Straußenführer 2017


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Eine Heiligengeschichte in Nachfolge von Gandhi und Mandela

Das Theater Freiburg zeigt die Uraufführung von Mpumelelo Paul Grootbooms „Crudeland“

Vielleicht ist in diesen Seilen, die sich wasserfallartig über die Bühne des Großen Hauses ergießen, selbst das Ende schon angedeutet. Man kann sich in diesen Strängen nicht nur gut verheddern, sie eignen sich nebenbei auch als treffliche Videoprojektionsfläche. Man kann sie aber auch zur Schlinge drehen. Verrät man damit zu viel?

Lukhanyo Bele, Komi Mizrajim Togbonou und Statisterie. © Birgit Hupfeld

Lukhanyo Bele, Komi Mizrajim Togbonou und Statisterie. © Birgit Hupfel

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Mit Schutzhelm in die Opern-Baustelle

„Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach am Theater Freiburg

„Wozu Dichter in dürftiger Zeit?“, steht auf dem Schild, das ein Schauspieler vor Vorstellungsbeginn auf der Bühne des Freiburger Theaters hochhält. Das Hölderlin-Zitat soll Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“, die der neue, aus Oberhausen gekommene Intendant Peter Carp und seine Musiktheaterdramaturgin Tatjana Beyer am Eröffnungswochenende des Hauses platziert hat, in die Gegenwart holen und grundsätzliche Fragen zum Thema Literatur und Politik stellen.

Inga Schäfer, Rolf Romei, Roberto Gionfriddo, Opernchor des Theater Freiburg. © Tanja Dorendorf

Inga Schäfer, Rolf Romei, Roberto Gionfriddo, Opernchor des Theater Freiburg. © Tanja Dorendorf

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Koksender Graf trifft offenherzige Gräfin

Eine charmante, konventionelle Produktion von „Le Nozze di Figaro“ an der Straßburger Oper

Sexuelle Übergriffe im Berufsleben gibt es nicht erst seit der Affäre um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. In Mozarts Oper „Le Nozze di Figaro“ werden die Kammerzofe Susanna und die Gärtnerstochter Barbarina von ihrem Vorgesetzten, dem Grafen Almaviva, bedrängt.

Davide Luciano als übergriffiger Graf Almaviva © Klara Beck

Davide Luciano als übergriffiger Graf Almaviva © Klara Beck

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Zielsicher ins Schwarze

Raffinierte Adaption: Die Uraufführung „1914“ der Freiburger Immoralisten

Als sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un vor wenigen Wochen verbal befeuerten und so die Angst vor einem Flächenbrand schürten, befanden sich die Freiburger Immoralisten längst in den Proben zu ihrem neuen Stück „1914“. Wie so oft hatten sie die dräuende Gewitterstimmung in der Welt längst aufgegriffen und inhaltlich zum Thema ihrer nächsten Inszenierung gemacht.

Schauspieler Jochen Kruß in "1914" im Freiburger Theater der immoralisten. © Manuel Kreitmeier

Schauspieler Jochen Kruß in „1914“ im Freiburger Theater der immoralisten. © Manuel Kreitmeier

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„Gala – Starke Stücke zum 40.“

Jubiläums-Spielzeit mit „Die Schönen der Nacht“ im Musiktheater im E-Werk

Vierzig Jahre Musiktheater „Die Schönen der Nacht“ – das ist für ein freies Ensemble eine stolze Leistung, in Sachen Kunst ist es fast ein Lebenswerk. Bevor Leopold Kern und Herbert Wolfgang ihre Jubiläums-Spielzeit jetzt mit dem Programm „Gala – Starke Stücke zum 40.“ eröffneten, wurde in ihrem kleinen Theater im E-Werk groß gefeiert: Mit vielen Gästen und Unterstützern, befreundeten Künstlern und Wegbegleitern, vor allem aber mit einer bunten Bühnenshow samt Rück- und Ausblicken.

Claudia Corona, Leopold Kern, Herbert Wolfgang, Paulo da Silva (v.l.n.r.). © Doreen Eich

Claudia Corona, Leopold Kern, Herbert Wolfgang, Paulo da Silva (v.l.n.r.). © Doreen Eich

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Mit Galgenhumor in die Apokalypse

Philippe Manourys neues Musiktheater „Kein Licht“ eröffnet die neue Saison an der Straßburger Oper

Ein ganzes, in diesem Jahr geschriebenes Kapitel hat Elfriede Jelinek dem US-Präsidenten gewidmet und damit ihrem nach der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 entstandenen und 2012 ergänzten Text „Kein Licht“ ein nicht minder bedrohliches Update verpasst. Mit dem Stück beginnt die Spielzeit 2017/18 an der Opéra national du Rhin.

"Kein Licht": Die multimediale Untergangsshow regt zum Nachdenken an. © Klara Beck

„Kein Licht“: Die multimediale Untergangsshow regt zum Nachdenken an. © Klara Beck

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Tarantino im schottischen Regen

Bea von Malchus’ neues Stück „Queens!“ feierte Premiere im Wallgraben Theater

Die Kurzversion könnte so lauten: es begann wie im Märchen und endete wie eine Gruselklamotte. Doch dann würde man einiges von hohem Unterhaltungswert verpassen. Dass Bea von Malchus, deren neue Produktion „Queens!“ am 23. September im Wallgraben Theater Premiere feierte, sowohl das Märchenhafte als auch das Groteske kann, hat sie in unzähligen Programmen bewiesen.

Erzählerin von Königinnen Gnaden: Bea von Malchus. © Britt Schilling

Erzählerin von Königinnen Gnaden: Bea von Malchus. © Britt Schilling

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Denken und Urteilsvermögen überprüfen

Das Theater Basel in der Saison 2017/18

Während in Berlin der Kampf um Personalien und Neuanfänge tobt, wirkt Andreas Becks Vorwort zum Programmheft der kommenden Saison ziemlich nachdenklich. Überhaupt hat man das Gefühl, dass diese Intendantengrußworte von Mal zu Mal nachdenklicher werden. Es gehe heute darum im Theater Zeitgeschehen, Gesellschaft und Politik darzustellen, liest man da und weiter, das Denken und Urteilsvermögen zu überprüfen. Schade nur, dass die eigentlichen Entscheidungsträger wohl gar nicht erst ins Theater gehen.

Andreas Beck, Intendant des Theater Basel (© Simon Hallström)

Andreas Beck, Intendant des Theater Basel (© Simon Hallström)

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