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	<title>Kultur Joker &#187; Nachhaltig</title>
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	<description>Freiburger Kultur- und Veranstaltungszeitung</description>
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		<title>„Karriere der Sonnenenergie“</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 13:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Solare Zeiten“ – das Standardwerk zur Geschichte der Sonnenenergie von Bernward Janzing Zwölf Aussteller gereichten den Sonnentagen in Sasbach am Kaiserstuhl 1976 zur weltgrößten Solarmesse &#8211; und wurden so zu einem wichtigen Baustein der „Karriere der Sonnenenergie“, die Bernward Janzing in seinem neuen Buch „Solare Zeiten“ nacherzählt. In dem üppig bebilderten Werk berichtet der Freiburger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Solare Zeiten“ – das Standardwerk zur Geschichte der Sonnenenergie von Bernward Janzing</strong></p>
<p>Zwölf Aussteller gereichten den Sonnentagen in Sasbach am Kaiserstuhl 1976 zur weltgrößten Solarmesse &#8211; und wurden so zu einem wichtigen Baustein der „Karriere der Sonnenenergie“, die Bernward Janzing in seinem neuen Buch „Solare Zeiten“ nacherzählt. In dem üppig bebilderten Werk berichtet der Freiburger Journalist und Träger des Deutschen Solarpreises 2010 von den vielen Facetten der Solarenergie und von dem oft beschwerlichen Weg, sie zu etablieren. Er schreibt von engagierten Bürger, die jahrzehntelang für den Durchbruch der Sonnenkraft kämpften – eine Geschichte von großen Zielen mit kleinen Kuriositäten und Anekdoten. Der Autor beginnt bei den Weltraumforschern, die Strom brauchten für ihre Satelliten, er schreibt von Politikern, die nach der Ölkrise Ersatz suchten für das knapper werdende Erdöl, und von Bürgern, die für den Klimaschutz und gegen die Atomkraft kämpften. So stellt Janzing eine große Solargemeinschaft vor, die vom Garagen-Bastler bis zum Umwelt verband , vom Wissenschaftler bis zum Architekten, vom Kommunalpolitiker bis zum mutigen Unternehmer reicht. Viele Ereignisse spielen in Südbaden. Einer der frühesten Pioniere waren Vater und Sohn Hans und Jürgen Kleinwächter, zwei kreative Erfinder, die sich in Lörrach schon in den siebziger Jahren der Solartechnik verschrieben. Es folgte die Gründung des Fraunhofer Instituts in Freiburg (von Kollegen des Initiators Adolf Goetzberger übrigens für eine spinnerte Idee gehalten).<br />
<span id="more-1226"></span><br />
Auch das Freiburger Solarhaus in Tiengen, die Solar- Fabrik und die Solarstrom AG sowie Freiburgs Solararchitekt Rolf Disch spielen in der Geschichte eine tragende Rolle. Überwiegend hat das Buch die Historie in Deutschland im Blick. Aber auch die Schweiz – bis ins Jahr 2000 in der Photovoltaik den Deutschen voraus – hatte immer wieder Spannendes zu bieten. Dass die erste europäische Netzeinspeisung von Solarstrom im November 1979 ausgerechnet vom Dach eines Geräteschuppens am Eidgenössischen Institut für Reaktorforschung erfolgte, gehört zu den Kurisositäten der Solarhistorie. Und als im September 1983 in München die erste netzgekoppelte Photovoltaikanlage Deutschlands auf einem Privatdach eingeweiht wurde, war das nur mit einem kreativen Trick möglich, der heute Schmunzeln lässt. Janzing beschreibt weiter, wie in den neunziger Jahren kommunale Aktivitäten in vielen Gemeinden die Solarenergie voranbrachten und wie mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 der Boom beginnen konnte. Auch den Kampf um das EEG rollt das Buch natürlich auf und zeigt nebenbei, welche Bedeutung in einem solchen politischen Prozess die Redenschreiber von Politikern haben können. Das Buch ist eine unterhaltsame Mischung aus Zeitgeschichte und Lesegeschichten, es ist einerseits locker geschrieben und vermittelt andererseits „en passant“ manche (auch technischen) Zusammenhänge. Und vor allem ist es auch ein Buch zum Blättern: Bärtige Bastler der siebziger Jahre und Studenten im Strickpulli, die später Karriere in der Solarbranche machten, geben einen anschaulichen Eindruck der damaligen Zeit. So wie auch der Blick in frühe Solarfabriken von einer enormen technischen Entwicklung seither kündet. Aber es geht auch mitunter fachlich zur Sache: Man erfährt nebenbei, wie Solarenergie die Strommärkte verändert und warum die Konzerne die Photovoltaik überhaupt nicht mögen. Nämlich weil der Sonnenstrom amMittag anfällt, zu jenen Zeiten, in denen sich der Kohle- und Atomstrom in der Vergangenheit zu Höchstpreisen verkaufen ließ. Auf gut verständliche Weise liefert das Buch auch viele Hintergrundinformationen für die politische Debatte, nicht zuletzt auch durch seine Grafiken: Eine Abbildung der Preisentwicklung von Photovoltaik zum Beispiel macht deutlich, dass Solarstrom den Ruf der teuren Energie inzwischen zu Unrecht trägt. Im Jahr 2012 wird der Preis von Solarstrom auf ähnlichem Niveau angelangt sein, wie der konventionelle Strom aus der Steckdose. Begonnen im Jahr 1954 mit der Erfindung der Solarzelle, endet das Buch schließlich mit Fukushima und mit einem Ausblick. Der Autor prognostiziert, dass der japanische Super-GAU „die globale Energiepolitik gravierend verändern“ werde. <em>Und zwar „viel stärker als es 25 Jahre zuvor die Katastrophe von Tschernobyl vermochte.“ A propos Prognosen: „Solare Zeiten“ hat das Zeug, zum Standardwerk in Sachen Solargeschichte zu werden. „Solare Zeiten“, Janzing, Bernward, 192 Seiten, Picea Verlag, Freiburg, 24 Euro. </em></p>
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		<title>Befreiung von Netzentgelten zulässig?</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 13:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Elektrizitätswerke Schönau wehren sich gegen Begünstigung strom­intensiver Betriebe Als Netzbetreiber und bundesweiter Ökostromanbieter wehren sich die Elektrizitätswerke Schönau gegen die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzkosten. Hintergrund: die seit August 2011 geltende neue Stromnetzentgeltverordnung befreit in § 19 Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10 Millionen Kilowattstunden und Jahresbenutzungsstunden von mindestens 7.000 komplett von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Elektrizitätswerke Schönau wehren sich gegen Begünstigung strom­intensiver Betriebe</p>
<div id="attachment_1177" class="wp-caption aligncenter" style="width: 209px"><img class="size-medium wp-image-1177" title="ursula-sladek_port_2011" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/12/ursula-sladek_port_2011-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /><p class="wp-caption-text">Ursula Sladek</p></div>
<p>Als Netzbetreiber und bundesweiter Ökostromanbieter wehren sich die Elektrizitätswerke Schönau gegen die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzkosten.<br />
