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	<title>Kultur Joker &#187; Theater</title>
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	<description>Freiburger Kultur- und Veranstaltungszeitung</description>
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		<title>Let the good times roll</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 07:58:16 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.kulturjoker.de/?attachment_id=494"><img class="size-full wp-image-494" title="a Platée - photo Alain Kaiser 7" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/04/a-Platée-photo-Alain-Kaiser-7.jpg" alt="Platée (Emiliano Gonzalez Toro) und ihre Freundin Clarine (Céline Scheen) in der Seerose" width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Platée (Emiliano Gonzalez Toro) und ihre Freundin Clarine (Céline Scheen) in der Seerose</p></div>
<p>„So prächtig auch die Musik gelungen sein mag, hat man doch Mühe, die Langeweile und Banalität des Textes zu ertragen“, urteilte der Schriftsteller <strong>Charles Collé</strong> 1750 über die fünf Jahre zuvor uraufgeführte Ballettkomödie („Ballet-bouffon“) von Jean-Philippe Rameau. Die Geschichte um <strong>Jupiter </strong>und seine zickende <strong>Gattin Juno</strong> wirkt besonders unter dem heutigen Blickwinkel reichlich konstruiert. Um ihre Eifersucht endgültig zu kurieren, entschließen sich König Cithéron und Merkur, eine Scheinhochzeit Jupiters mit der hässlichen Froschnymphe Platée zu arrangieren. Kurz vor dem Vollzug der Trauung rauscht die keifernde Juno heran, lüpft Platées Schleier und bricht in schallendes Gelächter aus. Das Paar hat seine Ehekrise überwunden, <strong>Platée</strong> verzieht sich fluchend wieder in ihren Sumpf.</p>
<p><span id="more-475"></span><br />
An der <strong>Straßburger Oper</strong> ist Rameaus „Platée“ keine Sekunde langweilig. Die <strong>Regisseurin Mariame Clément </strong>und ihre<strong> Ausstatterin Julia Hansen</strong> verlegen die Geschichte ins Amerika der 1950-er Jahre. Im Prolog wird ein Bett herausgeklappt, aus dem ein sichtlich genervtes Paar entsteigt. Schnell zieht man sich an, mit ein paar Handgriffen wird eine Resopal-Küche aus der Wand ausgerollt. Der Mann (großartig als schmieriger, Zigarre rauchender Jupiter: François Lis) schmeißt sich noch schnell ein paar Cornflakes rein, die Frau (mit guter Miene zum bösen Spiel: Judith Van Wanroij als Juno) darf schon mal die Wohnung saugen. Dann klingelt es an der Tür und Partygäste fallen ein. Zu den barocken Tänzen, die das Barockensemble „Les Talens Lyriques“ unter der Leitung von Christophe Rousset im Orchestergraben zunächst zu zurückhaltend spielt, wird <strong>Rock ’n’ Roll</strong> getanzt. L’Amour (schwerelos: Céline Scheen) betört als Marilyn Monroe im weißen Cocktailkleid.<br />
Die humorvolle Leichtigkeit, mit der Cléments Inszenierung beginnt, behält diese „Platée“ den ganzen Abend. In der technikgläubigen Welt des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg läuft alles wie am Schnürchen. Man ist stets gut gelaunt, achtet auf perfektes Aussehen und eine gewienerte Küche, vertraut auf die klare Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. In diese geschlossene, heile Welt tritt nun Platée, die von der Gesellschaft Verstoßene, der Julia Hansen neben einer Froschmütze auch blanke Brüste und einen dicken Bauch aufs Kostüm modelliert hat. Und wie das passiert, ist ein weiterer Geniestreich der Regie.<br />
Das Aquarium, das im Prolog noch einen optischen Akzent in der glatten Wohnung des Götterpaares gesetzt hatte, erscheint nun im ersten Akt im vergrößerten Maßstab. Drinnen sitzen Platée (zum Brüllen komisch, mit wandlungsfähigem Tenor: <strong>Emiliano Gonzalez Toro</strong>) und ihre Freundin Clarine (auch hier: <strong>Céline Scheen</strong>) zwischen den riesigen Seerosenblättern. Citherón (leider etwas schwachbrüstig und intonationsgetrübt:  Evgueniy  Alexiev) lümmelt mit Strippenzieher Mercure (mit berührendem, fragilem Tenor: Cyril Auvity) vor dem kleinen Aquarium am Bühnenrand, bis dieser seine rote Krawatte ins Wasser baumeln lässt. Ein riesenhaftes Pendant dazu schwebt gleichzeitig von der Decke herunter und zieht Platée aus dem Sumpf.<br />
Auch wenn sie sich noch so sehr an die Mode und Gepflogenheiten dieser Welt anpasst – Platée bleibt die Außenseiterin. Ihr langer grüner Schwanz ist das für jeden erkennbare Zeichen ihrer anderen Herkunft. Aber Cléments kluge, an Ideen überreiche Interpretation hebt nicht den moralischen Zeigefinger. Die vielen eingebauten Ballette, die die Handlung eigentlich bremsen, integriert die Regisseurin wie selbstverständlich in die Geschichte  (<strong>Choreographie:  Joshua Monten</strong>) – und gibt dem Affen Zucker. Ob als <strong>Indianer und Cowboys im amerikanischen Fernsehen, Nymphen mit Badehaube oder Kunden im Fast-Food-Restaurant</strong> – immer entstehen die kreativen Tänze des Straßburger Balletts aus der Situation heraus. Platée stiefelt schließlich als <strong>Miss Piggy</strong> zur vermeintlichen Hochzeit, nicht ohne zuvor mit einem beherzten Tritt gegen den Frontkühler Jupiters Chevi zu schrotten. Das Verrückte, dem Rameau mit der Figur La Folie (nicht immer ganz koloraturensicher: Salomé Haller) ein Gesicht gegeben hat, ist das Normale. Es braucht nur den Blick von außen, um es zu entlarven. Am Ende ist Platée die Verlassene. Sie tut einem richtig leid, wie sie sich in ihrem pinkfarbenen Kostüm, von allen verlacht, an ihrer Handtasche festhält. Jupiter und Juno dagegen landen im Ehebett – bis zur nächsten Krise.</p>
