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	<title>Kultur Joker &#187; Theater</title>
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	<description>Freiburger Kultur- und Veranstaltungszeitung</description>
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		<title>Die wahre Geschichte der Sissi</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 11:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das erfolgreichste deutschsprachige Musical gastiert im Musical Theater Basel 1992 feierte das Musical „Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi“ seine Weltpremiere bei den Vereinigten Bühnen Wien. Seither eroberte es die Herzen von über acht Millionen Zuschauern weltweit. Michael Kunze und Sylvester Levay haben mit ihrer dramatischen und herzergreifenden musikalischen Darstellung des Lebens der Kaiserin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das erfolgreichste deutschsprachige Musical gastiert im Musical Theater Basel</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1238" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2012/01/ELISABETH_1-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></p>
<p>1992 feierte das Musical „Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi“ seine Weltpremiere bei den Vereinigten Bühnen Wien. Seither eroberte es die Herzen von über acht Millionen Zuschauern weltweit. Michael Kunze und Sylvester Levay haben mit ihrer dramatischen und herzergreifenden musikalischen Darstellung des Lebens der Kaiserin Elisabeth von Österreich einen Klassiker geschaffen, der sich zum erfolgreichsten deutschsprachigen Musical aller Zeiten entwickelt hat. Vom 18. Januar bis 5. Februar kommt die gefeierte Tourneeproduktion des Originalteams der Vereinigten Bühnen Wien zum 20-jährigen Jubiläum erstmals auf die Bühne des Musical Theater Basel. Das Schicksal der schönen Kaiserin Elisabeth von Österreich hat ganze Generationen berührt. Unvergessen und Kult sind die Verfilmungen des Stoffes aus den 50er Jahren mit Romy Schneider als Sissi und Karl-Heinz Böhm als Kaiser Franz Joseph. Michael Kunze und Sylvester Levay haben sich der faszinierenden Persönlichkeit der Sissi – wie die Wiener ihre geliebte Kaiserin zu nennen pflegen – und ihrem bemerkenswerten Leben von einer ganz anderen Seite genähert. Abseits von allem Kitschigen zeichnen sie den Lebensweg der Kaiserin der Herzen als einen, der von Höhen und Tiefen, Glück und Zweifeln, Engagement und Rückzug erzählt. Elisabeth zeigt sich als eine Frau, die ihren Freiheitswillen lebt – gegen den Druck des höfischen Verhaltenskodex, der sich in ihrem gespaltenen Verhältnis zu Franz Josephs Mutter, der Erzherzogin Sophie, manifestiert. Damit sind ihre Bestrebungen nach einem eigenen Leben, eigenem Glück und eigener Persönlichkeit schon fast emanzipatorisch zu nennen. Kunze hat seiner Elisabeth eine männliche Hauptfigur an die Seite gestellt, die androgyn und schattenhaft ihr tiefstes Sehnen personifiziert: der Tod – die Rolle, die Musicalstar Uwe Kröger in der Wiener Uraufführung zu einem der bekanntesten Musicaldarsteller des deutschprachigen Raums machte. Die Musik von Sylvester Levay zum herb-lyrischen Libretto von Michael Kunze reicht von herrrlichen Gänsehaut- Balladen wie „Ich gehör‘ nur mir“ bis zu schnellen, rockigen Nummern wie „So wie man denkt“. Vorstellungen: 18.1.-5.2., Di bis Fr, jew. 19.30 Uhr; Sa u. So, 14.30 und 19.30 Uhr. Karten: Eventim: 01805 570070.</p>
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		<title>Doppelt ausgezeichnet!!</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 15:25:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die HeadFeedHands Kompanie für Neuen Zirkus, Tanz und Theater (Freiburg/Köln) wurde Anfang November 2011 beim &#8220;No Ballet&#8221; Choreographie-Wettbewerb im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen für ihr Akrobatik-Tanz-Duett aus &#8220;[ How To Be] Almost There&#8221; ausgezeichnet &#8211; in beiden Kategorien: HeadFeedHands gewinnt den 1. Preis der Jury und den Publikumspreis. Außerdem gewann das Duo mit demselben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_1183" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"> <img class="size-medium wp-image-1183 " src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2012/01/How-to-be-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">&quot;(How to be) almost there&quot;   Foto: Günter Krämmer</p></div>