Hintergrund: die seit August 2011 geltende neue Stromnetzentgeltverordnung befreit in § 19 Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10 Millionen Kilowattstunden und Jahresbenutzungsstunden von mindestens 7.000 komplett von den Netznutzungsgebühren. Diese Unternehmen, z.B. Aluhütten oder Zementhersteller, müssen also überhaupt keine Entgelte mehr für die Nutzung der Stromnetze bezahlen und dies bereits rückwirkend für das laufende Jahr. Die so definierten Strom intensiven Industriebetriebe erhalten die für das Jahr 2011 zu viel bezahlten Netzentgelte zurück, ab dem Jahr 2012 fehlt ihr Beitrag zu den Netzkosten. Rund 520 Unternehmen, die 15 % des Stromverbrauchs ausmachen, könnten in den Genuss dieser kompletten Befreiung bei den Netznutzungsentgelten kommen, die Kosten sollen von den übrigen Verbrauchern in Form einer neuen Umlage übernommen werden. Für einen Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch wird dadurch mit Kostensteigerungen von 26 bis 35 € gerechnet und auch mittelständische Unternehmen müssen sich auf deutlich steigende Stromkosten einstellen.<br />
Im Interesse Ihrer Kunden haben die Elektrizitätswerke Schönau Anwälte eingeschaltet, die sich schon dahingehend geäußert haben, dass die rechtliche Zulässigkeit der vollkommenen Befreiung von Netzentgelten sowohl nach deutschem Energiewirtschaftgesetz als auch nach EU-Recht höchst zweifelhaft ist. Zunächst werden daher alle Argumente gegen die Festlegung der neuen Umlage als Stellungnahme im Konsultationsverfahren der Bundesnetzagentur eingebracht, das laut Bundesnetzagentur ergebnisoffen sein soll. Sollte dies nicht zum gewünschten<br />
Ergebnis führen, ist der nächste Schritt die Beschwerde gegen die Festlegung und/oder eine Klage.<br />
„Es kann nicht sein“, so Ursula Sladek, Vorstand der Netzkauf EWS e.G., „dass Haushalte und mittelständische Unternehmen die Kosten der Großindustrie für die Stromnetzbenutzung zahlen müssen, die im Übrigen auch schon von der Beteiligung an den Kosten für die Erneuerbaren Energien befreit sind. Die geplante Umlage widerspricht dem Verursacherprinzip, setzt keinerlei Anreize zur Energie Einsparung und verschlechtert massiv die Voraussetzungen für die dezentrale Kraftwärmekopplung in den begünstigten Unternehmen. Die Kraftwärmekopplung als wichtigster Partner der Erneuerbaren Energien wird somit massiv ausgebremst – die geplante Umlage setzt daher auch energiepolitisch vollkommen falsche Signale“.<br />
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Ursula Sladek, Vorstand Netzkauf EWS eG, u.sladek@ews-schoenau.de; Tel. 07673/8885-34.</p>
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		<title>Nachhaltige Geldanlagen</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 13:39:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Grünes Geld – Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2012/2013 Noch zu Beginn des Jahrzehnts galten nachhaltige Geldanlagen als eine Domäne privater Anleger. Sie haben damit u.a. den Ausbau der erneuerbaren Energie-Branche mit  bundesweit über 280.000 Arbeitsplätzen ermöglicht. Bis 2020 rechnet die Bundesregierung hier mit einem Anstieg auf 500.000 Arbeitsplätze, womit  diese Branche die Größenordnung der Automobilbranche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Grünes Geld – Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2012/2013</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1174" title="GruenesGeld_Cover_300DPI" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/12/GruenesGeld_Cover_300DPI-211x300.jpg" alt="" width="211" height="300" /></p>
<p>Noch zu Beginn des Jahrzehnts galten nachhaltige Geldanlagen als eine Domäne privater Anleger. Sie haben damit u.a. den Ausbau der erneuerbaren Energie-Branche mit  bundesweit über 280.000 Arbeitsplätzen ermöglicht. Bis 2020 rechnet die Bundesregierung hier mit einem Anstieg auf 500.000 Arbeitsplätze, womit  diese Branche die Größenordnung der Automobilbranche erreichen wird. Heutzutage sind außer den Umwelttechnikfonds auch Umweltaktien an der Börse hinzugekommen. Nachhaltigkeit ist im Laufe der Jahre inzwischen zu einem Milliardenmarkt  geworden.<br />
Nachhaltige Geldanlagen im Bereich Klimaschutz, Wasser, Umwelttechnologie, Emerging  Markets sind auf dem Weg zum Mainstream. Mehr und mehr werden damit Wertediskussionen auch in Kapitalanlagen abgebildet. Viele Anleger nachhaltigen Investments verknüpfen ihre ökologische Einstellung und ihre Geldanlage. Umfragen belegen, dass bereits für ein Drittel der Befragten Geldanlagen nach Nachhaltigkeitskriterien in Frage kommen. Nachdem nachhaltige Unternehmen in der derzeitigen Krise besser abschneiden als konventionelle Wettbewerber, ergeben sich bei nachhalten Fonds auch höhere Börsenwerte.<br />
Damit sich der an ethisch- ökologischen Geldanlagen interessierte Anleger in diesem riesigen Markt mit einer Fülle von neuen Investitionsmöglichkeiten orientieren kann, haben die Autoren Max Deml und Holger Blisse ein fundiertes Nachschlagewerk mit dem Titel „Grünes Geld – Handbuch für ethisch–ökologische Geldanlagen“ hierfür entwickelt.<br />
Mit der Neuauflage des seit nun mehr 20 Jahren erscheinenden „Klassikers“ unter den Handbüchern zu ethisch–ökologischen Geldanlagen liegt ein überarbeitetes und informatives, mit unabhängigen Informationen versehenes, Buch zu vielfältigen Öko-Investmentmöglichkeiten vor.<br />
Es bietet einen weitreichenden Überblick über  Banken, Aktien- und Renten- Investmentfonds, ethisch-ökologische Aktienindizes, Ratingorganisationen, Immobilien und Sachwerte. Ein Augenmerk liegt in dieser Auflage auf dem Bereich mit festverzinslichen bzw. sachwertbezogenen Investments, wie Plantagen und Immobilien. Neue Produkte in den Bereichen Mikrokredite und Genussrechte, aber auch deren Probleme werden vorgestellt.<br />
Listen für den Anlegerschutz komplettieren das Handbuch zu einem umfassenden Informations- und Nachschlagewerk für den an „grünen Geldanlagen“ interessierten Bürger.<br />
Insgesamt ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet, ergänzt durch  Tabellen mit Firmen- und  Internetadressen. Damit bietet dieses Handbuch nützliche und umfassende Informationen rund um das Thema der ethisch-ökologischen Geldanlagen.<br />
Ingrid Klein/Marion Rapp<br />
(Umweltakademie Baden-Württemberg)</p>
<p>Max Deml / Holger Blisse (2011): Grünes Geld. Das Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2012/13. Hampp Verlag, Stuttgart, 357 Seiten. ISBN: 978-3-942561-12-9;  Erhältlich im Buchhandel. Euro 19.95.</p>
