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	<title>Kultur Joker &#187; Kunst</title>
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	<description>Freiburger Kultur- und Veranstaltungszeitung</description>
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		<title>Vergessene Kultur</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 13:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land“ im Freiburger Augustinermuseum Es war nicht die erste ethnologische Expedition in die Polissja, doch die Feldforschungen, die dort zwischen 1994 und 1997 vom Institut für Ethnologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Lviv unternommen wurden, waren anders. Führten sie doch in die Sperrzone. Ludmila Bulhakova, wissenschaftliche Mitarbeiterin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land“<br />
im Freiburger Augustinermuseum</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_1234" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-1234" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2012/01/16-12-Bild-3-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Blick in die Ausstellung „Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land“</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Es war nicht die erste ethnologische Expedition in die Polissja, doch die Feldforschungen, die dort zwischen 1994 und 1997 vom Institut für Ethnologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Lviv unternommen wurden, waren anders. Führten sie doch in die Sperrzone. Ludmila Bulhakova, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts und Expeditionsteilnehmerin, die nun auch an der Ausstellung „Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land“ beteiligt ist, spricht lieber von Zone. Denn Sperrzonen gab es auch in sowjetischen Straflagern. Im Westen lernte man nach dem 26. April 1986 zwar den Ortsnamen fehlerfrei schreiben, über den ukrainischen Landstrich, in dem der Super-GAU stattfand, lernte man nichts, nichts über die Kultur der dort lebenden Bevölkerung und auch nichts über die Verwerfungen, die dort im 20. Jahrhundert stattfanden. „Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land“ – nun im Wechselausstellungsraum des Freiburger Augustinermuseums zu sehen – ist eine klassische ethnologische Schau, die Objekte sprechen lässt. Doch zugleich ist sie eine politische und symbolische Ausstellung. Nicht allein durch die städtepartnerschaftlichen Verbindungen zu Lviv, sie zollt der Bevölkerung auch eine Art späten Respekt. Tschernobyl und die Polissja gelten manchen als Keimzelle der Slawen. Weitgehend Sumpfgebiet bewahrte sich die Gegend ihre urtümliche Kultur, die vielfach heidnische Elemente aufwies. Um im großen Umfang Landwirtschaft zu betreiben, hätte man die Sümpfe trocken legen müssen. Stattdessen gab es Feldwirtschaft im kleinen Stil, man hielt Vieh und sammelte Beeren und Pilze im Wald. Die Polissja war eine arme Gegend, das Leben hart. Die landwirtschaftlichen Geräte, Holzpflüge sowie Hausrat, aber auch Beerenrechen, die im Museum zu sehen sind, zeugen davon. Man produzierte und baute dem eigenen Bedarf entsprechend an, vermied Überfluss. Dinge, die man nicht selbst herstellte, wurden gehandelt oder getauscht – oft mit jüdischen Kaufleuten. Denn ein großer Anteil der Bevölkerung war jüdisch, er siedelte sich unter der polnischen Herrschaft an und als Katharina die Große an die Macht kam, ordnete sie 1772 an, dass Juden ausschließlich in den ehemals polnischen Gebieten ansässig sein durften. Eine besondere Form der Religiosität bildete sich aus: der Chassidismus. In seiner Blütezeit, im 17. und 18. Jahrhundert, gründeten einzelne Schriftgelehrte Anwesen, in denen bis zu tausend Anhänger lebten. Etwas von seiner Bedeutung lässt sich in Judaica der Sammlung Maximilian Goldstein aus Galizien erahnen, aber auch in einer Projektion historischer Fotos, die ein wenig Einblick in das Leben der osteuropäischen Juden gibt. Man kann die Orthodoxie als Reaktion auf die Pogrome des 17. Jahrhunderts verstehen. Weitere folgten, dann die Sowjetisierung, der Holocaust und schließlich das Reaktorunglück. Die Polissja und ihre Bewohner haben mit der Katastrophe in Tschernobyl ihre Kultur verloren.<br />
<span id="more-1231"></span><br />
Die Freiburger Ausstellung lässt diese nun noch einmal farbenfroh aufleben. Als 1994 die Feldforscher die Orte um Tschernobyl besuchten, war der weitere Gürtel um das Atomkraftwerk teilweise noch nicht evakuiert und zugleich hatten sich erste Rückkehrer dort wieder eingerichtet. Es sind vor allem alte Frauen, die in den Plattenbauten kein wirkliches Zuhause und auch keinen Unterhalt gefunden hatten. In der Ausstellung ist eine von ihnen auf diesem Heimweg zu sehen. Interviews wurden mit den Rückkehrern geführt, aber auch Zeugnisse des Alltags wurden gesichert – und mussten oft wegen der hohen Strahlung in Tschernobyl in Magazinen gelassen werden. In Freiburg sind es vor allem Kleidungsstücke aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die einen Einblick in die Alltagskultur geben. Die Trachten der Frauen, die schön gemusterte, schwere Webstoffe als Schürze trugen. Die eleganten hellen Mäntel der Männer, die meist aus gewalktem Filz bestanden, die kürzeren der Frauen, die mit raffiniert gesetzten Zwickeln auf Figur gebracht wurden. Und dann sind da noch die Ruschniks, Webschals, die traditionell in weiß-rot gehalten waren und in den Häusern die Ikonen schmückten, aber die Menschen auch durch das Jahr und das gesamte Leben bei wichtigen Festen begleiteten. Als Erinnerung an die Toten werden sie heute noch auf den Friedhöfen der Polissja um die Grabkreuze geschlungen. Tschernobyl. Expeditionen in ein verlorenes Land. Augustinermuseum, Augustinerplatz, Freiburg. Öffnungszeiten: diso 10-17 Uhr. Bis 18. März. <em>Annette Hoffmann </em></p>