<p><em>Artikel von: Georg Rudiger</em></p>
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		<title>Blue Man Group im Theater 11 in Zürich</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 13:20:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zürich zeigte sich von der schönsten Seite, als die Blue Man Group im Dezember in der Innenstadt auf Entdeckungstour ging. Die drei kahlköpfigen, blauen Gestalten waren neugierig auf ihren zukünftigen Gastort und erkundeten diesen deshalb bereits vor dem offiziellen Show-Start am 17. Januar 2010. Sprechen tun sie nicht, ihre Mimik ist jedoch so prägnant, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_465" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-465" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/01/blue-man-group.jpg" alt="Spektakuläre Show im Theater 11 in Zürich" width="500" height="298" /><p class="wp-caption-text">Spektakuläre Show im Theater 11 in Zürich</p></div>
<p>Zürich zeigte sich von der schönsten Seite, als die<strong> Blue Man Group</strong> im Dezember in der Innenstadt auf Entdeckungstour ging. Die drei kahlköpfigen, blauen Gestalten waren neugierig auf ihren zukünftigen Gastort und erkundeten diesen deshalb bereits vor dem offiziellen Show-Start am 17. Januar 2010. Sprechen tun sie nicht, ihre Mimik ist jedoch so prägnant, dass sie jeder versteht&#8230;</p>
<p><span id="more-464"></span><br />
Fasziniert zeigten sich die blauköpfigen Besucher von den Passanten in der Bahnhofstraße, aber ebenso von Tinguelys Skulptur „Heureka“ am Zürichhorn. Schließlich erklommen sie den Karlsturm des Großmünsters, um den herrlichen Überblick über die Limmatstadt zu genießen.</p>
<p><strong>Eine einzigartige Show-Vision mit packenden, modernen Rhythmen:</strong> Die Blue Man Group zeigt eine der ungewöhnlichsten und erfolgreichsten Bühnenshows, die weltweit bereits über 17 Millionen Besucher zählte. Ab 17. Januar sind<strong> „die drei Blauen“</strong> nun das erste Mal in Zürich im Theater 11 zu sehen. Die Blue Man Group entführt das Publikum auf eine Reise, die gleichzeitig komisch, intelligent und optisch überwältigend ist. Die Musik ist einzigartig: Alle verwendeten Instrumente und Lichteffekte wurden eigens für diese Show entwickelt und kreieren somit den unverwechselbaren Blue Man Sound. Die Blue Man Group lässt sich<strong> nicht</strong> kategorisieren – Rockmusik, Comedy, Kunst und Wissenschaft kommen gleichermaßen zum Zug. Die Blue Man Group lässt sich schwer mit Worten beschreiben – man muss sie einfach selber erlebt haben!</p>
<p><strong>Vorstellungen der Blue Man Group: </strong><br />
17. Januar bis 28. März<br />
Theater 11, Zürich<br />
Di-Sa, jeweils 19.30 Uhr<br />
So 18.30 Uhr<br />
Sa auch 16.30 Uhr<br />
So auch 15.30 Uhr.<br />
Infos:<a href="http://www.musical.ch" target="_blank"> www.musical.ch</a></p>
<blockquote><p><strong>Aufgepasst:</strong> Wir verlosen für die Preview am 16. Januar, 19.30 Uhr, 2 x 2 Karten.<br />
Schicken Sie uns<strong> bis zum 10. Januar</strong> eine Mail mit dem<strong> Stichwort „Blue Man Group“</strong> an <a href="mailto:redaktion@kulturjoker.de">redaktion@kulturjoker.de</a> und geben Sie Ihre Telefonnummer zur Benachrichtigung an.</p></blockquote>
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		<title>TOSCA: Verloren in der Diktatur</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 13:01:46 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es war die erste Freiburger Opernpremiere, die von der Exzellenzinitiative des Freiburger Theaters unterstützt wurde. Nach einem packenden, sinnlichen, szenisch ambitionierten und musikalisch herausragenden Abends lässt sich sagen: Die von der Stadt Freiburg zusätzlich unterstützte finanzielle Aufstockung des Budgets durch einige Stifter, die dem Freiburger Musiktheater zu überregionaler Ausstrahlung verhelfen soll, hat zu einem beeindruckenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_460" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-460" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/01/tosca-freiburg.jpg" alt="Das Theater Freiburg brilliert mit Puccinis Tosca" width="500" height="281" /><p class="wp-caption-text">Das Theater Freiburg brilliert mit Puccinis Tosca</p></div>