<p style="text-align: left;">Die HeadFeedHands Kompanie für Neuen Zirkus, Tanz und Theater (Freiburg/Köln) wurde Anfang November 2011 beim &#8220;No Ballet&#8221; Choreographie-Wettbewerb im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen für ihr Akrobatik-Tanz-Duett aus &#8220;[ How To Be] Almost There&#8221; ausgezeichnet &#8211; in beiden Kategorien: HeadFeedHands gewinnt den 1. Preis der Jury und den Publikumspreis. Außerdem gewann das Duo mit demselben Duett alle der drei möglichen Preise beim „SzoloDuo Festival“ in Budapet vom 4. bis 8. Januar 2012: Jury-, Publikums- und Kollegenpreis! Das ist nun die 3. Auszeichnung innerhalb kurzer Zeit – nach dem Preis beim &#8220;AllesWasTanzt Gipfel&#8221; in Köln im September 2011. Die Produktionen von HeadFeedHands lassen sich nicht kategorisieren : mit Kreativität und Energie suchen die Künstler um Günter Klingler, Marion Dieterle und Tim Behren konsequent nach neuen Ausdrucksformen zwischen Neuem Zirkus, Tanz und Theater. Dank an Publikum und Jury, Glückwunsch an die Künstler!<br />
<strong>Aufführungen: &#8220;Fischen ohne Helm&#8221; (2008), Sa. 21. Januar, 20 Uhr, EWERK Freiburg und So. 22. Januar, 20 Uhr, Burghof Lörrach</strong></p>
<p style="text-align: left;">
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		<title>„Hikikomori“</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 12:38:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit acht Jahren hat sich H. in sein Zimmer eingeschlossen. Soziale Kontakte hat er nur über Chatrooms im Internet. Resistent gegen Leistungsansprüche und Erwartungen der Gesellschaft, gelingt es selbst seiner Mutter und Schwester nicht, in H‘s Welt vorzudringen. In einem explosiven Dialog zwischen Innen-, Außen- und Phantasiewelt präsentiert sich das Ein-Personen-Stück, in dem H. abgeschottet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1155" title="IMG_0202" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/11/IMG_02021-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></p>
<p>Seit acht Jahren hat sich H. in sein Zimmer eingeschlossen. Soziale Kontakte hat er nur über Chatrooms im Internet. Resistent gegen Leistungsansprüche und Erwartungen der Gesellschaft, gelingt es selbst seiner Mutter und Schwester nicht, in H‘s Welt vorzudringen. In einem explosiven Dialog zwischen Innen-, Außen- und Phantasiewelt präsentiert sich das Ein-Personen-Stück, in dem H. abgeschottet in seinem Medienkosmos zu einem faszinierenden „Kaspar Hauser“ regrediert. Hikikomori von Holger Schober ist körperstarkes Sprechtheater mit Musik und Video, das ein hochaktuelles Thema vor Augen führt: Onlinesucht und die mögliche soziale Ausgrenzung via Internet. Regie Ingeborg Waldherr. Öffentliche Probe: 22.11., 19.30 Uhr, Augustinum. Vorpremiere: 26.11., 20 Uhr, Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule. Infos: www.ingeborgwaldherr.de.</p>
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		<title>25 Jahre Tanzgeschichte in Freiburg</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 10:49:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vom 14. bis 30. Oktober findet das 18. Internationale Tanzfestival Freiburg stat Es ist nicht verborgen geblieben. Und so ist Pina Bauschs Choreografie „Kontakthof“, einer der Höhepunkte des 18. Internationalen Tanzfestival Freiburg, bereits ausverkauft. Kein Wunder, diese Annäherung der Geschlechter des Tanztheater Wuppertal mit all ihren Freuden, Nöten, ihrem Glück und Verfehlungen, ist legendär. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 14. bis 30. Oktober findet das 18. Internationale Tanzfestival Freiburg stat</p>
<div id="attachment_1104" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1104" title="Children-Lecavalier-14 für Presse" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/10/Children-Lecavalier-14-für-Presse-300x183.jpg" alt="" width="300" height="183" /><p class="wp-caption-text">Die Choreographie &quot;Children&quot; mit Louise Lecavalier</p></div>