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		<title>„Landnahme“ – Das Zeitalter des Menschen</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 11:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fotografien und Reliefs von Betty Beier in der Katholischen Akademie Freiburg Was charakterisiert Landschaften, was unterscheidet sie voneinander und wie werden sie zum künstlichen Produkt? Kann man zugunsten der Natur sprechen? Solche Fragen beschäftigen Betty Beier und haben sie seit 1996 dazu gebracht, landschaftsverändernde Großbaustellen zu bezeugen, in Berlin und Stuttgart, aber auch etwa in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fotografien und Reliefs von Betty Beier in der Katholischen Akademie Freiburg</p>
<img src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/10/bettybeier_m-300x199.jpg" alt="" title="bettybeier_m" width="300" height="199" class="size-medium wp-image-1124" />
<p>Was charakterisiert Landschaften, was unterscheidet sie voneinander und wie werden sie zum künstlichen Produkt? Kann man zugunsten der Natur sprechen? Solche Fragen beschäftigen Betty Beier und haben sie seit 1996 dazu gebracht, landschaftsverändernde Großbaustellen zu bezeugen, in Berlin und Stuttgart, aber auch etwa in Island und China.<span id="more-1123"></span> Ihr entsprechendes Kunstprojekt nennt sie „Erdschollen-Archiv“. Dieses besteht einerseits aus fotografischen Bildserien, die landschaftliche Umwälzungen dokumentieren, und andererseits aus  „Erdschollen“, d.h. bildnerisch verarbeiteten Materialien einer Landschaftsveränderung oder eines Urbanisierungsvorgangs.<br />
Eine „Erdscholle“ von Betty Beier besteht aus mindestens einem Quadratmeter authentischer Bodenoberfläche, die in Acryl oder Kunstharz dauerhaft fixiert wurde. Am jeweils ausgewählten Ort wird zunächst ein Gipsabdruck gefertigt, danach  im Atelier, unter Verwendung von Materialien der Fundstelle, ein quadratisches Bild erstellt. Ergebnis ist eine Spurensicherung, bestehend etwa aus Lehm und Löss, Algen, Blüten, Stengeln, Reifenabdrücken, Tierspuren, Scherben. Die stoffliche Oberfläche dieser Bilder kontrastiert in ihrer Unregelmäßigkeit mit der konzeptuell geordneten geometrischen Form.<br />
In der aktuellen Ausstellung geht es um zwei Beispiele technischer Großprojekte, die Landschaften gewaltig verändert haben. Z.B. wurde beim Bau des „Kárahnjúkar-Staudamms“ (Island) ein Stück Land komplett überflutet, ein weitgehend unberührtes Gebiet verschwand unter einem Stausee. Diesen Prozess verdeutlicht Betty Beier mittels einer fotografischen Sequenz sowie vierzehn „Erdschollenquadraten“.<br />
Des weiteren rekonstruiert ihre Serie „Inden“ (in Nordrhein-Westfalen gelegen), wie, zum Zwecke des Kohleabbaus, sukzessive die Erdschichten eines Gebiets freigelegt wurden, von der landwirtschaftlich genutzten Fläche über verwitterte Siedlungsspuren bis hinunter zum Kohlenflöz – eine Zeitspanne von Jahrmillionen.<br />
Die 1965 geborene Künstlerin, die in Saarbrücken und Freiburg studiert hat, beschäftigt sich mit Landschaften, die historisch und ökologisch − zwischen rapidem technischem Eingriff, natürlicher Entwicklung und Klimawandel − bemerkenswert sind. Mit konsequentem Engagement reist Betty Beier an fragwürdige, ja umstrittene Orte und entnimmt dabei einer überwältigenden Wirklichkeit Proben, die ihre Werke unspektakulär präsentieren; so gibt sie uns diskrete Denkanstöße über die Vernutzung der Welt durch den Menschen.<br />
Betty Beier. Anthropozän. Das Zeitalter des Menschen. Ausstellung bis 27. November. Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg. Wintererstr. 1, Freiburg. 0761/31918-0. Öffnungszeiten: Mo-Do. 8.30 bis 18.15 Uhr, Fr. 8.30-15.30 Uhr. Info: www.erdschollenarchiv.de.<br />
Cornelia Frenke</p>
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		<title>Materialvergessen und materialversessen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 10:29:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Malerei #011. Ungegenständlich heute“ im Kunstraum Alexander Bürkle Genau genommen ist ja an der Malerei nicht viel mehr dran als die Farbe auf dem Bildträger. Doch welche Farbe und welches Trägermaterial – da fangen die Probleme schon an und welche Rolle spielt überhaupt der Künstler, sein Temperament und sein Verhältnis zur Welt? Beginnt man zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Malerei #011. Ungegenständlich heute“ im Kunstraum Alexander Bürkle</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-978" title="Frosch_1" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/09/Frosch_1-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></p>