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		<title>Engagiert Euch</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 13:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachhaltige Gedanken von Stéphane Hessel Vor über einem Jahr war Stéphane Hessel durch sein Manifest „Empört Euch!“ in aller Munde; mit dem nachfolgenden Titel „Engagiert Euch“ setzt er sein damaliges Plädoyer für Verantwortung und Zivilcourage fort. Das schmale Buch besteht wesentlich aus einem Gespräch, das der über neunzigjährige Stéphane Hessel mit dem jungen Journalisten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachhaltige Gedanken von Stéphane Hessel</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1170" title="Stephane Hessel Paris 2002" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/12/Hessel_Stephane_c_Gattoni_Leemage.tif" alt="" /><img class="aligncenter size-medium wp-image-1171" title="FG0117" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/12/Hessel_Stephane_c_Gattoni_Leemage-282x300.jpg" alt="" width="282" height="300" /></p>
<p>Vor über einem Jahr war Stéphane Hessel durch sein Manifest „Empört Euch!“ in aller Munde; mit dem nachfolgenden Titel „Engagiert Euch“ setzt er sein damaliges Plädoyer für Verantwortung und Zivilcourage fort. Das schmale Buch besteht wesentlich aus einem Gespräch, das der über neunzigjährige Stéphane Hessel mit dem jungen Journalisten und Umweltaktivisten Gilles Vanderpooten geführt hat. Nachhaltige Entwicklungspolitik, Ökologie und demokratische Grundwerte sind ihre Themen. Im Anhang ist die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ abgedruckt, an deren Entwicklung Hessel 1948 als Mitarbeiter der Uno beteiligt war. Geschichte erinnern und daraus einen Appell an die nächste Generation abzuleiten, das ist Hessels Anliegen. Seine Argumente scheinen einfach; doch selbst wenn sie einem nicht immer gefallen, ihre Überzeugungskraft gewinnen sie zuletzt aus der Lebensgeschichte dieses engagierten Demokraten.<br />
Eben diese Lebensgeschichte, niedergelegt in der Autobiographie „Tanz mit dem Jahrhundert“, wurde nun endlich als Taschenbuch aufgelegt. Wie sich bei Stéphane Hessel  Persönliches mit weltgeschichtlichen Ereignissen überschneidet, darf erstaunen. 1917 in Berlin geboren, emigrierte er 1924 mit seiner Familie nach Frankreich. Nur knapp überlebte der Widerstandskämpfer die NS-Diktatur, danach war er als Mitarbeiter der UNO und französischer  Diplomat international aktiv, in New York, Genf, Algier und Saigon. Bis heute bewegt er sich in mehreren Sprachen und verfügt über ein phantastisches Gedächtnis. Dass auch Liebe, Ehe und Kinder  nicht zu kurz kamen, all das erzählt „Tanz mit dem Jahrhundert“ leicht und präzise.<br />
Stéphane Hessels Eltern, Helen und Franz, haben als Schriftsteller und Übersetzer das intellektuelle Deutschland des 20. Jahrhunderts mitgeprägt; Franz Hessel schrieb 1929 etwa das extraordinäre Buch „Spazieren in Berlin“. Soeben wurde es in einer ansprechenden Neuauflage ediert, mit einem Geleitwort seines Sohnes. Bis heute beeindruckt und inspiriert, was Franz Hessel über sein Spazierengehen in Berlin notierte; der Leser befindet sich mittendrin und sieht sich an die Hand genommen von der Empfehlung: „…ein wenig Müßiggang und Genuss lernen und das Ding Berlin in seinem Neben- und Durcheinander von Kostbarem und Garstigem, Solidem und Unechtem, Komischem und Respektablem so lange anschauen, liebgewinnen und schön finden, bis es schön ist“. So bestimmt das Bewusstsein das Sein und nicht umgekehrt − das trifft auch insgesamt auf diese Familiensaga zu.<br />
„Engagiert Euch!“ – Stéphane Hessel im Gespräch mit Gilles Vanderpooten, aus dem Französischen von Michael Kogon. Ullstein Verlag, Berlin 2011. 61 S.<br />
Stéphane Hessel. Tanz mit dem Jahrhundert. Erinnerungen. Aus dem Französischen von Roseli und Saskia Bontjes van Beek. List Verlag Berlin 2011. 400 S.<br />
Franz Hessel. Spazieren in Berlin. Geleitwort von Stéphane Hessel, Nachwort von Bernd Witte. Verlag für Berlin-Brandenburg. Berlin 2011. 240 S.<br />
<em>Cornelia Frenkel</em></p>
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		<title>Windkraftinitiative „Free Energy“</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 10:43:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltig]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kulturjoker.de/?p=1099</guid>
		<description><![CDATA[Freiburger Architekt Wolfgang Frey stellt Innovation im Bereich Erneuerbare Energien vor Der renommierte Freiburger Architekt Wolfgang Frey stellte im September seine neue Windkraftinitiative „Free Energy“ im Rahmen der Baden Messe 2011 vor: der 51-jährige montierte selbst 3 Windräder auf einen extra dafür angefertigten Strommast. Frey will mit seiner Idee kleine Windräder auf Strommasten anzubringen, Windkraft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freiburger Architekt Wolfgang Frey stellt Innovation im Bereich Erneuerbare Energien vor</p>
<p>Der renommierte Freiburger Architekt Wolfgang Frey stellte im September seine neue Windkraftinitiative „Free Energy“ im Rahmen der Baden Messe 2011 vor: der 51-jährige montierte selbst 3 Windräder auf einen extra dafür angefertigten Strommast.<span id="more-1099"></span> Frey will mit seiner Idee kleine Windräder auf Strommasten anzubringen, Windkraft auf unkonventionelle und effektive Weise weiterentwickeln. Er möchte Energie nicht produzieren, sondern da „abholen und ernten“, wo sie schon vorhanden ist.<br />
Das Thema „Erneuerbare Energien“ ist nach wie vor ein großes und wichtiges Thema in Politik und Gesellschaft. Deutschland gilt international als Vorreiter in Bezug auf umweltfreundliche Stromerzeugung und gehört mit 20.000 Windrädern deutschlandweit zu den Top 3 der Windkraftländer. Aber die konventionellen großen Windräder sind aufgrund ihres Ausmaßes und ihres benötigten Platzes nicht überall einsetzbar und auch ihr Bau und die regelmäßige Wartung sind kostenaufwendig. Außerdem bemängelt Frey, dass die großen Windräder nur bei relativ starkem Wind Strom erzeugen können, und genau hier möchte der Architekt mit seiner Idee eine effektive Ergänzung schaffen. Der Vorteil seiner kleinen Windräder ist es, dass diese auch schon bei geringem Wind Energie produzieren können.<br />
Das die Mini-Windräder auf den bereits vorhandenen Strommasten installiert werden können, ist einer der vielen Vorteile, die die Windkraftinitiative von Frey liefert. „60 bis 70 Prozent der Kosten beim Bau von Windrädern entfallen auf den Mast“, sagt Frey. Diese Kosten spare man sich, wenn bereits bestehende Strommasten genutzt werden. Die Masten könnten eine Doppelfunktion erhalten und somit einen ökologischen Mehrwert erzeugen. Allein die 30.000 Strommasten in Baden-Württemberg könnten, so die Initiative „Free Energy“, soviel Strom erzeugen wie 2 Reaktorblöcke. Ein kleines Windrad von Frey hat einen Durchmesser von drei Metern, wiegt ungefähr 200 Kilogramm und kann zwischen 3 und 5 Kilowatt erzeugen.<br />
„Derzeit kostet die Produktion eines einzigen Strommast-Windrads noch 15.000 Euro – allerdings würde der Preis auf ein Drittel sinken, wenn man in Massenproduktion gehe“, so Architekt Frey. „Free Energy“ stehe in Verhandlung mit Stromkonzernen, habe aber noch keinen festen Partner. Gerade laufen mehrere Teststrecken des Projekts in Baden-Württemberg in Kooperation mit drei Stromanbietern.<br />