<p>Es ist nicht verborgen geblieben. Und so ist Pina Bauschs Choreografie „Kontakthof“, einer der Höhepunkte des 18. Internationalen Tanzfestival Freiburg, bereits ausverkauft. Kein Wunder, diese Annäherung der Geschlechter des Tanztheater Wuppertal mit all ihren Freuden, Nöten, ihrem Glück und Verfehlungen, ist legendär. In Freiburg ist das Tanzstück, das 1978 uraufgeführt wurde, in der Variante mit Jugendlichen am 26. und 27. Oktober im Großen Haus des Theater Freiburg zu sehen.<span id="more-1103"></span> Ein Tag zuvor zeigt das E-Werk die Arte-Dokumentation von Anne Linsel über das Entstehen dieser Produktion. Linsel hatte das jugendliche Ensemble und die Tänzer der Originalbesetzung Josephine Ann Endicott und Bénédicte Billiet während der einjährigen Probezeit begleitet.<br />
Wer nun enttäuscht ist, da er keine Karten mehr für den „Kontakthof“ bekommen hat, die anderen Aufführungen, die vom 14. bis 30. Oktober im E-Werk zu sehen sind und von den Festivalleitern Karin Hönes und Wolfgang Graf ausgewählt wurden, sind wahrlich kein Trostprogramm. So beginnt die Veranstaltung, die in diesem Jahr ihr 25jähriges Jubiläum feiern kann, mit dem Gastspiel der energetischen kanadischen Tänzerin Louise Lecavalier (14./15.10.), die zusammen mit Patrick Lamothe und Elijah Brown die beiden Choreografien „Children“ und „A few minutes of Lock“ auf die Bühne bringen wird. Louise Lecavalier war Tänzerin bei La La La Human Steps, der zweite Teil des Abends wird auf diese Zusammenarbeit mit Édouard Lock zurückblicken. Wie die Jahre zuvor holen Karin Hönes und Wolfgang Graf Produktionen nach Freiburg, die eine ganze Bandbreite an zeitgenössischem Tanz zeigen. Das sehr ästhetische Duo der Pianistin Aki Takase und der Tänzerin Yui Kawaguchi (19.10.) ist genauso dabei wie der ausgesprochen physische Auftritt von Brahim Bouchelaghem &amp; Top 9 (22./23.10.), der Hip-Hop zu persönlichem Ausdruck führt. Und auch Emio Greco und Bertha Bermudez Pascual zeigen am 28. und 29. Oktober ein Duo. Ein Wiedersehen gibt es dann am 30. Oktober mit „Les Slovaks Dance Collective“, die in Brüssel beheimatet sind und vor vier Jahren bei ihrem Gastauftritt in Freiburg mit ihrer Mischung von Witz, Folklore und zeitgenössischem Tanz zu begeistern wussten.<br />
Mit der Tanzperformance „Lost &amp; Found“ wurde auch dem Nachwuchs des Kooperationspartners bewegungsart Platz eingeräumt (20.10.) und am 21. Oktober gehört das E-Werk dem Tango Festival Tangomafia, die einen Milonga-Abend veranstalten. „Tanz in Utopia“ bringt junge deutsche und französische Tänzer mit Freiburgs wohl bekanntestem Stadtteil, dem Vauban, in Kontakt. Die Ergebnisse dieses Workshops sind vom 23. bis 30. Oktober jeweils um 18 Uhr zu sehen, am 29. Oktober wird es zudem eine Performance geben. Unter dem Motto „Festival der Stadt“ steht auch die Podiumsdiskussion zur Zukunft von Tanz- und Theaterfestival. Gut sieht die aus, möchte man meinen, wenn sich das Festival durch Kooperationen und Interventionen derart in der Stadt verankert.<br />
Das 18. Internationale Tanzfestival Freiburg findet vom 14. bis 30. Oktober im E-Werk und im Theater Freiburg statt. Weitere Infos unter www.tanzfestival-freiburg.de<br />
Annette Hoffmann</p>
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		<title>Utopie und Krise</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 09:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Theater Freiburg geht in die Saison 2011/12 Mit Mammutprojekten kennt man sich im Theater Freiburg spätestens seit der Realisierung von Wagners Ring aus. Und so steht in der kommenden Saison nicht allein „Der Ring des Nibelungen“ als Bühnenfestspiel für drei Tage, bezeichnenderweise über Ostern und Pfingsten auf dem Programm, das Schauspiel wagt sich an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Theater Freiburg geht in die Saison 2011/12</p>
<p>Mit Mammutprojekten kennt man sich im Theater Freiburg spätestens seit der Realisierung von Wagners Ring aus. Und so steht in der kommenden Saison nicht allein „Der Ring des Nibelungen“ als Bühnenfestspiel für drei Tage, bezeichnenderweise über Ostern und Pfingsten auf dem Programm, das Schauspiel wagt sich an Goethes Faust I und II. <span id="more-960"></span><br />
Man kann dies durchaus programmatisch nehmen, befasst sich das Theater Freiburg doch in der Spielzeit 2011/12 mit Weltentwürfen und dies unter Einsatz aller Kräfte eines Dreispartenhauses. Man wird also ein bisschen den klassischen Antagonismus von Krise und Utopie in den Häusern des Theater Freiburg spüren. So wird in der gemeinsamen Produktion von Tänzern, Schauspielern und Musikern, „die letzte aller möglichen Welten“ als eine Artistik der Problemverschiebung verhandelt. Mehr Wagner gibt es mit der Oper „Lohengrin“, die von Frank Hilbrich inszeniert wird.<br />