<p>Genau genommen ist ja an der Malerei nicht viel mehr dran als die Farbe auf dem Bildträger. Doch welche Farbe und welches Trägermaterial – da fangen die Probleme schon an und welche Rolle spielt überhaupt der Künstler, sein Temperament und sein Verhältnis zur Welt? Beginnt man zu fragen, ist auch schon die Büchse der Pandora geöffnet und das, was klar schien, wird auf einmal schillernd vieldeutig. Der Kunstraum Bürkle erkundet nun in der Ausstellung „Malerei #011. Ungegenständlich heute“ das Wesen zeitgenössischer Abstraktion. <span id="more-976"></span> Werke von Corey d’Augustine, Christian Frosch, Michael Toenges sowie Klaus-Martin Treder und Maria Magdalena Z’Graggen werden Arbeiten aus der Sammlung etwa von Christian F. Kintz, Max Cole oder Günter Umberg gegenübergestellt. Was Sammlungsbestand ist, vergisst sich leicht, denn die gezeigten Künstler setzen sich mit ähnlich gewichteten Fragen auseinander.<br />
„Malerei #011. Ungegenständlich heute“ gibt sich als produktive, weit verzweigte Recherche, die einen sehr anregenden Rundgang über das Terrain zeitgenössischer Malerei darstellt. So hat die Malerei beim jungen amerikanischen Maler Corey d’Augustine einen ausgesprochen glamourösen Auftritt. Der New Yorker verwendet für seine Bilder Lidschatten, der der Bildoberfläche einen perlmuttartigen Schimmer verleiht. Und doch ist es eine ganz eigene Wirkung, die sich angesichts der pastellfarbenen metallicglänzenden Oberflächen einstellt. Corey d’Augustine zitiert durch sein Material die Aura des Bildes und Pigmentfarben aus Halbedelsteinen, die früher auch zum Schminken verwendet wurden. Zugleich aber überzieht die Bilder ein leicht gräulicher Schleier, der schäbig und billig wirkt: Malerei als Täuschungsmanöver. Corey d’Augustine hat sein Interesse nicht allein auf Lidschatten konzentriert, in Freiburg sind auch einige seiner Asphaltbilder von aufgeworfener, silberner Oberfläche zu sehen. Er benutzt aber auch Motoröl und Rost für seine Bilder.<br />
Das Spektrum ist groß, das hier im Kunstraum Alexander Bürkle versammelt ist. Es umfasst gleichsam eine sehr minimalistische Arbeit von Martina Klein, die zwei bemalte Maluntergründe aus Baumwolle derart an der Wand platziert, dass sie eine Art Hohlkehle bilden. Weniger überzeugend ist da die Werkreihe von Christian Frosch, der mehrere Blautöne Bootslack in Plastikbechern auf weiß grundierten Sockeln platziert hat, deren Inhalt sich allmählich durch das Plastik durchgefressen und auf der MDF-Platte verteilt hat. Eine eher plakative Idee hat Frosch hier zu einer Versuchsreihe ausgeweitet. Günter Umberg hingegen reduziert Malerei ganz auf die Komponenten Holz und Pigmente. Umberg mischt sie nicht an, sondern bindet sie durch eine Holzgrundierung und das Naturharz Dammar auf die Oberfläche. Die malerische Geste weicht der Präsenz der Farbe. Klaus-Martin Treder wiederum dürfte dies viel zu weihevoll sein. Wer genauer hinsieht, erkennt auf dem Bildgrund nicht nur Kreise und Farbspritzer, die auf die gestische Malerei verweisen, sondern auch Haare, Kaugummis und Tabletten. Fast scheint es, das Werk bildete den Atelierboden ab.<br />
Großen Raum nimmt in der Gruppenschau überhaupt die Monochromie ein. Und auch hier schärft die Verwandtschaft der Ansätze den Blick. Selbst auf den ersten: so strahlen Rudolf de Crignis’ blaue Bilder eine ätherische Materialvergessenheit aus, während Christian F. Kintz‘ satte pastellfarbene Formate an die Flächen alter Kücheneinrichtungen erinnern. Und auf den zweiten Blick zeigt sich, dass auch Kintz’ Bilder von komplexem Aufbau sind. Am Rand hat die Rakel die Schichten freigelegt, auf denen das Bild gebaut ist. Was den Eindruck von Monochromie erweckt hat, stellt sich als vieltonige Gesamtkonzeption heraus. Und auch Rudolf de Crignis’ Bilder setzen sich aus unzähligen Lasuren zusammen, die sich zum Gesamtton verdichten – ein Ton jedoch, der vom Auge kaum erfasst werden kann, je mehr Schichten –je mehr Farbe und Zeit – das Bild ausmacht. Zwischen Bildträger und Farbe hat dann doch mehr Platz als man denkt.<br />
Malerei #11. Ungegenständlich heute. Kunstraum Alexander Bürkle. Robert-Bunsen-Str. 5, Freiburg. Öffnungszeiten: di-fr 13-17 Uhr, so 11-17 Uhr. Bis 18. September.<br />
Annette Hoffmann</p>
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		<title>Tradition und Moderne</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 09:48:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Patchwork-Europe findet vom 15. bis 18. September im elsässischen Val d’Argent statt Wenn das elsässische Sainte-Marie-aux-Mines zu Patchwork Europe ruft, kommt eine internationale Gemeinde zusammen, die längst über die europäischen Grenzen hinausgewachsen ist. Das mag viel damit zu tun haben, dass es keine Worte braucht, um Textilkunst zu verstehen, aber auch damit, dass sich Sainte-Marie-aux-Mines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Patchwork-Europe findet vom 15. bis 18. September im elsässischen Val d’Argent statt</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-964" title="jpg_DSC_0586_2_" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/09/jpg_DSC_0586_2_-206x300.jpg" alt="" width="206" height="300" /></p>
<p>Wenn das elsässische Sainte-Marie-aux-Mines zu Patchwork Europe ruft, kommt eine internationale Gemeinde zusammen, die längst über die europäischen Grenzen hinausgewachsen ist. Das mag viel damit zu tun haben, dass es keine Worte braucht, um Textilkunst zu verstehen, aber auch damit, dass sich Sainte-Marie-aux-Mines die Wiege der Amish-Bewegung nennt. Und die fand bekanntlich in Amerika ihre zweite Heimat. Und so nehmen nicht eben wenige Vorträge, Kurse und Exkursionen Bezug auf diese evangelische Freikirche, die weltabgewandt ihre eigenen Traditionen pflegt. So fragt Jacques Legeret in einem Vortrag nach dem künstlerischen Charakter der Amish-Quilts, es findet aber auch eine Exkursion statt zu historischen Orten der Amish-mennonitischen Bewegung im Val d’Argent.<span id="more-963"></span><br />
