<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kultur Joker</title>
	<atom:link href="http://www.kulturjoker.de/index.php/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.kulturjoker.de</link>
	<description>Freiburger Kultur- und Veranstaltungszeitung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 12 Aug 2010 14:22:21 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Ein zukunftsfähiges Lebenskonzept: Abschied vom Wachstumswahn</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/523/ein-zukunftsfahiges-lebenskonzept-abschied-vom-wachstumswahn</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/523/ein-zukunftsfahiges-lebenskonzept-abschied-vom-wachstumswahn#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 14:22:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultour]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=523</guid>
		<description><![CDATA[

Das neue Buch von Meinhard Miegel: „Exit: Wohlstand ohne Wachstum“, Propyläen, 2010
In Zusammenarbeit mit der Freiburger Denkfabrik und dem Colloquium politicum der Universität Freiburg hat der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel Anfang Juni sein neues Buch „Exit: Wohlstand ohne Wachstum“ dem Freiburger Publikum vorgestellt. Der Autor hat sich mit dem Begriff  „Wachstum“, welcher seiner Auffassung nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-525" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/08/K1024_Miegel_Exit1.jpg" alt="" width="295" height="473" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: medium;">Das neue Buch von Meinhard Miegel: „Exit: Wohlstand ohne Wachstum“, Propyläen, 2010</span></span></span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">In Zusammenarbeit mit der Freiburger Denkfabrik und dem Colloquium politicum der Universität Freiburg hat der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel Anfang Juni sein neues Buch „Exit: Wohlstand ohne Wachstum“ dem Freiburger Publikum vorgestellt. Der Autor hat sich mit dem Begriff  „Wachstum“, welcher seiner Auffassung nach die Grundlage der westlichen Wirtschaft bildet, kritisch auseinandergesetzt. </span></span></span><span id="more-523"></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die von Miegel vorgenommene Analyse will aufzeigen, wie sich die Geschichte der westlichen Gesellschaft so entwickelt hat, dass unser Begriff von Wohlstand untrennbar mit wirtschaftlichem Wachstum verknüpft ist. Seiner Auffassung nach ist das Phänomen des Wachstums, in unserer ökonomisch geprägten, abendländischen Kultur, allzu wichtig geworden, obwohl wir uns dessen nicht vollumfänglich bewusst sind – eben weil die fraglose Orientierung an wirtschaftlichem Wachstum die eigentliche Ideologie unserer Gesellschaft sei.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Wenn man hingegen wagen würde, zu denken, dass die Verbindung zwischen individuellem und gesellschaftlichem Wohlstand einerseits und der Erschaffung von materiellem Reichtum andererseits nicht fraglos so sein müsste, dann würde dies, so der Autor, eine neue Perspektive bedeuten, die ein radikales Umdenken nach sich zieht. Sind Wachstum und materielle Wohlstandsmehrung der Maßstab, an dem alles gemessen werden muss? Wie ist das möglich gewesen? Kann dies folgenlos bleiben? Und wie lange wird das noch sein dürfen?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die jüngste Finanzkrise und ganz allgemein die aktuelle Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten, versteht der Sozialwissenschaftler als eine Gelegenheit, um über die Entwicklung unseres wirtschaftlichen Systems nachzudenken. In diesem Zusammenhang rät Miegel zu beachten, dass die Geschichte „in gewaltigen Pendelbewegungen verläuft, dass auf goldene Zeitalter regelmäßig eiserne folgen“. Wir sind der Vorstellung des Niedergangs entwöhnt, sollten aber dennoch nicht vergessen, dass man mit Zeiten wirtschaftlichen Stillstands oder Rückgangs rechnen muss. Die aktuelle Krise zeigt uns außerdem auf, dass die Richtung, welche die westliche Gesellschaft genommen hat, falsch ist und zu einem Kollaps des gesamten Systems führen kann. Eine Reaktion auf die Ursachen, die dazu geführt haben, wäre nicht nur wünschenswert, sondern auch unentbehrlich und dringend.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Der Mensch lebt in einem labilen Gleichgewicht auf der Erde: Das Aktuelle ist nicht lange zu halten und ein Neues wird sich durchsetzen. Die Wohlstandsexplosion der neueren Geschichte war einzigartig und u. a. ging man, im Zuge der Industrialisierung, definitiv von einem intelligenten Gebrauch zu einem rigorosen Verbrauch der Natur über. Der Mensch hat seine Fähigkeiten entwickelt und seine Grenzen erreicht, zuerst in einem Anpassungsprozess an die Welt, in dem die Natur zu beschädigen als Frevel empfunden wurde. Später jedoch ging der Mensch dazu über, in die Welt einzugreifen und diese zu verändern. Diese Ausführungen greifen auf bekannte Weise auf die Argumente der Endlichkeit der Naturressourcen zurück und der Autor berichtet, gestützt auf eine beträchtliche Menge von Daten, über unseren Verbrauch von Rohstoffen. Die Luft, das Wasser, das Land dürfen nicht als Ware betracht werden, insoweit sie als Lebensbedingungen des Menschen auf der Erde zu betrachten sind. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die Stärke von Miegels Werk besteht darin, dass er diesen an sich nicht originellen Betrachtungen eine Analyse einiger Aspekte der Gesellschaft hinzufügt, sodass sich nachvollziehen lässt, dass die aktuelle Lage ein Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit darstellt, welcher durchaus eine Gefahr aber auch eine echte Chance für diese bedeuten könnte. Das Bild wird nämlich komplexer, wenn Faktoren wie demographische Herausforderungen, die Probleme der Migration, die neuen Altersgrenzen der Bevölkerung, die Rolle der sozialen Sicherungssysteme in den öffentlichen Haushalten und die Organisation der Arbeit beachtet werden. Und sie alle zusammenzuführen ist etwas, das Miegel hervorragend vollzieht.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die Bilanz lautet schroff: „die in den frühindustrialisierten Ländern dominierenden Wirtschafts- und Lebensformen verursachen Probleme und haben sich ad absurdum geführt“; Das Vertrauen in die Beständigkeit des Bestehenden ist eine Form der menschlichen Hybris, die wir uns nicht leisten dürfen; kein Wachstum wird mehr möglich sein und damit auch keine immerwährende materielle Wohlstandsmehrung. Was folgt daraus?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Die Antwort heißt, dass wir unser gestörtes Verhältnis zu den materiellen und immateriellen Grundlagen unserer Existenz verändern sollten. Denn Miegel arbeitet heraus, dass unsere primären Bedürfnisse weitestgehend Befriedigung finden; dass unsere privilegierte westliche Gesellschaft ein hohes materielles Wohlstandniveau erreicht hat; und dass unbegrenztes materielles Wachstum ohnehin nicht möglich ist. Demgegenüber schlägt er vor, dass wir unsere Lebenszufriedenheit vielmehr von nicht materiellen Quellen abhängig machen sollen. Und insofern verlagert er seine Analyse von einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussionsebene auf eine ethische – auf eine Weise, die die Menschheit in ihrer Ganzheit auf den Plan ruft, verbunden mit der Fragestellung darüber, was im Leben wichtig und erstrebenswert ist. Da also unser materieller Lebensstandard nicht mehr steigen, sondern eher sinken wird, soll unsere Gesellschaft einen neuen, einen menschenspezifischen Wohlstand finden.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Was das bedeuten kann, bleibt eine offene Frage, und es ist ein besonderes Verdienst von Miegels Werk, diese herausgearbeitet zu haben. Der Autor zeigt mögliche Richtungen für Lösungen auf, was Themen wie die Umverteilungspolitik, den Sozialstaat, die Rolle der Bildung usw. betrifft. Die Tragweite und Wichtigkeit seiner Gedankengänge ist indessen enorm sowie auch die darin eingeschlossenen Herausforderungen. Die Prioritätensetzung auf diesem Weg bleibt jedoch eine Aufgabe, die der Politik sowie dem Gewissen des Individuums zu überlassen sind.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;">Ein neues Gleichgewicht wird unvermeidbar gefunden werden. An diesem Prozess sollen wir aber bewusster teilnehmen, ohne die Verantwortung, die wir den nächsten Generationen gegenüber haben, zu vergessen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span><br />
<em>Artikel von:  Alessandro Dall´Acqua<br />
</em></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/168/doktor-satori-lyrik" rel="bookmark">Alle woll'n 'se was von mir...</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/347/twitter-blogger-reaktionen" rel="bookmark">Twitterfans verärgert über Artikel von Dr. Satori</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/147/der-mann-am-klavier" rel="bookmark">Der Mann am Klavier</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/297/sagt-lila-theater-freiburg" rel="bookmark">"Sagt Lila" - Die Liebe im Schattenhain</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/449/abenteurer-und-forschungsreisender" rel="bookmark">Abenteurer und Forschungsreisender</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden" rel="bookmark">Voralpen- und andere Helden</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/261/tibet-kailash-haus-freiburg" rel="bookmark">Tibet: "Die derzeitige Lage ist dramatisch"</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/523/ein-zukunftsfahiges-lebenskonzept-abschied-vom-wachstumswahn/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Budapest und Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/500/budapest-und-pecs-%e2%80%93-zwischen-den-zeiten-und-welten</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/500/budapest-und-pecs-%e2%80%93-zwischen-den-zeiten-und-welten#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 10:33:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Budapest]]></category>
		<category><![CDATA[Imagining Media]]></category>
		<category><![CDATA[Janus Pannoninus Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläumsausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Karlsruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Pécs]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Weibel]]></category>
		<category><![CDATA[Schnittstelle]]></category>
		<category><![CDATA[Symmetrie]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Vasarely]]></category>
		<category><![CDATA[Victor]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ZKM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=500</guid>
		<description><![CDATA[Die Quadratur des Kreises ist es zwar noch nicht, aber die Symmetrische Kunst aus Ungarn steht kurz davor.