Theresia Walsers Kriegsgroteske „Eine Stille für Frau Schirakesch“ hingegen führt an einen der Krisenherde dieser Welt, wo in 77 Minuten eine Frau in einer Burka gesteinigt werden soll. Während Regisseur Klaus Gehre in seinem Theaterabend „Wolokolamsker Chaussee +/-Terminator“ den Dramatiker Heiner Müller mit dem Blockbusterkino verbindet. Ausgerechnet Terminator, den Arnold Schwarzenegger im Kino verkörpert hatte, soll die Erlösung bringen. So etwas wie Erlösung sucht auch Dostojewskis Romanfigur „Raskolinokow“, die in „Verbrechen und Strafe“ aus Selbstüberhebung eine Pfandleiherin und eher aus Zufall deren Schwester tötet. Thomas Krupa wird diesen Text für die Bühne einrichten. Mit Emily Brontees „Sturmhöhe“ steht eine zweite Romanadaption auf dem Programm von Schauspieldirektorin Viola Hasselberg, Matthias Breitenbach wird den Text inszenieren. Vom Kino hat sich Klaus Gehre mit der Produktion „Remake: Fluch der Karibik“ inspirieren lassen, sie wird die Figur des Piraten als Sinnbild des internationalen Finanzwesens nehmen.<br />
Joachim Schloemer wird für die Inszenierung von Elfriede Jelineks „Ein Sportstück“ nach Freiburg zurückkommen, das den Orestiestoff mit dem Sport als Ausdruck eines Leistungssystems verbindet. Kinder stehen nicht nur im Mittelpunkt von „Sieben Kinderleben“, einer Inszenierung von Felicitas Brucker, die Tanz und Schauspiel miteinbezieht, sondern auch in „Pünktchen und Anton“ nach Erich Kästner, das im November zur Aufführung kommt. In Gerhart Hauptmanns Tragikomödie „Die Ratten“ jedoch wird das Theater selbst zum Thema, indem der ehemalige Theaterdirektor Hassenreuter seine Probenbühne der Umstände halber in einen Problemstadtteil verlegt.<br />
Auch in der Oper stehen Weltentwürfe an. So erkundet Calixto Bieito zusammen mit dem Komponisten Carles Santos die Tragfähigkeit der barocken Vorstellung von der Welt als Theater – und umgekehrt. Calderóns Mysterienspiel wird als musikalisches Schauspiel am Theater Freiburg zu sehen sein. Barock verspricht auch Georg Friedrich Händels Zauberoper „Rinaldo“ zu werden, die von Julia Jones eingerichtet wird. Neue Welten werden in Giacomo Puccinis Oper „Manon Lescaut“ erkundet, auch wenn es die Strafbehörde ist, die Manon Lescaut nach Amerika bringt, wo sie letztlich die alte Gefühlswelt wiederfindet. Verrätselter gibt sich Mozarts „Zauberflöte“, die unter der Regie von Jarg Pataki und der musikalischen Leitung von Fabrice Bollon im Großen Haus zu sehen sein wird. Thomas Krupa ist in der kommenden Saison nicht allein als Schauspielregisseur aktiv, er übernimmt auch die Inszenierung von Giuseppe Verdis „Rigoletto“ unter der musikalischen Leitung von Fabrice Bollon. Und Freiburgs GMD ist zugleich für die musikalische Einrichtung einer Oper für die ganze Familie und Kinder ab neun Jahren verantwortlich.<br />
„Das Kind und die Zauberdinge“ erzählt die Geschichte einer Erziehung. Den Weg zurück nach Freiburg hat auch Bernadette La Hengst gefunden, sie wird die Kampfoperette „Planet der Frauen“ inszenieren, die eine Welt ohne Männer mit Beteiligung von Freiburgerinnen probt. Um den Aufstand geht es auch im Liederabend für Schauspieler „Children of the Revolution“. Regie führt Tom Ryser, der sich am Theater Basel einen Namen mit der leichten Muse gemacht hat und unter anderem Franz Wittenbrinks Liederabend „Sekretärinnen“ auf die Bühne brachte. Wenn da unsere Welt nicht die beste aller möglichen ist.<br />
Annette Hoffmann</p>
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		<title>Die tanzende Katzenschar</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 09:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tanz]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Musical-Klassiker „Cats“ in Zürich Endlich – die beliebtesten Katzen der Welt sind wieder da: Seit vergangenen Dezember ist der legendäre Musical-Klassiker CATS erstmals in Europa mit dem eigenen Theaterzelt auf großer Reise und wird im Rahmen der Tournee vom 8. September bis 16. Oktober in Zürich zu erleben sein. Im Rahmen der Gastspielreihe wird die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Musical-Klassiker „Cats“ in Zürich</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-957" title="cats" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/09/cats-244x300.jpg" alt="Die Katze Bombalurina; Foto:Nilz Böhme" width="244" height="300" /></p>