Doch die Tradition ist nur der eine Pol, nach dem sich das 17. Europäische Patchworktreffen ausrichtet, der andere ist zeitgenössische Textilkunst. Und der Wettbewerb, den Patchwork-Europe jährlich ausschreibt, möchte ausdrücklich textile Kreationen sowohl in traditionellem und zeitgenössischen Stil begünstigen. Anregungen versprechen aber auch die unzähligen Kurse und Ausstellungen, die das ganze Spektrum der Textilkunst abspiegeln. So werden Kurse mit besonderen Materialien angeboten, aber auch besondere Techniken wie die Applikation sowie das Arbeiten mit Seide und Motivgestaltung nach den Kuna Indianern aus Panama.<br />
Kaum weniger vielfältig geben sich die Ausstellungen, die etwa Ralli-Quilts aus Südost-Pakistan und dem westlichen Indien vorstellen, die Patchwork, Stickereien und Applikationen miteinander verbinden. Sie entstehen vor allem in ländlichen Gebieten und werden von Nomadinnen gefertigt. Zu sehen sind aber auch Textilarbeiten von israelischen Quilterinnen, die moderne und traditionelle Techniken kombinieren. Dass Quilts Geschichten zu erzählen wissen, wird am Beispiel der australischen Decken deutlich. Sie entstanden während der Weltwirtschaftskrise und häufig sind abgetragene Kleidungsstücke eingearbeitet, die für ihren Besitzer einmal eine Bedeutung hatten. Präsentiert werden aber auch niederländische Quilts, die in der Zeit von 1700 bis heute entstanden sind. Viele Inspirationen in Stoff, die man sich während des Europäischen Patchworktreffens mitnehmen kann.<br />
Europäisches Pachworktreffen vom 15. bis 18.9. Öffnungszeiten: do-sa 9.30-18.30 Uhr, so 9.30-18.00 Uhr. Weitere Infos unter patchwork-europe.com</p>
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		<title>„Wasser. Phantasie und Wirklichkeit“</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 09:41:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ausstellung in der Kunsthalle Messmer Riegel Nach einer internationalen Ausschreibung zum Thema Wasser, auf die über 500 Einreichungen erfolgten, präsentiert die Kunsthalle Messmer nun eine Auswahl von achtzig Werken – Malerei, Fotografie, Installation – die sich auf ein Sujet beziehen, das für die Welt permanent aktuell ist, und dies aus verschiedensten Gründen. Das Fehlen dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausstellung in der Kunsthalle Messmer Riegel</p>
<div id="attachment_951" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-951" title="Wasser" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/08/Wasser-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Hans-Jürgen Truöl: &quot;Wasser im Death Valley&quot;, 2011</p></div>
<p>Nach einer internationalen Ausschreibung zum Thema Wasser, auf die über 500 Einreichungen erfolgten, präsentiert die Kunsthalle Messmer nun eine Auswahl von achtzig Werken – Malerei, Fotografie, Installation – die sich auf ein Sujet beziehen, das für die Welt permanent aktuell ist, und dies aus verschiedensten Gründen. Das Fehlen dieses lebensnotwendigen Elements verursacht größte Not, Wasser gibt es oft zu wenig, andererseits kann es mit massiv zerstörerischer Kraft auftreten. Vor man assoziiert auch Ruhe, Lust und Labsal –  Meer, Wellen und Erfrischung.<br />
<span id="more-950"></span></p>
<p>Doch was vermag Kunst in diesem Zusammenhang? Eindeutige Aussagen zu machen, ist nicht ihr Ziel. In allen Epochen haben sich Künstler diesem zwiespältigen Element gewidmet, man denke an das „Floß der Medusa“ von Thédore Géricault. In der Kunsthalle Messmer kommen nun ausschließlich Zeitgenossen zum Zuge – mit realistischen, informellen und abstrakten Herangehensweisen. Darunter ist etwa Susanne Zuehlkes „In der Klamm“ (Eitempera auf Nessel) und Paul Wesslers „Mit Wasser – Leben“ (Radierung und Mischtechnik über Collage). Ganz anders „Am Meer“ (Acryl auf Leinwand) von Peter Somm – man erfährt sich mitten im Sonnenuntergang, obwohl lediglich horizontale farbige Streifen gereiht sind. In klassischer Weise stellt Ursel Scholz mit „SEA“ die beeindruckende Präsenz  des Meeres dar und Nicole Reuthers „Wasserschauspiel“ (Aquarell und Japantusche) erfasst die intensive Kraft von Wellen mit einem blitzartig gekonnten Strich.<br />
Überzeugen können unterschiedliche fotografische Positionen, etwa Michael Partzsch‘ fast dokumentarischer „Wasserspiegel“, Sabine Freudenbergers „Grey Water“ und Telemach Wiesingers Minimalismus „Tide II“. Auch sarkastisch spöttische Stellungnahmen sind vorhanden, etwa die „Verwässerte Ansicht“ (Grafit und Buntstift auf Papier) von Andreas Hella sowie Jutta Sieberts „Wasserstraßen“ – nur eine Verkehrsampel ragt hier noch aus der Überschwemmung. Ein echtes Pflaster klebt auf einem Acrylbild von Gabriele Dräger, dessen Gesamtoberfläche aus Wassertropfen besteht; es trägt den Titel „Wasser heilt“. Heilt Wasser?<br />
Mit drei Werken von Walter Giers, Kulturpreisträger des Landes Baden-Württemberg 2011, findet zudem eine Sonderpräsentation statt, die das Thema von seiner akustischen Seite wahrnehmbar macht. „Alles fließt“, das weiß nicht nur der Philosoph, sondern auch der Bildende Künstler, dem der Stoff quasi durch die Finger rinnt, während er seine Impressionen und Erfahrungen festhält. Kann er dem Wasser das Wasser reichen? Das vermag nur zu entscheiden, wer die überraschende Ausstellung in Riegel besucht hat.<br />
Im Rahmen eines Publikumspreises haben Ausstellungsbesucher bis zum 18. September die Möglichkeit ihren Favoriten zu wählen.<br />