Ungarn, sagt Susanne Asche, Kulturreferentin der Stadt Karlsruhe, stand geographisch wie historisch schon immer zwischen den Zeiten und Welten. Das gilt auch für Ungarns Künstler. Weshalb ein Blick auf speziell ungarische Kunstformen im Rahmen der 20. Europäischen Kulturtage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_499" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-499" href="http://www.kulturjoker.de/index.php/500/budapest-und-pecs-%e2%80%93-zwischen-den-zeiten-und-welten/vasarely_751125_web"><img class="size-full wp-image-499 " title="Vasarely" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/06/Vasarely_751125_web.jpg" alt="Budapest und Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten" width="500" height="517" /></a><p class="wp-caption-text">Victor Vasarely: „Vega Album“, 1971 © Janus Pannonius Múzeum (Pécs)</p></div>
<p><strong>Die Quadratur des Kreises</strong> ist es zwar noch nicht, aber die <strong>Symmetrische Kunst</strong> aus Ungarn steht kurz davor.<br />
Ungarn, sagt Susanne Asche, Kulturreferentin der Stadt Karlsruhe, stand geographisch wie historisch schon immer zwischen den Zeiten und Welten. Das gilt auch für Ungarns Künstler. Weshalb ein Blick auf speziell ungarische Kunstformen im Rahmen der <strong>20. Europäischen Kulturtage in Karlsruhe</strong> unter dem Motto „Budapest und Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten“ interessant ist.<span id="more-500"></span></p>
<p>Auch das ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie beteiligt sich am Programm der Europäischen Kulturtage. ZKM-Direktor Peter Weibel und Julia Fabényi vom Janus Pannonius Museum in Pécs haben eine kleine, aber feine Ausstellung mit einer Auswahl Symmetrischer Kunst aus Ungarn zusammengestellt. <strong>Symmetrie sei die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft</strong>, erklärt Weibel die Wahl des Themas. Er verweist auf die „ungeheure mathematische Begabung der Ungarn“, die eine Reihe bahnbrechender Forschungsergebnisse im Bereich Mathematik und Physik vorweisen könnten, ohne je internationale Anerkennung dafür zu ernten.<br />
Ähnlich geht es ungarischen Künstlern, die nur im Ausland zu Ruhm gelangen können. Wer in Ungarn arbeitet, bleibt unbekannt. Im Bereich  der Symmetrischen Kunst sieht man das deutlich: Victor Vasarely wurde zu einem Begriff, auch wenn die Titulierung als <strong>„Kaufhaus-Künstler“</strong> etwas zweifelhaft ist. Die anderen 17 in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler kennt in Westeuropa kaum jemand. Vasarely, der seine <strong>Kunstwerke in Kaufhäuser</strong> brachte, wollte eigentlich ganz progressiv Kunst für alle schaffen statt für einen kleinen Kreis reicher Kunstsammler. Ihm ist einer der drei Räume der Ausstellung gewidmet.</p>
<p>Zu <strong>Vasarely </strong>geht es nach links, zur Entdeckung der unbekannten Künstler nach rechts. Auf beiden Seiten spielt die Symmetrische Kunst mit der <strong>Durchbrechung symmetrischer Objekte</strong> und der raffinierten Täuschung des menschlichen Sehvermögens. Besonders beliebt ist der Würfel, der spielerisch aufgeklappt, gefaltet, oder durch Kugel und Kreise durchbrochen wird. Die zauberhafte, geradezu romantische Skulptur eines Frauenkopfes von Istvan Bencsik entpuppt sich auf der Rückseite als ein aus vielen hölzernen Würfelchen zusammengesetztes Werk.</p>
<p>Auf die Kunst des <strong>trompe l’oeil</strong> verstand sich auch Dora Maurer. Sind es vier oder fünf Quadrate? Man muss schon genau hinsehen, um zwischen den farbigen Linien und dem tatsächlichen Bild zu unterscheiden und bei ihren „Five from four“ richtig zu zählen.<br />
Vieles deutet auf eine <strong>Verwandtschaft zur westlichen Op Art</strong>, dabei waren die ungarischen Künstler in den Siebziger Jahren durch den Eisernen Vorhang von der Kunst im Westen abgeschnitten. Ihre Symmetrische Kunst stellte einen stillen, aber deutlichen Protest gegen den real existierenden Sozialismus dar. Statt heroischer Abbildungen von Helden der Arbeit unterliefen sie die künstlerischen Vorgaben der Politik, indem sie abstrakte Kunst machten.<br />
Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig Symmetrische Kunst sein kann. Dazu gehören die <strong>Schattenspiele von Ferenc Ficzek</strong>, aber auch die mikadoähnliche, umgekippte Konstruktion aus geraden Holzstreben von Janos Megyik. Für Peter Weibel handelt es sich bei diesem Werk um einen explodierten Würfel.</p>
<p>Vasarelys Arbeiten sind Meisterwerke in der <strong>Variation von Kreisen, Würfeln, Rauten, Dreiecken und Linien</strong>. Die Op Art der Siebziger wäre ohne Vasarely nicht denkbar. Bis heute sind die gekonnt 3 D-Effekte suggierenden Werke Vasarelys faszinierend. Nach der zeitlosen Symmetrischen Kunst aus Ungarn bietet es sich an, um die Ecke zu gehen und in die Welt der Medienkunst einzutauchen:<strong> „Imagining Media“</strong>, die Jubiläumsausstellung des ZKM, läuft bis Ende des Jahres. „Symmetrische Kunst aus Ungarn“ ist <strong>bis zum 20. Juni</strong> zu sehen.</p>
<p><strong>ZKM</strong><br />
Lorenzstr. 19<br />
76135 Karlsruhe<br />
Tel.: 0721/81 000<br />
Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr<br />
<a href="http://www.zkm.de">www.zkm.de</a></p>
<p><em>Artikel von: Nike Luber</em></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/218/interview-kunstverein-freibur" rel="bookmark">Experimentierfeld für Künstler</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/244/kulturfestival-frauenperspektiven-karlsruhe" rel="bookmark">Tausendund_ein Iran</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/134/soziale-plastiken" rel="bookmark">Soziale Plastiken</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/269/hildegard-wohlgemuth-ausstellung" rel="bookmark">Ausstellung: Hildegard Wohlgemuth</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich" rel="bookmark">Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/150/ein-zustand-der-gnade" rel="bookmark">Ein Zustand der Gnade</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/52/poesie-im-dachstuhl" rel="bookmark">Poesie im Dachstuhl</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/500/budapest-und-pecs-%e2%80%93-zwischen-den-zeiten-und-welten/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Let the good times roll</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/475/let-the-good-times-roll</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/475/let-the-good-times-roll#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 07:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[50er]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Rudiger]]></category>
		<category><![CDATA[Marianne Clément]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>
		<category><![CDATA[Platée]]></category>
		<category><![CDATA[Rameau]]></category>
		<category><![CDATA[Straßburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=475</guid>
		<description><![CDATA[„So prächtig auch die Musik gelungen sein mag, hat man doch Mühe, die Langeweile und Banalität des Textes zu ertragen“, urteilte der Schriftsteller Charles Collé 1750 über die fünf Jahre zuvor uraufgeführte Ballettkomödie („Ballet-bouffon“) von Jean-Philippe Rameau. Die Geschichte um Jupiter und seine zickende Gattin Juno wirkt besonders unter dem heutigen Blickwinkel reichlich konstruiert. Um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.kulturjoker.de/?attachment_id=494"><img class="size-full wp-image-494" title="a Platée - photo Alain Kaiser 7" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/04/a-Platée-photo-Alain-Kaiser-7.jpg" alt="Platée (Emiliano Gonzalez Toro) und ihre Freundin Clarine (Céline Scheen) in der Seerose" width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Platée (Emiliano Gonzalez Toro) und ihre Freundin Clarine (Céline Scheen) in der Seerose</p></div>
<p>„So prächtig auch die Musik gelungen sein mag, hat man doch Mühe, die Langeweile und Banalität des Textes zu ertragen“, urteilte der Schriftsteller <strong>Charles Collé</strong> 1750 über die fünf Jahre zuvor uraufgeführte Ballettkomödie („Ballet-bouffon“) von Jean-Philippe Rameau. Die Geschichte um <strong>Jupiter </strong>und seine zickende <strong>Gattin Juno</strong> wirkt besonders unter dem heutigen Blickwinkel reichlich konstruiert. Um ihre Eifersucht endgültig zu kurieren, entschließen sich König Cithéron und Merkur, eine Scheinhochzeit Jupiters mit der hässlichen Froschnymphe Platée zu arrangieren. Kurz vor dem Vollzug der Trauung rauscht die keifernde Juno heran, lüpft Platées Schleier und bricht in schallendes Gelächter aus. Das Paar hat seine Ehekrise überwunden, <strong>Platée</strong> verzieht sich fluchend wieder in ihren Sumpf.</p>
<p><span id="more-475"></span><br />
An der <strong>Straßburger Oper</strong> ist Rameaus „Platée“ keine Sekunde langweilig. Die <strong>Regisseurin Mariame Clément </strong>und ihre<strong> Ausstatterin Julia Hansen</strong> verlegen die Geschichte ins Amerika der 1950-er Jahre. Im Prolog wird ein Bett herausgeklappt, aus dem ein sichtlich genervtes Paar entsteigt. Schnell zieht man sich an, mit ein paar Handgriffen wird eine Resopal-Küche aus der Wand ausgerollt. Der Mann (großartig als schmieriger, Zigarre rauchender Jupiter: François Lis) schmeißt sich noch schnell ein paar Cornflakes rein, die Frau (mit guter Miene zum bösen Spiel: Judith Van Wanroij als Juno) darf schon mal die Wohnung saugen. Dann klingelt es an der Tür und Partygäste fallen ein. Zu den barocken Tänzen, die das Barockensemble „Les Talens Lyriques“ unter der Leitung von Christophe Rousset im Orchestergraben zunächst zu zurückhaltend spielt, wird <strong>Rock ’n’ Roll</strong> getanzt. L’Amour (schwerelos: Céline Scheen) betört als Marilyn Monroe im weißen Cocktailkleid.<br />