<p>Endlich – die beliebtesten Katzen der Welt sind wieder da: Seit vergangenen Dezember ist der legendäre Musical-Klassiker CATS erstmals in Europa mit dem eigenen Theaterzelt auf großer Reise und wird im Rahmen der Tournee vom 8. September bis 16. Oktober in Zürich zu erleben sein. <span id="more-956"></span><br />
Im Rahmen der Gastspielreihe wird die Originalinszenierung von CATS aus London in deutscher Sprache gespielt. Das Cats-Theaterzelt verfügt über eine rund angelegte Bühne. Die Produktion kehrt damit zu ihren Wurzeln – der umjubelten Weltpremiere auf der Rundbühne am New London Theatre – zurück. Keiner der 1800 Plätze ist mehr als 20 Meter vom Bühnengeschehen entfernt. Das Publikum wird so selbst Teil des turbulenten Treibens, wenn die Vierbeiner durch die Sitzreihen streifen und zu ihrem weltbekannten, golden schimmernden Schrottplatz schleichen. 2011 feiert CATS sein 30-jähriges Bühnenjubiläum und kann in seiner Erfolgsgeschichte auf zahlreiche Auszeichnungen zurückblicken. Die zauberhafte Geschichte der Katzen mit den weltberühmten Melodien Andrew Lloyd Webbers, basierend auf der literarischen Vorlage des Nobelpreisträgers T.S. Eliot, begeisterte von Wien bis Tokio, von Toronto bis Sydney. Egal wo die pelzigen Vierbeiner auftauchten, zogen sie Jung und Alt in ihren Bann. Auch die CATS-Songs haben Musikgeschichte geschrieben: Jeder kennt das anrührende Lied „Erinnerung“, das von Stars wie Barbara Streisand und Angelika Milster gesungen wurde.<br />
Vorhang auf für Grizabella und die tanzende Katzenschar! CATS-Theaterzelt, Hardturm-Areal Zürich: 8. September bis 16. Oktober; Premiere: 9. 9., 19.30 Uhr. Aufführungen: Di, Do, Fr jew. 19.30 Uhr, Mi 18.30 Uhr, Sa 14.30/19.30 Uhr sowie So 14/19 Uhr. 13./18./20. 9. keine Vorstellungen. Karten: 01805 570070.</p>
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		<title>Arthur Schnitzlers „REIGEN“</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 13:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Open Air bei den Immoralisten Die Immoralisten spielen Open-Air! Mit einem spacigen Oldtimer- Wohnmobil als Kulisse vorm Theater wird Arthur Schnitzlers „Reigen“ zum Kultprojekt des Sommers. Zehn Figuren geben sich so lange die Klinke zur Schlafzimmertür in die Hand, bis sie wieder bei der ersten angekommen sind. Gezeigt wird ein Tanzspiel des Flirts durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Open Air bei den Immoralisten</p>
<div id="attachment_946" class="wp-caption aligncenter" style="width: 222px"><img class="size-medium wp-image-946" title="Reigen_Foto" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/08/Reigen_Foto-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /><p class="wp-caption-text">&quot;Reigen&quot; das Kultprojekt des Sommers</p></div>
<p>Die Immoralisten spielen Open-Air! Mit einem spacigen Oldtimer- Wohnmobil als Kulisse vorm Theater wird Arthur Schnitzlers „Reigen“ zum Kultprojekt des Sommers.<br />
Zehn Figuren geben sich so lange die Klinke zur Schlafzimmertür in die Hand, bis sie wieder bei der ersten angekommen sind. Gezeigt wird ein Tanzspiel des Flirts durch alle gesellschaftlichen Schichten. Zum Spielziel führt die Macht des Geldes ebenso wie die hohe Kunst der Verführung.<br />
<span id="more-945"></span></p>
<p>Schnitzlers Text war seinerzeit so gewagt, dass er verboten wurde und erst viele Jahre später aufgeführt werden durfte. Denn wie ein magisches Parfum verströmt das Stück einen unwiderstehlich erotischen Duft und stellt die ewig spannende Frage, wer wo mit wem, warum schläft.<br />
Die Premiere findet am 4. August, 20.30 Uhr, im Theater der Immoralisten, Ferdinand-Weiß-Str. 9-11 in Freiburg statt.<br />
Weitere Termine: 5./6./11./ 12./13./14./18./19./20./21./25./26./27./28. August, jew. 20.30 Uhr. Infos und Karten: www.immoralisten.de.</p>
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		<title>Die Bühne als Revolutionsgemälde</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 13:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[„André Chénier“ begeistert, „Achterbahn“ enttäuscht bei den Bregenzer Festspielen Den Spagat zwischen Kunst und Kommerz – den müssen die Bregenzer Festspiele in jedem Sommer neu schaffen. Die spektakuläre Produktion auf der Seebühne, die pro Abend Platz für rund 7000 Zuschauern bietet, finanziert das ambitionierte Opern-, Konzert-, Theater- und Tanzprogramm des noch bis zum 21. August [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„André Chénier“ begeistert, „Achterbahn“ enttäuscht bei den Bregenzer Festspielen</p>