Wolfgang Frey will kein Patent auf seine Strommasten-Windräder anmelden, denn er sieht sich als Ideengeber für Konzerte und andere Umweltinitiativen.<br />
Antonia Bohrer</p>
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		<title>Eine Annäherung an eine Katastrophe</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 10:12:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltig]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die Veranstaltungsreihe „Tschernobyl 25 Expeditionen“ haben sich Freiburger Institutionen zusammengetan Als die Veranstaltung „Tschernobyl 25 Expeditionen“ geplant wurde, war sie als Gedenken an eine Katastrophe geplant. Dass der Super-GAU in Tschernobyl vom 26. April 1986 durch den Reaktorunfall im März dieses Jahres in Fukushima eine traurige Wiederholung erfuhr, hat dies verändert. Und so ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die Veranstaltungsreihe „Tschernobyl 25 Expeditionen“ haben sich Freiburger Institutionen zusammengetan</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-969" title="KREMENTSCHOUK300_Tschernobyl_9" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/09/KREMENTSCHOUK300_Tschernobyl_91-300x199.jpg" alt="Das Foto von Andrej Krementschouk ist im Morat-Institut in Freiburg ausgestellt" width="300" height="199" /></p>
<p>Als die Veranstaltung „Tschernobyl 25 Expeditionen“ geplant wurde, war sie als Gedenken an eine Katastrophe geplant. Dass der Super-GAU in Tschernobyl vom 26. April 1986<br />
durch den Reaktorunfall im März dieses Jahres in Fukushima eine traurige Wiederholung erfuhr, hat dies verändert. Und so ist die Veranstaltungsreihe „Tschernobyl 25 Expeditionen“, die seit April in Berlin, Kiew, Warschau, Brüssel und dem Wendland gastiert und ab dem 18. September auch in Freiburg zu sehen ist, mehr als eine Gedenkveranstaltung, <span id="more-967"></span> sie ist eine sehr aktuelle Mahnung, sich selbst und die eigenen technischen Möglichkeiten nicht zu überschätzen.<br />
In Freiburg haben sich mit dem Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, dem Koki sowie dem Literaturbüro und dem Augustinermuseum gleich mehrere Veranstaltungsorte zusammengeschlossen. Die Ausstellung im Morat-Institut erzählt einerseits vom Fortschrittsoptimismus in der eigens wegen der Atomindustrie gegründeten Stadt Prypjat, andererseits präsentiert sie eine Sammlung okö-politischer Plakate und die Fotografien von Andrej Krementschouk und Robert Polidori. Polidoris Fotos entstanden 15 Jahre nach dem Unfall in der Sperrzone und zeigen verwaiste Klassenräume und Krankenzimmer. Es sind Bilder einer Apokalypse, der man dank Polidori in die Augen schauen kann. Polidori, der selbst positiv gegenüber der Kernkraftenergie eingestellt ist, sagte in einem Interview über seine Aufnahmen, dass sie Skelette von gelebtem, aber vergangenem Leben zeigen, welches durch Gewalt zur Aufgabe gezwungen wurde. Andrej Krementschouk hingegen hat sich auf die Suche nach den Menschen gemacht, die ihren Lebensort verlassen mussten. Erweitert wird diese Fotoausstellung im Dezember durch eine Präsentation im Augustinermuseum, die einen Einblick in die Region Polissjas gewährt, zu der Tschernobyl gehört. „Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land“ zeigt, wie hier die Menschen vor dem GAU gelebt haben, die Ukrainer, die Weißrussen, die Deutschten und auch die jüdische Minderheit.<br />
Unter dem Stichwort „Störfall Text“ veranstaltet das Literaturforum Freiburg am 18. September ein internationales Symposium. Eingeladen wurde auch die belorussische Autorin Swetlana Alexijewitsch, die 1997 ihr Tschernobyl-Buch „Eine Chronik der Zukunft“ veröffentlichte. Sie schrieb: „Kein großer Schriftsteller hat sich des Themas angekommen, kein Philosoph. Tschernobyl liegt außerhalb der Kultur“. In Freiburg wird sie mit dem ukrainischen Autor Juri Andruchowytsch, dem Kulturwissenschaftler Harald Welzer sowie Rebecca Harms von den Grünen diskutieren. Von der literarischen Seite werden sich die Autoren Serhij Zhadan, Kathrin Röggla und Inka Parei, deren jüngstes Buch „Die Kältezentrale“ Tschernobyl behandelt, annähern. Während Felix Knoke, Robert Glashüttner und Fabian Grossekemper sich mit einem Computerspiel befassen, dass die Atomkatastrophe aufgreift.<br />
Über einen Monat wird im Kommunalem Kino die Reihe „Prypjat – Das Unbehagen an der Moderne“ zu sehen sein, sie kreist um die „Zukunftsstadt“ Prypjat und ihren Zerfall, aber auch Andrej Tarkowskis Film „Stalker“ wird unter anderem vorgeführt sowie der Dokumentarfilm „Vorwärts, Sowjet!“ aus dem Jahr 1926, der den Aufbau der jungen Sowjetunion beschreibt.<br />
Die Straße der Enthusiasten, Morat-Institut, 18.9. bis 29.10.<br />
Störfall Text, Literaturbüro Freiburg, 18.9.<br />
Prypjat – Das Unbehagen an der Moderne, Koki, 20.9. bis 30.10.<br />
Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land, Augustinermuseum 17.12. bis 18.3.<br />
Weitere Infos unter www.tschernobyl25.org<br />
Annette Hoffmann</p>
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		<title>Stadtteildetektive – Kinder erforschen ihren Stadtteil</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 10:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kinderbeteiligung für eine gesunde und zukunftsfähige Stadt Die Aktionsräume, die Kindern in ihrem Wohnumfeld zur Verfügung stehen, sind mitentscheidend dafür, ob Kinder ihr natürliches Bedürfnis nach Bewegung ausleben können, und somit ein wichtiger Faktor für die gesunde Entwicklung von Kindern. Mit dem Beteiligungs-Projekt „Stadtteildetektive“ hat sich das Kinderbüro der Stadt Freiburg zum Ziel gesetzt, nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kinderbeteiligung für eine gesunde und zukunftsfähige Stadt</p>
<div id="attachment_929" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-929" title="CIMG0919" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/08/CIMG09191-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Stadtteildetektive Mooswald bei der Stadtteilbegehung, Foto: Kinderbüro der Stadt Freiburg</p></div>
<p>Die Aktionsräume, die Kindern in ihrem Wohnumfeld zur Verfügung stehen, sind mitentscheidend dafür, ob Kinder ihr natürliches Bedürfnis nach Bewegung ausleben können, und somit ein wichtiger Faktor für die gesunde Entwicklung von Kindern. Mit dem Beteiligungs-Projekt „Stadtteildetektive“ hat sich das Kinderbüro der Stadt Freiburg zum Ziel gesetzt, nach und nach jeden Freiburger Stadtteil aus Kindersicht zu analysieren und die Ergebnisse für eine kindgerechte, gesundheitsbewusste und zeitgemäße Stadtplanung zu nutzen. Die Stadtteile Littenweiler, Kappel, Zähringen, Brühl-Beurbarung, Haslach, Mooswald und Weingarten sind bereits auf diese Weise untersucht worden.<br />