Die humorvolle Leichtigkeit, mit der Cléments Inszenierung beginnt, behält diese „Platée“ den ganzen Abend. In der technikgläubigen Welt des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg läuft alles wie am Schnürchen. Man ist stets gut gelaunt, achtet auf perfektes Aussehen und eine gewienerte Küche, vertraut auf die klare Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. In diese geschlossene, heile Welt tritt nun Platée, die von der Gesellschaft Verstoßene, der Julia Hansen neben einer Froschmütze auch blanke Brüste und einen dicken Bauch aufs Kostüm modelliert hat. Und wie das passiert, ist ein weiterer Geniestreich der Regie.<br />
Das Aquarium, das im Prolog noch einen optischen Akzent in der glatten Wohnung des Götterpaares gesetzt hatte, erscheint nun im ersten Akt im vergrößerten Maßstab. Drinnen sitzen Platée (zum Brüllen komisch, mit wandlungsfähigem Tenor: <strong>Emiliano Gonzalez Toro</strong>) und ihre Freundin Clarine (auch hier: <strong>Céline Scheen</strong>) zwischen den riesigen Seerosenblättern. Citherón (leider etwas schwachbrüstig und intonationsgetrübt:  Evgueniy  Alexiev) lümmelt mit Strippenzieher Mercure (mit berührendem, fragilem Tenor: Cyril Auvity) vor dem kleinen Aquarium am Bühnenrand, bis dieser seine rote Krawatte ins Wasser baumeln lässt. Ein riesenhaftes Pendant dazu schwebt gleichzeitig von der Decke herunter und zieht Platée aus dem Sumpf.<br />
Auch wenn sie sich noch so sehr an die Mode und Gepflogenheiten dieser Welt anpasst – Platée bleibt die Außenseiterin. Ihr langer grüner Schwanz ist das für jeden erkennbare Zeichen ihrer anderen Herkunft. Aber Cléments kluge, an Ideen überreiche Interpretation hebt nicht den moralischen Zeigefinger. Die vielen eingebauten Ballette, die die Handlung eigentlich bremsen, integriert die Regisseurin wie selbstverständlich in die Geschichte  (<strong>Choreographie:  Joshua Monten</strong>) – und gibt dem Affen Zucker. Ob als <strong>Indianer und Cowboys im amerikanischen Fernsehen, Nymphen mit Badehaube oder Kunden im Fast-Food-Restaurant</strong> – immer entstehen die kreativen Tänze des Straßburger Balletts aus der Situation heraus. Platée stiefelt schließlich als <strong>Miss Piggy</strong> zur vermeintlichen Hochzeit, nicht ohne zuvor mit einem beherzten Tritt gegen den Frontkühler Jupiters Chevi zu schrotten. Das Verrückte, dem Rameau mit der Figur La Folie (nicht immer ganz koloraturensicher: Salomé Haller) ein Gesicht gegeben hat, ist das Normale. Es braucht nur den Blick von außen, um es zu entlarven. Am Ende ist Platée die Verlassene. Sie tut einem richtig leid, wie sie sich in ihrem pinkfarbenen Kostüm, von allen verlacht, an ihrer Handtasche festhält. Jupiter und Juno dagegen landen im Ehebett – bis zur nächsten Krise.</p>
<p><em>Artikel von: Georg Rudiger</em></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/147/der-mann-am-klavier" rel="bookmark">Der Mann am Klavier</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/230/theater-basel-lul" rel="bookmark">Nackt und bloß</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/60/wie-im-richtigen-leben-vividanza" rel="bookmark">Wie im richtigen Leben</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg" rel="bookmark">TOSCA: Verloren in der Diktatur</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/150/ein-zustand-der-gnade" rel="bookmark">Ein Zustand der Gnade</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/297/sagt-lila-theater-freiburg" rel="bookmark">"Sagt Lila" - Die Liebe im Schattenhain</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/523/ein-zukunftsfahiges-lebenskonzept-abschied-vom-wachstumswahn" rel="bookmark">Ein zukunftsfähiges Lebenskonzept: Abschied vom Wachstumswahn</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/475/let-the-good-times-roll/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 13:20:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[blue man group]]></category>
		<category><![CDATA[Show]]></category>
		<category><![CDATA[theater 11]]></category>
		<category><![CDATA[Verlosung]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=464</guid>
		<description><![CDATA[Zürich zeigte sich von der schönsten Seite, als die Blue Man Group im Dezember in der Innenstadt auf Entdeckungstour ging. Die drei kahlköpfigen, blauen Gestalten waren neugierig auf ihren zukünftigen Gastort und erkundeten diesen deshalb bereits vor dem offiziellen Show-Start am 17. Januar 2010. Sprechen tun sie nicht, ihre Mimik ist jedoch so prägnant, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_465" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-465" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/01/blue-man-group.jpg" alt="Spektakuläre Show im Theater 11 in Zürich" width="500" height="298" /><p class="wp-caption-text">Spektakuläre Show im Theater 11 in Zürich</p></div>
<p>Zürich zeigte sich von der schönsten Seite, als die<strong> Blue Man Group</strong> im Dezember in der Innenstadt auf Entdeckungstour ging. Die drei kahlköpfigen, blauen Gestalten waren neugierig auf ihren zukünftigen Gastort und erkundeten diesen deshalb bereits vor dem offiziellen Show-Start am 17. Januar 2010. Sprechen tun sie nicht, ihre Mimik ist jedoch so prägnant, dass sie jeder versteht&#8230;</p>
<p><span id="more-464"></span><br />
Fasziniert zeigten sich die blauköpfigen Besucher von den Passanten in der Bahnhofstraße, aber ebenso von Tinguelys Skulptur „Heureka“ am Zürichhorn. Schließlich erklommen sie den Karlsturm des Großmünsters, um den herrlichen Überblick über die Limmatstadt zu genießen.</p>
<p><strong>Eine einzigartige Show-Vision mit packenden, modernen Rhythmen:</strong> Die Blue Man Group zeigt eine der ungewöhnlichsten und erfolgreichsten Bühnenshows, die weltweit bereits über 17 Millionen Besucher zählte. Ab 17. Januar sind<strong> „die drei Blauen“</strong> nun das erste Mal in Zürich im Theater 11 zu sehen. Die Blue Man Group entführt das Publikum auf eine Reise, die gleichzeitig komisch, intelligent und optisch überwältigend ist. Die Musik ist einzigartig: Alle verwendeten Instrumente und Lichteffekte wurden eigens für diese Show entwickelt und kreieren somit den unverwechselbaren Blue Man Sound. Die Blue Man Group lässt sich<strong> nicht</strong> kategorisieren – Rockmusik, Comedy, Kunst und Wissenschaft kommen gleichermaßen zum Zug. Die Blue Man Group lässt sich schwer mit Worten beschreiben – man muss sie einfach selber erlebt haben!</p>
<p><strong>Vorstellungen der Blue Man Group: </strong><br />
17. Januar bis 28. März<br />
Theater 11, Zürich<br />
Di-Sa, jeweils 19.30 Uhr<br />
So 18.30 Uhr<br />
Sa auch 16.30 Uhr<br />
So auch 15.30 Uhr.<br />
Infos:<a href="http://www.musical.ch" target="_blank"> www.musical.ch</a></p>
<blockquote><p><strong>Aufgepasst:</strong> Wir verlosen für die Preview am 16. Januar, 19.30 Uhr, 2 x 2 Karten.<br />
Schicken Sie uns<strong> bis zum 10. Januar</strong> eine Mail mit dem<strong> Stichwort „Blue Man Group“</strong> an <a href="mailto:redaktion@kulturjoker.de">redaktion@kulturjoker.de</a> und geben Sie Ihre Telefonnummer zur Benachrichtigung an.</p></blockquote>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/455/freiburg-grenzenlos-festival" rel="bookmark">Vom Keller bis in die Höhe</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/134/soziale-plastiken" rel="bookmark">Soziale Plastiken</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg" rel="bookmark">TOSCA: Verloren in der Diktatur</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/230/theater-basel-lul" rel="bookmark">Nackt und bloß</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/297/sagt-lila-theater-freiburg" rel="bookmark">"Sagt Lila" - Die Liebe im Schattenhain</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden" rel="bookmark">Voralpen- und andere Helden</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/224/shoo-shoo-ladies-e-wer" rel="bookmark">Shoo Shoo Ladies: Perfekte Bühnenshow</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>TOSCA: Verloren in der Diktatur</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 13:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Eifersucht]]></category>
		<category><![CDATA[Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jarg Pataki]]></category>
		<category><![CDATA[Jin Seok Lee]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Ole Gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[Opernpremiere]]></category>
		<category><![CDATA[Peteris Eglitis]]></category>
		<category><![CDATA[Puccini]]></category>
		<category><![CDATA[Regisseur]]></category>
		<category><![CDATA[Rossella Ragatzu]]></category>
		<category><![CDATA[Scarpia]]></category>
		<category><![CDATA[Tosca]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=459</guid>