<div id="attachment_943" class="wp-caption aligncenter" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-943" title="SONY DSC" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/08/chénier_bild3-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Umberto Giodanos &quot;André Chénier&quot; begeistert auf der Seebühne in Bregenz; Foto: Bregenzer Festspiele/Karl Forster</p></div>
<p>Den Spagat zwischen Kunst und Kommerz – den müssen die Bregenzer Festspiele in jedem Sommer neu schaffen. Die spektakuläre Produktion auf der Seebühne, die pro Abend Platz für rund 7000 Zuschauern bietet, finanziert das ambitionierte Opern-, Konzert-, Theater- und Tanzprogramm des noch bis zum 21. August 2011 dauernden Festivals. In diesem Jahr gelingt  mit Umberto Giordanos „André Chénier“ auf der Seebühne ein großer Wurf. Die Uraufführung von Judith Weirs „Achterbahn“ einen Tag später im Festspielhaus enttäuscht.<br />
<span id="more-942"></span></p>
<p>Bei in Szene gesetzten „André Chénier“ fällt der Blick auf eine riesige Skulptur, deren Kopf zu Beginn der Oper noch verhüllt ist. Erst als die von Kostümbildnerin Constance Hoffman dekadent eingekleidete adlige Festgesellschaft um die Gastgeberin Gräfin di Coigny (mit selbstbewusstem, farbigem Mezzo: Rosalind Plowright) die Bühne betreten hat, fällt das riesige Tuch. Es ist der radikale, von Jacques-Louis David im Jahr 1794 gemalte Jakobinerführer Jean Paul Marat, der im Bad von einer Adligen getötet wurde. Wenn nun dieser Marat anstatt in seiner Badewanne im Bodensee sitzt und die Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen auf seinem Körper stattfinden, dann gelingt Regisseur Keith Warner und Bühnenbildner David Fielding eine starke Visualisierung der Französischen Revolution. Die sensibel ausgeleuchtete Bühne (Licht: Davy Cunningham) ist ein Gemälde. Ein riesenhafter reich verzierter, leerer Spiegel ragt schräg in den Nachthimmel – das Ancien Régime ist aus den Fugen geraten, das Glas ist zerstört. Auch musikalisch überzeugt die Premiere. Der mexikanische Tenor Héctor Sandoval verleiht der Titelfigur große Ausstrahlung. Auch für Chéniers Liebe zur Adligen Maddalena di Coigny (präsent: Norma Fantini), die am Ende mit ihm gemeinsam aufs Schafott geht, findet er Zwischentöne. Carlo Gérard, einst bester Freund Chéniers, begehrt Maddalena ebenfalls. Scott Hendricks lässt mit seinem wuchtigen Bassbariton keinen Zweifel daran, dass seine Liebe pathologische Züge trägt, wenn er im dritten Akt auf den Treppenstufen übergriffig wird. Es sind diese abrupten Gefühlsausbrüche, die auch immer wieder von den Wiener Symphonikern unter Ulf Schirmer das Geschehen anheizen. Und wenn der Adel tanzt wie im ersten Akt, ist das aufständische Volk nicht weit.<br />
Um große soziale Unterschiede geht es auch in Judith Weirs „Achterbahn“. Eine Familie erleidet den gesellschaftlichen Abstieg. Die Tochter Tina lernt das Leben von seiner dunklen Seite kennen. Die vom sizilianischen Märchen „Sfortuna“ inspirierte, von der Komponistin selbst geschriebene Geschichte entwickelt im Bregenzer Festspielhaus jedoch wenig Spannung. Das Auftragswerk der Bregenzer Festspiele bezieht keine Stellung. Vieles bleibt im Unklaren, manches stirbt in Schönheit. Das liegt auch an der Musik der schottischen Komponistin, die ohne jede Pause durch den Abend mäandert. Judith Weirs neoromantische Tonsprache schenkt den Protagonisten weit ausgreifende, süßliche Melodien. Die Wiener Symphoniker legen unter der Leitung von Paul Daniel den Klangteppich aus. Auch die aufwändige Inszenierung von Chen Shi-Zheng stirbt im Ästhetizismus (Bühne: Tom Pye). Ab und zu taucht der Countertenor Andrew Watts im seltsamen violetten Anzug auf (Kostüme: Han Feng) und gibt als „Schicksal“ seinen süßen Senf dazu. Warum am Ende Tina in dem wohlhabenden jungen Mann Simon ihr Glück findet, weiß wahrscheinlich nur die Komponistin. Aber vielleicht ist es ja der schöne Gesang von Jacques Imbrailo, der Tina verführt.<br />
Georg Rudige</p>