<span id="more-927"></span></p>
<p>In vier Schritten werden die Kinder als Experten in eigener Sache am Verfahren beteiligt: durch eine Vorbefragung, die eigentliche Stadtteilerforschung, eine anschließende Begehung gemeinsam mit Vertretern des Garten- und Tiefbauamts, des Stadtplanungsamts und anderer Dienststellen, sowie einer gemeinsamen Umgestaltung eines unbeliebten Orts im Stadtteil. Da es für die Kinder wichtig ist zu sehen, was aus den erarbeiteten Kinderergebnissen resultiert, findet circa eineinhalb bis zwei Monate nach der Stadtteilbegehung eine Ergebnisrückschau mit den Kindern statt, die das Projekt abschließt. Langfristiges Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme aller Stadtteile aus Kindersicht zu erarbeiten und so die Lebenslage von Kindern in Freiburg zu verbessern.<br />
Das Projekt richtet sich an die dritten und vierten Klassen der Grundschulen im jeweiligen Stadtteil. Da Kinder in diesem Alter meist schon ohne Erwachsene unterwegs sind, kennen sie die schönen und weniger schönen Orte sowie die Gefahrenquellen. Dritt- und Viertklässler haben ein großes Interesse, ihren Stadtteil zu erkunden und beliebte Spielorte mit Freunden aufzusuchen.<br />
Ungeeignete Aktionsräume schränken die Spielmöglichkeiten von Kindern außerhalb der Wohnung stark ein. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, will das Kinderbüro mit dem Projekt „Stadtteildetektive“ herausfinden. Dabei ist das Expertenwissen der Kinder sehr nützlich, denn sie kennen ihre Wohnquartiere meist besser als Erwachsene. Nur durch die Beteiligung von Kindern ist es möglich, ihre Bedürfnisse und Interessen in Erfahrung zu bringen und für die Gestaltung von Plätzen und Wegen zu nutzen.<br />
Zu einer funktionierenden Zivilgesellschaft gehört es dazu ,bereits in frühem Alter das Demokratieverständnis zu bilden. Durch den Einsatz für ihre eigenen Belange und die damit zusammenhängende Motivation zur Eigeninitiative können Kindern innerhalb dieses Projektes zudem grundlegende demokratische Zusammenhänge sichtbar gemacht werden.</p>
<p>Das Kinderbüro:<br />
Das Kinderbüro der Stadt Freiburg ist eine städtische Interessensvertretung für Kinder in Freiburg. Das Kinderbüro ist ebenso eine Anlauf- und Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Fachleute. Es führt verschiedene Projekte zu den Themen Stadtgestaltung und Kinderrechte durch, vertritt die Belange der Kinder in den städtischen Gremien, arbeitet in Arbeitskreisen und ist landes- und bundesweit vernetzt.<br />
Kontakt: Kinderbüro der Stadt Freiburg, Andrea Wagner (Leiterin), Jacobistr. 14, 79104 Freiburg, Tel. 0761/201-3456, Fax: 0761/36889666, E-Mail: Kinderbuero@stadt.freiburg.de, www.freiburg.de/kinder.</p>
<p>– Weltkindertag –</p>
<p>Am Sonntag, 18. September, 14 bis 18 Uhr, findet der Weltkindertag im Seepark statt. Motto: „Kinder haben was zu sagen“. Rund 50 Mitveranstalter halten ein buntes Potpourri an kostenlosen Spiel- und Informationsangeboten für Kinder und Familien bereit.</p>
<p><em> </em></p>
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		<title>Umweltbildungszentrum mit Charme</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 11:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltig]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ökostation Freiburg feiert ihr 25-jähriges Jubiläum 1986 wurde sie zur Landesgartenschau erbaut, heute ist sie aus Freiburg und der Region nicht mehr wegzudenken: die Ökostation des BUND. Als außerschulischer Lernort und Bürgerzentrum in Sachen Umwelt hat sie sich längst einen Namen gemacht. Rund 15 000 Menschen besuchen das baubiologische Haus und den Biogarten im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Ökostation Freiburg feiert ihr 25-jähriges Jubiläum</strong></p>
<p><img src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/07/Ökostationsfest_bearbeitet-300x246.jpg" alt="" title="Ökostationsfest_bearbeitet" width="300" height="246" class="aligncenter size-medium wp-image-890" /></p>
<p>1986 wurde sie zur Landesgartenschau erbaut, heute ist sie aus Freiburg und der Region nicht mehr wegzudenken: die Ökostation des BUND. Als außerschulischer Lernort und Bürgerzentrum in Sachen Umwelt hat sie sich längst einen Namen gemacht. Rund 15 000 Menschen besuchen das baubiologische Haus und den Biogarten im Jahr. Weit über die Grenzen hinaus bis nach Japan ist das Umweltbildungszentrum bekannt.  </p>
<p>Eine wechselvolle Geschichte<br />
April 1986. Die Landesgartenschau hatte soeben die Tore geöffnet, da regnete die  Tschernobylwolke über dem Südwesten nieder. Ein schwieriger Start für den BUND, der als Beitrag zur Landesgartenschau ein ökologisches Zentrum mit Naturhaus und Garten errichtet hatte. Dennoch oder vielleicht deshalb erregte die Ökostation viel Aufmerksamkeit und wurde während der LGS von über 1 Mio Besucher besichtigt.<br />
Am 15. Februar 1987 zerstörte dann ein Brand das Naturhaus völlig. In den folgenden Jahren bestand die Ökostation hauptsächlich aus dem Biogarten. 1990 baute die Stadt Freiburg in enger Zusammenarbeit mit dem BUND-Regionalverband südlicher Oberrhein und mit Hilfe der Versicherungsgelder das Naturhaus wieder auf. Im Sommer 1991 eröffnete die neue Ökostation und nahm ihren dauerhaften Betrieb auf. Eine zweite Stelle wurde eingerichtet. Ein trauriges Kapitel ereignete sich 1995. Bei einem Mordanschlag, der bis heute nicht aufgeklärt wurde, kam eine Mitarbeiterin ums Leben. Die Ökostation blieb ein Vierteljahr lang geschlossen, die Ökolaube wurde abgerissen und der Vorplatz heller und sicherer gestaltet.<br />
<span id="more-889"></span><br />
Erfolgsmodell Umweltbildung<br />
Heute ist die Ökostation aus Freiburg nicht mehr wegzudenken. Jährlich finden 600 Veranstaltungen statt, davon 500 Umweltbildungsangebote für Schulklassen und Kindergärten. Im „Grünen Klassenzimmer“ erleben Kinder und Jugendliche die Faszination von Schmetterlingen, Wassertieren oder Singvögeln, sie lernen Abfall vermeiden, biologisch gärtnern, erfahren woher die Nahrung kommt oder verschönern ihren Schulhof mit Blumenzwiebeln und Nisthilfen. 7 Schulklassen von Ganztagesschulen nutzen regelmäßig die Mittagsbetreuung in der Ökostation. Für das Energiesprecher-Projekt mit den Wentzinger Schulen wurde die Ökostation im Rahmen der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von der UNESCO ausgezeichnet.<br />
Das Spektrum der Veranstaltungen ist groß und spricht sowohl Fachleute als auch die interessierte Öffentlichkeit an. Es gibt Kurse, Führungen, Exkursionen, Sonntagsöffnungen u.v.m. Qualifizierungslehrgänge wie z.B. zum Jugendbegleiter an Schulen, zum Schmetterlings-Guide oder zum Naturgärtner ergänzen das Programm. Und wer sich in Freiburg für Umwelt und Nachhaltigkeit engagieren möchte, wird in der Ökostation fündig, sei es im Bürgerforum Flückiger See, beim Geo-Tag der Artenvielfalt, oder beim Projekt „Freiburg blüht auf“. </p>