		<description><![CDATA[Es war die erste Freiburger Opernpremiere, die von der Exzellenzinitiative des Freiburger Theaters unterstützt wurde. Nach einem packenden, sinnlichen, szenisch ambitionierten und musikalisch herausragenden Abends lässt sich sagen: Die von der Stadt Freiburg zusätzlich unterstützte finanzielle Aufstockung des Budgets durch einige Stifter, die dem Freiburger Musiktheater zu überregionaler Ausstrahlung verhelfen soll, hat zu einem beeindruckenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_460" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-460" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/01/tosca-freiburg.jpg" alt="Das Theater Freiburg brilliert mit Puccinis Tosca" width="500" height="281" /><p class="wp-caption-text">Das Theater Freiburg brilliert mit Puccinis Tosca</p></div>
<p>Es war die erste Freiburger Opernpremiere, die von der<strong> Exzellenzinitiative des Freiburger Theaters</strong> unterstützt wurde. Nach einem packenden, sinnlichen, szenisch ambitionierten und musikalisch herausragenden Abends lässt sich sagen: Die von der Stadt Freiburg zusätzlich unterstützte finanzielle Aufstockung des Budgets durch einige Stifter, die dem Freiburger Musiktheater zu überregionaler Ausstrahlung verhelfen soll, hat zu einem beeindruckenden künstlerischen Ergebnis beigetragen&#8230;</p>
<p><span id="more-459"></span><br />
<strong>„Tosca“ ist ein Krimi.</strong> Puccinis im Jahr 1900 komponierte Dreiecksgeschichte um Liebe, Macht und Eifersucht spitzt sich immer weiter zu, ehe am Ende alle drei Protagonisten tot sind. Der Freiburger Hausregisseur Jarg Pataki, der bereits zu Beginn der Spielzeit am Freiburger Theater die „Buddenbrooks“ beeindruckend in Szene gesetzt hat, interessiert sich in seiner „Tosca“-Inszenierung für das gesellschaftliche System, das diese Figuren erst an ihre Abgründe bringt. Pataki verlegt die Geschichte vom Rom des Jahres 1800 in die chilenische Militärdiktatur der 1970-er Jahre. Hier wie dort spielte die Kirche ein unglückliche Rolle, hier wie dort wurde mit großer Härte ein Polizeistaat eingerichtet, der jede liberale Bewegung im Keim ersticken sollte.</p>
<p>Zum ersten Mal stockt einem im Freiburger Theater der Atem, wenn<strong> Scarpia</strong> (mit bedrohlichem, dunklen Bariton: Peteris Eglitis) mit seinen Schergen den weißen, mit einem bunten Glasfenster angedeuteten Kirchenraum (Bühne: Anna Börnsen) betritt und den Mesner (eindrucksvoll: Jin Seok Lee) verhört. Mit weißen Handschuhen streicht er ihm über den Kopf, als dieser vor Angst kaum sprechen kann. Dieser Scarpia macht sich nicht die Finger schmutzig – die Drecksarbeit erledigen andere wie Spoletta (präsent wie immer: Roberto Gionfriddo) für ihn.</p>
<p><strong>Im zweiten Akt wird die Kirche zur Folterzelle.</strong> Weiß wird zu Schwarz, die farbige Rosette ist nun ein Belüftungsschacht. Durch die offenen Schlitze kann man von Zeit zu Zeit einen Blick auf die feine Gesellschaft werfen, die sich Walzer tanzend vergnügt. In diesem beängstigenden Bunker trifft der mit einer weißen Uniform (Kostüme: Sandra Münchow) gekleidete Polizeichef Scarpia auf die von ihm begehrte Tosca, die im Laufe des Abends vom Mädchen zur Mörderin wird (überragend nicht nur bei ihrer Arie „Vissi d’arte“: Rossella Ragatzu). Im Hintergrund wird Toscas Liebhaber Cavaradossi (kernig, aber mit Schwächen in der Höhe: Germán Vilar) gefoltert;<strong> seine Schreie gehen durch Mark und Bein</strong>. Jarg Pataki bringt die beklemmende Szene mit größter Präzision auf die Bühne. Er zoomed die Figuren heran – den geilen, gewalttätigen, machtbesessenen Scarpia und die immer verzweifelnder, aber auch selbstbewusster werdende Tosca. Die Spannung steigt, unterstützt vom punktgenau arbeitenden Philharmonischen Orchester Freiburg unter Generalmusikdirektor Fabrice Bollon, bis ins Unerträgliche, ehe Tosca einen Dolch aus ihrem Haarschmuck zieht und ihren Peiniger ersticht.</p>
<p>Dem musikalisch geschilderten Erwachen Roms zu Beginn des dritten Aktes entzieht <strong>Jarg Pataki</strong> jede Romantik, indem er den Hirtenknaben (Ole Gärtner) zwischen Leichenbergen herumstapfen lässt. Den dramatischen Höhepunkt setzt das Philharmonische Orchester Freiburg an diesem großen Musiktheaterabend ganz zum Schluss, wenn das Leitthema nach Toscas Suizid, der in Freiburg eine Exekution ist, im schweren Blech im Fortissimo wiederkehrt. Lange hat Bollon die gewaltige Kraft dieses Klangkörpers gezügelt. Jetzt lässt er sie los. Das Thema, das ganz zart Cavaradossis Arie<strong> „E lucevan le stelle“</strong> einleitete, wird, im Blech geschärft und mit massivem Schlagzeug unterfüttert, zur Anklage eines Regimes.</p>
<p><strong>Weitere Vorstellungen:<br />
10.1. um 19.30 Uhr<br />
24.1. um 15 Uhr<br />
31.1. um 19.30 Uhr<br />
13./27.2., 19./26.3., jew. um 19.30 Uhr</strong></p>
<p><strong>Theater Freiburg</strong></p>
<p><em>Artikel von: Georg Rudiger</em></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/230/theater-basel-lul" rel="bookmark">Nackt und bloß</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/297/sagt-lila-theater-freiburg" rel="bookmark">"Sagt Lila" - Die Liebe im Schattenhain</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/224/shoo-shoo-ladies-e-wer" rel="bookmark">Shoo Shoo Ladies: Perfekte Bühnenshow</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/147/der-mann-am-klavier" rel="bookmark">Der Mann am Klavier</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden" rel="bookmark">Voralpen- und andere Helden</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich" rel="bookmark">Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/218/interview-kunstverein-freibur" rel="bookmark">Experimentierfeld für Künstler</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vom Keller bis in die Höhe</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/455/freiburg-grenzenlos-festival</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/455/freiburg-grenzenlos-festival#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 11:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ars Vitalis]]></category>
		<category><![CDATA[Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzenlos Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Lilo Wanders]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Tschirpke]]></category>
		<category><![CDATA[Nordkvark]]></category>
		<category><![CDATA[Ringlstetter vs Eure Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Krämer]]></category>
		<category><![CDATA[Severin Groebner]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Pflaum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=455</guid>
		<description><![CDATA[Das 11. Freiburg Grenzenlos Festival in Freiburg
Anfang des Jahres feiert die Kleinkunst in Freiburg fröhliche Urständ. Gleich zwei Veranstaltungsreihen rücken sie in den Mittelpunkt des Geschehens, die beide in diesem Jahr ein schiefes Jubiläum feiern. Denn für das Freiburg Grenzenlos Festival ist es die 11. Veranstaltung, für die Internationale Kulturbörse gar die 22. Gemeinsam begeht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_456" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-456" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/01/kraemer-tschirpke.jpg" alt="Sebastian Krämer und Marco Tschirpke" width="500" height="265" /><p class="wp-caption-text">Sebastian Krämer und Marco Tschirpke</p></div>
<p><strong>Das 11. Freiburg Grenzenlos Festival in Freiburg</strong><br />
Anfang des Jahres feiert die Kleinkunst in Freiburg fröhliche Urständ. Gleich zwei Veranstaltungsreihen rücken sie in den Mittelpunkt des Geschehens, die beide in diesem Jahr ein schiefes Jubiläum feiern. Denn für das <strong>Freiburg Grenzenlos Festival</strong> ist es die 11. Veranstaltung, für die <strong>Internationale Kulturbörse</strong> gar die 22. Gemeinsam begeht man in diesem Jahr wieder die Eröffnungsgala, die am 25. Januar im Theatersaal der Messe Freiburg stattfindet. Es nehmen teil: die Kabarettisten Sebastian Krämer und Marco Tschirpke sowie Karl-Heinz Helmschrot,  die Artisten   Sirma Dobreva und Morgan Cosquer, für Komik werden die Clowns BP Zoom sorgen, die Moderation übernimmt Jan Christof Scheibe&#8230;</p>
<p><span id="more-455"></span><br />
Wie  die  Jahre zuvor  haben  die Veranstalter,  das Vorderhaus, SWR Studio  Freiburg und Koko &amp; DTK Entertainment, ein buntes Programm zusammengestellt, quer durch alle Bereiche vom Chanson, der Lesung, Kabarett und Comedy. Die 24 Programmpunkte der 13 Tage Kleinkunst werden an fünf verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden, neben dem SWR Studio Freiburg und dem Vorderhaus, im Bergkeller Weingut Schwarzer Adler in Vogtsburg-Oberbergen, im Berghotel Schauinsland und dem Babeuf. Es gibt also einiges zu entdecken.<br />
Über den Geheimtippstatus ist Annamateur &amp; Außensaiter längst hinaus.</p>
<p>In Freiburg wird der <strong>„Stern am Himmel der musikalischen Kleinkunst“</strong>, so der „Berliner Tagesspiegel“, mit ihrem Programm „Bandaufstellung nach B. Hellinger“ am 26. Januar zu Gast sein. Zu hören werden Songs und Lieder von Tom Waits, Charlie Parker, Charles Aznavour und Zarah Leander sein. Mehr Musik gibt’s von der Schweizer Band „Stiller Has“ am 28. Januar, die im SWR Studio Freiburg ihre Songs um Sucht und Sehnen, Lebenslust und Todesahnung spielen werden.</p>
<p>Traurige Lieder aus Lappland verspricht <strong>„Nordkvark“</strong> für den 27. Januar. Was so skandinavisch klingt, ist in Wahrheit von deutscher Natur, daher werden die traurigen Lieder und der langsame Slapstick der müden, melancholischen Musiker auch nicht so ganz erst zu nehmen sein. „Muzik als Theater“ bringt das Trio <strong>„Ars Vitalis“</strong> am 29. Januar in den „Schwarzen Adler“. Es verbindet dabei Performance, musikalischen Zunder, bizarre Anekdoten und groteske Tanzeinlagen.</p>