kunsthalle messmer. Grossherzog-Leopold-Platz 1, Riegel. www.messmerfoundation.com. Bis 23. Oktober 2011. Di -So, 10-17 Uhr; Führungen nach Vereinbarung.<br />
Cornelia Frenkel</p>
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		<title>„Ich Dix bin das A und das O“</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 11:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbstporträts von Otto Dix im Museum Gunzenhauser in Chemnitz Die Kunstsammlungen Chemnitz – MUSEUM GUNZENHAUSER besitzen mit 290 Arbeiten eine der umfangreichsten musealen Otto Dix-Sammlungen weltweit. Beginnend mit dem frühen Selbstporträt des Studenten aus dem Jahr 1912 lassen sich anhand der Sammlung Leben und Werk des Künstlers von den Anfängen in Dresden bis in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstporträts von Otto Dix im Museum Gunzenhauser in Chemnitz</p>
<div id="attachment_898" class="wp-caption aligncenter" style="width: 272px"><img class="size-medium wp-image-898" title="Otto Dix" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2011/07/GUN_Presse_Ich-DIX-bin_Selbstbildnis-mit-maskierter-Taenzerin_19451-262x300.jpg" alt="" width="262" height="300" /><p class="wp-caption-text">Otto Dix: Selbstbildnis mit maskierter Tänzerin, 1945</p></div>
<p>Die Kunstsammlungen Chemnitz – MUSEUM GUNZENHAUSER besitzen mit 290 Arbeiten eine der umfangreichsten musealen Otto Dix-Sammlungen weltweit. Beginnend mit dem frühen Selbstporträt des Studenten aus dem Jahr 1912 lassen sich anhand der Sammlung Leben und Werk des Künstlers von den Anfängen in Dresden bis in die letzten Lebensjahre am Bodensee nachvollziehen. Unter dem Titel des frühen Porträt-Holzschnitts „Ich Dix bin das A und das O“ (1919) zeigt das Museum Gunzenhauser noch bis 31. Oktober alle vierzig Selbstbildnisse Otto Dix‘ (1891-1969) aus der Sammlung Gunzenhauser, die zwischen 1912 und 1969 entstanden. Dix hat sich in allen künstlerischen Techniken mehr als einhundertmal selbst dargestellt. 1911/12 setzt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich ein. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs entsteht ein knappes Dutzend Selbstbildnisse in Öl. Dix porträtierte sich als „Wandervogel“, jener Jugendbewegung um 1900, die eine demonstrative Abgrenzung von der Vätergeneration und eine bewusste Selbsterziehung in Gemeinschaft mit Gleichaltrigen sucht. Während Dix in den Arbeiten ab 1913 vor allem expressionistische Anregungen verarbeitet, zeigt dieses Werk einen ersten Versuch in der ab 1920 perfektionierten altmeisterlichen Malweise. Ein weiteres Werk der Ausstellung stammt aus dem Jahr 1919. Damals kehrt Dix aus dem Krieg zurück nach Dresden und gerät mitten hinein in das revolutionäre Geschehen in der Stadt. Enttäuscht von den Ergebnissen radikalisiert er seine künstlerischen Mittel und findet zu einer drastischen Formulierung. In diesem Kontext entsteht die Grafikmappe „Werden“, die den Holzschnitt „Ich Dix bin das A und das O“ enthält. In den 1920er Jahren entstanden Dix’ international bekannte Hauptwerke, vor allem die Aufsehen erregenden Porträts. Aus dem neusachlichen Jahrzehnt des Künstlers zeigt das Museum Gunzenhauser Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken, die das gewandelte Selbstbildnis des Künstlers präsentieren.<br />
<span id="more-896"></span><br />
In den Jahren der Inneren Emigration nach 1933 tritt die künstlerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich im Œuvre Otto Dix‘ zunächst in den Hintergrund. Aus jenem Jahr bewahrt das Museum jedoch eine eindrucksvolle Silberstiftzeichnung, die diesen entscheidenden Wendepunkt im Schaffen des Künstlers dokumentiert. Erst in den 1940er-Jahren beschäftigt er sich wieder mit der eigenen Person. Zwischen 1942 und 1945 entstehen drei ähnlich angelegte Selbstbildnisse. Im Chemnitzer „Selbstbildnis mit maskierter Tänzerin“, gemalt kurz vor der Einberufung zum Volkssturm im März 1945, entwickelt Dix den liegenden weiblichen Akt der Fassung des Vorjahres zur Tänzerin mit vor das Gesicht gehaltener Totenmaske. Zurückgekehrt aus französischer Gefangenschaft nach Hemmenhofen malt er 1947 das „Selbstbildnis mit Pelzkappe vor Winterlandschaft“. Nach dem Krieg entstehen die malerisch angelegten Lithografien. In ihnen lässt sich vor allem in den jährlich entstehenden Selbstbildnissen eine zunehmende Lösung von der Form beobachten, die in den letzten Blättern vor dem Tod eine fast informelle Freiheit gewinnt, so auch in einer seiner letzten Arbeiten „Selbstporträt (nach links, mit schwarzem Kragen)“ von 1968.</p>
<p>Die Ausstellung „Ich Dix bin das A und das O“ findet im Rahmen des Dix-Jahres 2011 in Chemnitz statt. Mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm und einem Festwochenende am 12./13. November 2011 anlässlich der Ausstellungseröffnung „Otto Dix in Chemnitz“ (13. November 2011-15. April 2012) wird in diesem Jahr des 120. Geburtstags des bedeutenden Malers und Grafikers gedacht. Zudem findet vom 26.-28. November 2011 das öffentliche Symposium „Die Landschaftsgemälde von Otto Dix“ statt.</p>