<p>Networking<br />
Ohne ein Netz aus Kooperationspartnern und Förderern wäre die Arbeit nicht möglich. Es besteht aus: Stiftung Naturschutzfonds, Stadt Freiburg, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Naturpark Südschwarzwald, Landesverband des BUND, Landes-Ministerien, Europäische Union, Stiftungen und Fördermitgliedern. Ein kleines, hoch motiviertes Team um Heide Bergmann und Ralf Hufnagel als Leitungsteam zeichnet für all die Aktivitäten verantwortlich. Viele junge Leute lernen während eines Praktikums oder FÖJ die ökologische Arbeitswelt kennen.<br />
Heute ist ökologisches Bewusstsein in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Atomausstieg, die Wahl einer neuen Landesregierung machen deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger eine umweltverträgliche und nachhaltige Zukunft wünschen. Umweltbildungszentren wie die Freiburger Ökostation haben ihren Teil dazu beigetragen: Indem sie Kinder und Jugendliche für die Natur begeistern und Erwachsene von einem nachhaltigen Lebensstil überzeugen.<br />
So blickt die Ökostation auf erfolgreiche 25 Jahre zurück. Es ist die Geschichte einer gelungenen Sympathiewerbung für Umwelt und Nachhaltigkeit.<br />
Heide Bergmann</p>
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		<title>Das &#8220;Wildholz-Projekt&#8221; in Müllheim</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/284/wildholz-projekt-langzeitarbeitslose</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 07:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltig]]></category>
		<category><![CDATA[Ewald Schadt]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitarbeitslose]]></category>
		<category><![CDATA[Leonie Bruker]]></category>
		<category><![CDATA[Müllheim]]></category>
		<category><![CDATA[Wildholz Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Wildholz-Genossenschafts-Werkstatt]]></category>

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		<description><![CDATA[„Graben und hacken macht rote Backen“, so der Volksmund. Ewald Schadt hat die Weisheit der einfachen Natur im Mai 2007 beim Wort genommen und das „Wildholz-Projekt“ gegründet. Der Name klingt ungezähmt und eigenwillig, er lässt an Menschen denken, die seitab vom breiten Weg nach Holz und Glück suchen. Das stimmt: In Niederweiler bei Müllheim hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong></p>
<div id="attachment_286" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-286" title="Das Wildholz Projekt" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/wildholz-projekt.jpg" alt="Aus wilden Hölzern werden Tische, Regale, Kommoden und Paravents fantasievoll gezimmert. " width="500" height="198" /><p class="wp-caption-text">Aus wilden Hölzern werden Tische, Regale und Kommoden fantasievoll gezimmert. </p></div>
<p><strong>„Graben und hacken macht rote Backen“</strong>, so der Volksmund. Ewald Schadt hat die Weisheit der einfachen Natur im Mai 2007 beim Wort genommen und das „Wildholz-Projekt“ gegründet. Der Name klingt ungezähmt und eigenwillig, er lässt an Menschen denken, die seitab vom breiten Weg nach Holz und Glück suchen. Das stimmt: In Niederweiler bei Müllheim hat der 49-jährige Schadt begonnen, Möbel zu bauen und Körbe zu flechten, alles aus wilden Hölzern und zusammen mit Menschen, deren Lebensläufe ebenfalls kurvig und knorzig daherkommen.<span id="more-284"></span></p>
<p>Die wilden Hölzer, das sind Weiden- und Haselsträucher, Ahorn und Hartriegel. Sie werden im Wald als Ruten geerntet oder als Wurzelstücke aufgelesen. Danach muss man sie ablängen, entrinden, schleifen und ölen und kann sie anschließend weiterverarbeiten zu allerlei Praktischem und Schönem. Die Nähe der Natur spürt man den Gegenständen hier an: Die Lehnen der Stühle lassen den Astwuchs erkennen, sie sind dem Schicksal industrieller Begradigung entgangen, ebenso die fantasievoll gezimmerten Tische und Regale, die Kommoden und Paravents. In allem scheint es noch leise nachzuklingen, das Lied der Bäume und des Waldes. Vom Apfelkörbchen bis zum stabilen Einkaufskorb finden sich Körbe in allen Größen, auch Tabletts und Kerzenhalter aus Flechtwerk gibt es zu bestaunen. Zur Frühlingszeit passen besonders gut die lebendigen Weidenhäuser und Weidenzäune, die es jetzt im März und April anzulegen gilt. Das Wildholz-Projekt ist dabei gerne behilflich.</p>
<p>Seine 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hat der Grafiker mit Weiterbildung zum Arbeitstherapeuten selbst angelernt – in allen Arbeitsbereichen. Er ist ein <strong>autodidaktischer Allround-Handwerker</strong>. Unter Schadts Anleitung wurde der ehemalige Schweinestall in der Lindenstraße 36 gemeinsam ausgebaut und saniert – „und jetzt ist es ein richtig ,schöner Saustall‘ geworden“, bemerkt Schadt schmunzelnd und fügt hinzu: „Wir haben alles selbst gemacht, bis auf den Dachstuhl“, darauf kann man zu Recht stolz sein. Und nicht nur darauf. Denn seine Mitstreiter sind weder gelernte Handwerker noch Hobbyheimwerker, es sind Menschen, denen die „normale“ Gesellschaft die Türen gern und schnell verschließt und nur zögernd wieder öffnet. Oder gar nicht.</p>
<p><strong>Schlechte Chancen haben Langzeitarbeitslose – „Hartz IV-Empfänger“ – auf dem ersten Arbeitsmarkt. </strong>Manche kommen ohne Ausbildung hierher, die jüngsten sind erst 23 Jahre alt. Ewald Schadt hat schon zwei Teilnehmern wieder zu Lohn und Brot aus eigener Arbeit verholfen, und das ist ein sehr guter Erfolg. Wichtiger als der Erfolgsquotient ist ihm aber, dass er einen Ort der persönlichen Wertschätzung und Wärme geschaffen hat, der ohne kurzlebige Befriedigung durch den Konsum auskommt. Konkret bedeutet das, dass die Teilnehmer der größtenteils von der ARGE finanzierten Maßnahme ein Jahr in Niederweiler arbeiten, essen, sprechen, leben. Manche nehmen das Angebot so dankbar an, dass sie schon vor und noch lange nach der offiziellen Arbeitszeit (von 8.00 bis 16.00 Uhr) vor Ort sind. Andere haben Schwierigkeiten, sich in einer strukturierten Gemeinschaft zu bewegen, der Krankenstand ist entsprechend hoch.</p>
<p>Aber Schadt ist sich sicher: <strong>„Menschen sind nicht für den Müßiggang gemacht. In jedem und jeder steckt so viel Kreativität, man muss sie nur hervorlocken“. </strong>Dazu aber brauche es einen anderen Alltag, als ihn viele der Teilnehmer seit Jahren in den eigenen vier Wänden kennen. „Es ist zwar ein Klischeebild, aber leider stimmt es auch ein bisschen: Die kommen ja überhaupt nicht mehr raus, sitzen von morgens bis abends mit der Bierflasche vorm Fernseher – und das ist nicht sonderlich kreativ.“ Rote Backen gibt es da nur noch vom Schnaps, und von der so viel zitierten sozialen Teilhabe bleibt in der Lebenswirklichkeit vieler Hartz lV-ler keine Spur. Bei Ewald Schadt dagegen spürt man ein schier unbegrenztes Vertrauen – in den heilsamen Kontakt mit der Natur, in die Möglichkeiten des Einzelnen. Die vielen abschätzigen Bemerkungen der Umwelt hätten in eine andere Richtung gewiesen, hätte er ihnen je Gehör geschenkt: „Die meisten Leute haben mich nur belächelt: ,Was du da vorhast, das kriegst du doch mit solchen Leuten niemals hin!‘“</p>