<p>Es war die erste Freiburger Opernpremiere, die von der<strong> Exzellenzinitiative des Freiburger Theaters</strong> unterstützt wurde. Nach einem packenden, sinnlichen, szenisch ambitionierten und musikalisch herausragenden Abends lässt sich sagen: Die von der Stadt Freiburg zusätzlich unterstützte finanzielle Aufstockung des Budgets durch einige Stifter, die dem Freiburger Musiktheater zu überregionaler Ausstrahlung verhelfen soll, hat zu einem beeindruckenden künstlerischen Ergebnis beigetragen&#8230;</p>
<p><span id="more-459"></span><br />
<strong>„Tosca“ ist ein Krimi.</strong> Puccinis im Jahr 1900 komponierte Dreiecksgeschichte um Liebe, Macht und Eifersucht spitzt sich immer weiter zu, ehe am Ende alle drei Protagonisten tot sind. Der Freiburger Hausregisseur Jarg Pataki, der bereits zu Beginn der Spielzeit am Freiburger Theater die „Buddenbrooks“ beeindruckend in Szene gesetzt hat, interessiert sich in seiner „Tosca“-Inszenierung für das gesellschaftliche System, das diese Figuren erst an ihre Abgründe bringt. Pataki verlegt die Geschichte vom Rom des Jahres 1800 in die chilenische Militärdiktatur der 1970-er Jahre. Hier wie dort spielte die Kirche ein unglückliche Rolle, hier wie dort wurde mit großer Härte ein Polizeistaat eingerichtet, der jede liberale Bewegung im Keim ersticken sollte.</p>
<p>Zum ersten Mal stockt einem im Freiburger Theater der Atem, wenn<strong> Scarpia</strong> (mit bedrohlichem, dunklen Bariton: Peteris Eglitis) mit seinen Schergen den weißen, mit einem bunten Glasfenster angedeuteten Kirchenraum (Bühne: Anna Börnsen) betritt und den Mesner (eindrucksvoll: Jin Seok Lee) verhört. Mit weißen Handschuhen streicht er ihm über den Kopf, als dieser vor Angst kaum sprechen kann. Dieser Scarpia macht sich nicht die Finger schmutzig – die Drecksarbeit erledigen andere wie Spoletta (präsent wie immer: Roberto Gionfriddo) für ihn.</p>
<p><strong>Im zweiten Akt wird die Kirche zur Folterzelle.</strong> Weiß wird zu Schwarz, die farbige Rosette ist nun ein Belüftungsschacht. Durch die offenen Schlitze kann man von Zeit zu Zeit einen Blick auf die feine Gesellschaft werfen, die sich Walzer tanzend vergnügt. In diesem beängstigenden Bunker trifft der mit einer weißen Uniform (Kostüme: Sandra Münchow) gekleidete Polizeichef Scarpia auf die von ihm begehrte Tosca, die im Laufe des Abends vom Mädchen zur Mörderin wird (überragend nicht nur bei ihrer Arie „Vissi d’arte“: Rossella Ragatzu). Im Hintergrund wird Toscas Liebhaber Cavaradossi (kernig, aber mit Schwächen in der Höhe: Germán Vilar) gefoltert;<strong> seine Schreie gehen durch Mark und Bein</strong>. Jarg Pataki bringt die beklemmende Szene mit größter Präzision auf die Bühne. Er zoomed die Figuren heran – den geilen, gewalttätigen, machtbesessenen Scarpia und die immer verzweifelnder, aber auch selbstbewusster werdende Tosca. Die Spannung steigt, unterstützt vom punktgenau arbeitenden Philharmonischen Orchester Freiburg unter Generalmusikdirektor Fabrice Bollon, bis ins Unerträgliche, ehe Tosca einen Dolch aus ihrem Haarschmuck zieht und ihren Peiniger ersticht.</p>
<p>Dem musikalisch geschilderten Erwachen Roms zu Beginn des dritten Aktes entzieht <strong>Jarg Pataki</strong> jede Romantik, indem er den Hirtenknaben (Ole Gärtner) zwischen Leichenbergen herumstapfen lässt. Den dramatischen Höhepunkt setzt das Philharmonische Orchester Freiburg an diesem großen Musiktheaterabend ganz zum Schluss, wenn das Leitthema nach Toscas Suizid, der in Freiburg eine Exekution ist, im schweren Blech im Fortissimo wiederkehrt. Lange hat Bollon die gewaltige Kraft dieses Klangkörpers gezügelt. Jetzt lässt er sie los. Das Thema, das ganz zart Cavaradossis Arie<strong> „E lucevan le stelle“</strong> einleitete, wird, im Blech geschärft und mit massivem Schlagzeug unterfüttert, zur Anklage eines Regimes.</p>
<p><strong>Weitere Vorstellungen:<br />
10.1. um 19.30 Uhr<br />
24.1. um 15 Uhr<br />
31.1. um 19.30 Uhr<br />
13./27.2., 19./26.3., jew. um 19.30 Uhr</strong></p>
<p><strong>Theater Freiburg</strong></p>
<p><em>Artikel von: Georg Rudiger</em></p>
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		<title>Voralpen- und andere Helden</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 12:22:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein angeschnittenes Testbild steht dem neuen Saisonprogramm des Theater Basel voran. So als ob Theater in der Sendepause des Fernsehens stattfände. Entworfen wurde das neue Programmheft von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz. Eine durchaus programmatische Kooperation, schließlich will Georges Delnon der jungen Generation in der Saison 2009/10 angesichts der gesellschaftlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_434" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img class="size-full wp-image-434" title="Das Theater Basel in der Spielzeit 2009/10" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/09/aswanlake009_q_web.jpg" alt="Das Theater Basel in der Spielzeit 2009/10" width="450" height="300" /><p class="wp-caption-text">Schwanensee - Das Theater Basel in der Spielzeit 2009/10</p></div>