<p>Infos: Tel. 0371/4887024, www.kunstsammlungen-chemnitz.de. Bis 31. Oktober 2011. Geöffnet: Di bis So und feiertags von 11-18 Uhr.</p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Budapest und Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 10:33:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Quadratur des Kreises ist es zwar noch nicht, aber die Symmetrische Kunst aus Ungarn steht kurz davor. Ungarn, sagt Susanne Asche, Kulturreferentin der Stadt Karlsruhe, stand geographisch wie historisch schon immer zwischen den Zeiten und Welten. Das gilt auch für Ungarns Künstler. Weshalb ein Blick auf speziell ungarische Kunstformen im Rahmen der 20. Europäischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_499" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a rel="attachment wp-att-499" href="http://www.kulturjoker.de/index.php/500/budapest-und-pecs-%e2%80%93-zwischen-den-zeiten-und-welten/vasarely_751125_web"><img class="size-full wp-image-499 " title="Vasarely" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2010/06/Vasarely_751125_web.jpg" alt="Budapest und Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten" width="500" height="517" /></a><p class="wp-caption-text">Victor Vasarely: „Vega Album“, 1971 © Janus Pannonius Múzeum (Pécs)</p></div>
<p><strong>Die Quadratur des Kreises</strong> ist es zwar noch nicht, aber die <strong>Symmetrische Kunst</strong> aus Ungarn steht kurz davor.<br />
Ungarn, sagt Susanne Asche, Kulturreferentin der Stadt Karlsruhe, stand geographisch wie historisch schon immer zwischen den Zeiten und Welten. Das gilt auch für Ungarns Künstler. Weshalb ein Blick auf speziell ungarische Kunstformen im Rahmen der <strong>20. Europäischen Kulturtage in Karlsruhe</strong> unter dem Motto „Budapest und Pécs – Zwischen den Zeiten und Welten“ interessant ist.<span id="more-500"></span></p>
<p>Auch das ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie beteiligt sich am Programm der Europäischen Kulturtage. ZKM-Direktor Peter Weibel und Julia Fabényi vom Janus Pannonius Museum in Pécs haben eine kleine, aber feine Ausstellung mit einer Auswahl Symmetrischer Kunst aus Ungarn zusammengestellt. <strong>Symmetrie sei die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft</strong>, erklärt Weibel die Wahl des Themas. Er verweist auf die „ungeheure mathematische Begabung der Ungarn“, die eine Reihe bahnbrechender Forschungsergebnisse im Bereich Mathematik und Physik vorweisen könnten, ohne je internationale Anerkennung dafür zu ernten.<br />
Ähnlich geht es ungarischen Künstlern, die nur im Ausland zu Ruhm gelangen können. Wer in Ungarn arbeitet, bleibt unbekannt. Im Bereich  der Symmetrischen Kunst sieht man das deutlich: Victor Vasarely wurde zu einem Begriff, auch wenn die Titulierung als <strong>„Kaufhaus-Künstler“</strong> etwas zweifelhaft ist. Die anderen 17 in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler kennt in Westeuropa kaum jemand. Vasarely, der seine <strong>Kunstwerke in Kaufhäuser</strong> brachte, wollte eigentlich ganz progressiv Kunst für alle schaffen statt für einen kleinen Kreis reicher Kunstsammler. Ihm ist einer der drei Räume der Ausstellung gewidmet.</p>
<p>Zu <strong>Vasarely </strong>geht es nach links, zur Entdeckung der unbekannten Künstler nach rechts. Auf beiden Seiten spielt die Symmetrische Kunst mit der <strong>Durchbrechung symmetrischer Objekte</strong> und der raffinierten Täuschung des menschlichen Sehvermögens. Besonders beliebt ist der Würfel, der spielerisch aufgeklappt, gefaltet, oder durch Kugel und Kreise durchbrochen wird. Die zauberhafte, geradezu romantische Skulptur eines Frauenkopfes von Istvan Bencsik entpuppt sich auf der Rückseite als ein aus vielen hölzernen Würfelchen zusammengesetztes Werk.</p>
<p>Auf die Kunst des <strong>trompe l’oeil</strong> verstand sich auch Dora Maurer. Sind es vier oder fünf Quadrate? Man muss schon genau hinsehen, um zwischen den farbigen Linien und dem tatsächlichen Bild zu unterscheiden und bei ihren „Five from four“ richtig zu zählen.<br />
Vieles deutet auf eine <strong>Verwandtschaft zur westlichen Op Art</strong>, dabei waren die ungarischen Künstler in den Siebziger Jahren durch den Eisernen Vorhang von der Kunst im Westen abgeschnitten. Ihre Symmetrische Kunst stellte einen stillen, aber deutlichen Protest gegen den real existierenden Sozialismus dar. Statt heroischer Abbildungen von Helden der Arbeit unterliefen sie die künstlerischen Vorgaben der Politik, indem sie abstrakte Kunst machten.<br />
Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig Symmetrische Kunst sein kann. Dazu gehören die <strong>Schattenspiele von Ferenc Ficzek</strong>, aber auch die mikadoähnliche, umgekippte Konstruktion aus geraden Holzstreben von Janos Megyik. Für Peter Weibel handelt es sich bei diesem Werk um einen explodierten Würfel.</p>
<p>Vasarelys Arbeiten sind Meisterwerke in der <strong>Variation von Kreisen, Würfeln, Rauten, Dreiecken und Linien</strong>. Die Op Art der Siebziger wäre ohne Vasarely nicht denkbar. Bis heute sind die gekonnt 3 D-Effekte suggierenden Werke Vasarelys faszinierend. Nach der zeitlosen Symmetrischen Kunst aus Ungarn bietet es sich an, um die Ecke zu gehen und in die Welt der Medienkunst einzutauchen:<strong> „Imagining Media“</strong>, die Jubiläumsausstellung des ZKM, läuft bis Ende des Jahres. „Symmetrische Kunst aus Ungarn“ ist <strong>bis zum 20. Juni</strong> zu sehen.</p>
<p><strong>ZKM</strong><br />
Lorenzstr. 19<br />
76135 Karlsruhe<br />
Tel.: 0721/81 000<br />
Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr<br />
<a href="http://www.zkm.de">www.zkm.de</a></p>
<p><em>Artikel von: Nike Luber</em></p>