<p>„Solche Leute“, das sind Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen aus dem  Bezugsrahmen von Arbeitsbindung und sozialem, auch familiärem Netz gefallen sind. Arbeitsplatzverlust und Suchtproblematik, plötzliche Erkrankungen wie ein Schlaganfall mit 55 oder andere Schicksalsschläge führen zum freien Fall ins Aus. Ein einzelnes traumatisches Erlebnis kann das Leben auf Jahre hin zerschlagen. So wie bei Hartmut*, der früher Baggerfahrer war bei der Bahn und einen Kollegen überfuhr. Ein wirklich tragischer Arbeitsunfall, Hartmuts Unschuld steht außer Frage. Und trotzdem: die Beschimpfungen auf der Beerdigung, das Wort<strong> „Mörder“</strong>, das furchtbare Ereignis selbst – er hat es nicht vergessen können.</p>
<p>Was Ewald Schadt „mit solchen Leuten“ alles „hinkriegt“, das zeigt in schönster Weise auch der Garten, ein Stückchen Erde, das 15 Jahre Brachland war. Heute ist hier ein liebevolles Kräuter- und Gemüsegärtchen zu bestaunen. Die Wildholz-Teilnehmer wussten zunächst nichts Rechtes anzufangen mit dem feinwürzigen Ertrag der Sträuchlein. Wer kocht heute schon mit selbst geernteten Kräutern? Jetzt hängen sie in der Küche sorgsam aufgereiht auf einer Leine, die weißen Säckchen mit Petersilie und Thymian, Minze und Rosmarin, Bärlauch und Salbei. Ein jedes ist liebevoll beschriftet. Inzwischen hat es die gesunde Küche aus eigener Produktion den Leuten hier angetan: Jeden Mittag finden sich ein paar zusammen, um das gemeinsame Essen zuzubereiten. Das Ergebnis schmeckt den Gaumen jahrelanger Konserven-Gourmets ungewohnt, aber gut.</p>
<p>Anfangs hagelt es noch flapsige Kommentare, als der Kartoffelbrei aus echten gestampften Kartoffeln gemacht wird statt aus gelblichem Pulver. Inzwischen aber stellt Eva* fest: <strong>„Das nährt mich ja viel besser.“</strong> Sich selbst und andere mit gesunder Kost zu verwöhnen, gemeinschaftlich zu kochen und zu essen, das hält Leib und Seele zusammen – die des Einzelnen ebenso wie die der Gruppe.</p>
<p>Die Gruppe, das natürliche Umfeld, der ganzheitliche Arbeitszusammenhang, wo mit Herz, Hand und Verstand gewerkelt wird, all das ist wichtig. Es trägt und nährt in jeder Hinsicht. Bei manchen so gut, dass sie wie Katharina* nach ihrem Jahr als Teilnehmerin beginnen, selbst in der Anleitung mitzuarbeiten. „Katharina ist der Idealfall“, so Leonie Bruker, die junge Sozialarbeiterin, seit Oktober bei Wildholz tätig, „sie kennt alles aus eigenen Erleben, Hartz IV genauso wie unser Projekt“. Leonie Bruker hilft den Menschen hier auch in Bereichen, wo sie besonders unsicher sind: beim Ausfüllen amtlicher Formulare wie dem Rentenantrag, bei der Suche nach dem geeigneten Therapeuten oder der Vermittlung von Praktikumsplätzen. Da hilft auch <strong>Bürokatze Lina</strong>, die immer auf die gleiche Weise schnurrt und sich sowieso durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. „Eigentlich bräuchten wir mehr Tiere hier“, meint Leonie Bruker nachdenklich, „die haben eine unglaubliche therapeutische Wirkung.“<br />
Gebraucht wird noch vieles mehr: ein Kleintransporter, gern Sachspenden wie z.B. der alte Kirschbaum aus dem Garten, der gerade gefällt worden ist, Geldspenden natürlich sowieso. Und auch neue Mitglieder sind herzlich willkommen! Interessant ist es in diesem Zusammenhang zu wissen, dass das Wildholz-Projekt die erste Sozialgenossenschaft Baden-Württembergs ist. Die genossenschaftliche Struktur ist Ewald Schadt wichtig, denn sie funktioniert basisdemokratisch. Da haben dann alle das gleiche Stimmrecht, egal, wie wild und krumm sie nun gewachsen sind.</p>
<p><em>Heidi Korf</em></p>
<p>* <em>Namen von der Redaktion geändert. </em></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Wildholz-Projekt</strong><br />
Leitung Ewald Schadt<br />
Lindenstraße 36, 79379 Niederweiler<br />
Telefon 07631-9360202<br />
<a href="mailto:Ewald.Schadt@wildholz-projekt.de">Ewald.Schadt@wildholz-projekt.de</a><br />
<a href="http://www.wildholz-projekt.de" target="_blank">www.wildholz-projekt.de</a></p></blockquote>
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		<title>Arm und Reich ist gar nicht gleich</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 08:40:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dieser Februar-Samstag ist trüb, kalter Nieselregen geht vor den Fenstern der Katholischen Akademie Freiburg nieder. Einen Tag lang wird hier über Armut und Reichtum diskutiert, um Teilhabe und Gerechtigkeit und die Frage, ob das wohl für alle Menschen erreichbar sein mag. Die Veranstalter – die Informationsstelle Peru, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und die Katholische Akademie der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_236" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-236" title="Foto aus dem Handbuch der Caritas" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/arm-und-reich.jpg" alt="Die Gnade der reichen Geburt führt - national oder global - immer noch in eine narzistische Illusion der Überlegenheit" width="500" height="198" /><p class="wp-caption-text">Die Gnade der reichen Geburt führt - national oder global - immer noch in eine narzistische Illusion der Überlegenheit. Soziale Gegensätze. Ein Artikel von Heidi Korf.</p></div>
<p>Dieser Februar-Samstag ist trüb, kalter Nieselregen geht vor den Fenstern der Katholischen Akademie Freiburg nieder. Einen Tag lang wird hier über Armut und Reichtum diskutiert, um Teilhabe und Gerechtigkeit und die Frage, ob das wohl für alle Menschen erreichbar sein mag. Die Veranstalter – die Informationsstelle Peru, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und die Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg – wollen ebenso globale Armut thematisieren wie die Zustände vor der deutschen Haustür.<span id="more-235"></span></p>
<p>Rómulo Torres Seoane spricht über die Situation in seinem Land: Peru, das ist in den Augen vieler westlicher Ökonomen ein südamerikanisches Paradebeispiel für gelingende Entwicklung, ermöglicht durch eine großzügig liberalisierte Freihandelspolitik. Und tatsächlich, das Bruttoinlandsprodukt ist gestiegen, die sozialen Konflikte dabei aber gleich mit – so haben im Peru des Jahres 2008 harte Auseinandersetzungen auf nationaler Ebene deutlich zugenommen. Die Zivilbevölkerung gibt ihrer Unzufriedenheit immer klarer Ausdruck, an den Entscheidungsprozessen des eigenen Landes hat sie kaum Anteil, da ein Übergang zu echten demokratischen Strukturen nie stattgefunden hat.</p>