<p>Gleich mehrere Heimatabende hat das <strong>11. Freiburg Grenzenlos Festival </strong>im Angebot. Unter dem Motto „Dreiländerdreck“ treten Thomas C. Breuer, Klaus Spürkel und Jean-Marie Hummel an, die Region am 3. Februar eingehend unter die Lupe zu nehmen.</p>
<p>Am 31. Januar wird im Jazzhaus der 4. Internationale Heimatabend gefeiert mit „Diese  wunderbare Band“  und  den Gästen Karl-Heinz Ott und Stefan Pflaum. Wenn es am 29. Januar heißt „Hohler trifft Hebel“, könnte es zu einer Hommage der besonderen Art kommen. Anlässlich des 250. Geburtstages von Johann Peter Hebel inszeniert der Autor Franz Hohler ein Treffen zwischen dem alemannischen Dichter und sich selbst.</p>
<p>Aber natürlich ist auch Kabarett und Comedy der Extraklasse vertreten, unter anderem sind zu Gast <strong>Ringlstetter vs. Eure Mütter</strong> (26. Januar), <strong>Lilo Wanders</strong> (5. Februar) und <strong>Severin Groebner </strong>(5. Februar).</p>
<p><strong>Das 11. Freiburg Grenzenlos Festival findet vom 25. Januar bis 6. Februar statt. </strong><br />
Alle Termine unter <a href="http://www.freiburg-grenzenlos-festival.de" target="_blank">www.freiburg-grenzenlos-festival.de</a></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich" rel="bookmark">Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/134/soziale-plastiken" rel="bookmark">Soziale Plastiken</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/224/shoo-shoo-ladies-e-wer" rel="bookmark">Shoo Shoo Ladies: Perfekte Bühnenshow</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/6/weite-welt-ganz-nah" rel="bookmark">Weite Welt ganz nah.</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg" rel="bookmark">TOSCA: Verloren in der Diktatur</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/291/traditionelle-chinesische-medizin-tcm" rel="bookmark">Die traditionelle Chinesische Medizin - TCM</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/218/interview-kunstverein-freibur" rel="bookmark">Experimentierfeld für Künstler</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/455/freiburg-grenzenlos-festival/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Abenteurer und Forschungsreisender</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/449/abenteurer-und-forschungsreisender</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/449/abenteurer-und-forschungsreisender#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 11:41:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteurer]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Baumann]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Claus Weissbarth]]></category>
		<category><![CDATA[Filmemacher]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Sutley-Canyons]]></category>
		<category><![CDATA[Takla Makan]]></category>
		<category><![CDATA[Tibesti-Gebirge]]></category>
		<category><![CDATA[Tibet]]></category>
		<category><![CDATA[Transhimalayaüberquerung]]></category>
		<category><![CDATA[Tschad]]></category>
		<category><![CDATA[Wildwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Wüste]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=449</guid>
		<description><![CDATA[Der in München lebende Österreicher Bruno Baumann gehört zu den seltenen Exemplaren der Spezies Mensch, die von der breiten Masse – zumeist mit einer Mischung aus Neid und Hochachtung – als Grenzgänger bezeichnet werden. Dafür steht unter anderem die Durchquerung des sandigen Herzstücks der Wüste Gobi, die er 2003 als erster Mensch im Alleingang bewerkstelligte&#8230;
Seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_451" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-451" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/01/bruno-baumann.jpg" alt="Bruno Baumann: Schriftsteller, Filmemacher und Abenteurer" width="500" height="228" /><p class="wp-caption-text">Bruno Baumann: Schriftsteller, Filmemacher und Abenteurer</p></div>
<p>Der in München lebende Österreicher <strong>Bruno Baumann</strong> gehört zu den seltenen Exemplaren der Spezies Mensch, die von der breiten Masse – zumeist mit einer Mischung aus Neid und Hochachtung – als Grenzgänger bezeichnet werden. Dafür steht unter anderem die Durchquerung des sandigen Herzstücks der Wüste Gobi, die er 2003 als erster Mensch im Alleingang bewerkstelligte&#8230;<span id="more-449"></span></p>
<p>Seinen Ruf als Abenteurer und Forschungsreisender untermauerte Baumann mit zahlreichen anderen Unternehmungen wie der Durchquerung der Wüste Takla Makan in China (1989), Erstbesteigungen im Tibesti-Gebirge im Tschad (1993), einer Transhimalaya-Überquerung (1997) oder der Erstbefahrung des Sutley-Canyons in Tibet mit Wildwasserschlauchbooten (2004). Durch Bücher, Filme und Vorträge bietet er dem  Publikum die Möglichkeit, an seinen Erlebnissen teilzuhaben. So auch in Freiburg, wo Bruno Baumann am 7. Februar mit seinem Diavortrag „Asien – Auf den Spuren des Buddha“ im Rahmen der Mundologia zu sehen sein wird. Claus Weissbarth sprach mit Bruno Baumann.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Herr Baumann, wenn man sich mit ihrer Vita beschäftigt, fällt auf, dass es Ihnen vor allem die Wüsten angetan haben. Was fasziniert Sie an diesen kargen, lebensfeindlichen Landschaften?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> Am Anfang hat mich das auch nicht unbedingt fasziniert. Ich komme ja aus einer Vorzugslage, wo das Wasser aus der Leitung kommt, daher war die Wüste für mich zunächst nur ein Synonym für Durst, Schwitzen und quälende Entbehrungen. Das hat sich Mitte der 80er-Jahre radikal geändert, als ich erstmals am Rande der Flugsandwüste Takla Makan stand, die sich mit dem einladenden Zusatz schmückt: „Wer einmal hineingeht, wird nie mehr zurückkehren“. Diesen Satz empfand ich als Aufforderung und wollte wissen, welche emotionalen und sinnlichen Erfahrungen einen erwarten, wenn man sich einem solchen Sandkasten für Erwachsene aussetzt. Wüsten sind ganz besondere Naturlandschaften, wo es zum Beispiel die Qualität der Stille gibt, die man sonst in keiner anderen Naturlandschaft findet. Man kann ohne jede Störung Gedankenketten fortspinnen und ich habe sehr schnell begriffen, dass die Wüste ein Ort der Reflektion ist. Nicht zufällig sind Propheten früher in die Wüste gegangen, um sich selbst zu erfahren und kosmische Gesetzmäßigkeiten zu erkennen.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Ihre Grenzgänge stehen ja auch in Zusammenhang mit einem gewissen Forscherdrang. Was gibt es denn in den Wüsten zu entdecken außer Unmengen von Sand?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> Eine ganze Menge, denn der Sand hat nicht nur eine alles verschlingende, sondern auch eine unglaublich konservierende Kraft. Wir würden heute von vielen großen Kulturen nichts wissen, hätte der Sand sie nicht konserviert. Das ist in  Ägypten ebenso der Fall wie in den großen zentralasiatischen Wüsten, wo sich unter anderem die Spuren der antiken Seidenstraße finden.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Bei ihren Abenteuern versuchen Sie auch, immer wieder Grenzen zu überwinden, Dinge zu tun, die vor Ihnen noch niemand geschafft hat. Aus welcher Motivation heraus begeben Sie sich freiwillig in Situationen, die im Extremfall durchaus lebensgefährlich sein können?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> Aus dem Bewusstsein heraus, dass sich über einen solchen Umweg Erfahrungen machen lassen, die man in einer Komfortzone wie der unseren nicht so einfach machen kann. Wir Menschen sind ja so strukturiert, dass wir unser Potenzial nur dann abrufen, wenn wir unbedingt müssen. Bei meinem Alleingang durch die Wüste Gobi habe ich tatsächlich Grenzen überschritten, aber das war ein ganz bewusster Schritt. Denn Leben heißt nicht nur nehmen, sondern auch geben. Und wenn man einzigartige Lebenserfahrungen machen will, dann funktioniert das nur, wenn man auf gewisse Sicherheiten verzichtet.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Überspitzt gesagt, könnte man Sie aber auch als lebensmüde bezeichnen&#8230;</p>
<p><strong>Baumann:</strong> &#8230;aber nur, wenn man es aus einem sehr begrenzten Blickwinkel betrachtet. Ich habe mich ganz langsam über einen Zeitraum von 20 Jahren an diese Grenzen herangetastet, ehe ich den Schritt darüber hinaus gewagt habe. Irgendwie macht das jeder in seinem Leben, denn sonst würde man ja nichts dazulernen. Der Unterschied bestand in meinem Fall darin, dass ich mich in eine Zone begab, die mich existenziell bedrohte. Aber dieses Risiko musste ich eingehen, um ein einziges Mal in meinem Leben alle mir zur Verfügung stehenden Fähigkeiten in der Gleichzeitigkeit leben zu können. Das ist eine fantastische Erfahrung, die mich zeitlebens begleitet und mir Gewissheit darüber gibt, über welche Potenziale ich für den Fall der Fälle verfüge.</p>