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		<title>Kinder des Ardenner Waldes</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 13:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ensemble „Harry, hol schon mal den Wagen!“ spielt Shakespeares „Wie es euch gefällt“ In Wirklichkeit könnte der Ardenner Wald wohl nur enttäuschen. Denn in Shakespeares Komödie „Wie es euch gefällt“ ist dieser Landstrich ein großer Abenteuerspielplatz, auf dem Geschlechtergrenzen und Hierarchien aufgehoben scheinen, Löwe und Schlange zuhause sind und den Bäumen Liebesgedichte wachsen. Dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Ensemble „Harry, hol schon mal den Wagen!“ spielt Shakespeares „Wie es euch gefällt“</p>
<div id="attachment_939" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-939" title="SONY DSC" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/08/Shakespeare94-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Das Ensemble &quot;Harry, hol schon mal den Wagen&quot;</p></div>
<p>In Wirklichkeit könnte der Ardenner Wald wohl nur enttäuschen. Denn in Shakespeares Komödie „Wie es euch gefällt“ ist dieser Landstrich ein großer Abenteuerspielplatz, auf dem Geschlechtergrenzen und Hierarchien aufgehoben scheinen, Löwe und Schlange zuhause sind und den Bäumen Liebesgedichte wachsen.<br />
<span id="more-931"></span></p>
<p>Dabei hat alles seinen Grund in menschlichen Schwächen. Oliver missgönnt seinem jüngeren Bruder Orlando den Stand, der ihm eigentlich gebührte und enthält ihm eine adelige Erziehung vor. Nicht grün sind einander auch der Herzog und sein Bruder Friedrich, der die Herrschaft an sich gerissen hat. Fast ein Wunder, dass deren Töchter Rosalinde und Celia einander so nahe sind, dass sie gegenseitig für einander einstehen und die eine der anderen ins Exil in den Ardenner Wald folgt. Selbstredend ist es an der Liebe alles erst noch mehr in Verwirrung zu setzen, um am Ende die schönste Ordnung herzustellen. Doch es braucht, wenn nicht eine Johannisnacht, so eben doch den Wald, die schönere Natur des Menschen hervorzulocken.<br />
Das Ensemble „Harry, hol schon mal den Wagen!“ hat nun Shakespeares wohl bezauberndstes Verwirrspiel „Wie es euch gefällt“ für den Innenhof der Spechtpassage und fünf Schauspielerinnen und Schauspieler eingerichtet. Man spielt auf der kleinen und von allen Requisiten freien Bühne, ein Blatt Papier, auf dem „Schloss“ oder eben „Wald“ steht, kündigt den Ort an. Weniger reduziert gibt sich Barbara Zimmermanns Inszenierung bei den Kostümen. Viel Spitze umsäumen die Ausschnitte, die Röcke von Rosalinde und Celia leuchten rosa und türkis und auch die Kleidung der Männer nimmt sich historisch aus. Alles andere ist Spiel und Sprache. Eine Sprache, die bei den Wortgefechten von Rosalinde (Fabienne Trüssel) und Celia (Rahel Wölfle) derart an Fahrt gewinnt, dass man die beiden jungen Schauspielerinnen fast bremsen möchte. Nicht, dass die beiden – die das eigentliche Zentrum dieser Inszenierung bilden – nicht souverän mit dem Text umgehen würden, doch der Shakespearesche Witz, all die Feinheiten und Doppeldeutigkeiten bräuchten oft ein wenig mehr Ruhe. Auch um den Unsicherheiten dieser Liebe zwischen Rosalinde und Orlando (Julien E. Lickert) mehr Bedeutung einzuräumen, die sich nur einmal wirklich begegnet sind. Allein die unglückliche Liebe des Schäfers Silvius (Björn Zielinski) zur undankbaren Phoebe (Rahel Wölfle) wirft ein anderes Licht auf die Liebe zwischen den beiden Herzogskindern.<br />
Regisseurin Barbara Zimmermann hat sich sichtlich für die Komödie entschieden. Auch dies funktioniert. Nicht zuletzt, da sich vor allem Martin Mayer als sehr facettenreich erweist. Mayer übernimmt so die Rollen des Oliver, des Narren Probsteins und des vertriebenen Herzogs, den er wie Jürgen Drews über Malle herrschen lässt. Und das ist vielleicht nicht das schlechteste Bild für das Wesen von Macht. Ein Fall für Narren oder Verliebte.<br />
Annette Hoffman</p>
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		<title>Wenn die Wände Falten tragen</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 12:00:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Straßburger Oper beeindruckt mit Ambroise Thomas’ „Hamlet“ in der Filature Mulhouse Totgesagte leben länger. Ambroise Thomas’ fünfaktige, 1868 in Paris uraufgeführte Oper „Hamlet“ erscheint nur äußerst selten auf den Spielplänen. Das ist schade, denkt man nach einem großen Opernabend in der Filature Mulhouse. Eigentlich endet Thomas’ Oper mit dem Jubelchor „Vive Hamlet, vive notre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Straßburger Oper beeindruckt mit Ambroise Thomas’ „Hamlet“ in der Filature Mulhouse</p>