<p style="text-align: left;">Ein angeschnittenes Testbild steht dem neuen Saisonprogramm des Theater Basel voran. So als ob Theater in der Sendepause des Fernsehens stattfände. Entworfen wurde das neue Programmheft von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz. Eine durchaus programmatische Kooperation, schließlich will Georges Delnon der jungen Generation in der Saison 2009/10 angesichts der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche Stimme und Raum im Basler Theater geben: „Großzügig. Ihnen die Chance einräumen, es besser zu machen oder treffender gesagt, anders zu scheitern“, soweit seine Begrüßungsworte.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-432"></span></p>
<p style="text-align: left;">In der Oper jedoch, auf der Delnons eigentliches Augenmerk liegt, war wohl kein Raum. Viele alte Meister werden an dieser Spielzeit mitwirken. So wird Wolfgang Rihms Musiktheater „Drei Frauen“ zu sehen sein, bei dem der Basler Intendant selbst Regie führen wird. Auch wenn der (Arbeits)Titel ein wenig in die Irre führt, Rihms „Drei Frauen“ gehen nicht auf Robert Musil zurück, der Komponist hat vielmehr Szenen aus Werken von Nietzsche, Botho Strauss und Heinrich von Kleist zusammengeführt, die das weibliche Opfer in den Mittelpunkt stellen. Um dieses geht es auch in Giacomo Puccinis Tragödie „Madame Butterfly“. Mit der Inszenierung der 1970 geborenen Jetske Mijnssen wird das Theater Basel auch in die neue Saison starten. „La Grande-Duchesse de Gérolstein“ kreist zwar auch um die Tragik einer verlassenen Frau, doch ironisiert es das Thema und zeigt zugleich eine Phase des gesellschaftlichen Übergangs. Christoph Marthaler kehrt an das Theater Basel zurück, um Offenbachs Operette zu inszenieren. Tatsächlich gibt es eine Art Marthaler-Schwerpunkt in dieser Saison, wird er doch auch „Wüstenbuch“ nach einem Libretto von Beat Furrer und Händl Klaus einrichten und auch im Schauspiel ist er präsent, wenn auch nur in der Musik in Nikola Weisses Weihnachtsfarce „Der Messias“, die 1988 in Basel uraufgeführt wurde.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Ein Wiedersehen wird es auch mit der Ästhetik von Calixto Bieito geben, der nach Alan Bergs „Lulu“ in der kommenden Spielzeit „Aus einem Totenhaus“ von Leos Janacek auf die Große Bühne bringen wird. Leichtere Kost versprechen die Regiearbeiten von Tom Ryser, dessen bisherige Inszenierungen „Hair“ und „Sekretärinnen“ wiederaufgenommen werden, sein neuester Liederabend feiert ein untergegangenes Basel, in dem aber noch gesungen und getanzt wird. So schlimm kann es also nicht werden. Ein Musiktheaterprojekt mit dem Opernstudio OperAvenir wird von Jurate Vansk inszeniert, während Elmar Goerden, Intendant von Bochum, Mozarts „Le Nozze di Figaro“ und Jan Bosse das mythologische Verwirrspiel „La Calisto“ einrichten werden. Seine Inszenierung des „L’Orfeo“ wird ebenfalls eine Wiederaufnahme erleben. Musikalisch bildet die konzertante Aufführung von Verdis „Messa da Requiem“ den Abschluss der Saison.</p>
<p style="text-align: left;">Das Schauspiel befasst sich unter dem Stichwort der „splendid isolation“ mit der Schweiz als Utopie. Doch allzu national wird das Thema nicht aufgegriffen. So wird Schauspieldirektor Elias Perrig Tracy Letts klaustrophobisches Drama „Eine Familie“ inszenieren, das wohl auch als Zustandsbeschreibung der USA verstanden werden kann und Margareth Obexer greift in „Das Geisterschiff“ das Unglück von 300 afrikanischen Flüchtlingen auf, die 1996 vor Sizilien kenterten. Ein Stoff für ein antikes Drama wie die „Herakles-Trilogie“ von Armin Petras nach Euripides und Sophokles.</p>
<p style="text-align: left;">Neben Marcel Luxingers Voralpen-Heldenstoff „Tell the truth“ sowie dem Liederabend von Peter Licht „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends“ und der skandinavischen Misanthropie nach Matias Faldbakkens „Final Girl“ steht aber auch viel klassischer Theaterstoff auf dem Spielplan. Etwa Ionescos „Die kahle Sängerin“, die vom ehemaligen Leiter des Theater Basel Werner Düggelin inszeniert wird und Schillers „Räuber“ sowie Shakespeares „Richard III“, bei dem Michael Simon Regie führt. Als Schweizer Erstaufführung wird die Interpretation Alexander Nerlichs von Robert Woelfls „Jekyll und Hyde“ auf der Kleinen Bühne zu sehen sein und auch Dennis Kellys „DNA“ – Elias Perrig wird es mit Jugendlichen und dem Ensemble einstudieren – wurde bislang noch nicht in der Schweiz gespielt. „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ verspricht die Regiearbeit von Corinna von Rad nach einem Roman von Christian Kracht. Als Weihnachtsmärchen gibt man in Basel Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“, was Marguerite Duras und Yann Andrea Steiner, die im Mittelpunkt von „Falsche Namen“ stehen, ganz gewiss nicht haben. Für das Frühjahr ist eine Stadtraumintervention mit Hofmann &amp; Lindholm geplant.<br />