<p><strong>Kultur Joker: </strong>Welche konkreten Auswirkungen hat ein derart ungewöhnlicher Erfahrungsschatz auf ihre grundsätzliche Einstellung zum Leben?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> Die sind durchaus vielfältig. Zum Beispiel in Bezug auf das Thema Wasser, wobei zu viel ebenso ein Problem darstellt wie zu wenig. In der Wüste beschäftigt man sich damit nicht nur auf intellektueller Ebene, sondern begibt sich quasi auf einen Selbsterfahrungstrip, der sich weitaus nachhaltiger auswirkt. Gerade in einer Situation des Mangels wird klar, welche Dinge essentielle Bedeutung haben und was weniger wichtig ist. Dinge, die wir eigentlich als selbstverständlich erachten, bekommen so einen ganz anderen Stellenwert. Es bleiben auch Qualitäten wie die Geistesgegenwart, das Bewusstsein, sich im Hier und Jetzt zu bewegen, denn die Gegenwart begründet die Zukunft und nicht umgekehrt. Oder auch die Erkenntnis bezüglich unserer emotionalen Intelligenz – einer Wissensquelle, die ursprünglich jeder von uns hatte, die wir aber wie ein nutzlos gewordenes Organ abgeworfen haben. Wir sind zwar Weltmeister im logischen und analytischen Denken, aber darüber hinaus ist uns die Intuition verloren gegangen, ohne die man in der Wüste nicht überleben kann.</p>
<p><strong>Kultur Joker: </strong>Letzten Endes geht es Ihnen nicht allein um das reine Abenteuer. Was wollen Sie ihren Lesern und Zuhörern mit ihren Büchern, Vorträgen und Filmen vermitteln?</p>
<p><strong>Baumann: </strong>Vor allem eine gewisse Wertschätzung für die Natur und die wenigen Freiräume, die es auf der Erde noch gibt. Daneben geht es mir sehr stark um die kulturelle Ebene. Ich begreife mich ein wenig als Kultur-Botschafter und versuche zwischen den Welten zu vermitteln.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Bei ihrem Vortrag in Freiburg begeben Sie sich auf die Spuren des Buddhismus. Welche Beziehung haben Sie im Lauf der vergangenen Jahrzehnte zur Lehre Buddhas entwickelt?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> Ich bin nicht zum Buddhismus konvertiert, aber der historische Buddha als Mensch – nicht als über dem Boden schwebender Heiliger – hat mich interessiert. Ich wollte wissen, was dieser Mann vor 2.500 Jahren gedacht hat, was innovativ an seinem Denken war und was dazu geführt hat, dass seine Lehren auch heute noch als geistige Orientierung dienen. Bei meinen extremen Erlebnissen, vor allem in der Wüste, hatte ich mehrfach das Gefühl, dass ich mit bestimmten Einsichten des Buddha in sehr eindringlicher Weise in Berührung geriet. Besonders in puncto Selbsterkenntnis oder der radikalen Forderung nach Selbstverantwortung. Dadurch ist meine Wertschätzung für die buddhistische Ethik, die in der Einschätzung gründet, dass all unsere Handlungen unmittelbare Auswirkungen auf Dritte haben, enorm gestiegen. Was passiert, wenn man dies nicht beachtet, kann man ganz aktuell an der momentanen Wirtschaftskrise ablesen. Da verlieren Menschen ihren Job, obwohl sie mit den Bankern, die die Krise verursacht haben, rein gar nichts tun haben.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Glauben und Religion nehmen nicht nur in Tibet, sondern im gesamten asiatischen Raum ja einen ganz anderen Stellenwert als in unserer materiell geprägten Gesellschaft ein&#8230;</p>
<p><strong>Baumann:</strong> &#8230;wo der Glauben zu einer Art Buchhaltung der Seele verkommen ist und nur noch als Ritual betrieben wird. Dagegen ist die Qualität des Glaubens in Asien eine ganz andere und steht in untrennbarer Verbindung mit dem Alltag. Verbote und Unterdrückung führen dazu, dass die Orientierung an der Religion sogar noch stärker wird.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Würden Sie sagen, dass die Menschen im Buddhismus glücklicher leben, als der durchschnittliche Westeuropäer?</p>
<p><strong>Baumann: </strong>Je weniger Bedürfnisse ein Mensch hat, desto häufiger gelingt es ihm, all seine Bedürfnisse zu erfüllen und dadurch glücklicher und zufriedener zu sein. Bei uns gibt es ja eine ganze Industrie, die nur dazu da ist, möglichst viele Bedürfnisse zu schüren. Von daher haben Menschen mit weniger Bedürfnissen grundsätzlich einen Vorteil gegenüber jenen, die sich diesbezüglich am westlichen Standard orientieren.</p>
<p><strong>Kultur Joker: </strong>In ihrem Vortrag „Asien – Auf den Spuren des Buddha“ zeichnen Sie ein Bild der Gegenwart im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Können Sie dieses Bild konkretisieren?</p>
<p><strong>Baumann: </strong>Damit umzugehen, bildet für viele asiatische Völker die ganz große Herausforderung unserer Zeit. Zwar haben sich auch dort im Lauf der Jahrhunderte Veränderungen ergeben, jedoch viel langsamer als bei uns. Seit ca. 50 Jahren kommt nun in rasender Geschwindigkeit die Moderne und wirft ganz neue Fragen auf, die sich auf traditionelle Art und Weise nicht beantworten lassen. Deshalb müssen sie eine neue Synthese finden, die Tradition und Kultur mit der Moderne vereint.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Eines ihrer Hauptanliegen besteht darin, den Dialog zwischen den Kulturen zu intensivieren. Vor diesem Hintergrund haben Sie das Projekt „Roads of Dialogue – Silkroad Project 2010“ ins Leben gerufen, das sich auf den multikulturellen Geist der Seidenstraße bezieht. Welche Hoffnungen sind damit verbunden?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> An diesem Dialog führt gar kein Weg vorbei, weil ihn schon die globalen Probleme der Menschheit einfordern. Fortschritte, beispielsweise bei Maßnahmen gegen den Klimawandel, lassen sich nur erzielen, wenn alle Länder gemeinsam vorgehen. Denn globale Probleme, dazu zähle ich auch die vielen religiösen Konflikte, lassen sich logischerweise nur auf globaler Ebene lösen.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Sie äußern die Hoffnung, dass eine neue Seidenstraße als Verbindungsstrang zwischen Europa und Asien entstehen könnte.</p>
<p><strong>Baumann: </strong>Mich interessiert vor allem die Frage, ob die antike Seidenstraße Schnee von gestern ist, oder ob es da auch Dinge gibt, die für uns heute noch große Relevanz haben könnten. Wenn man die Seidenstraße aus einer modernen Sichtweise heraus neu interpretiert, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass sie das erste Beispiel von Globalisierung auf diesem Planeten war. Immerhin begegneten sich dort vor 2.000 Jahren alle damaligen Weltkulturen von der mediterranen über die griechisch-römische und persische bis hin zur indischen und chinesischen. Es wurde  ein Austausch betrieben, der sehr befruchtend und von Inspiration geprägt war, sodass letzten Endes alle Beteiligten einen Mehrwert davontrugen.<br />
Demgegenüber stellt sich die Frage, warum die moderne Globalisierung diesen Mehrwert nicht liefert und so vielen Menschen zurecht Angst macht. Und wenn man noch genauer hinschaut, erkennt man, dass der Austausch auf der Seidenstraße weit über den Handel hinausging und auch die kulturelle wie die religiöse Ebene einbezogen waren, während sich der Austausch heutzutage einzig und allein auf die Ökonomie begrenzt. Daher war der Dialog damals weitaus umfassender und nachhaltiger als in der heutigen Zeit. Religiöse Konflikte und kulturelle Zusammenbrüche ließen sich so eindämmen oder gar völlig vermeiden.</p>
<p><strong>Kultur Joker:</strong> Welche konkreten Aktivitäten sind geplant, um dieses Ansinnen publik zu machen?</p>
<p><strong>Baumann:</strong> Im neuen Jahr wird sich in einer spektakulären Aktion eine internationale Kulturkarawane, bestehend aus Künstlern, Sportlern und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, von Hamburg aus Richtung Shanghai aufmachen, um diesen Dialog nicht nur intern, sondern auch an diversen externen Schauplätzen vorzuleben. Endpunkt ist die Expo Shanghai, die größte Weltausstellung, die es je gegeben hat, wo unter anderem „der interkulturelle Dialog als Herausforderung und Chance in der Gegenwart“ zu den wichtigen Themen zählt. Dort wollen wir uns einbringen und Zeichen setzen, auch wenn wir wissen, dass wir die Welt nicht verändern können.</p>
<p><strong>Kultur Joker: </strong>Herr Baumann, vielen Dank für das Gespräch&#8230;</p>
<p><strong>Auf der Mundologia gastiert Bruno Baumann am:<br />
7. Februar, 16 Uhr, Konzerthaus Freiburg.</strong></p>
<p><strong>Karten und Infos: <a href="http://www.mundologia.de" target="_blank">www.mundologia.de</a></strong></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/261/tibet-kailash-haus-freiburg" rel="bookmark">Tibet: "Die derzeitige Lage ist dramatisch"</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/6/weite-welt-ganz-nah" rel="bookmark">Weite Welt ganz nah.</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/218/interview-kunstverein-freibur" rel="bookmark">Experimentierfeld für Künstler</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/523/ein-zukunftsfahiges-lebenskonzept-abschied-vom-wachstumswahn" rel="bookmark">Ein zukunftsfähiges Lebenskonzept: Abschied vom Wachstumswahn</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/235/soziale-armut" rel="bookmark">Arm und Reich ist gar nicht gleich</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/284/wildholz-projekt-langzeitarbeitslose" rel="bookmark">Das "Wildholz-Projekt" in Müllheim</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/347/twitter-blogger-reaktionen" rel="bookmark">Twitterfans verärgert über Artikel von Dr. Satori</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/449/abenteurer-und-forschungsreisender/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Voralpen- und andere Helden</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 12:22:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=432</guid>