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		<title>Traditionelle Handwerkskunst: Hafner-Keramik</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 13:15:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit Menschengedenken werden aus Erde Gefäße gefertigt, weniger als Kunstgegenstände, sondern vielmehr, um darin Nahrungsmittel aufzubewahren oder zuzubereiten. Dies gilt auch für die mittlerweile kunstvoll verzierte Hafner-Keramik aus dem nördlichen Elsass. Dieses prachtvolle, bäuerliche Bedarfsgeschirr, wird auch heute noch hauptsächlich aus Lehm des Haguenauer Forsts produziert, der sich durch Feuerfestigkeit auszeichnet. In einer Legende heißt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_374" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-374" title="Hafner Keramik" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/keramik-overliner.jpg" alt="Kunstvoll und mit klassischen Motiven verzierte Hafner Keramik." width="500" height="221" /><p class="wp-caption-text">Kunstvoll und mit klassischen Motiven verzierte Hafner Keramik.</p></div>
<p>Seit Menschengedenken werden aus Erde Gefäße gefertigt, weniger als Kunstgegenstände, sondern vielmehr, um darin Nahrungsmittel aufzubewahren oder zuzubereiten. Dies gilt auch für die mittlerweile <strong>kunstvoll verzierte Hafner-Keramik</strong> aus dem nördlichen Elsass. Dieses prachtvolle, bäuerliche Bedarfsgeschirr, wird auch heute noch hauptsächlich aus Lehm des Haguenauer Forsts produziert, der sich durch Feuerfestigkeit auszeichnet.<span id="more-373"></span></p>
<p>In einer Legende heißt es, dass ein Töpfer seinerzeit <strong>Kaiser Barbarossa</strong> das Leben rettete (jener wurde von einer Wildsau angegriffen) und sich Kaiser Barbarossa daraufhin erkenntlich zeigen wollte, indem er den elsässischen Bauern erlaubte, Lehm aus dem Haguenauer Forst für ihre Töpferarbeiten abzubauen.</p>
<div id="attachment_376" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-376" title="Hafner Keramik aus dem Elsass" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/keramik-2.jpg" alt="Koejelhopfform, Baeckeoffe, Milichhafe und andere Hafner Keramiken" width="500" height="454" /><p class="wp-caption-text">Koejelhopfform, Baeckeoffe, Milichhafe und andere Hafner Keramiken</p></div>
<p>Hafner Keramik ist das häufigst anzutreffende elsässische Töpferprodukt. Die Keramik wird mit etwa 1000° C gebrannt und mit einer dekorativen Bemalung versehen. Zuerst wird Lehm auf einer Drehscheibe geformt und danach mehrere Tage getrocknet. Die Herstellung des vielfarbigen Dekors erfolgt in mehreren Etappen. Durch das Eintauchen in die Engobe, entsteht die Grundfarbe &#8211; danach wird das Dekor aufgetragen. Traditionelle Verzierungen sind Margeritten, Vögel, Blumen und Punktmuster. Die Tonware wird anschließend mit einer <strong>bleifreien Glasur</strong> überzogen. Nach jeder Etappe wird die Keramik getrocknet, bis sie letztendlich gebrannt wird. Eine aufwendige Angelegenheit.</p>
<div id="attachment_377" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-377" title="Elsässer Keramik" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/keramik-3.jpg" alt="Elsässer Keramik - Kaffee Geschirr" width="500" height="445" /><p class="wp-caption-text">Elsässer Keramik - Kaffee Geschirr</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Noch heute kennt man die klassischen Keramiken: „<strong>Milichhafe</strong>“, die „<strong>Terrine</strong>“, in der der Elsässer so gerne seinen „Baeckeoffe“ backt, die „<strong>Koejelhopfform</strong>“ oder die „<strong>Oschterhaseform</strong>“.</p>
<blockquote><p><strong>Auf dem Freiburger Markt kann man an der Südseite des Münsters einen Stand bewundern, an dem die traditionelle Hafner-Keramik vertrieben wird.</strong></p></blockquote>
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		<title>Ausstellung: Hildegard Wohlgemuth</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 08:45:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Lebenskünstlerin&#8230; Im Rahmen des Internationalen Frauentags 2009 wird am 9. März, 19 Uhr, eine Ausstellung mit Arbeiten von Hildegard Wohlgemuth eröffnet, die 1933 in Ostpreußen geboren wurde. Entscheidend für ihr Leben und ihre Einstellung zu anderen Menschen war sicher der frühe und schmerzliche Verlust in Kindertagen, als sie die Bombardierung eines Kinderheims als einzige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Lebenskünstlerin&#8230;</strong><br />
Im Rahmen des Internationalen Frauentags 2009 wird am 9. März, 19 Uhr, eine Ausstellung mit Arbeiten von Hildegard Wohlgemuth eröffnet, die 1933 in Ostpreußen geboren wurde. Entscheidend für ihr Leben und ihre Einstellung zu anderen Menschen war sicher der frühe und schmerzliche Verlust in Kindertagen, als sie die Bombardierung eines Kinderheims als einzige ihrer Kindergruppe überlebte.<span id="more-269"></span></p>
<p>Von da an war sie krank, hatte Alpträume, hörte Geisterstimmen und die Schreie der verschütteten Kinder. Später brachte Hildegard eine Tochter zur Welt, die ihr eine gewisse Orientierungshilfe im Leben gab. Seit eine Künstlerin, die ihr beim Betteln auf der Straße begegnete, sie das Malen lehrte, malte und zeichnete sie, schrieb Gedichte und Geschichten, und dabei stellte sie fest, dass sich ihr Zustand verbesserte.</p>
<blockquote><p>Bei der Finissage (15. März, 19 Uhr) wird der Film <strong>„Meine Geister, die Kinder. Ein Leben in Schizophrenie“</strong>, NDR 1994, gezeigt.<br />
Die Ausstellung ist im FrauenLesbenZentrum e.V., Faulerstr. 20, zu sehen. Täglich, außer Mittwoch, 14-18 Uhr.<br />
