganz zart intoniert. Man muss viel Leid erlebt haben, um als Musiker eine solche klangliche Entrückung entstehen lassen zu können. Dankbarkeit liegt darin und Demut, Kraft und Konzentration. Und man spürt allmählich, dass an diesem Abend nichts gewöhnlich sein wird.

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Der Mann am Klavier

Das Staatsorchester Stuttgart bestreikt die Premiere von „Eugen Onegin“
Wenn der Pianist nach einer Opernpremiere den größten Beifall erhält, dann muss etwas Besonderes vorgefallen sein. Eine Stunde vor Premierenbeginn hatte Korrepetitor Thilo Lange erfahren, dass er wegen des kurzfristig anberaumten Orchesterstreiks den „Eugen Onegin“ an der Stuttgarter Staatsoper vom Klavier aus zum Leben erwecken muss. Lange besteht seine Feuerprobe mit Bravour, folgt hinhörend dem Dirigenten Marc Soustrot, beschränkt sich bei Tuttistellen auf das Wesentliche und hämmert die großen Orchestercrescendi wie am Ende der Ballszene im zweiten Akt, nachdem Lenski seinen Freund Eugen Onegin zum Duell aufgefordert hat, mit solcher Energie in die Tasten, als spielte er um sein Leben.

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