In die Stadt hat sich auch Richard Wherlock mit dem Abend „Milk and Honey“ aufgemacht, an dem der Basler Jazzmusiker George Gruntz und die Sängerin Erika Stucky beteiligt sind. Große Stoffe greift der Leiter des Balletts Basel mit „Carmen“ und seiner Choreografie „Swan Lake“ auf, die bereits in der letzten Saison zu sehen war. Die neue Tanz-Spielzeit eröffnet jedoch der Abend „Crescendi“, der aus drei verschiedenen Stücken besteht, die Richard Wherlock, Johan Inger und Rami Be’er choreografiert haben.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Beginn der Spielzeit: 10. September.<br />
<a href="http://www.theater-basel.ch" target="_blank">Infos: www.theater-basel.ch</a><br />
<em></em></p>
<p style="text-align: left;"><em>Annette Hoffmann</em></p>
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		<title>&#8220;Sagt Lila&#8221; &#8211; Die Liebe im Schattenhain</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 08:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist eine Gegend, in der man vor herabfallenden Kühlschränken acht geben sollte. Die Blöcke F, H und X bilden zwar eine Gerade, aber Fortschritt muss man darin nicht erkennen. Eher Stagnation, da kann es schon mal passieren, dass sich einer der Bewohner mit dem Herabstoßen eines Kühlschranks ein bisschen Bewegung verschaffen will. Es empfiehlt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_298" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-298" title="Sagt Lila" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/sagt-lila.jpg" alt="'Sagt Lila' von Chimo auf der Kammerbühne des Theater Freiburg" width="500" height="198" /><p class="wp-caption-text">&#39;Sagt Lila&#39; von Chimo auf der Kammerbühne des Theater Freiburg</p></div>
<p>Es ist eine Gegend, in der man vor <strong>herabfallenden Kühlschränken</strong> acht geben sollte. Die Blöcke F, H und X bilden zwar eine Gerade, aber Fortschritt muss man darin nicht erkennen. Eher Stagnation, da kann es schon mal passieren, dass sich einer der Bewohner mit dem Herabstoßen eines Kühlschranks ein bisschen Bewegung verschaffen will. Es empfiehlt sich, einen Sicherheitsabstand zu den Häuserwänden einzuhalten. Die übrigen Bewohner von Paris tun dies sowieso &#8211; weiträumig.<span id="more-297"></span></p>
<p>Schlicht<strong> „Sagt Lila“</strong> heißt der Roman eines gewissen Chimo, der Grundlage für Luzius Heydrichs Inszenierung in der Kammerbühne des Theater Freiburg ist. Der Text kam auf dem ungewöhnlichen Weg einer Vermittlung durch einen Rechtsanwalt Mitte der 90er Jahre an den Verlag. Der Autor selbst will anonym bleiben und gibt seiner Geschichte doch die größte denkbare Authentizität. Sie erzählt von einer ersten Liebe in der französischen Banlieue. Ob sie wirklich biografisch ist, wird man anzweifeln dürfen, zu gebaut und eindeutig zu literarisch wirkt „Sagt Lila“. Genau dies macht die Qualität dieses Textes aus.</p>
<p>Im Theater Freiburg findet diese Liebe im Schattenhain eines Turms aus Plastikboxen statt, ein bisschen Grün kränkelt angegraut vor sich hin (Bühne: Birgit Holzwarth). „Sagt Lila“ lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Das kann man pornografisch nennen, dann übersieht man jedoch, dass hier zwei Jugendliche auf der Suche nach einer Sprache füreinander sind. Und die Zeichen stehen schlecht. Chimo (Konrad Singer) beklagt die Verwahrlosung im Viertel, das nur ein <strong>„Fick dich, Opa“</strong> oder „Opfer“ kennt. Er selbst flüchtet sich aus der Hochhaussiedlung auf ein Baustellengelände, auf dem er sich mitten im Gras eine Schreibklause einrichtet. Lila (Elisabeth Hoppe), die zu Beginn von Heydrichs Inszenierung in Spitzenleggings und Tanzröckchen auf dem Turm balanciert, macht deutliche Angaben. <strong>„Willst Du meine Möse sehen?“</strong> – soviel Verheißung verschlägt Chimo erst einmal die Sprache. Und dennoch ist „Sagt Lila“ auf eine fast altmodische Art eine romantische, scheue Liebesgeschichte und Chimo ihr Erzähler, also alles andere als sprachlos. Er schreibt und erzählt, anstatt zu handeln, in diesem Fall zu retten. Es ist nicht das erste Mal, dass so Literatur entsteht.</p>
<p>Regisseur Luzius Heydrich lässt seinen beiden Darstellern Raum. Immer wieder brechen sie die Intimität der Kammerbühne auf und drängen mit der Wucht der Jugend ins Publikum. Zueinander findet das Paar so nicht. Konrad Singers Chimo macht Fußballkunststücke ohne Ball, wenn er reden müsste und ist doch im Monolog noch gestisch und dialogisch.<strong> Elisabeth Hoppe verleiht der Figur der Lila ein unschuldiges Mädchengesicht</strong>, das man im 19. Jahrhundert madonnenhaft genannt hätte und zugleich eine sexuelle Zügellosigkeit. Keine Frage, sowohl Chimos Sensibilität als auch Lilas Tabulosigkeit sind Projektionen. Die Geschichte, die Regisseur Heydrich mit den beiden intensiv aufspielenden Darstellern erzählt, berührt dennoch, ohne dass ein sozial affiner Voyeurismus bedient werden würde. Am Ende erfüllt sich Lilas Vorstellung vom Geschenk, das sie dem machen wollte, den sie liebt, aufs Falscheste. Ein starker Abend.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>Weitere Vorstellungen:</strong><br />
6./22. und 29. März in der Kammerbühne</p></blockquote>