		<description><![CDATA[Ein angeschnittenes Testbild steht dem neuen Saisonprogramm des Theater Basel voran. So als ob Theater in der Sendepause des Fernsehens stattfände. Entworfen wurde das neue Programmheft von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz. Eine durchaus programmatische Kooperation, schließlich will Georges Delnon der jungen Generation in der Saison 2009/10 angesichts der gesellschaftlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_434" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img class="size-full wp-image-434" title="Das Theater Basel in der Spielzeit 2009/10" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/09/aswanlake009_q_web.jpg" alt="Das Theater Basel in der Spielzeit 2009/10" width="450" height="300" /><p class="wp-caption-text">Schwanensee - Das Theater Basel in der Spielzeit 2009/10</p></div>
<p style="text-align: left;">Ein angeschnittenes Testbild steht dem neuen Saisonprogramm des Theater Basel voran. So als ob Theater in der Sendepause des Fernsehens stattfände. Entworfen wurde das neue Programmheft von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz. Eine durchaus programmatische Kooperation, schließlich will Georges Delnon der jungen Generation in der Saison 2009/10 angesichts der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche Stimme und Raum im Basler Theater geben: „Großzügig. Ihnen die Chance einräumen, es besser zu machen oder treffender gesagt, anders zu scheitern“, soweit seine Begrüßungsworte.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-432"></span></p>
<p style="text-align: left;">In der Oper jedoch, auf der Delnons eigentliches Augenmerk liegt, war wohl kein Raum. Viele alte Meister werden an dieser Spielzeit mitwirken. So wird Wolfgang Rihms Musiktheater „Drei Frauen“ zu sehen sein, bei dem der Basler Intendant selbst Regie führen wird. Auch wenn der (Arbeits)Titel ein wenig in die Irre führt, Rihms „Drei Frauen“ gehen nicht auf Robert Musil zurück, der Komponist hat vielmehr Szenen aus Werken von Nietzsche, Botho Strauss und Heinrich von Kleist zusammengeführt, die das weibliche Opfer in den Mittelpunkt stellen. Um dieses geht es auch in Giacomo Puccinis Tragödie „Madame Butterfly“. Mit der Inszenierung der 1970 geborenen Jetske Mijnssen wird das Theater Basel auch in die neue Saison starten. „La Grande-Duchesse de Gérolstein“ kreist zwar auch um die Tragik einer verlassenen Frau, doch ironisiert es das Thema und zeigt zugleich eine Phase des gesellschaftlichen Übergangs. Christoph Marthaler kehrt an das Theater Basel zurück, um Offenbachs Operette zu inszenieren. Tatsächlich gibt es eine Art Marthaler-Schwerpunkt in dieser Saison, wird er doch auch „Wüstenbuch“ nach einem Libretto von Beat Furrer und Händl Klaus einrichten und auch im Schauspiel ist er präsent, wenn auch nur in der Musik in Nikola Weisses Weihnachtsfarce „Der Messias“, die 1988 in Basel uraufgeführt wurde.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Ein Wiedersehen wird es auch mit der Ästhetik von Calixto Bieito geben, der nach Alan Bergs „Lulu“ in der kommenden Spielzeit „Aus einem Totenhaus“ von Leos Janacek auf die Große Bühne bringen wird. Leichtere Kost versprechen die Regiearbeiten von Tom Ryser, dessen bisherige Inszenierungen „Hair“ und „Sekretärinnen“ wiederaufgenommen werden, sein neuester Liederabend feiert ein untergegangenes Basel, in dem aber noch gesungen und getanzt wird. So schlimm kann es also nicht werden. Ein Musiktheaterprojekt mit dem Opernstudio OperAvenir wird von Jurate Vansk inszeniert, während Elmar Goerden, Intendant von Bochum, Mozarts „Le Nozze di Figaro“ und Jan Bosse das mythologische Verwirrspiel „La Calisto“ einrichten werden. Seine Inszenierung des „L’Orfeo“ wird ebenfalls eine Wiederaufnahme erleben. Musikalisch bildet die konzertante Aufführung von Verdis „Messa da Requiem“ den Abschluss der Saison.</p>
<p style="text-align: left;">Das Schauspiel befasst sich unter dem Stichwort der „splendid isolation“ mit der Schweiz als Utopie. Doch allzu national wird das Thema nicht aufgegriffen. So wird Schauspieldirektor Elias Perrig Tracy Letts klaustrophobisches Drama „Eine Familie“ inszenieren, das wohl auch als Zustandsbeschreibung der USA verstanden werden kann und Margareth Obexer greift in „Das Geisterschiff“ das Unglück von 300 afrikanischen Flüchtlingen auf, die 1996 vor Sizilien kenterten. Ein Stoff für ein antikes Drama wie die „Herakles-Trilogie“ von Armin Petras nach Euripides und Sophokles.</p>
<p style="text-align: left;">Neben Marcel Luxingers Voralpen-Heldenstoff „Tell the truth“ sowie dem Liederabend von Peter Licht „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends“ und der skandinavischen Misanthropie nach Matias Faldbakkens „Final Girl“ steht aber auch viel klassischer Theaterstoff auf dem Spielplan. Etwa Ionescos „Die kahle Sängerin“, die vom ehemaligen Leiter des Theater Basel Werner Düggelin inszeniert wird und Schillers „Räuber“ sowie Shakespeares „Richard III“, bei dem Michael Simon Regie führt. Als Schweizer Erstaufführung wird die Interpretation Alexander Nerlichs von Robert Woelfls „Jekyll und Hyde“ auf der Kleinen Bühne zu sehen sein und auch Dennis Kellys „DNA“ – Elias Perrig wird es mit Jugendlichen und dem Ensemble einstudieren – wurde bislang noch nicht in der Schweiz gespielt. „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ verspricht die Regiearbeit von Corinna von Rad nach einem Roman von Christian Kracht. Als Weihnachtsmärchen gibt man in Basel Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“, was Marguerite Duras und Yann Andrea Steiner, die im Mittelpunkt von „Falsche Namen“ stehen, ganz gewiss nicht haben. Für das Frühjahr ist eine Stadtraumintervention mit Hofmann &amp; Lindholm geplant.<br />
In die Stadt hat sich auch Richard Wherlock mit dem Abend „Milk and Honey“ aufgemacht, an dem der Basler Jazzmusiker George Gruntz und die Sängerin Erika Stucky beteiligt sind. Große Stoffe greift der Leiter des Balletts Basel mit „Carmen“ und seiner Choreografie „Swan Lake“ auf, die bereits in der letzten Saison zu sehen war. Die neue Tanz-Spielzeit eröffnet jedoch der Abend „Crescendi“, der aus drei verschiedenen Stücken besteht, die Richard Wherlock, Johan Inger und Rami Be’er choreografiert haben.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Beginn der Spielzeit: 10. September.<br />
<a href="http://www.theater-basel.ch" target="_blank">Infos: www.theater-basel.ch</a><br />
<em></em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Annette Hoffmann</em></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/230/theater-basel-lul" rel="bookmark">Nackt und bloß</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/459/tosca-theater-freiburg" rel="bookmark">TOSCA: Verloren in der Diktatur</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/297/sagt-lila-theater-freiburg" rel="bookmark">"Sagt Lila" - Die Liebe im Schattenhain</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich" rel="bookmark">Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/134/soziale-plastiken" rel="bookmark">Soziale Plastiken</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/168/doktor-satori-lyrik" rel="bookmark">Alle woll'n 'se was von mir...</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/218/interview-kunstverein-freibur" rel="bookmark">Experimentierfeld für Künstler</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Menschen und Musik aus zwölf Jahrhunderten</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/382/menschen-und-musik-aus-zwolf-jahrhunderten</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/382/menschen-und-musik-aus-zwolf-jahrhunderten#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 14:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Altstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Fackeln]]></category>
		<category><![CDATA[Für Groß und Klein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kostüme]]></category>
		<category><![CDATA[Lagerleben]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Ritter]]></category>
		<category><![CDATA[Spektakulum]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Stages]]></category>
		<category><![CDATA[Staufen]]></category>
		<category><![CDATA[Trommeln]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=382</guid>
		<description><![CDATA[Vom 18.-20. September wird sich die historische Altstadt in ein „Geschichtsbuch zum Durchlaufen“ verwandeln, wenn an verschiedenen Plätzen Szenen aus der facettenreichen Geschichte der Stadt liebevoll und spannend inszeniert werden. Die ganze Stadt präsentiert sich als eine große Theaterbühne und verzaubert mit über 400 Mitwirkenden in historischen Kostümen aus verschiedenen Epochen in einer einzigartigen Atmosphäre die Besucher. Kanonendonner, Trommeln, Fackeln, mittelalterliche Musik, Ritterkämpfe, Revolutionäre, Lagerleben, ein historischer Markt, Menschen und Tiere wie anno dazumal und vieles mehr begleiten den staunenden Besucher auf einer außergewöhnlichen Reise durch die Jahrhunderte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_410" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img class="size-full wp-image-410" title="stages_ritterkampfe" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/09/stages_ritterkampfe.jpg" alt="stages_ritterkampfe" width="450" height="282" /><p class="wp-caption-text">Historienspektakel STAGES – die Staufener Zeitreise vom 18.-20. September</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Trotz der bedrohlichen Risse in der Altstadt, die seit Monaten Staufen immer wieder in die Schlagzeilen der internationalen Presse setzen, wird es auch 2009 eine <strong>Staufener Zeitreise</strong> geben. Vom 18.-20. September wird sich die historische Altstadt in ein „<strong>Geschichtsbuch zum Durchlaufen</strong>“ verwandeln, wenn an verschiedenen Plätzen Szenen aus der facettenreichen Geschichte der Stadt liebevoll und spannend inszeniert werden.</p>