<a href="http://www.frauenlesbenzentrum-freiburg.de/fz_veranstaltungen.html" target="_blank">Internetpräsenz FrauenLesbenZentrum Freiburg</a></p></blockquote>
<div id="attachment_270" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-270" title="Hildegard Wohlgemuth" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/03/hildegard-wohlgemuth.jpg" alt="Bild von Hildegard Wohlgemuth" width="500" height="716" /><p class="wp-caption-text">Bild von Hildegard Wohlgemuth</p></div>
<p>Weiterführende Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://verlag.psychiatrie.de/autoren/wortmeldungen/article/wohlgemuth.html" target="_blank">Nachruf des Psychiatrie Verlags von Beatrix Brunelle</a></li>
<li><a href="http://www.irremenschlich.de/portraits/index.htm" target="_blank">Irre menschlich Hamburg e.V. &#8211; kleines Portrait von H. Wohlgemuth</a></li>
</ul>
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		<title>Poesie im Dachstuhl</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 01:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Endres]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstverein Schallstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Poesie]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue Arbeiten von Elisabeth Endres im Kunstverein Schallstadt. Einfach nur „Block“ hat Elisabeth Endres ihre Werkserie übermalter Auktionskataloge genannt. Eine Lakonie, die sich in den aufgedruckten Mitteilungen wie „Ausstellung, Freitag, 2. bis 5. November 1928 von 10 bis 6 Uhr“ oder „Dienstag, 6. November 1928, Vormittag 10 Uhr“ wiederfindet. Was das Berliner Kunst-Auctions-Haus Rudolph Lepke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neue Arbeiten von Elisabeth Endres im Kunstverein Schallstadt.</strong><br />
Einfach nur „Block“ hat Elisabeth Endres ihre Werkserie übermalter Auktionskataloge genannt. Eine Lakonie, die sich in den aufgedruckten Mitteilungen wie „Ausstellung, Freitag, 2. bis 5. November 1928 von 10 bis 6 Uhr“ oder „Dienstag, 6. November 1928, Vormittag 10 Uhr“ wiederfindet. Was das Berliner Kunst-Auctions-Haus Rudolph Lepke hier ankündigt, war jedoch nicht irgendeine Versteigerung, sondern eine politische und ästhetische Kehrtwende. Mitte der 1920er Jahre trennte sich Russland von seiner zaristischen und großbürgerlichen Vergangenheit und verkaufte jene Kunstschätze, die man nicht für pädagogisch oder kunsthistorisch wertvoll hielt. Nicht nur Museumsbestände kamen im Ausland unter den Hammer, viele Bilder, Möbel und Gegenstände des Kunsthandwerks wurden enteignet und zu Devisen gemacht.<span id="more-52"></span></p>
<div id="attachment_58" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img class="size-full wp-image-58" title="dachstuhlpoesie" src="http://www.kulturjoker.de/wp-content/uploads/2009/02/dachstuhlpoesie.jpg" alt="Poesie im Dachstuhl mit Katze" width="240" height="363" /><p class="wp-caption-text">Poesie im Dachstuhl mit Katze</p></div>
<p>Davon erzählen die Blätter von Elisabeth Endres, die derzeit im Kunstverein Schallstadt zu sehen sind, auch. Und wer sich bemüht, kann unter den Übermalungen etwa Schwarzweißreproduktionen von Gemälden oder einen Kandelaber entdecken. Es ist jedoch nicht allein der Firnis der Geschichte, der gelblich über den ausgetrennten Blättern des Auktionskatalogs liegt. Bevor die 1947 in Karlsruhe geborene Künstlerin sich daran macht, diese zu übermalen, versiegelt Endres sie mit Bienenwachs. Erst dann zeichnet sie mit zügigen Strichen ihre Figuren und Traumskizzen, oft kratzt sie aus oder wischt mit Terpentin ihre Zeichnungen weg. So entsteht etwa das Gesicht eines Jungen über einer adeligen Musizierszene oder zwei einander zugewandte Geishas, die mit dem Rücken zum Betrachter auf einer Textseite sitzen. Eingerahmt ist diese Szenerie von einer Leiste, auf der eine Teekanne mit drei Tassen abgebildet ist. Vieles auf diesen Blättern wirkt so, als wäre es auf die Künstlerin im Traum zugekommen. Da liegt ein Rabe mit nach oben gereckten Krallen auf einer Tasse oder das Porträt einer Frau in Sepiabraun weist nur ein Auge auf.</p>
<p>Sie habe lange das Leiden der Menschen bedient, hat Elisabeth Endres einmal gesagt, und jetzt sei das Leichte und das Absurde an der Reihe. Und wirklich hat man oft angesichts der Blätter des „Blockes“ den Eindruck, Elisabeth Endres spiele mit dem Vorgefundenen und schaffe daraus Surreales, um der Historie einen weiteren Treppenwitz zuzufügen. Dennoch sind Themen wie Krankheit, innere und äußere Verletzungen, vor allem bei ihren Bildern, nicht aus ihrem Blickfeld geraten. Es mag auch an Endres’ Arbeitsweise liegen, die per se auf Schichten aufbaut, möglicherweise bedingen sich aber auch Inhalt und Form. So sind in einer Gruppe von acht Collagen unter einem ernsthaften Kindergesicht mal ein ausgeschnittenes mit blauem Kajal umrandetes Auge zu entdecken, mal sind die übermalten Motive kaum mehr zu erkennen. Das Unheimliche tritt aus diesen Blättern und Bilder wie die Kolonne von Schaben aus dem Mund eines Kindes. Gleichzeitig wird es gebändigt wie der Männchen machende Hund und in Form gebracht. Elisabeth Endres hat Dachstuhlpoesie geschaffen, die im Kunstverein Schallstadt einen sehr intimen Ort gefunden hat.</p>
<blockquote><p>Elisabeth Endres. Kunstverein Schallstadt, Am Käppele 2,. Bis 1. Februar. Öffnungszeiten: mi und sa 15-17 Uhr, so 11-15 Uhr. In den Schulferien geschlossen. <em></em></p></blockquote>
<p><em>AH</em></p>
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