<p><em>Annette Hoffmann</em></p>
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		<title>Nackt und bloß</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 08:47:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Kamerateams schon vor der Premiere im Foyer filmen und in der Pause Zuschauer interviewt werden, dann liegt ein Skandal in der Luft. Der katalanische Regisseur Calixto Bieito, der in seinen Inszenierungen Sex und Gewalt ungeschönt auf die Bühne bringt (am Freiburger Theater wird der Katalane am 9. Mai „La vida breve“ inszenieren), hat sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_231" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-231" title="Lulu" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/lulu.jpg" alt="Calixto Bieito inszeniert eine beklemmende Lulu am Theater Basel" width="500" height="198" /><p class="wp-caption-text">Calixto Bieito inszeniert eine beklemmende Lulu am Theater Basel</p></div>
<p>Wenn Kamerateams schon vor der Premiere im Foyer filmen und in der Pause Zuschauer interviewt werden, dann liegt ein <strong>Skandal</strong> in der Luft. Der katalanische Regisseur Calixto Bieito, der in seinen Inszenierungen <strong>Sex und Gewalt</strong> ungeschönt auf die Bühne bringt (am Freiburger Theater wird der Katalane am 9. Mai „La vida breve“ inszenieren), hat sich am Theater Basel mit dem Sex-and-Crime-Stück der Operngeschichte auseinandergesetzt: Alban Bergs „Lulu“.<span id="more-230"></span><br />
Die Geschichte vom Aufstieg und Fall einer Frau, von der <strong>„Allzerstörerin“</strong>, die „von allen zerstört ward“ (Frank Wedekind) ist nach wie vor ein Schocker, der sexuelle Obsessio­nen mit eruptiven Gewaltausbrüchen verbindet. Im Prolog präsentiert der Tierbändiger (zynisch: Andrew Murphy) schon einmal die Protagonisten als Tiere: das Bestiarium ist eröffnet. Immer wieder lässt Calixto Bieito diesen Tierbändiger auftreten. Mit einer Tüte Popcorn, die er auch dem Publikum anbietet, kommt er gelegentlich vorbei und schaut, wie sich seine menschlichen Bestien gegenseitig quälen. Das Blut auf der Bühne hinterlässt auch bei ihm Spuren. Er aber kaut weiter Popcorn. Gewalt als Unterhaltung, Sex als reine Triebbefriedigung – wieder einmal hält Bieito der voyeuristischen, verrohten Gesellschaft den Spiegel vor. Und die Kameras halten drauf.</p>
<p><strong>Von Beginn an zieht diese „Lulu“ in Bann. </strong>Marisol Montalvo spielt und singt sie mal mit Intensität, dann wieder betont distanziert, fast gelangweilt. Stimmlich bewegt sie sich leicht und lyrisch durch den exzessiven Abend. Ihre Textverständlichkeit ist suboptimal, was aber nicht sehr ins Gewicht fällt. Dafür entfaltet Montalvo vor allem körperlich eine solche Präsenz, dass einem der Atem stockt. Im ersten Akt präsentiert sich Lulu in Dessous (Kostüme: Ingo Krügler). Ein Fotoshooting ist angesetzt, die Frau wird zum Star gemacht. Der Maler (sängerisch wie darstellerisch präsent: Rolf Romei) ist hier Fotograf. Die Bühne ist wie meist in Bieitos Inszenierungen eine Art Installation, in der die Beziehungen zwischen den Menschen bloßgelegt werden – kein Dekor lenkt ab.</p>
<p>Die fünf quer laufenden Stahlträger (Bühnenbild: Alfons Flores) erinnern an Bieitos Basler <strong>„Don Carlos“</strong>. Im zweiten Akt senken sich riesige Poster von der Bühnendecke, die Lulu nackt und zum Teil gefesselt in verschiedenen Posen zeigen. Selbst in ihrem eigenen Haus ist Lulu den geilen Blicken der Betrachter ausgeliefert. Und wenn Marisol Montalvo ganz am Ende ihre Hüllen fallen lässt und ganz nackt und verletzlich vor dem Publikum steht, um es noch ein letztes Mal auf Müllsäcken mit ihrem Mörder Jack the Ripper/Dr. Schön (beängstigend intensiv: Claudio Otelli) zu treiben, dann blickt man tief in die Seele dieser Frau. Tanja Ariane Baumgartner gibt die lesbische Gräfin Geschwitz als Frau ohne jeden Stolz, die sich für ihre geliebte Lulu demütigen lässt. In ihren vollen Mezzotönen spürt man das Leid dieser Liebenden. Auch Karlheinz-Heinz Brandt als geriatrischer Prinz, Erin Caves (Alwa) und Aurea Marston (Gymnasiast) erfüllen das hohe Niveau des Abends. <strong>Calixto Bieitos Inszenierung ist erschütternd und beklemmend, sensibel und radikal, klug und expressiv.</strong> Und da auch das Sinfonische Orchester Basel unter der Leitung von Gabriel Feltz an diesem Abend immer auf der Höhe des Dramas ist, wird diese „Lulu“ zu einem packenden, hochemotionalen Musiktheaterabend.</p>
<blockquote><p><strong>Weitere Vorstellungen: </strong><br />
9./15.3., 4./7.4., 4./7./10./16./23./30.5., 16.6.<br />
Karten: <a href="http://www.thea­ter-basel.ch" target="_blank">www.thea­ter-basel.ch</a> und Tel. unter 0041/ 61/2951133</p></blockquote>
<p><em><br />
Georg Rudiger</em><br />
<hr size="1" noshade>
<p style="text-align: center;"><strong>Durch die Nacht mit Calixto Bieito und Michel Houellebecq</strong><br />
<p><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/230/theater-basel-lul"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