<p><strong>Die Korruption in den höchsten politischen Rängen dagegen treibt satte, bunte Blüten.</strong> Und die sozio-ökonomischen Gegensätze klaffen immer heftiger, denn leider sagt das Wachstum der Exportrate in volkswirtschaftlich tragenden Sektoren wie dem Bergbau und der Textilindustrie nichts über die Verteilungsgerechtigkeit aus, ebenso wenig wie das gestiegene Pro-Kopf-Einkommen bedeutet, dass jeder peruanische Kopf mehr Geld erhält. Die Gewinne sind so ungleich verteilt, dass Perus Armutsrate weiterhin bei 40 % liegt, in ländlichen Gebieten sind bis zu 80% der Bevölkerung betroffen. Viele Menschen leben von den staatlichen Sozialprogrammen. Unternehmensansiedlungen ausländischer Investitoren sind angenehm unkompliziert und durch extrem niedrige Steuersätze begünstigt. Dass die ressourcenreichen Ländereien – fette Brocken für internationale Bergbauunternehmen – nicht selten Lokalbesitz indigener Gemeinschaften sind, stört den Staat wenig, Erdöl-Probebohrungen im Urwald z.B. sind kein Problem. Höchstens für die Betroffenen, im Amazonasbecken sind das Indianerstämme, die ihr Leben zum Teil sogar freiwillig fernab der westlichen Zivilisation gestalten. Andernorts trifft der liberale Wirtschaftskurs die Kleinbauern, deren Existenz eng mit Grund und Boden zusammenhängt. Vom Ertrag ihrer landwirtschaftlichen Produktion können sie immerhin überleben, wenn man sie lässt. Auch im industriellen Sektor fehlt die politische Konsenssuche mit der lokalen Produktion: Kleinere Textilproduzenten wurden in großer Zahl von der Flut chinesischer Importe verdrängt.</p>
<p>Der Trend gehe gegen das Lokale, so Rómulo Torres Seoane, weitere Bauern und Indianer werden ihren Besitz verlieren. Das sogenannte <strong>„nationale Interesse“</strong> stehe auch im öffentlichen Diskurs im Vordergrund. Und den führt offensichtlich eine urbane Mittelschicht, der es ja auch so schlecht nicht geht. Sie repräsentiert die „Lebensform der Einkaufszentren“ und kennt Andersdenkenden gegenüber vor allem Herablassung, brandmarkt sie als „altmodisch“ und „schwach“. Ja, die peruanische Gesellschaft droht mehr und mehr zu zerbrechen, wenig verbindet noch diese Mittelschicht mit der fast stimmlosen Landbevölkerung. Es bräuchte, so Rómulo Torres Seoane, ein gemeinsames Bewusstsein, am besten verkörpert von einer öffentlichen Person, es bräuchte also eine/n, der / die jene verlorene Verbindung zwischen den sozialen Klassen wieder herzustellen wüsste.</p>
<p>Verbindung, Einheitsbewusstsein, Gemeinschaftsdenken vor rüdem Ego-Individualismus. Den Blick auf die Mikroebene der Lebensrealität vieler zu richten, statt einseitig die Makroebene einer international agierenden Wirtschaftselite zu fokussieren. Das sind auch in Deutschland Themen.</p>
<p>Natürlich ist es wichtig zu unterscheiden. Armut in Peru kommt in ganz anderer Gestalt daher als die deutsche Luxus-Schwester. Das physische Überleben ist bei uns nicht unmittelbar bedroht. <strong>Man trennt daher zwischen absoluter und relativer Armut.</strong> Nach der Weltbank-Definition ist absolut arm, wer weniger als 1,50 $ pro Tag zur Verfügung hat. Relative Armut orientiert sich am Durchschnittswert des Einkommens der jeweiligen Nation.</p>
<p>In Deutschland heißt das, dass man von weniger als 781,00 Euro pro Monat leben muss. Das gilt immerhin für <strong>13 Prozent</strong> der deutschen Bevölkerung. Weidlich bekannt ist, dass Menschen ohne Arbeit, besonders Langzeitarbeitslose, ein erhöhtes Armutsrisiko haben. Dass neben den Erwerbslosen auch Arbeitende arm sein können, ist weniger bekannt: 5 Prozent brauchen Zuschüsse vom Staat, um leben zu können, sie gehören damit zu den „working poor“. Deren Anzahl steigt. Zur Armutsrisikogruppe gehören neben den Erwerbslosen Alleinerziehende und Alleinlebende, Menschen aus Haushalten mit geringer Bildung (i.e. beide Eltern ohne Schulabschluss) und Menschen, die selbst keinen Schulabschluss besitzen.</p>
<p>Es wird deutlich, dass der Armutsbegriff in Industrienationen kein<strong> rein ökonomischer</strong> sein kann, und das ist wichtig zu sehen. Faktoren wie Arbeit, Gesundheit und Bildung sind Dimensionen, die  Armut einerseits mit bewirken und andererseits widerspiegeln. Ja, es ist tatsächlich so: Geld macht gesund, Erwachsene ohne Abitur weisen eine kürzere Lebenserwartung auf. Die subjektive Wahrnehmung der eigenen Gesundheit hängt mit der sozialen Schichtzugehörigkeit zusammen, Kinder und Jugendliche aus unteren Schichten fühlen sich kränker als sozial besser gestellte Altersgenoss/innen. Dass ein guter Finanz- und Sozialstatus hierzulande zu mehr Bildungschancen führt, bestreitet schon seit Jahren niemand mehr. Arbeiterkinder – und das ist nur eine der betroffenen Gruppen – sind an den Hochschulen in der Minderheit, verglichen mit ihrem Anteil an der altersspezifischen Bevölkerung. Der liegt bei 41 %, unter den Studienanfänger/innen machen sie aber nur 20 % aus. Im Gegenzug studieren 83 von 100 Akademikerkindern. Die sogenannte „Bildungsvererbung des Studiums“ hat in den letzten Jahren in sämtlichen Fächern zugenommen.</p>
<p><strong>Deutsche Armut bedeutet nicht Hunger, sondern schlechtere Lebensmöglichkeiten bis hin zum Ausschluss. </strong>Ausschluss und Rückzug, Scham und Resignation – das alles hängt in deutschen Köpfen oft damit zusammen, ob man überhaupt eine Arbeit hat. Hierbei ist ausschließlich von Lohnarbeit die Rede. Lohnarbeit an sich hat einen schier unhinterfragt hohen Stellenwert, das spiegelt sich in der Hierarchie unserer Ängste. Auf der Skala möglicher Lebensschrecknisse rangiert Arbeitslosigkeit im Jahr 2007 mit 50,8 % auf Platz 1, gefolgt von der Angst vor Krankheiten mit 43 %. Krebs ist also nicht so schlimm wie den Arbeitsplatz zu verlieren? Lieber den Partner als den Job einbüßen? Hier geht es offensichtlich um kollektive Werte, es geht um Fragen des Bewusstseins: Was ist uns als Gesellschaft wichtig? Was macht ein „richtiges“ Leben aus? Wer darf dazugehören und warum? Wer ist mein/e „Nächste/r“, wo beginnt, wo endet meine Bereitschaft zum gemeinschaftlichen Denken? Und wie weit weg ist eigentlich Peru?</p>
<p><strong>Soziale Gegensätze beginnen im Kopf.</strong> Die „Gnade der reichen Geburt“ führt – national oder global – immer noch in eine narzisstische Illusion der Überlegenheit, der Unabhängigkeit vom Rest der Welt. Heimlich führt sie zu Gedanken wie „Arm sind die anderen“ oder „Katastrophen sind anderswo“. Und noch viel heimlicher zum Nachsatz „Und das ist gut so“. Denn niemand will, dass es ihn selbst hart trifft, das „Schicksal“, das keines sein müsste. Aber die „Schere zwischen Arm und Reich“ ist nur als Sprachbild etwas stumpf geworden, die faktischen sozialen Unterschiede wachsen. Scheren sind aus zwei beweglichen Klingen gebaut. Fehlt die Schraube in der Mitte, besteht die Gefahr, dass die sich kreuzen.</p>
<p><em>Heidi Korf</em></p>
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