<p><span id="more-382"></span></p>
<p>Die ganze Stadt präsentiert sich als eine große Theaterbühne und verzaubert mit über 400 Mitwirkenden in <strong>historischen Kostümen</strong> aus verschiedenen Epochen in einer einzigartigen Atmosphäre die Besucher. Kanonendonner, Trommeln, Fackeln, mittelalterliche Musik, <strong>Ritterkämpfe</strong>, Revolutionäre, Lagerleben, ein historischer Markt, Menschen und Tiere wie anno dazumal und vieles mehr begleiten den staunenden Besucher auf einer außergewöhnlichen Reise durch die Jahrhunderte.</p>
<p>Auch im siebten Jahr erwartet der Veranstalter FAUST e.V. wieder an die 20.000 Besucher bei den STAGES. „Die Risse in der historischen Gebäudesubstanz der Staufener Altstadt sind sehr tragisch, haben aber auch letztendlich die Staufener Einwohnerschaft dafür sensibilisiert, wie unschätzbar wertvoll doch das einzigartige historische Erbe dieser Stadt über die Jahrhunderte hinweg für die Stadt und ihre Menschen ist“, berichtet Andy Müller, der Regisseur und geistige Vater des faszinierenden Historienspektakels.</p>
<p>Es gibt ein Wiedersehen mit beliebten und schon traditionsreichen Elementen der vergangenen Staufener Zeitreisen wie die Schule anno dazumal, die <strong>Geschichte der Herren von Staufen</strong> und ihren Wappen am Rathaus. Gespannt darf man sich auf die Fortführung der lustigen Geschichte der Ritter von Staufen freuen oder auf den zauberhaften historischen Bauernhof und vieles mehr. Es wird wieder Ritterkämpfe geben und einen Einblick in das Leben im Spital von anno dazumal sowie die Arbeit der Flößer am Neumagen.</p>
<p>„Freuen können sich die Besucher wieder auf unseren abendlichen Höhepunkt am Samstag, einen historischen Zug bei Fackelschein durch die abgedunkelte Staufener Altstadt mit anschließendem Tanz und Modenschau durch die Jahrhunderte“ verrät Andy Müller, der auch für die siebte Zeitreise der Staufener Bürgerschaft durch jahrhundertealte Stadtgeschichten, Landrätin Dorothea Störr-Ritter als Schirmherrin begeistern konnte.</p>
<p>Auch <strong>Mephisto und Faust</strong> werden wieder in der Geschichte um „Faustens Tod“, der sich in diesem Jahr übrigens zum 470. Mal jährt, im bunten Treiben durch die Jahrhunderte in der Altstadt zu sehen sein.</p>
<div id="attachment_403" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/09/stages_2009-09.jpg"><img class="size-large wp-image-403" title="stages_2009-09" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/09/stages_2009-09-696x600.jpg" alt="stages_2009-09" width="450" height="389" /></a><p class="wp-caption-text">Der Vorverkauf für den „Wegezoll“ läuft ab Ende August in verschiedenen Staufener Geschäften. Infos: www.stages-staufen.de.</p></div>
<p><a href="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/09/stages_2009-092.jpg"><br />
</a></p>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/432/voralpen-und-andere-helden" rel="bookmark">Voralpen- und andere Helden</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/464/blue-man-group-theater-11-zuerich" rel="bookmark">Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/230/theater-basel-lul" rel="bookmark">Nackt und bloß</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/291/traditionelle-chinesische-medizin-tcm" rel="bookmark">Die traditionelle Chinesische Medizin - TCM</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/168/doktor-satori-lyrik" rel="bookmark">Alle woll'n 'se was von mir...</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/6/weite-welt-ganz-nah" rel="bookmark">Weite Welt ganz nah.</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/261/tibet-kailash-haus-freiburg" rel="bookmark">Tibet: "Die derzeitige Lage ist dramatisch"</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/382/menschen-und-musik-aus-zwolf-jahrhunderten/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Traditionelle Handwerkskunst: Hafner-Keramik</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/373/elsass-hafner-keramik</link>
		<comments>http://www.kulturjoker.de/index.php/373/elsass-hafner-keramik#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 13:15:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Elsass]]></category>
		<category><![CDATA[Hafner Keramik]]></category>
		<category><![CDATA[Haguenau]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerkskunst]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=373</guid>
		<description><![CDATA[Seit Menschengedenken werden aus Erde Gefäße gefertigt, weniger als Kunstgegenstände, sondern vielmehr, um darin Nahrungsmittel aufzubewahren oder zuzubereiten. Dies gilt auch für die mittlerweile kunstvoll verzierte Hafner-Keramik aus dem nördlichen Elsass. Dieses prachtvolle, bäuerliche Bedarfsgeschirr, wird auch heute noch hauptsächlich aus Lehm des Haguenauer Forsts produziert, der sich durch Feuerfestigkeit auszeichnet.
In einer Legende heißt es, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_374" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-374" title="Hafner Keramik" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/keramik-overliner.jpg" alt="Kunstvoll und mit klassischen Motiven verzierte Hafner Keramik." width="500" height="221" /><p class="wp-caption-text">Kunstvoll und mit klassischen Motiven verzierte Hafner Keramik.</p></div>
<p>Seit Menschengedenken werden aus Erde Gefäße gefertigt, weniger als Kunstgegenstände, sondern vielmehr, um darin Nahrungsmittel aufzubewahren oder zuzubereiten. Dies gilt auch für die mittlerweile <strong>kunstvoll verzierte Hafner-Keramik</strong> aus dem nördlichen Elsass. Dieses prachtvolle, bäuerliche Bedarfsgeschirr, wird auch heute noch hauptsächlich aus Lehm des Haguenauer Forsts produziert, der sich durch Feuerfestigkeit auszeichnet.<span id="more-373"></span></p>
<p>In einer Legende heißt es, dass ein Töpfer seinerzeit <strong>Kaiser Barbarossa</strong> das Leben rettete (jener wurde von einer Wildsau angegriffen) und sich Kaiser Barbarossa daraufhin erkenntlich zeigen wollte, indem er den elsässischen Bauern erlaubte, Lehm aus dem Haguenauer Forst für ihre Töpferarbeiten abzubauen.</p>
<div id="attachment_376" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-376" title="Hafner Keramik aus dem Elsass" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/keramik-2.jpg" alt="Koejelhopfform, Baeckeoffe, Milichhafe und andere Hafner Keramiken" width="500" height="454" /><p class="wp-caption-text">Koejelhopfform, Baeckeoffe, Milichhafe und andere Hafner Keramiken</p></div>
<p>Hafner Keramik ist das häufigst anzutreffende elsässische Töpferprodukt. Die Keramik wird mit etwa 1000° C gebrannt und mit einer dekorativen Bemalung versehen. Zuerst wird Lehm auf einer Drehscheibe geformt und danach mehrere Tage getrocknet. Die Herstellung des vielfarbigen Dekors erfolgt in mehreren Etappen. Durch das Eintauchen in die Engobe, entsteht die Grundfarbe &#8211; danach wird das Dekor aufgetragen. Traditionelle Verzierungen sind Margeritten, Vögel, Blumen und Punktmuster. Die Tonware wird anschließend mit einer <strong>bleifreien Glasur</strong> überzogen. Nach jeder Etappe wird die Keramik getrocknet, bis sie letztendlich gebrannt wird. Eine aufwendige Angelegenheit.</p>
<div id="attachment_377" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-377" title="Elsässer Keramik" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/keramik-3.jpg" alt="Elsässer Keramik - Kaffee Geschirr" width="500" height="445" /><p class="wp-caption-text">Elsässer Keramik - Kaffee Geschirr</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Noch heute kennt man die klassischen Keramiken: „<strong>Milichhafe</strong>“, die „<strong>Terrine</strong>“, in der der Elsässer so gerne seinen „Baeckeoffe“ backt, die „<strong>Koejelhopfform</strong>“ oder die „<strong>Oschterhaseform</strong>“.</p>
<blockquote><p><strong>Auf dem Freiburger Markt kann man an der Südseite des Münsters einen Stand bewundern, an dem die traditionelle Hafner-Keramik vertrieben wird.</strong></p></blockquote>
<div id="crp_related"><hr size="1" noshade><h3>Artikel mit ähnlicher Thematik:</h3><ul><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/130/amalgam-zeitbombe-im-mund" rel="bookmark">Amalgam - Zeitbombe im Mund?</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/291/traditionelle-chinesische-medizin-tcm" rel="bookmark">Die traditionelle Chinesische Medizin - TCM</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/297/sagt-lila-theater-freiburg" rel="bookmark">"Sagt Lila" - Die Liebe im Schattenhain</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/284/wildholz-projekt-langzeitarbeitslose" rel="bookmark">Das "Wildholz-Projekt" in Müllheim</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/150/ein-zustand-der-gnade" rel="bookmark">Ein Zustand der Gnade</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/168/doktor-satori-lyrik" rel="bookmark">Alle woll'n 'se was von mir...</a></li><li><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/60/wie-im-richtigen-leben-vividanza" rel="bookmark">Wie im richtigen Leben</a></li></ul></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.kulturjoker.de/index.php/373/elsass-hafner-keramik/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