<div id="attachment_907" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-907" title="1 HAMLET photo Alain Kaiser 8569" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/07/1-HAMLET-photo-Alain-Kaiser-8569-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /><p class="wp-caption-text">Nicolas Cavallier als König Claudius und Marie-Ange Todorovitch als Hamlets Mutter Gertrude; Foto: Alain Kaiser</p></div>
<p>Totgesagte leben länger. Ambroise Thomas’ fünfaktige, 1868 in Paris uraufgeführte Oper „Hamlet“ erscheint nur äußerst selten auf den Spielplänen. Das ist schade, denkt man nach einem großen Opernabend in der Filature Mulhouse. Eigentlich endet Thomas’ Oper mit dem Jubelchor „Vive Hamlet, vive notre Roi“ (Es lebe Hamlet, unser König). Ein Happy End nach soviel Blutvergießen? Das ist für Regisseur Vincent Boussard undenkbar. Deshalb lässt er in Mulhouse den Abend mit dem Tod Hamlets schließen – und rückt die Oper damit näher an die Vorlage Shakespeares.<br />
<span id="more-906"></span><br />
Die Produktion war letztes Jahr bereits in Marseille zu sehen. Nun erlebt sie an der Opéra national du Rhin eine glanzvolle Wiederaufnahme (szenische Einrichtung: Anneleen Jacobs).<br />
Boussard erzählt die Geschichte vom unglücklichen Königssohn, der den Tod seines Vaters rächt und am Ende alles verliert, ganz unspektakulär, auch wenn der Geist des Vaters im ersten Akt senkrecht die Wand heruntersteigt (Gilles Vandepuits. Mit mächtigem Bass: Vincent Pavesi). Ansonsten kümmert sich der Regisseur um die Figuren, die im subtil beleuchteten Einheitsraum (Licht: Guido Levi) äußerst spannungsvoll zueinander in Beziehung gesetzt werden. Hier in diesem Palast, dessen hohen Wände Falten tragen (Bühne: Vincent Lemaire), wird nach und nach die schreckliche Vorgeschichte aufgedeckt. Es sind kleine Variationen, die Vincent Lemaire diesem Einheitsraum schenkt. Mal wird das zentrale Bild durch einen großen Spiegel ersetzt, mal wird wie im vierten Akt eine Badewanne zentral postiert, in der Ophelia, begleitet von den seidigen Streichern des Orchestre symphonique de Mulhouse, in einem weißen Mädchenkleid (Kostüme: Katia Duflot) einen ganz ästhetischen Suizid begeht. Im fünften Akt schweben diese schweren Wände in der Luft. Und zeigen, dass nichts mehr ist, wie es einmal war.<br />
Neben der stimmungsvollen Inszenierung besticht der Opernabend durch musikalische Qualität. Das Orchestre symphonique de Mulhouse wächst unter der Leitung von Patrick Fournillier über sich hinaus. Bis auf ganz wenige Aussetzer wie den intonatorisch in Klarinette und Celli völlig verunglückten Beginn des vierten Aktes glänzen die Musikerinnen und Musiker mit exquisiten Soli (Saxofon, Posaune, Oboe, Englischhorn), einem luftigen Streicherklang und großer Flexibilität. Auch das mächtige Pathos der Grand Opéra, das mit strahlenden Blechfanfaren bereits in der Ouvertüre anklingt, ist beim Dirigenten in den besten Händen. Fournillier lässt die Musik atmen – und ist immer ganz nah bei den Solisten. In einem hervorragenden Ensemble gebührt Stéphane Degout als Hamlet die Krone. Sein Bariton ist so farbenreich wie geschmeidig. Und auch, wenn es hochdramatisch wird wie bei der packend inszenierten Aussprache mit der Mutter im dritten Akt (mit sattem Mezzo: Marie-Ange Todorovich), hat Degout genügend Reserven, um die emotionalen Ausbrüche in Klang zu setzen. Die Ophelia von Ana Camelia Stefanescu ist fragil, hell und ganz nach innen gekehrt. Selbst in den waghalsigsten, federleicht genommenen Koloraturen hält die rumänische Sopranistin Abstand von jeder Effekthascherei. Nicolas Cavallier ist ein dominanter, bassmächtiger, ganz und gar triebgesteuerter König Claudius, dessen sexuelle Verfallenheit eindrucksvoll sicht- und hörbar wird. Christophe Berry gibt einen ganz hell timbrierten, schlanken Laertes. Und da auch der Chor der Opéra National du Rhin mit Strahlkraft und großer Homogenität erfreut, bleiben an diesem Abend so gut wie keine Wünsche offen.<br />
Georg Rudiger</p>
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