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		<title>Shoo Shoo Ladies: Perfekte Bühnenshow</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 08:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir befinden uns in Las Vegas in den 40er Jahren: Drei hüpfende, singende und von keinem Schicksalsschlag zu erschütternde Damen, die „Shoo Shoo Ladies“, sind gerade aus dem Knast von Sing- Sing entlassen worden. Nach einer aufregenden Wüstenwanderung finden sich die Gestrandeten im berüchtigten Pink Flamingo Hotel als Animierpüppchen wieder. Und hier fangen die Verwicklungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir befinden uns in Las Vegas in den 40er Jahren: Drei hüpfende, singende und von keinem Schicksalsschlag zu erschütternde Damen, die <strong>„Shoo Shoo Ladies“</strong>, sind gerade aus dem Knast von Sing- Sing entlassen worden. Nach einer aufregenden Wüstenwanderung finden sich die Gestrandeten im berüchtigten Pink Flamingo Hotel als Animierpüppchen wieder. Und hier fangen die Verwicklungen überhaupt erst an: Denn das Pink Flamingo gehört einem altbekannten Gangster und die dort veranstalteten Glücksspiele dienen nicht allein der Unterhaltung, sondern vielmehr der Geldwäsche. Doch die frechen Damen sind Komplikationen bereits aus früheren Erlebnissen gewohnt.<span id="more-224"></span></p>
<p>In ihrem ersten Showprogramm vor einem Jahr war der Anfang gleich eine Beerdigung: Ihr schurkischer Lover, der Gangster Jack Farrell, war ermordet worden und so beschloss man mit frechen Songs und waghalsigen Choreographien aus dem gemeinsamen Tränenmeer einen Dollarsegen zu machen. Ausgerechnet diesem Jack Farrell begegnen die Ladies jetzt in Vegas wieder und abermals ist er der Grund für herrlich sentimentale, humorvolle und frivole Songs. Dabei gehört die swingende Damenformation zum Besten, was Freiburg in letzter Zeit auf dem Gebiet der musikalischen Kleinkunst hervorgebracht hat. Die drei ausgebildeten Sängerinnen, Stefanie Verkerk, Tanja Bertsch und Juliane Hollerbach, begeistern das Publikum im Studio im E- Werk jedenfalls auch dieses Mal wieder mit einem wahren Feuerwerk an komischen Einfällen und absurden Choreographien. Und die Verbindung von 40er Jahre Atmosphäre, schräger Kostümierung, Comedy und Swingmusik funktioniert einfach makellos. Der Funke springt bereits bei den ersten Songs über und am Ende sind die Zuschauer kaum mehr auf den Sitzen zu halten.</p>
<div id="attachment_228" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-228" title="Shoo Shoo Ladies" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/shoo-shoo-ladies.jpg" alt="The Shoo Shoo Ladies and a Pink Flamingo im E-Werk" width="500" height="746" /><p class="wp-caption-text">The Shoo Shoo Ladies and a Pink Flamingo im E-Werk</p></div>
<p>Und die Freiburger Schwestern der legendären „Andrew Sisters“, unterstützt von ihrer hervorragenden Begleitband, den „Buzz Buzz Boys“, fahren auch einiges zur Unterhaltung ihres Publikums auf: Da geht es gleich zu Beginn in der Garderobe der Damen in Vegas heiß zur Sache: Dort erklingt a-cappella, solo oder mit Band der eigens komponierte „Jack Farrell Blues“, Cole Porters „What is this thing called Love?“ oder der Billie Holiday Klassiker „Am I Blue“. Verbunden durch herrlich alberne Anmoderationen, für die Schlagzeuger Marco Honerkamp den geschniegelten Vegas-Conferencier gibt, folgt dann ein Ohrwurm auf den nächsten. Dabei gleichen die „Ladies“ Lücken im Dreiergespann – eine von ihnen türmt grundsätzlich in einer Nacht- und Nebelaktion zum wiederauferstandenen Jack nach Harlem – mit schrägen Einfällen aus. Überhaupt besteht der Charme des Trios in der perfekten Imitation des Zeitkolorits und seiner gleichzeitigen Parodie. Am Höhepunkt des unterhaltsamen Abends steht ein verrücktes Bingoturnier, bei dem einer Glücksfee aus dem Publikum besondere Bedeutung zukommt. Und am Ende beschließen die drei „Ladies“ unabhängig voneinander mit Mafiageldern und Jack Farrell unter dem Arm aus der Lasterhöhle zu türmen. Doch bereits am Taxistand trifft man sich wieder. Nur von Jack abermals  weit und breit keine Spur. Man kann sich also sicher sein: die Geschichte geht weiter.</p>
<blockquote><p>Weitere Vorstellungen:<br />
6./7./ 13./14./20./21./27./28. März und 3./4. April<br />
Studio im E-Werk | &gt;<a href="http://www.ewerk-freiburg.de/" target="_blank"> Internetpräsenz E-Werk Freiburg</a></p></blockquote>
<p><em>Manuel Kreitmeier</em></p>
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		<title>Der Mann am Klavier</title>
		<link>http://www.kulturjoker.de/index.php/147/der-mann-am-klavier</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 16:34:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Eugen Onegin]]></category>
		<category><![CDATA[Kazuko Watanabe]]></category>
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		<category><![CDATA[Marc Soustrot]]></category>
		<category><![CDATA[Staatsorchester Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Tschaikowski]]></category>
		<category><![CDATA[Waltraud Lehner]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Staatsorchester Stuttgart bestreikt die Premiere von „Eugen Onegin“
Wenn der Pianist nach einer Opernpremiere den größten Beifall erhält, dann muss etwas Besonderes vorgefallen sein. Eine Stunde vor Premierenbeginn hatte Korrepetitor Thilo Lange erfahren, dass er wegen des kurzfristig anberaumten Orchesterstreiks den „Eugen Onegin“ an der Stuttgarter Staatsoper vom Klavier aus zum Leben erwecken muss. Lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Staatsorchester Stuttgart bestreikt die Premiere von „Eugen Onegin“</strong><br />
Wenn der Pianist nach einer Opernpremiere den größten Beifall erhält, dann muss etwas Besonderes vorgefallen sein. Eine Stunde vor Premierenbeginn hatte Korrepetitor Thilo Lange erfahren, dass er wegen des kurzfristig anberaumten Orchesterstreiks den „Eugen Onegin“ an der Stuttgarter Staatsoper vom Klavier aus zum Leben erwecken muss. Lange besteht seine Feuerprobe mit Bravour, folgt hinhörend dem Dirigenten Marc Soustrot, beschränkt sich bei Tuttistellen auf das Wesentliche und hämmert die großen Orchestercrescendi wie am Ende der Ballszene im zweiten Akt, nachdem Lenski seinen Freund Eugen Onegin zum Duell aufgefordert hat, mit solcher Energie in die Tasten, als spielte er um sein Leben.<span id="more-147"></span></p>
<p>Lange Zeit fehlt nichts bei diesem <strong>„Eugen Onegin“</strong>. Regisseurin Waltraud Lehner verlegt die Geschichte vom frühen 19. ins späte 20. Jahrhundert. Die Hausherrin Larina kocht keine Marmelade ein wie im Libretto, sondern rollt Architekturpläne aus. Die große Plakatwand im Hintergrund (Bühne: Kazuko Watanabe) zeigt eine braune Mietskaserne. Die Dorfbewohner bringen keine Erntegaben, sondern sind sichtlich ungehalten darüber, dass Larina sie aus ihrer Wohnung schmeißt und dafür mit ein paar Geldscheinen abspeist. Nach und nach hält der Kapitalismus Einzug in dieses spätkommunistische Ambiente. Der wenig ansehnliche Wohnblock wird, Papierbogen für Papierbogen, überklebt mit einer schicken Villenanlage, die Frauen des Dorfes brezeln sich auf (Kostüme: Werner Pick). Nur ein paar Überbleibsel wie der verknitterte Triquet (berührend: Heinz Göhrig) zeugen noch von der alten Zeit.</p>
<div id="attachment_148" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><img class="size-full wp-image-148" title="Der Mann am Klavier" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/02/mann-am-klavier.jpg" alt="Totale mit Chor und Roman Shulackoff (Lenskij)" width="480" height="235" /><p class="wp-caption-text">Totale mit Chor und Roman Shulackoff (Lenskij)</p></div>
<p>Trotz der<strong> knalligen Bilder</strong> gelingt es Waltraud Lehner in den ersten beiden Akten, sich den komplexen Gefühlswelten der Protagonisten anzunähern. Das Drama wird dicht erzählt, die Personenführung ist schlüssig. Bei der Briefszene schreibt Tatjana ihre Liebeserklärungen an Eugen Onegin auf die am Bauzaun montierten Werbetafeln. In ihrer plötzlich erweckten Leidenschaft legt die schüchterne Tochter alle Hemmungen hab. Halbnackt steht Tatjana träumend auf der Bühne, ehe ihre Ekstase in Scham umschlägt und sie beim Erblicken Onegins ihre Bluse wieder anzieht. Karine Babajanyan singt diese Tatjana mit geschmeidigen Linien und dunkler Tiefe. Auch Tajana Rai als jüngere Schwester Olga, Cornelia Wulkopf als Amme Filipjewna und Trine Øien in der Rolle der Larina verfügen über die notwendigen Mezzofarben, so dass Tschaikowskis schwermütiger, mit großen Emotionen beladener Opernton Gewicht erhält. Die sängerische Entdeckung des Abends ist Roman Shulackoff, der Lenski mit tenoraler Wucht ausstattet, ohne dabei an Zwischentönen einzubüßen. Nur die Titelfigur bleibt blass. Shigeo Ishinos Onegin ist zwar solide. Manche Passagen erscheinen jedoch zu gepresst, die große kantable Linie fehlt. Bei der dramatischen Schlussszene fehlen Ishino auch die darstellerischen Möglichkeiten, um sein letztes Liebeswerben um Tatjana glaubwürdig zu machen.</p>
<p>Warum Waltraud Lehner den fragilen Schlussakt in einen Skiort verlegt, bleibt schleierhaft. Die beeindruckend singenden Choristen (Einstudierung: Johannes Knecht) sind hier in fesche Skianzüge gesteckt und nippen an einem Glühwein.<strong> Hier zerbricht die lyrische Oper unter der Last der Bilder.</strong> Und die emotionale Wärme tendiert zum Gefrierpunkt.</p>
<blockquote><p>Weitere Vorstellungen: 3./6./ 10./18./23. Jan.<br />
<a href="www.staatstheater.stuttgart.de" target="_blank">www.staatstheater.stuttgart.de</a></p></blockquote>
<p><em>Georg Rudiger</em></p>
<hr size="1" />
<p style="text-align: center;"><strong>VIDEO: Die Skianzug-Szenerie</strong><br />
<p><a href="http://www.kulturjoker.de/index.php/147/der-mann-am-klavier"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p></p>
<p style="text-align: center;">Konstantin Gorny singt Prinz Gremin&#8217;s Arie aus Tschaikowskis &#8220;Eugen Onegin&#8221;.</p>
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